Mein Mädchen - 2019

von Alice83
GeschichteFamilie / P18
Dirk "Bela B." Felsenheimer Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character)
08.12.2019
08.12.2019
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A/N: Guten Abend, ihr Herzchen.

Heute also der zweite verzuckerte Weihnachtsoneshot aus dem Hause JaLo.

Dazu noch ein paar Fakten:

1. Die "Berliner Schule" ist tatsächlich, zumindest für FU Fangirls wie mich, eine Anschaffung wert.

2. Besagtes Lied kannte ich vorher nicht, ich schwöre! Aber es bot sich an, es hier einzubauen ;)

3. Ich vermisse euch. Sehr sogar.

Euch allen eine gute Woche und weiterhin eine entspannte Vorweihnachtszeit ♡♡♡

Liebe!
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Wir gingen nachts im Regen spazieren, und dann hab ich dich geküsst
Es war kalt, doch ich hielt deine Hand - ich hab gewusst, dass es für immer ist - Mein Mädchen (Farin Urlaub)


08.12.2019, Berlin, Stadtteil Frohnau, 14:07 Uhr


Charlotte saß am Esszimmertisch, starrte auf den Bildschirm ihres Laptops und seufzte.

Dann markierte sie den zuletzt von ihr geschriebenen Absatz, löschte ihn, schrieb ihn erneut, löschte ihn wieder.

Irgendwie lief ihr Kreativprozess wesentlich schlechter als Jans, und ein wenig beneidete sie ihn.

Sie griff resigniert zu ihrer Kaffeetasse, lehnte sich zurück und starrte ihren Laptop an, als wolle sie ihn hypnotisieren.

Sie wurde vom Klingeln ihres Handys unterbrochen.

„Frau B, wie schön.“

„Hallo, Frau Urlaub. Ich hoffe, du genießt aktuell noch die Ruhe.“

Charlotte runzelte die Stirn.

„Warum?“

„Weil ich dir gerade deinen kranken Ehemann ins Auto gesetzt und zurück nach Berlin geschickt habe. Er hing seit gestern Abend bei uns auf der Couch, mehr tot als lebendig,  sozusagen. Das Ende vom Lied ist, dass der Graf jetzt auch praktisch im Sterben liegt. Ein Pflegefall reicht mir allerdings, deswegen habe ich deinem gerade eine Briefmarke auf den Hintern geklebt und ihn in die Heimat geschickt.“

Charlotte lachte.

„Ernster Fall von Männergrippe?“

„Sehr ernst sogar. Ich hoffe, er hat sein Testament schon gemacht. Bela lasse ich seins gleich noch unterschreiben.“

„Prima, dann kann ich mich ja auf was freuen. Am Telefon hat er gar nicht erwähnt, dass es so schlimm um ihn bestellt ist.“

„Du weißt doch, er will dich nie beunruhigen. Da hat er lieber seinen Schlagzeuger und mich vollgeheult."

„Stimmt auch wieder. Dann setze ich schon mal den Ingwertee auf. Danke, dass du mich vorgewarnt hast.“

„Gerne. Im sehr unwahrscheinlichen Fall einer vollständigen Genesung, würde ich mich freuen, wenn du nächstes Mal mit ihm nach Hamburg kommst. Vielleicht können wir Carmen auch überreden. Wir könnten auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein trinken, während die Herren arbeiten.“

„Gute Idee, das halten wir fest. Bis dahin gute Besserung für den kleinen Vampir, und starke Nerven für dich.“

„Danke ebenso, Frau Urlaub. Wir hören uns.“

„Alles klar, Frau B. Bis bald.“

Charlotte legte ihr Handy lächelnd zurück auf die Tischplatte.

Auch wenn er offensichtlich krank war, sie freute sich sehr über die Aussicht auf ein paar Tage mit ihrem Ehemann.

„Charlotte?“

Sie blickte auf und sah Laura in der Tür stehen.

„Laura?“

„Können wir Plätzchen backen? Oder spazieren gehen? Oder einfach eine Runde schreiend im Kreis rennen? Dein Sohn macht mich wahnsinnig.“

Charlotte lachte.

„Schau mal, im Kühlschrank ist Teig, den habe ich heute Vormittag vorbereitet.“

Laura lächelte sie dankbar an, ging zum Kühlschrank und holte den Teig heraus.

Charlotte klappte ihren Laptop zu, legte diesen auf einen Stuhl und zog das Nudelholz aus der Schublade.

Laura nahm ihr dieses ab, streute Mehl auf die Arbeitsplatte und begann, den Teig auszurollen.

„Er macht mich irre, Charlotte. Als ob sein Leben von diesem blöden ersten Staatsexamen abhängen würde.“

Lotte zog die Ausstecher aus einer Schublade und ein Backblech aus dem Ofen.

„Du hast gut reden, du hast schon bestanden.“

Laura seufzte und begann, die ersten Kekse auszustechen.

„Aber die Prüfungen sind erst in drei Monaten, und er ist so gut in der Zeit. Außerdem treibt uns doch keiner, wenn er  unsicher ist, kann er doch auch noch ein Semester dran hängen."

Charlotte beobachtete amüsiert, wie ihre bolivianische Schwiegertochter ihre unterschwelligen Aggressionen an dem Plätzchenteig ausließ.

„Laura, ich glaube, die Begründung für seine Verbissenheit liegt ganz woanders.“

Laura sah sie erstaunt an.

„Na, auf die Erklärung bin ich gespannt.“

„Sagen wir es so, ich denke, er würde sein Elternhaus gerne verlassen.“

„Ach was. Besser als hier kann er es doch nirgendwo haben.“

Lotte lachte und stellte die Temperatur am Backofen ein.

„Klar könnte er es irgendwo besser haben. Bei dir.“

Laura unterbrach ihr Tun und starrte Charlotte an.

„Du meinst, er will mit mir zusammenziehen?“

Sie nickte ihrer Schwiegertochter zu.

„Marco hat sehr viel von Jan geerbt, weißt du. Seine Verbissenheit, sein Hang zum Perfektionismus, aber leider auch die Unfähigkeit, über seine Pläne und Gefühle zu reden.“

Charlotte nahm das Blech, schob es in den Ofen und stellte Laura ein weiteres hin.

Laura knetete den Teig und rollte diesen neu aus.

„Macht es Sinn, ihn nach seinen Absichten zu fragen?“

Charlotte lachte.

„Lieber nicht. Die Herren Vetter sind Männer der Tat, nicht der großen Worte. Ich bin sicher, nach dem Staatsexamen redet er mit dir. Oder aber er sucht direkt eine Wohnung für euch.“

Laura verdrehte die Augen.

„Charlotte, du und ich, wir haben uns da echt was schönes angelacht.“

„Da sagst du was. Und wir tun uns das auch noch freiwillig an.“

Laura lachte.

„Wir müssen bescheuert sein.“

„Sind wir, Laura. Aber so egozentrisch wie sie sind, so können sie doch auch die fürsorglichsten Menschen der Welt sein, oder?“

Laura seufzte und stach einen Tannenbaum aus.

„Ja, absolut, Marco ist in so vielen Dingen ein vollkommener Engel. Manchmal möchte ich ihn aber trotzdem anzünden.“

Charlotte lachte.

„Behaltet euch das so bei, Laura.“

Laura lächelte sie an und umarmte Charlotte spontan.

„Danke, Schwiegermutter.“

Lotte drückte sie an sich.

„Nicht dafür. Ich weiß, wovon ich rede."



Drei Stunden, zehn Bleche Weihnachtsplätzchen und einen Liter Glühwein später stand Jan in der Tür.

„Was habt ihr denn hier für ein Chaos veranstaltet?“

Charlotte verdrehte die Augen, stand auf und küsste ihn zur Begrüßung.

„Wir haben für die Herren des Hauses Plätzchen gebacken. Der eine ist, sagen wir, angespannt wegen seiner Examensprüfung, der andere ist, wie ich aus Hamburg vernehmen durfte, krank.“

Er zog sie in seine Arme und küsste sie auf den Kopf.

„Tut mir leid, ich hätte anrufen sollen, aber es geht mir tatsächlich nicht so gut. Gehe jetzt direkt in die Wanne und anschließend ins Bett.“

Sie legte ihm eine Hand auf die Stirn.

„Du siehst auch nicht gut aus. Ich räume noch schnell auf, dann bringe ich dir Tee und Kekse.“

Jan betrat die Küche, küsste Laura auf die Wange und schob sich einen Keks in den Mund.

„Schmecken hervorragend. Ich glaube, Tee und Kekse sind tatsächlich alles, was ich heute noch brauche.“

„Und deine Ehefrau.“

Charlotte und Jan sahen Laura fragend an.

Diese zwinkerte ihnen zu.

„Lotte, kümmere dich mal um deinen Mann. Ich räume auf.“

Lotte warf ihr eine Kusshand zu, dann nahm sie Jan am Handgelenk und zog ihn mit sich.



Eine Stunde und ein gemeinsames Bad später lagen sie zusammen auf dem Bett.

Jan malte gedankenverloren mit dem Finger Kreise um Charlottes Bauchnabel.

„Darf ich dich was fragen?“

Jan antwortete nicht, sondern schaute sie nur mit hochgezogener Augenbraue an.

„Wann hast du eigentlich angefangen, Lieder über mich zu schreiben?“

„Lass mich nachdenken, äh, nie? Meine Lieder sind nicht autobiographisch, zumindest die wenigsten. Alle anderen habe ich dir mal zu einer Playlist auf einem Stick zusammengestellt, wenn du dich erinnerst.“

„Das war der Pressetext, danke, Urlaub. Jetzt bitte noch mal den für Ehefrauen.“

Er verdrehte die Augen.

„Was willst du denn jetzt von mir hören? Spielst du auf ein bestimmtes Lied an?“

Charlotte machte eine abwiegelnde Kopfbewegung.

„Vielleicht.“

„Und zwar?“

„Ich habe letzte Woche mal wieder deinen Sampler mit den alten Demos gehört, und bin da über ein Lied gestolpert.“

Er seufzte.

„Ja. Ja, gut, okay. Das war das erste Lied für dich, ja. Zufrieden?“

„Ich habe gar nicht gesagt, welches Lied ich meine.“

„Musst du auch gar nicht. Mein Mädchen schreit schon irgendwie deinen Namen, oder?“

„Ja, das war auch meine Vermutung.“

Sie sahen sich einen Moment gerührt in die Augen, dann beugte er sich zu ihr hinunter und küsste sie.

„Bela hat mir übrigens schon vor der Veröffentlichung der 13 erzählt, dass Nie gesagt von mir handelt.“

„Besserwisserboy.“

„Sagt jetzt wer?“

„Der Mann, der einen ernsten Fall von Männergrippe hat und jetzt eigentlich nicht über Dinge diskutieren möchte, die du offensichtlich sowieso weißt."

Sie sah ihn gespielt mitleidig an und legte demonstrativ eine Hand auf seine Stirn.

„Wie geht es dir denn, mein Schatz?“

Er lächelte sie an.

„Wenn du mich so ansiehst, schon etwas besser.“

Er begann, ihren Hals zu küssen.

„Und ich glaube, mir fällt noch was ein, was mir helfen könnte.“

Charlotte zog ihn an sich, schaute ihm in die Augen und lächelte.

„Schönen zweiten Advent, mein Schatz. Ich liebe dich.“

„Ich liebe dich auch, mein Mädchen.“

Charlotte lachte, zog ihn zu sich herunter und küsste ihn.

Männer mit dem Nachnamen Vetter waren halt doch was ganz Besonderes.