Als Götter vom Himmel fielen

von ImaBuka
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Jiang Cheng Lan Huan Lan Zhan Mo Xuanyu Nie Huaisang Wei Ying
07.12.2019
14.12.2019
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07.12.2019 1.263
 
— Erster Jade des Gottesorden Lan! Höhster Zewu-jun!

     In den prächtigen Mramorsaal stürmte hastig ein mittelgroßer Elf im olivgelbem Gewand. Der Jüngling war ganz außer Atem, sein Blick - voller Sorgen. Er lief direkt zum geschmückten Thron in Mitte des Saals und fiel vor ihm auf die Knie, er hatte Angst dem großen elegantem Mann im schneeweißem Hanfu, der auf dem Thron saß, zu gucken. In hellen Mramorfliesen spiegelte sich das unentschlossene Gesicht des Elfen. Er fing an am ganzem Körper zu zittern, als er verstand, dass er gerade gnadenlos kurzerhand in die Gemächte der Gottheit gestürmt ist. Insbesondere während einer Audienz mit dem Oberhaupt des Engelsordens Sandu Shengshou.

   Jian Cheng, ein stattlicher Mann in lilafarbener Kleidung und mit großen weißen Flügeln hinter dem Rücken, verbeugte sich kurz vor dem Gott und verließ schweigend den Saal. Entweder um den Botschafter nicht zu stören oder um unangenehme Fragen des Botschafters selbst zu vermeiden. Für viele war es schon kein Geheimnis mehr, dass sich hinter dem ständigen Motto des Ordens Qinghe Nie - „Ich weiß nichts“ die größte Neugier verbirgt.

     Erst als sich die massive Tür hinter dem Engel verschloss ehrte der Mann im weißem Hanfu den Elfen mit einem fragendem Blick.

     —Ehrenwertester Zewu-jun, mein Herr, Oberhaupt des Elfenordens Nie, Nie Huaisang, bittet um eine sofortige Audienz.

     — Gut. Bitte ihn herein, — die Stimme des Gottes, den der Elf Zewu-jun nannte, klang überraschenderweise weich und leise, was stark vom Ansehen einer strengen Gottheit abwich, das Lan Xichen immer wieder versuchte anderen einzuprägen.

    Ohne auch ein Wort zu sagen, verbeugte sich der Junge tief und rannte hinaus, wobei er fast Jiang Cheng umrannte, der hinter der Tür stand. Der Engel beeilte sich sofort wegzufliegen, um nicht noch vom Gott entdeckt zu werden. Kaum hatte Lan Xichen die Augen verdreht, war das Oberhaupt des Elfenordens schon in den Saal gestürmt. Genauso aufgeregt wie sein Untertan. Ein junger Mann mir scharfen Ohren in Piercings und einem Diadem in langen offenen Haaren gestikulierte aktiv mit seinem Fecher, während er in der anderen Hand ein zurknüdeltes Papier hielt.

     — Zweiter Bruder! Ich schwöre bei meinen Fechern, ich weiß gar nichts, ich verstehe gar nichts! Auch meine Adepte haben nichts mitbekommen, aber... aber es war schon wieder DER Mensch!...

      Lan Xichen streckte seine Hand dem Elfen entgegen und auf ihr formte sich aus der Luft ein ordentliches Glas mit hellblauer Flüssigkeit.

     — Erster Bruder, mach dir keine Sorgen. Trink das, beruhige dich und erzähl mir, was passiert ist. Du bist bestimmt mit etwas schockiert. Du kannst mich immer ansprechen.

     Lan Xichen sprach ruhig und gelassen, seine Augen strahlten Frieden und Verständnis aus, sodass man sich auch nur unter diesem Blick beruhigen könnte, Nie Huaisang trank aber das angebotene Getränk.

     — Größten Dank dir, zweiter Bruder.

     Das Glas verschwand sofort und Nie Huaisang fuhr fort:

     — Heute Nacht überquerte DER MENSCH schon wieder die Grenze zwischen den Welten. Dieses Mal stiehl er ganze sechs Gefässer mit gesegnetem Sake "Lächeln der Götter", außer dem... — der Elf stellte sich auf Zehenspitzen und flüsterte dem Gott ins Ohr. — Er raubt meine Pornosammlung aus!

     — Warte mal.

     Lan Xichengs Hand ruhte auf Nie Huaisangs Schulter, weswegen dem Elfen ein Schauer über den Rücken lief. Götter können selbst die Temperatur ihres Körpers bestimmen und Lan Xichen bevorzugte kalt zu sein. In allen Sinnen dieses Wortes.

     — DER MENSCH? Meinst du diesen verrückten Okkultisten oder seinen Bruder, wegen dem... — der Gott schwieg einige Zeit und blickte in Richtung der Tür um zu prüfen, ob das Oberhaupt des Engelsordens schon gegangen war. — Wegen dem Jiang Cheng fast zum verfallenden Engel wurde und dessen Schutzengel Jiang Yanli war?

     — Den Bruder. Und ich verstehe nicht, wie er es schafft in unsere Gebiete einzudringen und unbemerkt zu bleiben! Und noch was... ich hab Angst vor seinen Mächte, auch wenn er nur ein Sterblicher ist.

     — Wirklich unbemerkt? Wenn das so wäre, dann würdest du aber nicht jetzt vor mir stehen.

     — Nein-nein, du hast mich falsch verstanden! — Nie Huaisang gestikulierte hastig und reichte dem Gott das schon ordentlich zerknüdelte Papierstück. — Heute fand ich das hier in meiner Truhe statt meinem Por... khm... du hast mich verstanden. Die Truhe war aber in meiner Schatzkammer, in meinem Palast, wo es Millionen von Wächtern und magischen Barrieren gibt!

     Lan Xichen überflog schnell den bisschen unordentlich handgeschriebenen Text auf dem Papierstück, was vorher anscheinend ein schützender Talisman war. Lan Xichen dachte nicht nach, stattdessen hörte er auf seine inneren göttlichen Instinkte, ging im schnellen Tempo zur Hintertür, rieß sie auf, rief nach jemandem und kehrte zurück zum Elfen.

     Direkt darauf erhob sich ein leichter Wind inmitten des Saals und aus trüberen Wölkchen trat eine fast exakt Kopie von Lan Xichen heraus. Fast, weil dieser Mann ein kleines bisschen niedriger war, mit langen Strähnen im Gesicht und einem sehr ernstem Gesichtsausdruck, was selten zum traurigem wechselte.

     — Wangji, du wirst jetzt mit dem Oberhaupt des Elfenordens Nie gehen und an der Grenze zwischen den Welten die Nacht verbringen. Der Übergang von illegalen Personen über die Grenze muss dringend verhindert werden.

     Lan Xichen versuchte sich möglichst streng zu halt, da aber dies nicht klappte, drehte er sich mit dem Rücken zu seinem jüngerem Bruder, um das Lächeln zu verstecken. In den Händen knetete er nervös das Papierstück. Zu nervös, sodass ihm der Zettel aus den Händen fiel. Lan Xichen wollte schon ihn aufheben, aber dann wäre er nie im Leben um Wangjis Fragen gekommen und das brauchte er jetzt absolut nicht.

     —Ja, Bruder. Wir sind verpflichtet dem Orden Qinghe Nie zu helfen, sofern wir können. Ich gehe alleine?

     — Ja. Ich begleite dich.

     Lan Xichen drehte sich um und ging zur Tür und hoffte, das Lan Wangji den Zettel auf dem Boden nicht bemerkt. Nie Huaisang, voller Freude, dass alles gut gelaufen ist, versteckte das auffällige Lächeln hinter seinem Fächer und eilte hinter den Brüdern. Bald herrschte im Saal die gewöhnliche Ruhe.

     In dieser Stille konnte man deutlich ein leises Flügelrauschen hören. Sandu Shengshou flog langsam und leise von den hohen Decken herab und ging genauso leise zum liegendem Zettel. Er hob vorsichtig das Papierstück und laß es mehrmals durch, um zu überprüfen, ob er wirklich alles richtig verstand.

                                                                             Ihr werdet am Arsch sein!
                                                     Oder gibt mir den Gott mit den traurigen Augen.
                                                              Ich will ihm das Lächeln beibringen.

                                                                                             Wei Ying;)
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