The Fantasy Game of Reality

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
07.12.2019
23.05.2020
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Vier Tage sind seit dem Event im Wald des Heulens vergangen. Da wir die nächste Stadt noch nicht erreicht haben reise ich noch immer mit Thomas und seinen beiden Reisegefährtinnen. Entgegen meiner ersten Vermutung gehören die Drei aber nicht zusammen. Thomas ist ein gewöhnlicher Händler, der von Stadt zu Stadt fährt um seine Geschäfte zu verrichten. Dabei scheint er mehr auf Warenaustausch mit Gewinn zu setzen als auf direkten Verkauf. Wobei er diesem auch nicht abgeneigt ist wenn es sich rentiert.
Was die beiden Frauen angeht so handelt es sich laut Thomas um Überlebende eines Dorfes, welches von einem gefährlichen Banditen-Klan überfallen wurde. Beim Angriff gab es anscheinend keine Rücksicht auf Frauen und Kinder. Alle Anwesenden wurden regelrecht abgeschlachtet. Da es sich bei den Zwei um die Frau und Tochter des Dorfoberhauptes handelt wurden sie von den anderen lange genug beschützt damit sie fliehen konnten. Dies erklärt auch den Zustand ihrer Kleidung, welche normalerweise als leicht gehoben bezeichnet werden könnte, aber mittlerweile ziemlich heruntergekommen ist.

Die Mutter ist ein paar Zentimeter kleiner als ich, hat langes braunes Haar, welches ihr bis zur Brusthöhe den Rücken hinunter hängt, und grüne Augen. Allgemein hat sie eine reguläre Statur, aber da sie für einige Tage auf der Flucht waren sind sowohl sie als auch ihre Tochter etwas vom Fleisch gefallen. Dank Thomas konnten sie jedoch dem Hungertod entgehen. Was bei ihr noch auffällig ist, ist ihre recht große Oberweite, welche offenbar an die Tochter vererbt wurde, auch wenn sie ihre Mutter noch nicht so ganz erreicht hat.
Anhand meines Skills konnte ich ohne zu fragen sehen dass ihr Name Luisa lautet und sie 39 Jahre alt ist. Ihr Level liegt bei 8. Ihre Tochter heißt Nadine und ist 16 Jahre alt mit einem Level von 5. Sie sieht ihrer Mutter sehr ähnlich, denn auch sie hat langes braunes Haar, fast so lang wie bei ihrer Mutter. Allerdings sind ihre Augen braun und sie ist aufgrund des Alters noch etwas kleiner.
Bei Beiden kann man die Spuren ihrer Reise erkennen. Mal abgesehen von den zerrissenen und dreckigen Sachen sind auch die zwei nicht mehr im besten Zustand. Leichte Wunden sind an Arme und Beine zu sehen und sie haben sich offensichtlich auch ein paar Tage nicht mehr waschen können. Außerdem sind sie generell ziemlich ruhig und bleiben größtenteils für sich. Diese Art der Verängstigung kann ich allerdings nach einem Banditenangriff gut nachvollziehen. Es ist mehr als nur wahrscheinlich dass ihr Mann bereits tot ist. Darüber sind sie sich bestimmt auch bewusst. Es ist also kein Wunder dass sie mir gegenüber misstrauisch sind und meine direkte Nähe meiden.
Ich wollte auch nicht als aggressiv herüber kommen und habe es vermieden die Frauen anzusprechen so weit es ging. Es hat sich auch leicht bezahlt gemacht, da sie nach den vergangenen Tagen nun nicht mehr ganz so verstört über meine Anwesenheit wirken wie am Anfang der Reise. Wenn ich sie jetzt anspreche um zum Beispiel eine Nachricht von Thomas weiterzuleiten weichen sie nicht mehr schreckhaft zurück und antworten mir sogar. Nadine tut sich allerdings etwas schwerer damit als ihre Mutter.
Sie hält sich generell stark zurück. Genauer gesagt ist sie einfach nur mit dabei. Luisa macht sich zumindest nützlich und hilft mit verschiedenen Aufgaben wie Kochen oder der Pflege der Pferde. Ich schätze mal der Schock der Banditen sitzt noch immer tief in Nadine fest. Thomas stört es allerdings nicht, da auch er die Lage verstehen kann und solange er nichts dazu sagt habe ich auch kein Problem damit. Ich habe grundsätzlich kein Sagen in der Angelegenheit, denn ich selbst bin ebenso nur ein Passagier.

Eigentlich sollten wir bereits bei der Stadt angekommen sein, da Thomas anfangs meinte die Reise würde vier Tage dauern. Allerdings haben wir aus einem bestimmten Grund eine Verzögerung von einem Tag. Schuld dafür ist im Grunde genommen der Händlertrieb des Besitzers vom Karren.
Er sah die erlegten Wölfe nämlich als eine gute Quelle für zusätzliche Einnahmen. Offenbar bringt ihr Fell beim richtigen Abnehmer eine gute Summe ein. Und da mein Angriff kaum Schaden und nur wenig Blut verursachte ist der Wert sogar noch größer. Deswegen fragte er mich ob es in Ordnung ist dass er die Chance nutzt um den toten Wölfen ihr Fell abzuziehen.
Theoretisch hätte ich ihm sagen können dass ich längst die Materialien in meinem Inventar habe, aber ich wollte keine großen Informationen von mir preisgeben, daher hielt ich mich dahingehend zurück. Allerdings sah ich mich durch seine Frage mit einer anderen Sache konfrontiert. Dem Zeitaufwand. Immerhin ist dies bloß ein Traum und da kann es jederzeit passieren dass ich erwache. Um also so viel Ideen wie möglich zu sammeln ist es absolut wichtig jeden Augenblick so gut es geht zu nutzen und keine Zeit zu verschwenden.
Für einen kurzen Moment überlegte ich hin und her wie ich damit umgehen sollte. Im Endeffekt entschied ich mich seinem Wunsch nachzugehen. Zum einen ist Thomas generell in der Position wo er mich eigentlich gar nicht fragen musste. Es war daher schon eine große Geste mir die Entscheidung zu geben. Und genau betrachtet hätte ich auch einfach nach die Richtung zur Stadt fragen können um alleine dorthin zu gehen.
Ich bin jedoch ein Fan und großer Befürworter von Spielen in denen der Hauptcharakter die Möglichkeit hat Entscheidungen zu treffen, welche im späteren Verlauf der Geschichte noch eine Bedeutung haben. Zum Beispiel wenn man jemanden rettet anstatt ihn sterben zu lassen und dadurch irgendwann zusätzliche Informationen, Gegenstände oder sogar Verbündete bekommt. Oder aber auch wenn die Entscheidung den Verlauf der Geschichte selbst beeinflusst. Ich mag solche Spiele und die dadurch entstehende Freiheit, leider steckt dahinter so viel mehr Arbeit weswegen diese Spiele nicht allzu häufig sind. Durchaus verständlich wenn man bedenkt was für zusätzliche Kosten und Aufwand dahinter steckt.
Doch genau aus diesem Grund wollte ich nicht einfach abhauen und die Drei für sich lassen. Ich hatte zwar bereits das Event der Rettung erledigt, aber es gab immer noch die Chance dass sie auf dem Weg zur Stadt ohne mich erneut angegriffen werden und dabei drauf gehen. Demnach wäre meine Rettung umsonst gewesen. Mir war klar dass ich nicht mit sehr viel Gegenleistung rechnen konnte, aber trotzdem wollte ich lieber daran festhalten.
Mal abgesehen davon sind luzide Träume oftmals wesentlich schneller als die Zeit in der Realität. In einer Traumwelt gibt es nicht wirklich eine Zeit, denn genau genommen bestimmt die Vorstellungskraft den Inhalt. Und in nur einem Augenblick kann man sich bereits eine Menge vorstellen. Daher ist es nicht ungewöhnlich dass man in nur einer Nacht von einem gesamten Leben träumt. Es war dennoch ein Risiko, aber ich entschied mich dafür dieses einzugehen. Als Spieleentwickler ist es schließlich notwendig gewisse Risiken zu nehmen um einen Hit zu erschaffen.

Nachdem ich meine Zustimmung gab machte sich Thomas sofort an die Arbeit und begann die Wölfe zu häuten. Allein durch das Zuschauen erlangte ich dabei den Skill Häutung, welcher mir noch immer ein wenig sinnlos erscheint. Natürlich ist es besser ihn zu haben als nicht, aber dank meines cleveren Inventars und der automatischen Zerlegung meiner Opfer ist diese Fähigkeit für mich nicht von großer Bedeutung.
Andererseits kam es mir doch irgendwie zu gute, denn nachdem ich den Skill maximiert hatte bot ich meine Hilfe bei der Häutung an, was den Händler etwas überraschte. Ich erklärte ihn einfach dass ich es durch meinem Vater lernte. Er akzeptierte es ohne wenn und aber und nahm meine Unterstützung gerne an.
Wie mit dem Klettern-Skill zeigte sich dass eine Verbesserung sich bezahlt macht. Meine Handgriffe und das Schneiden liefen so ziemlich automatisch ab und ich wusste aus irgendeinem Grund ganz genau was zu tun war. Obwohl ich davon eigentlich absolut keine Ahnung hatte. Selbst Thomas war erstaunt über mein Können, welches dem seinen locker überstieg. Genau dadurch machte sich der Skill bezahlt, denn ich konnte somit die verbrachte Zeit verkürzen.
Anschließend bauten wir zusammen eine einfache Konstruktion aus Holzstäben um die abgetrennter Felle zur Trocknung aufzuhängen. Leider war es nicht möglich den Prozess komplett ohne Bildung von Blut zu vollziehen, weswegen sie für ein paar Stunden zum Abtropfen und anschließendem Trocknen hängen sollten. Nebenbei erhielt ich durch diese Arbeit die Fähigkeiten Architekt, Holzbearbeitung und Kürschner.
Diese Skills sind nicht unbedingt schlecht, wobei sie bei meiner Wahl ein Abenteurer zu werden nicht unbedingt notwendig sind. Allerdings können sie sich durchaus als wertvoll erweisen und fallen ohnehin unter die Kategorie besser haben als nicht. Dank unseres Prozesses zur Bearbeitung der Felle kam mir auch die Frage auf ob die in meinem Inventar bereits dementsprechend fertig sind oder ebenso noch bearbeitet werden müssen. Ich konnte es aber schlecht vor Thomas testen wegen meiner Geheimhaltung des Inventars, daher entschloss ich mich später einmal danach zu schauen.

Die Prozedur der Trocknung kostete die meiste Zeit und schob unsere Abreise um fast einen ganzen Tag nach hinten. Deshalb sind wir auch noch nicht bei der Stadt angekommen. Zum Glück verlief unsere Fahrt ohne Zwischenfälle und so haben wir keine weitere Zeit verloren. Mal abgesehen von dem zusätzlichen Tag verlief auch mein originaler Plan nicht ganz wie erhofft. Durch die Rettung der Drei habe ich auf die Möglichkeit gesetzt ein paar Infos zu dieser Traumwelt zu bekommen.
Das Problem sind dabei allerdings Luisa und ihre Tochter. Ihr Dorf wurde von Banditen überfallen und vernichtet, was Thomas ja auch weiß. Wenn ich also viele Fragen gestellt hätte, dann wäre es nicht verwunderlich wenn sie mich als einer der Banditen einstufen. Ich bin zwar alleine, aber das sind Spione und Späher auch. Ich könnte genauso gut ein Verfolger der zwei Frauen sein. Das Risiko durch zu großer Neugier über die Gegend Feindseligkeit zu ernten war mir einfach zu hoch, daher hielt ich mich mit der Fragerei zurück.
Allerdings erwies sich die Persönlichkeit von Thomas als vorteilhaft. Da er ein Händler ist hat er eine gewisse Offenheit und redet recht viel. Durchaus eine normale Sache, denn immerhin erhöht er damit die Chancen seine Waren zu verkaufen. Sein loses Mundwerk gab mir also schon ein paar Daten zur Welt.
Ich befinde mich aktuell zum Beispiel im Königreich Fermund, eines von vielen auf diesem Kontinent. Das von einer Königsfamilie regierte Land ist recht groß und hat ein gutes Verhältnis mit den benachbarten Ländern. Wir befinden uns allerdings im äußeren Gebiet des Königreichs, weswegen die bewohnten Gebiete meistens Dörfer oder kleine Städte sind. Unsere Zielstadt Salue ist dabei jedoch eine Ausnahme und zählt zu den etwas größeren Städten, obwohl sie im Vergleich zur Hauptstadt trotzdem noch klein ist.
Die generelle Situation stuft Thomas als friedlich ein. Es gibt keinen Krieg mit anderen Ländern und auch sonst sind die Probleme im Normalbereich. Ich konnte ihm auch entlocken was genau er damit meinte. Die meisten Auffälligkeiten kommen durch Banditen und Monster. Allerdings sind davon meistens die kleineren Orte betroffen, da diese eine geringe Verteidigung haben und leichte Ziele darstellen.
Es existiert anscheinend eine Menge an verschiedener Monster, sowohl regulär als auch magischer Natur, aber diese greifen eher selten direkt eine Stadt an. Sie überfallen für gewöhnlich Reisende, die durch deren Revier streifen. Es gibt auch noch Dämonen und deren als Dämonenlord bezeichneten Herrscher, aber dieser wurde vor vielen Jahren von einem Helden besiegt und ist seitdem nicht mehr auferstanden. Auch die verbleibenden Dämonen zeigen sich nicht gerade häufig. Vermutlich warten sie auf ihren Gebieter. Als er mir davon erzählte musste ich im Stillen daran denken dass dies normalerweise vorprogrammierte Wörter sind, welche zur Auferstehung des Dämonenlords führen und damit die richtige Geschichte einleiten. Zum Held werden und den bösen Herrscher vernichten ist schließlich ziemlicher Standard in Spielen der Fantasie-Klasse.
Viel mehr konnte ich bisher nicht herausfinden ohne zu auffällig zu erscheinen. Ich war auch eher selten alleine mit Thomas um seine Redeoffenheit auszunutzen. Im Beisein der weiblichen Begleiter versuchte ich unsere Gespräche auf übliche Smalltalk-Ebene zu halten.

„Wenn alles gut verläuft dann sollten wir morgen Vormittag die Stadt erreichen.“

Momentan befinden wir uns am Straßenrand und haben unser Lager aufgeschlagen. Lager klingt dabei allerdings übertrieben, da es sich lediglich um ein Lagerfeuer handelt. Auch was Schlafplätze angeht ist gerade einmal einer neben dem Feuer aufgebaut. Die Frauen schlafen nämlich immer im Holzwagen. Ich selbst bin wie vereinbart für die nächtliche Wache zuständig. Da ich nicht sehr viel Schlaf benötige und es wegen meiner Arbeit gewohnt bin auch mal durchzumachen ist das nicht weiter schwer für mich. Erst in den Morgenstunden übernimmt Thomas die Wache sodass ich etwas schlafen kann.
An sich reicht mir das auch aus, aber während der Fahrt mache ich meistens auch ein paar Nickerchen im Wagen. Mittlerweile haben sich Luisa und Nadine auch daran gewöhnt dass ich mit ihnen dort drinnen bin. Am Anfang sahen sie mich oft skeptisch an. Ein paar Mal kam mir der Gedanke ob sie versuchen würden mich während meines Schlafes anzugreifen, aber ehrlich gesagt hatte ich keine große Angst davor. Selbst wenn sie es getan hätten wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Erfolg gekrönt. Dank meines Levels und den hohen Attributen muss man schon ziemlich stark sein um mir überhaupt Schaden zuzufügen. Ich kann zwar die Werte der Drei nicht sehen, aber ihre Level sind dafür einfach viel zu niedrig. Außerdem würde mich mein Gefahrensensor vermutlich warnen und aus dem Schlaf reißen. Es gab jedoch keinerlei Versuche mich zu attackieren.

„Gut,“ antworte ich dem Händler lediglich und füge einen Löffel mit der von Luisa gekochten Suppe in meinen Mund.

Da es schon recht spät ist sitze ich alleine mit Thomas am Feuer. Unsere Begleiterinnen haben sich bereits ins Innere des Wagens zurückgezogen. Diese Chance könnte ich nutzen um mehr aus ihm herauszulocken, aber aufgrund des naheliegenden Endes unserer gemeinsamen Reise liegt mir eine andere Angelegenheit im Sinn. Ich habe bereits den ganzen Tag darüber nachgedacht und endlich beschlossen die Sache anzusprechen.

„Was wird eigentlich mit Luisa und Nadine passieren wenn wir ankommen?“

Diese plötzliche Frage bringt Thomas für einen Augenblick zum Stillstand, sodass er die Hand mit dem Löffel darin kurz vor seinem Mund anhält. Fast drei Sekunden verbleibt er in dieser Position und sein Blick sieht ganz klar bedrückt aus.

„Hah…,“ seufzt er laut genug damit ich es hören kann und lässt dabei den Löffel wieder in die Suppe zurückfallen.

Diese Geste alleine sagt schon einiges aus sodass ich bereits erahnen kann was mit den Frauen passieren wird. Das Problem ist dass die Damen absolut nichts besitzen und der Händler nicht ewig für sie sorgen kann. Seine bisherige Hilfe an sich ist bereits sehr großzügig.

„Ich bin nicht gerade glücklich darüber, aber ich werde sie wohl den Soldaten übergeben müssen. Sie besitzen keine Papiere um sich zu identifizieren und haben kein Geld um sich neue ausstellen zu lassen. Leider kann ich dabei aber auch nicht helfen, da ich nicht die finanzielle Freiheit dafür besitze. Die Geschäfte in letzter Zeit waren nicht so gut wie erhofft und die Verpflegung der Beiden hat mich schon viel gekostet,“ erklärt er mir mit trauriger Stimme und einem beschämten Blick zum Boden.

Dadurch höre ich sogar eine wichtigen Punkt für mich. Es gibt offensichtlich so etwa wie Ausweise um sich zu identifizieren. Ich weiß mit Sicherheit dass ich solch Papiere auch nicht besitze, also muss ich mir welche ausstellen lassen. Laut seinen Worten kostet dies Geld und wenn er sagt er kann dafür keins geben, dann wird es wohl eine gute Summe sein.

„Ist es denn so teuer neue zu bekommen?“

„Und wie. Je nach Land kostet es zwischen eine und drei Goldmünzen,“ meint er beinahe panisch.

Bei meinem Guthaben klingt dies nach einer lachhaften Summe, aber leider kenne ich noch immer die Marktwerte nicht. Überraschenderweise haben wir bisher nie wirklich von Geld oder den Einnahmen durch Handel gesprochen. Aber wenn er so panisch ist und sagt er könne dafür nichts geben, dann wird es wohl eine Menge sein für normale Bürger.
Bloß gut dass dies die optimale Gelegenheit ist danach zu fragen.

„Das mag jetzt vielleicht seltsam klingen, aber sind drei Goldmünzen viel?“

Ich bekomme keine Antwort, sondern nur einen geschockten Gesichtsausdruck von Thomas. Er sieht mich ein bisschen so an als hätte ich gerade die dümmste Frage der Welt gestellt.

„Ist das dein Ernst?“ fragt er mich nach ein paar Sekunden und noch immer erstaunt.

„Ja, ist es. In meinem Heimatdorf wurde so ziemlich alles über Handel mit Waren vollzogen und wir haben uns auch selbst versorgt. Ich kenne daher die Werte der Münzen in den Städten nicht so richtig.“

Ich hoffe diese Lüge klingt einigermaßen akzeptabel.

„Ich verstehe. Das erklärt natürlich deine Frage. Ihr müsst ja echt sehr abgelegen gelebt haben.“

„Das kann man wohl so sagen.“

Auch wenn dies eine Traumwelt ist, so ist es eine andere Welt, also kann man definitiv abgelegen sagen.

„Nun ja, es hängt natürlich immer von Ort und aktueller Lage ab, aber eine dreiköpfige Familie kann sich für eine ganze Woche versorgen und kommt dabei höchstens in den Bereich von 3 bis 5 Silbermünzen. Die letzte Herberge in der ich übernachtet habe nahm pro Nacht 20 Kupfermünzen.“

„Wow, das ist krass,“ entgegne ich ihm geschockt.

Das bedeutet ja dass eine Familie mit einer Goldmünze locker 20 Wochen ausgesorgt hat. Ganze 5 Monate! Und ein Monat in der Herberge kostet sechs Silbermünzen, also reicht eine Goldmünze locker für mehr als ein Jahr! Kurz gesagt sind Goldmünzen ganz klar die Elite, was mich mehr als nur reich macht.

„Das kannst du laut sagen. Goldmünzen sind für gewöhnlich nur beim Adel oder anderen wirklich reichen Leuten zu finden. Und natürlich bei der Königsfamilie.“

Dann sind drei Goldmünzen für neue Papiere wirklich extrem teuer. Aber es ist auch irgendwie verständlich. Zum einen sind es sehr wichtige Papiere und wenn man diese verliert ist man halt selbst schuld. Auch wenn es nicht aus eigenem Verschulden passiert. Vermutlich will das Königreich dadurch auch seine Einnahmen etwas erhöhen und für Sicherheit sorgen. So können sie zumindest sicherstellen das niemand mit Fälschungen arbeitet oder Banditen sich in die Städte schleichen um sie auszukundschaften. So einen Preis kann schließlich nicht jeder zahlen.

„Und was passiert wenn man nicht zahlen kann?“

Auf einmal kommt sein bedrückter Ausdruck zurück. Vermutlich weil wir beide wissen dass die Damen sich dies nicht leisten können.

„Nun ja, wenn man niemanden hat der für einen bürgen kann oder die Gebühr zahlt dann wird man für gewöhnlich zu einem Sklaven gemacht.“

Oha, das heißt in dieser Welt gibt es ein Sklavensystem. An sich ist dies in solchen Welten nicht wirklich unüblich, aber es kommt auch immer darauf an wie die Sklaven behandelt und genutzt werden. Trotzdem ist es wohl naheliegend dass Frauen schlechter dran sind als Männer.

„Ich verstehe.“

„Ähm...hast du denn genug Münzen?“ fragt er mich besorgt.

„Glücklicherweise haben mich meine Eltern bei dem Vorhaben ein Abenteurer zu werden unterstützt und mir einen großen Teil ihres Vermögens überlassen. Es reicht um für die Papiere zu zahlen.“

„Das ist beruhigend.“

Danach ist unser Gespräch auch schon beendet. Thomas beeilt sich mit dem Essen fertig zu werden, hat weiterhin aber einen traurigen Ausdruck. Er ist offensichtlich nicht begeistert darüber die beiden Frauen in die Sklaverei zu übergeben, aber bei solchen Kosten kann ich verstehen dass er nichts dagegen tun kann. Mit einer kurzen Verabschiedung legt er sich anschließend schlafen und überlässt mich meiner Wache.
Wie in den letzten Tagen gibt es keinen Angriff oder sonstigen Zwischenfall. Um ehrlich zu sein ist es immer etwas langweilig einfach nur so da zu sitzen ohne etwas machen zu können. Um meine wirklichen Fähigkeiten geheim zu halten kann ich auch nicht groß mit Zaubern spielen oder die Gegenstände meines Inventars ausprobieren. Selbst mich für ein wenig Abwechslung vom Lager zu entfernen ist keine Option. Allgemein wäre es durchaus machbar, da mein Spürsinn eine super Reichweite hat und ich mit meiner Geschwindigkeit rechtzeitig zurück sein könnte, aber es wäre ungünstig wenn einer der Drei zwischendurch aufwacht und mich nicht sieht.
Dies sind damit die ersten Nächte in denen ich größtenteils wach bin, aber nichts mache. Eine eher unangenehme Neuerung, vor allem wenn ich an die begrenzte Zeit des Traumes denke. Dennoch nehme ich es so hin wie es ist und warte die Zeit ab. Wie üblich löst mich Thomas am frühen Morgen ab. Etwas erstaunlich ist dass ich ihn dafür nie wecken muss. Er steht jedes Mal von selbst auf als hätte er einen internen Wecker. Nachdem ich meine Schlafpause von drei Stunden hatte werde ich zum Frühstück geweckt. Kochen zählt nebenbei anscheinend nicht als Fähigkeit im direkten Sinne, denn dafür habe ich keinen Skill bekommen. Obwohl ich mehrmals dabei zugesehen habe.
Dabei kann ich wieder ein mal sehen wie eigenartig mein Unterbewusstsein arbeitet. Ich selbst sehe kochen als erlernbare Fähigkeit an, aber in diesem Traum ist es nicht der Fall. Das heißt ja mein Unterbewusstsein ist anderer Meinung. Einfach nur faszinierend diese Tatsache. Allerdings kann ich ohnehin bereits kochen, schließlich lebe ich alleine und nur Fertigessen ist da auf Dauer nicht das Wahre.
Nachdem wir unser Lager abgeschlagen haben machen wir uns wieder auf den Weg. Wie immer sitze ich dabei mit im Ladebereich vom Holzkarren. Mein Platz befindet sich direkt hinter dem vorderen Sitzbereich von Thomas. Luisa und Nadine sitzen am hinteren Ende. Aufgrund der Waren ist es etwas eng und nicht gerade gemütlich, aber so schlimm ist das nicht. Es gibt zum Glück immer eine angenehme Brise, denn die Abdeckplane ist sowohl vorne als auch hinten geöffnet. Man kann sie zwar schließen, aber dank des bisher schönen Wetters war dies nicht nötig.

„Schaut mal, man kann die Stadt jetzt sehen,“ ruft uns Thomas vom Fahrersitz aus zu.

Seit unserer Abfahrt sind wir nun schon ein paar Stunden unterwegs und es ist beinahe Mittagszeit. Die Sonne steht hoch am so gut wie wolkenlosen Himmel. Die warme Temperatur und die erstaunlich ebene Straße haben den Ritt recht angenehm gestaltet.
Aufgrund seines Rufes richten wir alle unsere Blicke auf unser Ziel. Wir befinden uns aktuell auf einem etwas größerem Hügel, weswegen man die Stadt trotz ihrer noch guten Entfernung bereits deutlich erkennen kann. Ich bin etwas überrascht vom Umland, denn dieses besteht ausschließlich aus freier Ebene. Nicht einmal Felder für Ernten kann ich erblicken. Allerdings ist die Stadt selbst von einer hohen Steinmauer umgeben, sodass ich noch nicht sehen kann was genau alles im Inneren vorhanden ist.
Die Größe empfinde ich gar nicht so wie erwartet, aber das kann auch einfach nur an der Entfernung liegen. Es ist schwer die Höhe der Mauer zu schätzen, aber ich gehe von ungefähr zehn Meter aus. Trotzdem kann man ein paar der Hausdächer auch jetzt schon sehen und in der Mitte befindet sich eine Art Schloss, wenn auch wesentlich kleiner als die, die ich aus der Realität kenne.
Mit meinem Blick weiterhin auf den kommenden Ort gerichtet öffne ich meine Karte. Es ist praktisch dass niemand sonst dies sehen kann. Da der aktuelle Bereich noch nicht aufgedeckt ist setze ich den Scanner ein um dies zu tun. Dabei wird natürlich auch die Stadt Salue angezeigt. Dank meines Durchblick-Skills bekomme ich auch direkt einige Informationen von ihr zu sehen.
Darunter fallen zum Beispiel die Einwohnerzahl, deren Aufteilung in Rassen und welchem Land der Ort angehört. Die Rassen haben dabei eine überraschend hohe Vielfalt. Neben normalen Menschen gibt es auch Demi-Menschen, sowie Zwerge. Über Demi-Menschen habe ich schon ein bisschen von Thomas gehört. Sie werden auch kurz als Demis bezeichnet und es handelt sich dabei um Menschen die halb Tier und halb Mensch sind. Eine klassische Spezies in Fantasiewelten. Es gibt aber auch noch einen Elfen und ein magisches Wesen.
Zusätzlich kann ich auch noch solche Daten wie Altersklassen, Angehörigkeit von Religionen und die Arbeiterquote sehen. Ich habe das Gefühl eine Analyse einer Firma mit den entsprechenden Diagrammen zu sehen. In meinen Augen etwas übertrieben, aber es kann nicht schaden dieses Wissen zu haben.
Während wir uns weiter annähern treffe ich einen Entschluss. Ich habe bereits die ganze letzte Nacht und den anschließenden Fahrtweg darüber nachgedacht, aber war mir nicht so wirklich sicher ob ich tatsächlich meinen Plan umsetzen soll. Im Grunde genommen war ich mir eigentlich schon sicher, aber meine Zweifel bezogen sich darauf ob ich schon genug Vertrauen gewonnen habe. Wenn ich aber genau darüber nachdenke bleibt den beiden Damen ohnehin keine Wahl.

„Thomas, kannst du kurz anhalten?“ frage ich den Fahrer als wir nur noch ein paar Kilometer entfernt sind.

Er dreht sich daraufhin ein Stück zu mir um und schaut mich verwirrt an. Allerdings scheint er zu erkennen dass ich es ernst meine und bringt den Wagen zum Halt.

„Was gibt es denn?“

Im Augenwinkel kann ich sehen dass auch die zwei Frauen über meine plötzliche Bitte verwundert sind.

„Ich denke es ist Zeit dass wir drei jetzt aussteigen.“

Diese Aussage erhöht die Verwirrung der anderen nur noch mehr, weswegen ich auch direkt mit einer Erklärung fortfahre.

„Du hast uns bereits mehr als genug geholfen. Ihnen sogar mehr als mir,“ beginne ich und zeige beim zweiten Satz kurz zu den Frauen. „Aber es ist ziemlich klar dass unsere Einreise in die Stadt nicht so leicht sein wird, da wir drei keine Möglichkeit haben uns zu identifizieren. Mal abgesehen davon dass wir nicht von dir verlangen können uns dabei zu unterstützen, werden wir vermutlich verdächtig erscheinen gegenüber den Wachen. Wenn wir bei dir bleiben wird es nur zu Komplikationen für dich kommen. Nachdem was du bereits für uns getan hast will ich nicht noch mehr Umstände machen. Ich denke das geht euch genauso oder?“ beende ich meine Erklärung und richte meinen Blick bei der letzten Frage auf unsere Begleiterinnen.

Ich gehe davon aus dass die Beiden sich ihrer Position im Klaren sind. Zumindest Luisa sollte dies wissen. Ich glaube auch nicht dass sie hinterlistige Damen sind und versuchen die Situation auszunutzen. Daher habe ich meine Worte auch dementsprechend gewählt um sie in die Enge zu treiben.
Wie erhofft bestätigt die Mutter meine Vermutung und nickt meine Aussage zustimmend ab. Ich schaue daraufhin wieder zu Thomas.

„Siehst du? Und die beste Option um dir nicht weiter zur Last zu fallen ist von hier an alleine zu gehen,“ fahre ich mit einem leichten Lächeln fort.

„Aber...“

Es ist deutlich zu sehen dass er nicht so recht weiß wie er reagieren soll. Ihm ist bestimmt klar dass ich richtig liege, denn er kann es sich nicht leisten die Frauen weiter zu unterstützen. Allerdings will er sie auch nicht einfach so ihrem Schicksal überlassen wenn man bedenkt was vor ihnen liegt. Dies kann ich durchaus verstehen.

„Nun mach dir mal keine Sorgen. Wir kommen schon klar,“ versichere ich ihm und verlasse anschließend den Karren.

Unsere weiblichen Gefährten folgen mir direkt, obwohl sie offensichtlich nicht sehr begeistert darüber sind und im Grunde genommen ja auch irgendwie durch mich gezwungen wurden.

„Danke für alles. Wir sehen uns später in der Stadt.“

Für einen Augenblick schaut er uns nur an bevor er sich kurz verneigt und seinen Pferden den Befehl zur Abfahrt gibt. Sich hier zu entschuldigen wäre wohl eher negativ gewesen, daher denke ich hat er die richtige Entscheidung getroffen sich wortlos zu verabschieden. Es ist ja auch nicht so als hätte er uns zum Tode verurteilt oder sowas.
Nachdem er ein gutes Stück entfernt ist drehe ich mich zu meinen Begleiterinnen um.

„Ich will gar nicht erst groß um den heißen Brei vorbeireden, also machen wir gleich mal Klartext,“ spreche ich mit einem ersten Gesichtsausdruck um ihnen die Wichtigkeit meiner folgenden Worte zu verdeutlichen. „Ihr seid euch eurer Lage vermutlich bewusst. Euch fehlen die Papier um euch auszuweisen und ihr habt kein Geld um neue zu bekommen. Mit aller Wahrscheinlichkeit erwartet euch somit die Sklaverei.“

Nach dem letzten Satz senken sie ihre Köpfe etwas und schauen voller Trauer und Angst nach unten. Bei Nadine ist es aufgrund ihres Alters wesentlich schlimmer als bei ihrer Mutter. Es ist klar dass sie die Bedeutung davon bereits kennt. Ich weiß nicht was Sklaven in dieser Traumwelt erwartet, aber anhand ihrer Ausdrücke kann es nicht sehr gut sein. Außerdem hat mich meine unterbewusste Fantasie schon ein paar mal heftig überrascht, wer weiß was in diesem Fall passieren wird.

„Genau aus diesem Grund habe ich ein Angebot für euch.“

Nun heben sie ihre Köpfe wieder an und schauen erneut zu mir. Eigentlich habe ich meine Stimme nicht geändert, aber es kommt mir so vor als hätten die Beiden etwas Hoffnung aus meinen Worten geschöpft.

„Zum Glück habe ich genug Geld dabei um für neue Papiere für uns alle zu bezahlen. Als Gegenleistung erwarte ich lediglich eine Sache: Spielt einfach mit dem was ich den Wachen erzählen werde mit.“

Anstelle von Freude über mein Angebot kann ich nichts außer Verwunderung in ihren Gesichtern erkennen. Ich schätze mal sie haben nicht mit dieser Kondition gerechnet.

„Was ich damit meine ist dass ihr einfach nur dem zustimmen sollt was immer ich den Wachen erzähle,“ erläutere ich meine vorherige Aussage.

„Das ist eure Bedingung?“ fragt mich Luisa noch immer verwirrt darüber.

Nebenbei ist dies auch das erste Mal dass sie nur mit mir spricht. Bisher sprach sie nur mit mir wenn Thomas dabei war und ich im Gespräch mit eingebunden wurde. Allerdings hat sie im Augenblick auch keine Wahl als zu reagieren.

„Ja.“

„Wirklich? Mehr nicht?“

Ah… jetzt verstehe ich ihre Sorge und die dadurch resultierende Frage. Vermutlich dachte sie ich will sonst was als Gegenleistung haben und ist dementsprechend verwundert über meine Bedingung. Na ja, normalerweise ist diese Entwicklung auch nicht gerade unüblich und führt oftmals dazu dass die Frau zur persönlichen Sklavin wird um sexuelle Wünsche zu erfüllen. Zumindest ist das mein normaler Gedankengang, wer weiß was mein Unterbewusstsein hier für krasse Regeln aufgestellt hat.

„Ich schwöre das ist alles was ich will,“ antworte ich und lege meine linke Hand in Herzhöhe auf meine Brust, während ich meine rechte Hand bis auf Kopfhöhe erhebe.

Endlich weicht die Verwunderung der Freude bei den zwei Damen. Ich kann sogar den Ansatz von Tränen in Nadine‘s Augen erkennen. Anhand dieser Erleichterung gehe ich davon aus dass sie wusste wie die Angelegenheit sonst noch ausgehen hätte können. Vermutlich lernen die Mädchen hier bereits im jungen Alter wie die Welt tickt. Zumal sie eigentlich keinerlei Garantie haben das ich mich auch wirklich an die Abmachung halten werde. Wahrscheinlich hat sich ein wenig Vertrauen mir gegenüber gebildet durch unsere gemeinsame Reise zusammen. Schließlich habe ich nichts getan was als böse gewertet werden kann. Wenn ich einer der Banditen oder ein anderer Bösewicht wäre, dann hätte ich sie auch schon längst überfallen.

„Dann haben wir das ja geklärt. Na los, lasst uns nach Salue gehen,“ spreche ich mit einem Lächeln und gehe voran in Richtung Stadt.

Wir laufen eher gemütlich, weswegen es einige Minuten dauert bis wir den Ort erreichen. Auf den letzten Metern vor dem Torbogen der Mauer nehme ich die Lage unter die Lupe. Thomas ist anscheinend ohne Probleme hineingekommen, da ich ihn nicht am Eingangsbereich sehen kann. Bis auf drei Wachmänner ist auch sonst niemand beim Tor zu erkennen.
Jeweils eine Wache steht an den Seiten des Einganges und die letzte befindet sich im Augenblick im Innenbereich des Torbogens. Jeder von ihnen trägt eine für das Mittelalter übliche Rüstung. Es ist allerdings eher eine reguläre Ausführung und keine Besonderheit wie man es von höher gestellten Rittern kennt. Die Rüstung besteht aus einem Brustpanzer, sowie Arm- und Beinschienen. Außerdem kommt noch ein Helm dazu, der lediglich den oberen Bereich des Kopfes schützt. Sämtliche Teile sind in einem hellen Grauton gehalten. Die restliche Kleidung besteht offenbar aus braunem Leder. Als Waffe hat jeder von ihnen ein Schwert um die Hüfte zu hängen. Zusätzlich haben die zwei vorderen Männer noch Lanzen mit drei Zacken an der Spitze in ihrer Hand. Was noch auffällt ist das Symbol am Brustbereich der Rüstungen. Es hat ein wenig etwas von der Spitze eines Dreizacks. Da es auch auf der Flagge am oberen Ende der Mauer zu sehen ist gehe ich davon aus das es sich dabei um das Wappen der Stadt oder sogar von Fermund handelt.
Die Mauer wirkt aus nächster Nähe um einiges größer als vorher und laut bloßer Augenschätzung ist sie locker drei Meter dick. Überraschend ist dass ich keine Bogenschützen auf dem Wall sehen kann, aber vielleicht sind sie mir einfach nicht aufgefallen. Ich fühle auch keine Notwendigkeit extra dafür meine Karte zu prüfen. Stattdessen nähern wir uns weiterhin gelassen an. Kurz davor verlassen die beiden Wachen an den Seiten ihre Position und stellen sich uns in den Weg. Ihre Haltung ist aber neutral und zeigt keinerlei Aggression. Entweder stoppen sie uns um uns zu checken oder es wird generell jeder angehalten. Um nicht feindselig zu wirken halte ich natürlich sofort an. Meine Begleiterinnen bleiben hinter mir stehen.
Nun kommt noch der letzte der Wachmänner hervor und stellt sich zwischen den anderen beiden.

„Identifikationspapiere bitte,“ meint er etwas kurz angehalten, aber dennoch einigermaßen freundlich.

„Tut mir leid, aber wir besitzen keine,“ antworte ich im höflichen Ton und mit einem Lächeln.

„Aus welchem Grund?“

Er scheint nicht gerade der gesprächige Typ zu sein. Kommt mir fast so vor wie jemand der diesen Job jeden Tag macht und irgendwann einfach nur noch das Wesentliche sagt weil ihn die ständigen Wiederholungen nerven.

„Die beiden Frauen hinter mir sind Überlebende eines Banditenangriffs. Ihr Dorf wurde plötzlich von einem großen Klan attackiert. Wie man vermutlich sehen kann konnten sie gerade noch so entkommen. Durch Zufall war ich in der Gegend und bekam mit wie sie verfolgt wurden. Ich schritt daher ein um ihnen zu helfen, aber dabei haben sich die Banditen mein Pferd geschnappt. Ich war in der Unterzahl und meine Priorität war die Rettung der Damen, daher habe ich ihnen das Pferd überlassen. Leider befanden sich meine Sachen, inklusive meiner Papiere, in der Tasche und wurden dadurch von den Banditen an sich genommen,“ gebe ich meine Erklärung ab.

Es ist nicht komplett gelogen, aber so klingt die Geschichte in meinen Augen glaubwürdiger.

„Wir haben nichts von einem Angriff eines Banditen-Klans gehört. Wo wurde denn angegriffen?“

Es ist klar zu erkennen dass der Wachmann skeptisch ist. Irgendwie verständlich, denn so eine Geschichte könnte ja jeder erzählen.

„Ich stamme nicht aus dieser Gegend und kenne mich daher nicht wirklich aus. Ich weiß nur dass das angegriffene Dorf nahe der Grenze liegt,“ antworte ich und drehe mich anschließend zu meinen Gefährtinnen um. „Wie hieß euer Dorf nochmal?“

Ich habe sie ja gebeten mitzuspielen, also hoffe ich das sie jetzt ihren Teil erfüllen. Sie müssen nicht einmal lügen, da der Angriff tatsächlich stattfand und sie lediglich den Namen ihrer Ortes sagen sollen.

„Lindas,“ spricht Luisa ohne zu zögern aus.

„Hmm, sagt mir nichts,“ meint die Wache und fasst sich nachdenklich mit seiner rechten Hand ans Kinn.

„Ich kenne das Dorf,“ mischt sich auf einmal die Wache zu meiner linken ein. „Es befindet sich wie er gesagt hat nahe der Grenze. Ich habe gehört es soll dort öfter mal zu kleinere Angriffe von Banditen kommen.“

„Ich verstehe,“ antwortet sein Kollege und richtet anschließend seine Aufmerksamkeit auf das Mutter-Tochter-Gespann. „Es tut mir außerordentlich leid für euren Verlust,“ meint er und verbeugt sich ein gutes Stück.

Oh, er scheint doch mehr Anstand zu haben als er bisher zeigte. Es ist zwar etwas unverschämt davon auszugehen dass die Beiden etwas verloren haben, aber im Anbetracht von der bisherigen Erzählung ist es wahrscheinlich auch nicht sehr weit hergeholt. Immerhin sagte ich ja dass die Zwei Überlebende sind. Das sagt schon einiges aus.
Nachdem der Mann seine Verbeugung beendet dreht er sich wieder zu dem Mann, der das überfallende Dorf kennt.

„Entsendet auf der Stelle einen Späher dorthin. Wir müssen prüfen wie der aktuelle Status und was mit dem Klan ist!“

„Zu Befehl!“ antwortet der Angesprochene und verlässt die Gruppe sofort um die Anweisung auszuführen.

Sieht ganz so aus als würde der Wachmann wissen was er tut und das er augenblicklich reagiert ist ebenso positiv. Aus Neugier nutze ich meinen Skill um seinen Status zu sehen. LV 24. Damit ist er bisher der stärkste Mensch den ich getroffen habe. Selbst seine beiden Kameraden kommen mit 14 und 16 nicht an ihm heran. Aufgrund seines Levels und Verhaltens gehe ich davon aus dass er einen höheren Rang besitzt, was man aber äußerlich nicht erkennen kann.

„Nun zu euch,“ sagt er und wendet sich wieder zu uns. „Wie ihr sicherlich wisst kann ich euch nicht einfach ohne Papiere frei herumlaufen lassen. Mir ist bewusst dass ihr nichts dafür könnt, aber so sind die Gesetze.“

Es ist nicht gerade stark zu sehen, aber ich glaube ich kann etwas Mitleid in seinem Ausdruck erkennen. Seine Wortwahl bestätigt dies ebenso im gewissen Grad.

„Natürlich, ich verstehe das vollkommen. Ich habe gehofft wir können hier neue ausgestellt bekommen.“

„Selbstverständlich ist das möglich, aber das wird euch einiges kosten. Zwei Goldmünzen werden für eine Neuausstellung pro Person verlangt. Falls ihr dies nicht bezahlen könnt und trotzdem in die Stadt wollt, dann bleibt uns nur euch als Sklaven zu verkaufen. Wenn ihr also das Geld nicht haben solltet, dann ist es besser euer Glück in der Wildnis oder woanders zu versuchen.“

Der Betrag ist wirklich heftig für gewöhnliche Menschen ohne die nötigen Mittel. Und wie erwartet bleibt sonst nur die Sklaverei, wobei ich erstaunt bin dass er überhaupt als Alternative anbietet uns gehen zu lassen. Ich bin davon ausgegangen dass Personen ohne Papiere festgenommen werden. Da habe ich mich wohl geirrt.

„Das ist in Ordnung. Ich bin hierher gekommen um Abenteurer zu werden und habe etwas Startkapital von meiner Familie bekommen. Glücklicherweise reicht es um für uns drei zu bezahlen.“

„Wenn das so ist dann folgt mir,“ spricht er und macht sich daraufhin sofort auf den Weg.

Natürlich könnte das alles immer noch eine Falle sein, aber ich habe nicht das Gefühl das dies der Fall ist. Dafür wirkt mir dieser Wachmann zu… praktisch. Ich kann einfach keine Hinterhältigkeit in seinen Worten, Gesichtsausdrücken und Aktionen erkennen. Daher nicke ich nur leicht zu meinen Begleiterinnen um ihnen zu zeigen dass sie mir folgen sollen und gehe dem Mann anschließend hinterher. Währenddessen begibt sich die letzte Wache wieder zurück auf ihre Position.
Wir werden somit durch das offene Tor geführt, welches erstaunlicherweise offenbar keine Tür besitzt. Im Inneren angekommen erwartet mich direkt ein Blick auf die Stadt. Wenn ich es beschreiben sollte, würde ich wahrscheinlich sagen es sieht aus wie im Mittelalter. Die Häuser bestehen aus Stein oder Holz und sind meisten mit nicht mehr als drei Stockwerken versehen. Alle sichtbaren Dächer sind als Satteldächer gebaut. Die Häuser selbst haben keine große farbliche Variation. Was etwas unerwartet kommt sind die Fenster. Sie sind eher klein gehalten, aber besitzen Glas. Allerdings sieht es nur so aus, da mein Skill sagt dass es sich dabei nicht um Glas handelt. Es ist eine Art Kristall, welches auch nicht so durchsichtig ist wie Glas und dadurch etwas dunkler erscheint. Wie eine leichte Sonnenbrille.
Die Wege sind mit Stein gepflastert, wobei es selbstverständlich nicht in so einer Präzision ist wie in der modernen Zeit. Erwartungsgemäß kann ich keinerlei Art von Stromnutzung erkennen. Keine Laternen oder Stromkabel. Nicht einmal Fackeln sind zu sehen. Entweder wird Licht auf eine ganz andere Weise erzeugt oder der Tag endet für die Bewohner tatsächlich mit Anbruch der Dunkelheit.
Trotz der Zeit kann ich noch so einige Leute auf den Straßen sehen. Ich sehe sie zwar nur aus der Entfernung, aber das reicht um auch ihre Bekleidung als mittelalterlich einzustufen. Viel mehr kann ich aber nicht erspähen, da wir bereits beim Ziel angekommen sind. Ein Haus nicht weit vom Tor entfernt und nicht sonderlich groß. Wir folgen dem Wachmann hinein und können sofort eine weitere Person im Inneren erblicken. Ein robust gebauter Mann in der gleichen Kleidung wie die Wachen, aber ohne die Rüstungsteile, sitzt an einem Schreibtisch und kümmert sich um Papierkram. Durch einen flüchtigen Blick sehe ich dass er dabei Feder und Tinte benutzt.
Unser führender Wachmann erklärt ihm kurz die Lage, woraufhin er von seiner Arbeit ablässt. Dann verabschiedet er sich von uns und verlässt den Raum.

„Anscheinend habt ihr einiges durchgemacht,“ sagt der gut gebaute Mann und erhebt sich von seinem Stuhl.

Er ist gut zehn Zentimeter größer als ich und hat ein paar Narben an den sichtbaren Stellen seines Körpers. Wobei ich die meisten auf seinem Kopf sehen kann, da er eine Glatze hat. Ich frage mich zwar wie man dort zu Narben kommen kann, aber ich werde dies bestimmt nicht laut aussprechen.

„Das kann man wohl sagen,“ antworte ich.

„Na zumindest seid ihr noch am Leben und das ist das Wichtigste.“

Ich nicke seine Aussage lediglich ab, obwohl ich nicht komplett zustimme. Die beiden Damen sehen das vermutlich anders, da sie zwar am Leben sind, aber dafür auch mit den Verlusten kämpfen müssen. Ganz zu schweigen dass sie im Grunde genommen nichts mehr haben und somit von vorne beginnen müssen.

„Nun kümmern wir uns aber mal um eure Papiere. Stell dich hier hin,“ meint er während er sich neben einen eigenartigen Steingebilde stellt und mir andeutet dass ich mich dafür stellen soll.

Ich weiß nicht so recht was das für ein Ding sein soll, aber es sieht ein wenig aus wie ein Podest in einem Vorlesungsraum einer Universität. Natürlich besteht es nicht aus Holz, sondern aus einem schwarz gefärbten Stein, welche beinahe wie Obsidian aussieht. Er ist komplett eckig und ungefähr 1,20m hoch. Die Oberfläche ist schräg gehalten, wobei der höchste Punkt am hinteren Ende von mir aus ist. Ich überlege kurz ob ich meinen Durchblick-Skill einsetzen soll, aber entscheide mich dagegen. Mein Spielinstinkt sagt mir ich soll mich lieber überraschen lassen.
Dementsprechend befolge ich die Anweisung und stelle mich vor das Podest.

„Gut, nun leg beide Hände mittig auf den Yamato-Stein.“

Ich kenne dieses Wort zwar nicht, aber im Zusammenhang gesehen kann er nur das schwarze Ding direkt vor mir meinen. Wie gewünscht lege ich also meine Hände auf die entsprechende Position.

„In Ordnung, nun sag deinen Namen.“

Vermutlich dient dies zur Aktivierung, obwohl ich mir nicht im Klaren bin ob es sich um Magie handelt oder etwas anderes. Nichts desto trotz führe ich den Befehl aus. Da ich im Augenblic allerdings nicht ich selbst bin, sondern mein Spielcharakter nehme ich selbstverständlich auch dessen Namen.

„Leonhardt Cromwell.“

Kaum das ich den Namen ausgesprochen habe beginnt der gesamte Stein in einem schwachen grün zu leuchten. Und direkt auf der Schräge erscheint ein Magiekreis, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Er hat einen äußeren Kreis mit merkwürdigen Schriftzeichen, welche nicht der Fermund-Sprache angehören, da ich sie nicht entziffern kann. Im Inneren des Kreises sind verschiedene Linien miteinander verbunden und der ganze Kreis dreht sich im Uhrzeigersinn.
Keine drei Sekunden später erscheint ein holografisches Display in gleicher Farbe wie das Leuchten vom Stein. Es ist allerdings keines meiner eigenen Fenster, sondern wird anscheinend vom Stein erzeugt. Mehrere Wörter werden in zwei Spalten tabellarisch angezeigt. Anders als beim Magiekreis kann ich diese jedoch lesen.

Moment mal! Das sind doch meine Statusinformationen!

Genauer genommen sind es persönliche Daten wie Alter, Geburtsort, Bürgerklasse usw. Wie erwartet sind dabei die für meinen Charakter erstellten Werte angezeigt. Das ich als Bürgerlicher eingestuft werde ist da nichts besonderes, aber was mich verwirrt ist mein Geburtsort, der doch tatsächlich als Tokio angegeben wird. Allgemein ist dies korrekt, aber so etwas habe ich für meinen Charakter nie festgelegt. Na ja, in einer von meinem Unterbewusstsein erschaffenen Traumwelt ist das vermutlich aber auch nicht so ungewöhnlich. Und dem Mann, der sich nebenbei ans Schreiben meiner Informationen gemacht hat, scheint dies nicht zu beeinflussen.
Was dann noch krasser kommt ist das angezeigte LV. Da steht nämlich eine 10 anstatt des wirklichen Wertes. Aus irgendeinem Grund wurde die Wahrheit von diesem schwarzen Stein verändert. Es ist noch nicht mal mein ursprüngliches Level nach meinem Erwachen. Nachdenklich senke ich meinen Kopf. Dabei kommt mir etwas in den Blick. Meine Halskette, dessen Anhänger gerade noch so vom oberen Ende des Hemdes verdeckt wird. Nun wird mir auch klar was hier los ist.
Bei dieser Kette handelt es sich genau wie bei meinem Schwert um eine eigene Kreation namens Trugbild-Träne. Der Name verrät im gewissen Sinne bereits deren Effekt. Sie dient dazu meine echten Attribute zu vertuschen und mit von mir gewählten zu ersetzen. Ich habe sie erschaffen um Spiele mit einer Erkennungssoftware zu überlisten. Mal abgesehen zur Bug-Erkennung dient dies auch um Abschnitte in Games zu besuchen, die normalerweise gewisse Werte erfordern. Oder auch um Gegenstände mit solchen Voraussetzungen nach eigenem Ermessen zu testen. Offensichtlich ist der Effekt der Kette im Augenblick aktiviert, da LV 10 meine letzte Einstellung ist. Und ich habe damit definitiv Glück gehabt. Wer weiß was passiert wäre wenn meine wahre Stärke angezeigt worden wäre.

„In Ordnung, du kannst deine Hände wieder herunter nehmen.“

Auch dieser Anweisung leiste ich Folge und entferne meine Hände vom Stein, wodurch das Leuchten und der Magiekreis verschwindet. Ich könnte es nicht genau sehen da ich auf die Daten fixiert war, aber anscheinend hat der Mann alles Wichtige auf ein Blatt Pergament übertragen. Aktuell setzt er noch eine Unterschrift darunter und macht ein rotes Siegel daneben.
Anschließend vollzieht er die gleiche Prozedur mit den zwei Damen und macht auch deren Papiere fertig. Zum Schluss rollt er sie zusammen und bindet eine dünne Schnur um die Mitte damit es sich nicht wieder ausrollt.

„Damit sind wir auch schon fertig. Das macht zusammen 6 Goldmünzen,“ spricht er und hält mir seine rechte Hand entgegen.

Sieht so aus als müsste ich zuerst bezahlen bevor wir die Unterlagen erhalten. Eine weise Entscheidung in meinen Augen, aber wahrscheinlich ebenso ein normaler Ablauf. Ich greife mit meiner Hand unter meinen Mantel und aktiviere mein Inventar. Mit der gedanklichen Steuerung nehme ich zehn Goldmünzen und lege sie extra um sie daraufhin in meiner Hand materialisieren zu lassen. Dies konnte ich während meiner Wachzeit zum Glück bereits ausprobieren ohne auffällig zu wirken, daher fällt es mir bereits absolut leicht. Den erzeugten Beutel hole ich hervor und nehme dann manuell die notwendigen Münzen heraus um sie dem Mann zu geben.
Nachdem ich sie ihm überlassen habe tue ich so als würde ich den Beutel wieder wegstecken, lasse ihn aber in Wirklichkeit unter dem Mantel als Sichtschutz ins Inventar verschwinden. Dann bekommen wir endlich unsere neuen Identifikationspapiere. Ohne zögern überreiche ich Luisa die Rollen für sie und ihre Tochter und stecke meine genau wie das Geld zuvor weg.
Endlich fertig mit den Notwendigkeiten verabschieden wir uns vom Mann und verlassen sein Zimmer. Er weist uns noch an gut darauf aufzupassen um nicht noch einmal so viel bezahlen zu müssen. Wieder draußen auf der Straße atme ich tief durch und strecke mich einmal. Es gibt noch ein paar Dinge zu erledigen was meine Begleiterinnen angeht, aber an sich ist das gerade ein toller Moment.
Das Erreichen der ersten Stadt, welche in Spielen oft als Anfängerstadt bezeichnet wird, ist schließlich ein großer Schritt um die Geschichte so richtig ins Laufen zu bringen. Es werden bestimmt viele relevante Events stattfinden, die mir helfen Ideen für ein gutes Game zu bekommen. Ich kann es kaum erwarten was mir hier alles von meinem Unterbewusstsein geboten wird.
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