Ein neues Leben [Weihnachts-Feuerherz-FF]

von Lady0409
KurzgeschichteAllgemein / P12
06.12.2019
24.12.2019
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Ein neues Leben


Nur eineinhalb Jahre nach der Geburt von Sebastian ist Margit erneut schwanger – ein kleines Mädchen kündigt sich an. Nun, mitten im Dezember, ist Margit im neunten Monat schwanger und steht kurz vor der Geburt. Doch es ist noch viel zu tun, bevor der Weihnachtsmann kommt…



Kapitel 1
Ausflug zum Spielplatz

Der kalte Dezember des Jahres 1995 brach ein und Margit und Thomas, die mit ihrem inzwischen knapp eineinhalb Jahre alten Sohn Sebastian und dem großen Bruder des neugierigen Kleinkindes, Florian, an diesem Nachmittag auf dem Weg zum Spielplatz waren, schlenderten durch die schneebedeckten Straßen von Wipperfürth.
Der Winter war in diesem Jahr sehr früh über der kleinen Stadt eingebrochen und während der ältere der beiden Söhne voraus rannte, saß der knapp eineinhalb Jahre alte Sebastian in seinem Kinderwagen und spielte mit seinem Plüschhund, bevor er auf den bereits etwas dickeren Bauch seiner Mutter deutete.

„Freust du dich schon auf dein Geschwisterchen?“, erkundigte sich Margit bei ihrem Sohn und erzählte: „Weißt du, mein Schatz. Bald kommt deine kleine Schwester… oder vielleicht doch dein kleiner Bruder auf die Welt. Du süßer Spatz… Dein Geschwisterchen freut sich schon auf dich…“
„Mama… Mama…“, jubelte der kleine Junge und strampelte mit seinen Beinchen. „Mama… MAMA!“
„Ich bin ja da… Was ist denn los? Möchtest du laufen?“, wollte die zweifache Mutter von ihrem Sohn wissen und sie öffnete den Gurt des Kinderwagens. „Schau mal, du kannst… Schau mal, mein kleiner Spatz. Du kannst gleich wieder laufen. … Sooo, siehst du. Mein kleiner Schatz. Jetzt darfst du gleich laufen.“

„Mama… Mama… Mama…“, wiederholte sich der Junge immer und immer wieder, als er endlich aus dem Kinderwagen durfte und er ließ sich auf die Knie fallen, bevor er zu seinem großen Bruder krabbelte. „Mama… MAMI! MAMAA!“

„Sebastian… Sebastian, bleib bitte hier… Sebastian, du bleibst bitte hier.“, ermahnte die Mutter ihren kleinen Sohn und als der große Bruder des Kleinkindes den Eineinhalbjährigen an die Hand nahm und wieder zu den gemeinsamen Eltern zurückführte, fing der kleinere Junge zu brüllen an.
„MAMA! MAMA!“, winselte das Kleinkind und Margit hob ihren jüngeren Sohn auf den Arm, während sie ihm die Tränen aus den Augen wischte. „Was ist denn los, Sebastian? Was hast du denn? … Ich bin doch da. Keiner braucht hier zu brüllen, mein kleiner… Mein kleiner Spatz. Du brauchst ja gar nicht weinen… Papa und Mama kommen doch auch. … Hast du dir am Beinchen weh getan?“
„Mami…“, wimmerte der Junge noch einmal aufgeregt und Margit setzte sich mit ihrem kleineren Sohn auf eine Bank. „Was hat mein kleiner Junge denn? Was fehlt dir denn, hm? … Ja, es ist doch gut. Keine Angst. … Alles ist gut. Pschscht…“

Beruhigend streichelte sie dem weinenden Jungen über die Wange, bevor sie das linke Bein der dicken Schneehose hochzog und die kleine Verletzung am Knie ihres Sohnes entdeckte.
„Oh, mein kleiner… Mein kleiner Unglücksrabe. Was hast du denn mit deinem Beinchen gemacht? … Hast du dir hier dein… Hast du hier dein Knie auf geschrammt?“, erkundigte sich die Mutter bei ihrem Kind und pustete liebevoll. „Du hast dir weh getan, ich weiß. Aber Mama macht doch jetzt dein Beinchen wieder gesund… Pschsch… Pass auf, gleich wird das Aua wieder weggehen. … Oh, danke Florian.“

Florian drückte seinem kleinen Bruder einen liebevollen Kuss auf die Wange und gab ihm dann ein Stückchen Schokolade, das er in seiner Jacke hatte.

„Mama… Mama, wann kommt denn das Baby eigentlich endlich? Ich will meine kleine Schwester auch endlich kennen lernen. Dann ist auch endlich jemand da, den Sebastian und ich gemeinsam ärgern können. Und Basti kriegt nicht mehr alle Streiche von mir ab.“, erkundigte sich Florian bei seiner Mutter und reichte seinem kleinen Bruder zum Trost das Stück Schokolade, das er in der Hand hielt, während Margit die winzige Wunde am Knie des Eineinhalbjährigen versorgte und kräftig pustete, um die Schmerzen ihres jüngeren Sohnes zu lindern.
„Ich weiß es nicht. Die… Die Frauenärztin, die mich schon immer untersucht hat – auch, als ihr beide noch in meinem Bauch wart – meinte, dass das Baby schon ein paar Wochen vorher kommen könnte. Die Kleine wäre schon ziemlich kräftig. Aber wann die kleine Maus wirklich kommt, das kann ich dir nicht sagen.“, meinte Margit und klebte ein kleines Pflaster auf das Knie ihres verletzten Sohnes. „Das tut dann nicht mehr weh, mein Schatz… Siehst du, mein kleiner Spatz. Das tut nicht mehr weh…“

„Mama… Mama…“, wimmerte Sebastian trotz der trötenden Worte seiner Mutter und dem großen Stück Schokolade, das er von seinem großen Bruder bekommen hatte, und er deutete weinend und wimmernd auf seine kaum sichtbare Verletzung am Knie.
„Ja, Sebastian. Es ist doch alles in Ordnung. Mama macht dir dein Knie wieder ganz schnell gesund. Und dann… Dann gehen wir auf den Spielplatz. Dort kann dein großer Bruder ein bisschen herumtoben. … Du brauchst ja nicht toben; du kannst in deinem Buggy sitzen und von Mama und Papa verwöhnt werden. Aber dein großer Bruder braucht nun mal den Auslauf. Sonst wird er heute Abend gar nicht müde.“, erklärte Sebastians Mutter ihrem kleinen Sohn und gab ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn, was dem eineinhalbjährigem Jungen sehr zu gefallen schien und er fiel Margit um den Hals.

„Mama… Mama…“ Sebastian, der noch ein wenig jammerte und sich durch die Aufregung nicht wirklich beruhigen ließ, ließ sich von seiner Mutter auf den Arm nehmen und sanft streichelte die Mutter der beiden Jungen ihrem jüngsten Sohn über den Kopf. „Du brauchst… Du brauchst doch jetzt nicht zu weinen. Siehst du… Ja, mein Schatz. Ich setze dich jetzt wieder in deinen Wagen und dann geht es gleich weiter.“

„Willst du mit Sebastian nicht lieber wieder nach Hause gehen? So, wie er jetzt hier jammert und sich wehrt…“, deutete Thomas auf seinen kleinen Sohn, der es wohl überhaupt nicht schön fand, in seinem Kinderwagen sitzen zu müssen. „Ich kann auch gerne alleine mit Florian auf den Spielplatz gehen. Das bekomme ich schon hin.“, versprach Thomas seiner Frau, doch Margit schüttelte den Kopf und erwiderte: „Nein… Nein, ich komme natürlich mit auf den Spielplatz. Ich setze Sebastian jetzt einfach wieder in seinen Kinderwagen und dann kann der Kleine mitkommen.“

„Papa… Papa…“, wimmerte der kleine Junge aufgeregt und während seine Mutter ihren eineinhalb Jahre alten Sohn wieder in den Kinderwagen setzte und angurtete, was Sebastian gar nicht so gut zu gefallen schien, nahm Thomas die Hand des Kleinen in seine Hand.
„Mein kleiner Spatz… Es ist doch gut. Du brauchst nicht weinen. … Mama hat doch schon dein Knie wieder gesund gepustet. … Ja, mein Spatz. Es ist gut… Pschscht, du brauchst jetzt nicht so zu weinen.“, beruhigte der zweifache Vater seinen kleinen Sohn und streichelte mit seinem Daumen über die Handoberfläche des aufgeregten Jungen.
„Ja… Ja, mein Schatz… Es ist alles in Ordnung. … Schau mal, dein großer Bruder kommt auch schon zu dir.“, sprach Thomas auf Sebastian ein und gab ihm einen Kuss, während Florian in seiner Jackentasche nach einer zweiten Schokolade suchte.

„Du brauchst ihm jetzt nicht noch ein Stück Schokolade geben, Florian. … Wir gehen jetzt erst mal auf den Spielplatz; Sebastian kann ja in seinem Kinderwagen bleiben. Laufen muss er nicht.“, sagte Margit zu ihrem älteren Sohn und die Familie machte sich auf den weiteren Weg in Richtung Spielplatz.

Während jedoch Sebastians großer Bruder Florian voraus rannte und sich freute, dass es endlich auf den Spielplatz ging, machte der Eineinhalbjährige ziemlich viel Theater, als er merkte, dass es nicht nach Hause ging, sondern die Familie in Richtung Kinderarztpraxis ging.
„Mama… Mama…“, wimmerte der Kleine und strampelte mit seinen kurzen Beinchen, als Margit den Kinderwagen immer mehr in die Richtung der Praxis schob. Dass an diesem Sonntag der Kinderarzt gar nicht da war, das konnte der Kleine schließlich nicht wissen und so machte er mit jedem weiteren Schritt mehr Radau.

„Warum weint Sebastian denn jetzt, Mama?“, erkundigte sich Florian bei seiner Mutter und Margit antwortete: „Ich glaube, er denkt, dass wir jetzt zum Kinderarzt gehen. … Aber Sebastian, da brauchst du doch keine Angst haben… Mein Schatz. Wir gehen doch jetzt nicht zum Onkel Doktor, mein großer Prinz. … Es ist doch alles gut. Alles gut, mein Schatz…“, beruhigte Margit ihren kleinen Sohn und Florian nahm die linke Hand seines Bruders, bevor er erklärte: „Der Onkel Doktor ist doch jetzt gar nicht da. Weißt du… Heute ist Sonntag, da ist der Doktor zu Hause bei seinem Kind und bei seiner Frau. … Wir gehen doch nur auf den Spielplatz…“
„Mama… Mama“, wimmerte der Kleine und zappelte ängstlich mit seinen Beinen, doch schon ging die Familie am Haus, in der auch die Kinderarztpraxis war, vorbei und Sebastian erkannte, dass es wohl wirklich nicht zum Doktor ging. „Mama… Mama…“

„Siehst du, jetzt gehen wir hier um die Ecke, Sebastian. Und dann sind wir schon gleich wieder auf dem schönen Spielplatz. Da gefällt es dir doch immer so gut.“, wusste Margit und Florian gab seinem kleinen Bruder noch einen liebevollen Kuss auf die Wange.

Behutsam streichelte Margit ihrem noch jüngsten Kind Sebastian über die Wange, während dessen großer Bruder etwas beunruhigt auf Sebastian blickte und ängstlich fragte: „Mama… Mama, wann ist denn wieder so ein Babygucktermin? Ich will meine kleine Schwester sehen.“
„Bald habe ich wieder einen Termin zum Baby-TV. Aber das dauert noch ein bisschen, mein großer Spatz. … Ich habe den Termin aber extra so gelegt, dass ich dich vorher von der Schule abholen kann und wir dann gemeinsam zum Arzt gehen. … Na… Na, mein Großer. Freust du dich denn darüber?“
„Ja… Jaaaa… Aber wann ist denn der Termin?“ „Nächste Woche Mittwoch um 14 Uhr. Keine Sorge, Papa und ich holen dich mit Sebastian zusammen von der Schule ab und dann fahren wir vier zum Frauenarzt, damit wir deine kleine Schwester wieder beobachten können.“, meinte Margit zu ihrem Sohn und Florian schien sich sehr zu freuen, dass es nur noch wenige Tage dauerte, bis es ein Wiedersehen mit seiner kleinen Schwester gab.

„Na, siehst du, mein kleiner Spatz… Dein großer Bruder freut sich auch schon auf eure kleine Schwester…“ „Mama… Mama…“, seufzte der Eineinhalbjährige und Thomas fuhr fort: „Dein großer Bruder hat dich zum Glück so sehr lieb. Obwohl Papa und ich gedacht haben, dass Florian bestimmt… eifersüchtig wird, wenn… Wenn wir dich bekommen. Aber jetzt bekommen wir ja auch schon ein zweites Baby. Und dein großer Bruder freut sich schon auf deine Schwester.“

Behutsam strich sich die Mutter des kleinen Jungen über ihren bereits etwas dickeren Bauch und der erst knapp 17 Monate alte Sebastian sah Margit mit unglücklichem Blick an. „Mama… Mama…“, wimmerte das kleine Kind und begann, kräftig zu weinen. „Mama… MAMA! MAMAAAA!“
„Es ist doch gut, mein Schatz. Wenn… Wenn du doch nur wüsstest, was dir bald wieder bevorsteht. … Ja, mein Schatz. Du musst bald wieder zum Pieksen. Aber das ist doch eigentlich gar nicht so sehr schlimm.“, beruhigte die besorgte Mutter ihren kleinen Sohn, während sie ihm liebevoll über den Kopf streichelte und erklärte: „So, mein Kleiner… Jetzt sind wir gleich auf dem Spielplatz. Und… Und dann kann sich dein großer Bruder austoben.“

„Muss ich an dem Tag, wo der Sebastian zum Pieksen muss, auch zum Pieksern gehen?“, erkundigte sich Florian leicht ängstlich bei seiner Mutter und Margit nickte, während sie antwortete: „Ja… Ja, ich habe deinen nächsten Termin so gelegt, dass du gleich mit geimpft werden kannst. Aber das tut dir doch genauso wenig weh, wie deinem kleinen Bruder. … Seid doch froh, dass ihr Jungs seid. Da könnt ihr wenigstens nicht schwanger werden. So eine Geburt tut nämlich ganz ganz schön schlimm weh, mein Großer."
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