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Wenn Fantasie Realität wird

von Dragon869
GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Arthur Morgan Dutch van der Linde John Marston
03.12.2019
15.12.2019
5
18.184
1
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
03.12.2019 3.632
 
Hey! Danke fürs reinschauen! :) für all jene, die bereits meine andere FF von RDR2 gelesen haben, bitte vergleicht die zwei Stories nicht! Dies ist nur eine weitere Idee, die ich mit den gleichen Charakteren hatte. Mein OC Lucia weicht hier auch einigermaßen von meiner anderen FF ab!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!



Kapitel 1: A New Life

Das konnte doch nicht war sein? Wie konnte es passieren, dass ich nun mitten in diesem Spiel war? Nein, ich war ein Teil davon! Ich hatte Erinnerungen und Fähigkeiten, die man nur haben konnte, wenn man schon immer damit gelebt hat. Aber verdammt, ich lebte doch im 21.Jahrhundert und nicht in einem Spiel das 1899 spielte!
Wie jeden Abend habe ich Red Dead Redemption 2 auf meiner Konsole angemacht. Die Story hatte ich bereits vier mal durch. Jedes Mal kamen mir am Ende die Tränen und gleichzeitig wurde ich wütend. Wie konnte man nur so ein Ende machen?! Ein Grund warum dieses Spiel so beliebt war, war doch, dass man so viel Freiheiten hatten. Aber wo war die Freiheit zu entscheiden ob man zu diesem blöden Farmer geht und sich mit Tuberkulose ansteckt? Wo war die Freiheit die Bande noch auf den Rechten weg zu führen? Und obwohl mich dieses Ende so wahnsinnig rasend machte, bekam ich nicht genug davon. Verflucht seien die Hersteller, dachte ich mir jedes Mal. Doch an jenem Abend passierte etwas Unglaubliches.
Ich startete das Spiel und plötzlich wurde um mich herum alles schwarz. Keine zwei Sekunden später fand ich mich in der Welt von Red Dead Redemption 2 wieder. Wie in Jumanji hatte mich das Spiel förmlich eingesaugt.
Ich selbst war wie ein völlig neuer Mensch, mit unglaublichen Fähigkeiten und einer völlig neuen Vergangenheit. Und dennoch konnte ich mich an mein altes Leben erinnern. Und das erste was mir in den Sinn kam, nachdem ich mich beruhigt hatte, war, dass ich in der Lage war den Verlauf der Geschichte zu ändern!

Nachdem ich auf meinem Pferd zwei Tage durch die Gegend geritten war, und festgestellt hatte, dass es wirklich real war, versuchte ich zu überlegen, welche Möglichkeiten es gab, die ich nun nutzen konnte. Ich wusste ja ungefair was passieren würde. Natürlich würde es bestimmt nicht 100%ig so ablaufen, wie in dem Spiel. Schon alleine der Faktor, dass ich hier existierte musste einiges verändert haben. Nur was?
Ich hatte die Chance den Verlauf der Geschichte von Dutch und seiner Bande zu ändern. Aber wie sollte ich das anstellen? Als erstes musste ich die Männer mal finden. Im Colter würde ich bestimmt nicht nachsehen, also ritt ich als erstes nach Valentine. Dort band ich mein Pferd an und sah mich etwas um. Nach einer erfolglosen Suche machte ich es mir zwischen zwei Häusern bequem, um ungesehen zu bleiben. Gegenüber stand das schwarze Brett auf dem mein Steckbrief hing. Ja MEIN Steckbrief. BLACK BLOOD. Ich war ein Bandit und ich war verdammte 8 000$ wert! Was zum Teufel hatte ich denn angestellt? Auch wenn ich hier eine andere Vergangenheit hatte, erinnerte ich mich nur an gewisse Dinge. Ich hoffte, mit der Zeit würde die Sicht klarer werden. Was ich, dank des Steckbriefes herausgefunden hatte, war, dass niemand wusste, dass ich eine Frau war. Bei meiner Maskerade erschien es mir einleuchtend. Ich war komplett in schwarz gekleidet. Von schwarze Stiefel, über schwarze Jeans, hin zu einer schwarzen Bluse mit schwarzem leder Korsett und einem schwarzen Hut unter dem ich meine Haare so versteckte, dass ich mit Halstuch über dem Mund wirklich wie ein Kerl aussah. An meinen Fingern trug ich jede Menge Silber Ringe und um den Hals einige Silber Ketten. Alles in allem, gefiel mir mein neues Ich ziemlich gut. Mein Pferd passte auch hervorragend zu mir. Ein schwarzer Friese, namens Moon. Doch es gab nun wichtigeres, um das ich mich kümmern musste.
Verzweifelt zündete ich mir eine Zigarre an und beobachtete die Leute.
Beinahe schlief ich im Stehen ein, als ich plötzlich lauten Tumult aus dem Saloon hörte. Ich richtete mich auf und fuhr mir übers Gesicht, als auch schon Arthur durchs Fenster flog.
"Ah... Okay...", lachte ich in mich hinein und beobachtete die Szene.
Arthur gewann den Kampf, dazu musste man die Story nicht kennen. Es war eben Arthur. Geduldig wartete ich in meiner dunklen Gasse auf die passende Gelegenheit. Aber was sollte ich tun?
Nachdenklich sah ich mit an wie schließlich Dutch und die anderen dazu kamen und redeten.
"Verdammt, lass dir doch etwas einfallen!", dachte ich angestrengt.
Doch anscheinend hatte jemand Mitleid mit mir, da oben. Denn gerade als die meisten wieder gegangen waren und Dutch gerade mit Bill los wollte, sah ich einen Mann, der sich von hinten anschlich. Er hielt Dutch den Revolver hinten an den Kopf. Arthur hatte sich gerade das Gesicht gewaschen und ging daher nur langsam mit erhobenen Händen zu Dutch und dem Angreifer. Auch Bill und Dutch selbst hoben die Arme.
"Meinen Freund verprügelt man nicht einfach und kommt damit davon!", knurrte der Fremde Mann.
Das war meine Chance. Ich schlich mich langsam von hinten heran.
"Ich bin sicher, wir können das auf gesittete Weise klären, guter Mann", raunte Dutch ruhig.
Arthur sah mich, aber der Fremde nicht. Also richtete ich meinen Revolver auf seinen Hinterkopf.
"Waffe fallen lassen, oder ich puste dir deinen Schädel weg", brummte ich mit tiefer Stimme.
Der Angreifer ließ augenblicklich sein Revolver fallen und hob die Hände.
"und jetzt mach, dass du verschwindest! Aber plötzlich!", knurrte ich und der Mann lief eilig davon.
Langsam ließ ich meinen Revolver wieder in meinen Holster gleiten und sah dem Mann noch nach ehe ich in drei sehr überraschte Gesichter blickte.
"Ich schätze, wir sind Ihnen zu Dank verpflichtet, guter Mann!", raunte Dutch und lächelte kurz sein charmantes Lächeln, dass mich beinahe dahinschmelzen ließ. Verdammt, in echt waren Dutch und Arthur noch attraktiver. Selbst wenn Arthur voller Schlamm war.
Ich nahm meinen Hut ab, wodurch mir meine roten Locken über meine Schultern fielen und man meine weiblichen Konturen besser erkannte. Es war unbeschreiblich mitanzusehen, wie den Männern beinahe die Kinnlappen herunterfielen.
"Miss?", korrigierte sich Dutch und tippte sich an den Hut.
Arthur fuhr sich übers Gesicht und durch die Haare.
"Na das sieht man auch nicht alle Tage", raunte der bärtige mit seiner tiefen Stimme.
Bill stand weiterhin sprachlos daneben und gaffte mich an, als hätte er zum ersten Mal in seinem Leben eine Frau gesehen.
Ein Schmunzeln umspielte meine Lippen und ich nickte den dreien zu.
"Lucia O'Connor", stellte ich mich vor und setzte den Hut dann auf meine Haare.
Als sie sich vorstellen wollten hob ich die Hand.
"Bitte keine falschen Namen. Ich weiß wer ihr seid", entgegnete ich. Immerhin war das ja nicht schwer zu wissen, so sehr wie die Van der Linde Bande gesucht wurde.
Dutch frorr kurz sein Gesicht ein, ehe er sich räusperte und nickte.
"Dann haben Sie bestimmt einen guten Grund uns geholfen zu haben, nehme ich an?", meinte der schwarzhaarige.
Ich legte meine Hände an meinen Gürtel und überlegte was ich nun sagen sollte.
Der einfachste Weg sein Vertrauen zu gewinnen erschien mir ihm zu sagen wer ich war. Zumindest wer mein neues Ich war.
Also holte ich einen Zettel aus meiner Tasche. Es war ein Steckbrief von mir, den ich einmal abgerissen hatte.
"Leute wie wir, sollten zusammenhalten. Zumindest solange man nicht wie gewisse Banden nur auf Blut und Geld aus ist.", meinte ich dann und wartete auf eine Reaktion von den Männern.
Dutch sah sich den Steckbrief an. Auch Arthur lugte über seine Schulter, um das Blatt Papier zu mustern. Danach musterten sie mich.
Arthur fuhr sich über seinen Bart. "Gott, verdammt. Wieso so viel Kopfgeld?", raunte er.
"Ihr wisst ja, wie das Gesetz und ihre Hüter sind", gab ich schlicht zur Antwort.
Dutch lachte kurz und gab mir den Zettel wieder. "Ohja. Das wissen wir nur zu gut. Oder, Arthur, Bill?"
Die zwei brummte kurz als Antwort.
"Sie leben also in dieser Stadt hier, Miss?", wollte Dutch wissen.
Ich schüttelte den Kopf. "Nein. Ich reise nur umher. Bin selten länger an einem Ort. Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht, wohin es diesmal geht", antwortete ich.
Dutch nickte und schien kurz zu überlegen. "Wie wäre es, wenn Sie mit uns kommen? Wir sind definitiv keine Bande, die nur auf Blut und Geld aus ist. Wir wollen lediglich ein freies Leben. Und jemanden wie Sie könnten wir dabei gut gebrauchen", schlug er plötzlich vor.
Überrascht von seinem Angebot, verschlug es mir erst einmal die Sprache.
"Natürlich müssen Sie nicht, wenn Sie nicht wollen", fügte er gleich hinzu.
"Dutch, denkst Du wirklich, das ist so eine gute Idee?", raunte Arthur leise, doch so, dass ich es noch hören konnte.
Dutch jedoch ignorierte seine Worte und sah mich weiterhin fragend an.
"Nein... Also ja. Ich meine klar. Warum nicht", brachte ich schließlich heraus.
Ein Lächeln huschte über Dutch seine Lippen und er schlug in die Hände. "Hervorragend! Dann lasst uns zurück ins Camp reiten!", meinte er und ging zu seinem Pferd. Mein Gaul stand nicht weit davon entfernt und wir stiegen auf. Es dauerte nicht lange bis wir den Rand des Lagers erreichten. Genau in diesem Moment fiel mir etwas ein.
Molly. Mein Magen drehte sich um. Verdammt, ich hasste diese Frau, fast genauso sehr wie Micah. Okay, nein. Ich hasste sie genau so sehr.
Was sollte ich machen? Ich könnte es nicht ertragen sie und Dutch gemeinsam zu sehen. Für Dutch und Arthur hatte ich irgendwie Gefühle entwickelt. Natürlich dachte ich nie weiter darüber nach, da es ja nur fiktive Charaktere waren, bis jetzt. Nun waren sie so real wie ich selbst.
Doch ich hatte keine Zeit länger darüber nachzudenken. Wir kamen im Lager an und banden die Pferde an einen Pfosten.
"Kommen Sie!", meinte Dutch und ich folgte ihm.
"Bitte, können wir die Formalitäten lassen?", meinte ich.
Wir blieben am Lagerfeuer stehen und er reichte mir eine Flasche Whiskey, die ich dankend annahm.
"Aber natürlich!", meinte er und stieß mit mir an.
Wieder musste ich schmunzeln und trank dann einen Schluck. Unauffällig sah ich mich im Camp etwas um, doch ich konnte sie nirgends entdecken. Und da war ja noch eine Sache.
"also... , wo soll ich denn schlafen?", fragte ich etwas unsicher und trank noch einen Schluck.
Der schwarzhaarige sah mich kurz an und überlegte dabei. "Ich bin mir sicher bei unseren Damen hier findet sich ein Platz", meinte er dann.
Ich fasste mir kurz an den Nacken und seufzte. "Naja, ich glaube ich schlafe dann lieber irgendwo abseits. Das macht mir nichts aus.", entgegnete ich.
Dutch sah mich mit großen Augen an. Einen Moment dachte ich Erstaunen und Sympathie in seinem Gesicht zu lesen.
"Was wäre ich für ein Bandenanführer und Mann, wenn ich eine Frau auf den Boden draußen, abseits von Lager schlafen lassen würde.", argumentierte er.
"Es ist nur... Ich traue Fremden für normal nicht, und mit Frauen komme ich nicht besonders gut klar.", erklärte ich.
"Ist das der Grund, warum du..." Er deutete auf meine Erscheinung und ich schüttelte den Kopf.
"Nein. Das dient nur zur Tarnung, und bis jetzt hatte ich ja Erfolg damit", meinte ich und zwinkerte ihm zu.
Er lachte. "Das stimmt allerdings. Eine gute Idee."
"Also, es ist wirklich okay für mich außerhalb zu schlafen", beschwichtigte ich.
"Komm nicht in Frage. Du kannst fürs erste in meinem Zelt schlafen. Mir macht es nichts aus, im Sitzen zu schlafen. Ich bin es mehr oder weniger ja gewohnt" Den letzten Satz murmelte er nur noch in die Flasche hinein, bevor er trank, doch ich verstand es noch.
"Wieso denn gewohnt?", fragte ich also nach.
Er ließ sich Zeit mit der Antwort und sah dabei in die Ferne.
"Molly... Sie war... Eigentlich weiß ich nicht genau, was sie für mich war. Sie lief nach der Geschichte mit Blackwater davon. Hatte sich ein Leben mit einem Banditen wohl anders vorgestellt", erklärte er und lachte kurz trocken auf. "Eigentlich hat sie immer in meinem Zelt geschlafen und ich im Sitzen", fuhr er fort und räusperte sich beim letzten Satz. Klar muss es ihm gegen die Männlichkeit schlagen, nicht neben der Frau, mit der man zusammen ist, zu liegen.
"Tut mir leid, dass sie gegangen ist", brachte ich quälend heraus.
"Danke, aber... Ich bin nicht so traurig darüber, wie ich es sein sollte... Das gab mir zu bedenken. Ob ich wirklich etwas für sie empfunden habe, meine ich.", raunte er und räusperte sich wieder. "Aber nun gut. Das ist kein gutes Thema für ein erstes Gespräch. Nimm deine Sachen und gib sie in das Zelt dort. Keine Widerrede", meinte er im Befehlston. Ich nickte, stellte die Flasche ab und ging zu meinem Pferd um die Sachen von dort ins Zelt zu tragen.
Als ich wieder raus ging sah ich Arthur bei Strauss und mein Herz fing an zu rasen. Ich ging näher heran und hörte, dass es sich noch nicht um die Downes Ranch handelte. Arthur ging wieder seines Weges und ich nutzte die Gelegenheit und ging zu Strauss, um mich vorzustellen.
"Ein neues Gesicht, also", meinte dieser und reichte mir nur kurz die Hand.
"Ja. Freut mich Herr Strauss.", meinte ich und legte meine Hände wieder an meinen Gürtel. "Sagen Sie mal... Haben Sie noch jemanden auf Ihrer Liste? Arthur hat ziemlich viel um die Ohren mit Dutch und ich will mich nützlich machen"
Strauss sah mich kurz groß an und nickte dann. Er schrieb etwas auf einen Zettel und reichte ihn mir. Jedoch hielt er noch kurz inne, bevor er ihn mir gab und fragte: "Haben Sie denn schon mal Schulden eingetrieben?"
"Natürlich", behauptete ich. "machen Sie sich keine Sorgen. Ich kümmere mich drum."
Strauss nickte und reichte mir den Zettel. Als ich den Namen darauf las, fiel mir ein Stein vom Herzen. Mir würde schon noch eine Lösung einfallen.
Fürs erste steckte ich den Zettel ein und sah mich im Lager etwas um.
Gott sei Dank war dieser Nichtsnutz von Micah noch nicht da. Jedoch fiel mir auch auf, dass von Abigail und dem kleinen Jack jede Spur fehlte. Ich mochte Abigail zwar nicht besonders, aber irgendwie tat es mir schon Leid.
Beinahe wäre ich in John reingerannt, so verloren in meinen Gedanken, wie ich war.
"Wow! Aufpassen Miss! ", raunte dieser und musterte mich kurz. "Neu hier?"
Auch ich musterte ihn kurz und nickte dann, ehe ich ihm meine Hand hinhielt.
"Ja. Lucia O'Connor. Freut mich"
Er nahm meine Hand an und schüttelte diese kurz. "John Marston", stellte er sich vor, wobei er mich immer noch musterte.
"Hoffentlich bereust du es nicht hier her gekommen zu sein", meinte er noch und verabschiedete sich dann.
Seufzend schüttelte ich den Kopf. Er war in Wirklichkeit ja noch ein größerer Trottel.
Da ich nicht wusste, was ich tun sollte, setzte ich mich etwas abseits an einen Baum, nähe der Schlucht und las ein Buch.
Vielleicht mochte ich Dutch ja auch so sehr, weil wir uns ziemlich ähnlich waren. Jetzt wo alles real war, fing ich an darüber nachzudenken.
Doch ich schob die Gedanken fürs erste beiseite und las in meinem Buch. Keine Ahnung wie lange ich darin las. Wahrscheinlich zwei oder drei Stunden. Jedenfalls verdunkelte sich der Himmel plötzlich über mir und ich zuckte zusammen, als ich seine tiefe, raue Stimme hörte.
"Ein spannendes Buch?", fragte Dutch und ich schielt zu ihm hinauf.
Er lehnte mit einem Arm an den Baum und sah charmant lächelnd zu mir herunter. Mein Herz pochte sofort schneller und mir wurde warm.
"Ehm... Ja...", brachte ich endlich heraus und schluckte. "Eine philosophische Romanze, könnte man sagen", fügte ich dann noch hinzu und sah wieder zum Buch, da ich merkte, dass ich leicht errötete.
"Das klingt durchaus Spannend.", meinte er. "Liebe ist alles was uns am Ende bleibt"
Diese Worte lösten gänsehaut bei mir aus und ich biss mir kurz auf die Lippe.
"Quite a woman...", brummte er noch vor sich hin, als er mich wieder alleine ließ. Ich legte mir eine Hand auf mein Herz und versuchte mich zu beruhigen. Es war als würde ich schweben.
Der Tag verging recht schnell und ich zog mich spät abends ins Zelt zurück, wo ich mich auszog und mir mein Nachthemd über warf. Danach setzte ich mich auf das Bett und sah mich etwas um. Ein eigenartiges Gefühl hier zu sein.
Dutch drehte noch eine Runde und kam dann ebenfalls ins Zelt, welches er dann auch gleich von beiden Seiten schloss.
"Ich hoffe, es stört die Dame nicht, wenn ich auf dem Stuhl hier schlafe", raunte er charmant und ich bekam schon wieder Gänsehaut. Als er sich zu mir drehte, spürte ich seine Blicke förmlich auf meiner ganzen Haut.
"Es ist dein Zelt. Es stört mich nur so weit gehend, dass ich mich unwohl fühle, dich auf dem harten Stuhl schlafen zu lassen.", entgegnete ich.
Dutch lachte kurz und legte seinen Waffengurt und Hut ab. "Mach dir da mal keine Gedanken"
Ich biss mir kurz auf die Lippe und deutete dann auf den Platz neben mir. "Setz dich dann wenigstens kurz", forderte ich.
Er sah mich für einen Moment verwirrt an, kam meiner Bitte aber nach und setzte sich neben mich. Ich positionierte mich dann so hinter ihm, dass ich seinen Rücken massieren konnte. Eine Fähigkeit, die ich anscheinend aus meinem alten Leben behalten hatte. Dutch brummte entspannt auf und ließ den Kopf locker.
"Womit habe ich denn das verdient?", wollte er wissen.
Ich zuckte mit den Schultern. "Naja, du lässt mich in deinem Zelt schlafen. Außerdem sollte ein Bandenanführer stehts fit sein. Ich bin mir sicher auf deinen Schultern lasten genug Sorgen und Probleme."
Dutch bekam leichte gänsehaut, welche ich an seinem Nacken sah. Frech, wie ich war, öffnete ich seine Weste und zog ihm diese aus, um ihn besser massieren zu können. Am liebsten hätte ich ihm ja das Hemd auch gleich ausgezogen. Noch dazu roch er himmlisch. Immer wieder brummte er entspannt auf.
"Du und Arthur, generell ihr alle, scheint anständige Leute zu sein", meinte ich nach einer Weile, um das Schweigen zu brechen.
"Wir sind definitiv keine Heiligen, aber wir versuchen unser Bestes.", antwortete er. "Arthur ist seit er ein kleiner Junge war bei mir. Ihm und John habe ich das Lesen beigebracht. Gemeinsam mit meinem ältesten Freund Hosea.", erzählte er und ich genoss jedes Detail, auch wenn ich es teilweise ja schon wusste.
"Das ist gut. Auf solche Leute kann man sich am meisten verlassen", meinte ich und massierte seinen Nacken.
"Ich schätze ja...", raunte er, aber ich konnte die Zweifel deutlich hören. "Wobei Arthur der Typ wäre, der mich verraten würde.", fügte er dann doch noch hinzu.
Ich schnaubte. "Spinnst du?", raunte ich woraufhin er seinen Kopf überrascht hob. Ja, ich nahm mir kein Blatt vor den Mund.
"Ich kenne euch zwar noch nicht so lange, aber schon jetzt kann ich sagen, dass Arthur ganz bestimmt nicht so ein Typ ist. Er ist dir loyal ergeben. Und darauf solltest du vertrauen", beschwichtigte ich und setzte mich dann wieder neben ihn.
Er richtete sich auf und atmete tief durch. Wahrscheinlich war er es nicht gewohnt, dass eine Frau ihm mal die Meinung sagte.
"Wir sollten uns nun ausruhen", meinte er schließlich und sah mich wieder an.
Zögernd überlegte ich hin und her, bis ich mir dann doch einen Ruck gab.
"Du kannst ruhig im Bett schlafen, wenn es dich nicht stört. Mir macht das nichts. Du scheinst mir kein perverser Irrer zu sein.", sagte ich und fasste mir kurz nervös an den Nacken.
Er sah mich überrumpelt an und lachte dann kurz bei meiner letzten Bemerkung. "Danke für das Kompliment", neckte er und schien selbst etwas nervös.
"Es wäre auch besser für deinen Rücken", haute ich noch einen drauf und legte mich dann einfach schon mal hin. Dabei drehte ich mich einfach zur Wand und schloss die Augen. "Gute Nacht", Schmunzelte ich.
Dutch räusperte sich, schien aber nachzugeben. Er stand auf und ich hörte wie er sich Hemd und Hose auszog.
"Gute Nacht", hauchte er und legte sich dann zu mir.
In dem kleinen Bett, konnte ich seine Wärme spüren. Er deckte uns beide sogar zu, was mich wieder erröten ließ. Nicht lange und ich war eingeschlafen.
Am nächsten Morgen wurde ich früh wach, doch ich war noch am dösen. Dabei bemerkte ich, dass ich einen Arm um ihn geschlungen und mich in der Nacht wohl an ihn geschmiegt hatte.
Dutch schien wach zu werden, denn ich spürte wie er sich unter mir bewegte. Die Augen hatte ich weiterhin geschlossen und ich stellte mich schlafend. Ich spürte wie er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich und musste mir dabei ein Grinsend verkneifen. Er küsste sogar leicht, wie ein Windhauch, meinen Handrücken, als er meinen Arm sanft nahm, um darunter durch zu klettern und aufzustehen.
Ich wartete noch, bis er angezogen war und raus ging, ehe ich mich aufsetzte und mich streckte. Langsam zog ich mich an und atmete dann tief durch.
Möge das Spiel beginnen!
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