Mittelerde Adventskalender 2019 – „Eiskalt“

von Avarantis
DrabbleDrama, Familie / P12
Idril Celebrindal Maeglin / Lómion
03.12.2019
03.12.2019
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Vorwort
Wie immer einen herzlichen Dank an Pethryn für das Organisieren das Kalenders! Ich breche dieses Jahr mal mit meinem Standartpairing und gebe etwas… anderes von mir. Nur ein Drabble weil wegen Gründen. Trotzdem viel Spaß.

Disclaimer
Das mit der Helcaraxe und dem Tod hat sich Tolkien ausgedacht. Ich leihe nur.

Kurzbeschreibung
Maeglin, unglücklich unbeholfen und schmerzlich der Abweisung ausgesetzt, übersieht er, dass seine unschöne Ausdrucksweise allein Verantwortung für rüdes Übergehen seiner versuchten Freundlichkeit ist. // Weihnachskalender-Drabble

Dramatis Personae
Idril Celebrindal, Itarillë, Tochter von Elenwë und Turgon von Gondolin
Maeglin, Cousin von Idril und unglücklich in sie verliebt.



Eiskalt




Drabblecount: 333 Wörter




„Du frierst dich noch zu Tode“, seine Hände ausgestreckt, sein Lächeln unsicher, verschwommen im hauchenden Kerzenschimmer, der durch die geöffnete Doppeltür weht. Eine eisige Hand klammerte sich um ihr Herz und ihre Lippen verzogen sich in dem krampfhaften Versuch, aufquellende Tränen in ihren Augen zu unterdrücken.

Dunkel wehte der eisige Nordwind, trieb das Licht der Sterne in Böen aus frostkaltem Winterschimmer vor dem Vorhang der Nacht. Unter den türmenden Eiskristallen schoben sich die scharfen Zapfenzinnen eines Palastes hervor, der niemals einen Ballsaal kennen würde.
Vor dem Thron der aufgewirbelten Flocken kniete ihr Vater, die Tränen gefroren auf den Wangen und die Hand in der ihren.
Bilder hinter verzerrtem Glas, nur dass es Eis war, das ihr den klaren Blick verwehrte. Sie konnte sich nicht erinnern, ob es der verronnenen Zeit zuschulden war oder den hastig geschliffenen Blöcken des Grabes aus Eis. Ruhig und still, beleuchtet von dem schwachen Licht feanorischer Lampen, war das Haar ihrer Mutter weiß geworden und die Augen in kaltem Stieren gefroren. Blass wie der Schnee, das Totentuch unter gefalteten Händen. Sie hatte den Tod nicht gekannt. Doch sie wusste in der Tiefe ihres kindlichen Verstandes, dass er kalt und einsam war, dass er alleine ließ, was nicht allein gehörte.
Die Schneewehe hatte den Duft ihrer Mutter lange von seiner Haut geblasen und doch bildete Itarill
ë sich ein, ihn noch ein letztes Mal zu riechen, als ihr Vater ihr einen Kuss auf die Schläfe hauchte. Mit kalten Lippen und einsamen Augen. Turgon würde Narben auf den Wangen behalten, von jener kältesten Stunde, in der die Noldor ihre goldene Prinzessin und er sein Herz verloren hatte.


„Wieso findest du immer die falschen Worte?“, Idrils Stimme knickte mittig ein wenig ein, als sie abwehrend eine Hand mit ausgestreckten Fingern hob und auf ihren Wangen ruhen ließ, um die Hälfte ihres Gesichts vor Maeglins starrem Blick zu beschützen. Sie sah nichts weiter außer den Schlieren von aufwallendem Brennen in ihrem Blick und mit fliegendem Gold ihrer Haare verschwand sie ins Innere des Palastes.
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