Alle Jahre wieder

GeschichteSchmerz/Trost / P12
03.12.2019
03.12.2019
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Alle Jahre wieder


Den Griff fest umschlungen,
Der Schweiß tropft von der Stirn,
Warm ist das Metall,
Wie lange steh´ ich schon hier?
Kann meinen Kopf nicht heben,
Nichts als Öffnungszeiten sehen,
Denn ich will keine Blicke treffen,
Aus Angst, sie folgten mir hinein.
Ich schwinge die Tür als sei sie meine Axt,
Meine einzige Waffe gegen die Pein,
Jetzt entscheidet sich die Zukunft,
Jetzt entscheidet sich mein Sein.
Leben als Mensch oder kriechen als Tier,
Stolz wie ein starker Krieger
Oder lechzend auf allen Vier´n.
Schritt auf Schritt, Fuß vor Fuß
Erkämpfe ich mir Boden und erobere mein Revier.
Was könnte mich jetzt noch halten?
Mir diese Chance verwehren?
Langsam erhebe ich meine Faust,
Klopfe sie auf den Tresen:
Meine Siegesmusik,
Ich koste sie aus, will sie genießen.
Hallo, der Herr, haben Sie einen Termin?
Einmal die Karte bitte.
Oh, die muss ich wohl vergessen haben,
Ich hole sie schnell, ach, wenn ich es mir recht überlege,
Dann hat das bis morgen Zeit.
Wissen Sie, ich komme bald wieder,
Wenn ich es soweit bringe, schaffe ich es überall hin,
Denn ich fühle mich schon wie geheilt.
Und so gehe ich heim,
Lege mir meine Fesseln an,
Starre bedingungslos auf den Bildschirm,
Als wolle ich alle Farben aus ihm ziehen.
Dann baue ich mir eben mein eigenes Leben,
Die Grenzen verschwinden, mein Traum wird Realität,
Wir alle wissen, wie es weitergeht.
Ich suche mein Glück und finde mein Scheitern,
Was könnte mich jetzt noch halten?
Wie lange sitze ich schon wieder hier?
Nichts erfüllt mich so sehr
Wie die Leere in mir.
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