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The Loved and the Wicked

von IceK04
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Elphaba Thropp Fiyero Tigelaar/Tiggular Frexspar Thropp Glinda/Galinda Upland of the Upper Uplands Melena Thropp Nessarose Thropp
02.12.2019
06.12.2019
6
12.030
4
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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02.12.2019 3.065
 
A/N:
Da bin ich schon wieder mit dem zweiten Kapitel:)
Das Buch, in dem Elphaba in diesem Kapitel liest, ist 'Tintenherz' von Cornelia Funke. Ein Buch, das ich nur empfehlen kann.



Kapitel 2
Auf


Mit einem Seufzen schob Elphaba eine Strähne von rabenschwarzem Haar, das sich aus ihrem Dutt gelöst hatte, hinter ihr Ohr und stützte die Hände auf die Hüften. Die Wände ihres Zimmers sahen so leer aus, wenn die Regale nicht voll mit Büchern waren und sie dachte für einen Moment sie könne die Leere ihres Schrankes sehen, die sich hinger verschlossen Türen versteckte.
"Na ja.", tönte die leise Stimme ihrer Mutter von der Tür, "Wir wollen doch nicht im letzten Moment noch nachgeben, nicht wahr?'
Elphaba schüttelte langsam den Kopf, drehte sich um und hob den Koffer vom Boden hoch.
"Es ist nur...", sie stockte und überlegte, was sie am Besten sagen sollte, "Mir ist nur gerade klar geworden, dass ich diesen Raum für eine lange Zeit nicht sehen werde."
Ihre Mutter trat zwei Schritte in den Raum hinein und gab ihr ein verständnisvolles Lächeln, "Aber darum geht es hier nicht, habe ich Recht?"
Elphaba schüttelte ihren Kopf, dann nickte sie.
"Nein, ich meine... Ja, du hast recht. Ich bin nur..."
Sie drehte sich um und sah ihre Mutter nun direkt an, "Ich bin grün, Momma. Ich bin grün und es ist schockierend und komisch und... was wenn sie genauso reagieren werden, wie Ganz Munchkinland es tat?"
Ihre Mutter stoppte, der Blick in ihren Augen etwas zwischen Schock und Trauer.
"Fabala...", aber sie sagte nichts weiter.
Und so nahm Elphaba ihren Koffer hoch und rauschte aus dem Zimmer, ohne sich umzudrehen.
"Ein neuer Anfang.", beschwor sie sich und versuchte den intensiven Blick ihrer Mutter zu ignorieren, "Keine Vorurteile."
Sie stieß einen Seufzer aus und kletterte leise die Treppen hinunter, sah durch das Fenster dem Kutscher zu, wie er sich um seine Pferde kümmerte.
"Ist alles in Ordnung, Fabala?", ertönte Nessas Stimme und Elphaba drehte sich um und nickte.
"Das Frühstück ist fertig.", sagte Vater und streckte seinen Kopf aus dem Esszimmer, "Melena, Liebes? Wo bist du?"
Elphaba sah ihrer Mutter zu, wie sie die Treppe hinunter kam und direkt neben ihr stehen blieb, ihre Augen voller Trauer.
"Fabala...", begann sie ein weiteres Mal und Elphaba ließ eilig ihren Koffer fallen und näherte sich ihrer Mutter.
"Mach dir keine Sorgen, Momma.", sagte sie, "Ich bin bloß so aufgeregt und schlechte Gedanken bleiben auch mir nicht erspart."
Doch ihre Mutter ließ das Thema -natürlich- nicht so einfach fallen.
"Nein, Elphaba, das sind nicht nur schlechte Gedanken von der Aufregung.", sie nahm Elphaba's Hände und drückte sie, "Das ist, wovor du Angst hast. Und es ist in Ordnung Angst zu haben."
Nochmal streckte Vater seinen Kopf aus dem Esszimmer, "Melena? Elphaba? Es gibt Frühstück."
Elphaba befreite sich schnell aus dem Griff ihrer Mutter und schaffte es, in ihren Stuhl zu fallen, bevor Momma das Thema nochmal ansprechen konnte. Elphaba wusste sie würde es nicht am Esstisch erwähnen -ihr Vater hielt nichts von solch bedrückenden Themen während dem Essen.
"Fabala, du wirst mir sicher schreiben.", sagte Nessa und nippte an ihrem Tee.
Elphaba zog eine Augenbraue in die Höhe, "Natürlich, Nessie. Wann immer ich die Zeit finde."
Sie sah hinunter auf das Sandwich auf ihrem Teller und begann langsam daran zu knabbern, ohne dass das Gefühl von Hunger je einsetzte.
Mit einem Seufzen legte sie es zurück auf ihren Teller und blickte auf drei Augenpaare, die sie anstarrten.
"Ähm...", begann Elphaba, doch im selben Moment räusperte Vater sich und wandte den Blick ab und Nessa senkte ihre Nase wieder in ihren Tee.
Bloß Momma sah nicht weg sondern starrte Elphaba direkt in die Augen; direkt in die Seele -wie Elphaba sich fühlte.
"Darf ich aufstehen, damit ich etwas für die Kutschfahrt vorbereiten kann?", brachte Elphaba hervor und bevor ihr Vater überhaupt die Chance hatte, den Mund zu öffnen, sprang sie auf und stürmte aus dem Raum.
Schwer atmend rauschte Elphaba in die Küche, wo ihre Hände die Kante der Arbeitsfläche umklammerte, als sie versuchte, die Tränen zu unterdrücken, die sich in ihren Augen sammelten.
"Oz verdammt.", fluchte sie leise und presste ihre Augen zu.
Ihre Mutter hatte Recht; sie hatte Angst.
Sie war zu Tode beängstigt und sie hasste es. Sie hasste es genauso sehr wie sie es hasste, nicht zu wissen, was vor ihr lag. Und was sie noch mehr verabscheute, war, dass ihre Mutter das alles wusste; sie hatte es vielleicht sogar schon gewusst, bevor Elphaba selber es bemerkt hatte.
"Oz verdammt!", schrie sie beinahe und ihre Hände flogen zu ihrem Gesicht, um ihren Mund zu bedecken als sie begann zu zittern unter dem Druck, dem sie sich selber aussetzte, um nicht zu weinen.
"Oh, Elphaba."
Zwei dünne Arme schlangen sich um sie und zogen sie in eine feste Umarmung und als die Finger ihre Mutter durch ihre schwarzen Haare kämmten stieß Elphaba ein einziges Schluchzen hervor, "Du hattest Recht, Momma, Ich... Ich habe Angst."
Momma strich ihr langsam über den Rücken und seufzte in ihr Ohr, "Es ist in Ordnung, Elphaba. Es ist in Ordnung Angst zu haben. Du wirst sehen, Liebes; Alles wird sich zum Guten wenden... die Leute in Shiz sind sicher nicht so engstirnig wie die Munchkins."
Aber Elphaba war nicht so überzeugt davon, wie ihre Mutter. Sie kuschelte sich bloß etwas enger in ihre Umarmung und versenkte ihre Nase in ihrem dunklen Haar.
"Ich fühle mich so... so albern.", flüsterte sie, "Ich bin neunzehn Jahre alt und habe immer noch Angst vor neuen Leuten, bloß weil sie meine Haut vielleicht oder vielleicht auch nicht hassen werden."
Momma schüttelte ihren Kopf und sah Elphaba mit einer Ernsthaftigkeit an, die die grünhäutige Frau erzittern ließ, "Ich glaube nicht, dass ich je zu Shiz gegangen wäre, wäre ich an deiner Stelle, Elphaba. Und ich bin so stolz auf dich, dass du so mutig bist. Und so... erwachsen."
Elphaba wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie trat langsam, vorsichtig, zurück und wandte sich dem Korb zu, den sie und ihre Mutter mit sich auf die Kutschfahrt nehmen würden.
"Ich hatte vor ein paar Erdbeeren mitzunehmen.", murmelte sie und deutete auf die kleinen roten Früchte auf der Arbeitsfläche, "Aber wir könnten auf Brombeeren nehmen, was immer du willst."
Ihre Mutter schenkte ihr ein kleines Lächeln, das ihre Augen nicht erreichte, "Erbeeren sind perfekt, Fabala."
Sie wandte sich zur Tür, "Ich werde nur noch fertig frühstücken und dann geht es los."
Elphaba nickte geistesabwesend und machte sich auf, um die Erdbeeren im Spülbecken zu waschen. Sie sah den besorgten Blick nicht, den ihre Mutter ihr zu warf. Sie hörte nicht, was sie sagte, als sie zum Frühstückstisch zurückkehrte und sich neben ihrem Mann niederließ.
"Ich habe es dir gesagt.", mit dem traurigsten Blick, den ihre Mutter je gemacht hatte.
Nicht einmal eine halbe Stunde später standen Nessa und Vater in der Haustür und sahen zu wie der letzte Rest von Elphabas Gepäck in die Kutsche gewuchtet wurde und Elphaba stand vor ihnen und lächelte leicht.
"Ich schreibe euch.", sagte sie zu ihrer Schwester, gleichermaßen wie zu ihrem Vater, und beugte sich hinunter zu Nessa.
"Ich vermisse dich jetzt schon, Nessie.", sagte sie und zog das Mädchen in eine Umarmung.
Nessa schniefte leicht, "Ich dich auch, Fabala."
Sie zog ihre Schwester noch enger an sich, dann ließ sie sie gehen. Unbeholfen richtete sie sich auf und sah ihren Vater an.
"Auf Wiedersehen, Vater.", sagte sie und ließ ihn sie umarmen, während der Kragen seines Hemdes ihren Hals kitzelte.
"Es sind nur ein paar Monate.", sagte Vater ermutigend, "Die Zeit wird wie im Fluge vergehen... im Nu stehst du wieder genau hier."
Elphaba nickte und schenkte ihm ein Lächeln.
"Auf Wiedersehen.", sagte sie ein weiteres Mal und, mit dem Gefühl der schmalen Hand ihrer Mutter auf ihrem Rücken, kletterte sie in die Kutsche und wartete darauf, dass ihre Mutter einstieg und die Tür schloss.
Als Momma hereinkam, lächelte Elohaba leicht und deutete auf den freien Platz neben sich.
"Hast du etwas mitgenommen, um sich zu amüsieren?", sagte sie und hob ihr Buch hoch, "Denn ich werde in ein paar Minuten nicht mehr zur Verfügung stehen."
Ihre Mutter ließ ein leises Kichern hervor, "Das ist nicht meine erste Kutschfahrt mit dir, Fabala."
Sie zog ihr Strickzeug aus ihrer Tasche und lehnte sich gegen die hintere Wand der Kutsche. Ihr langes schwarzes Haar war hochgesteckt zu einem unordentlichen Dutt, der von einer Stricknadel zusammengehalten wurde, die sie zwischen die dunklen Strähnen ihres Haares gesteckt hatte.
Langsam, beinahe als wäre sie unsicher, dass es in Ordnug wäre, ließ Elphaba ihren Kopf auf die Schulter ihrer Mutter fallen während sie las. Das Klicken von Mommas Stricknadeln erfüllte die Kutsche mit Geräuschen und leise fiel Elphaba in Die Welt des Buches, das sie las.

Geräuschlos schloss er den Deckel.
"Hast du das gesehen?", flüsterte er dem Marder zu, "Ich habe einfach zu viel Angst davor. Möchtest du dir nicht vielleicht doch einen tapferen Meister suchen? Denk darüber nach." Gwin prustete leise gegen sein Ohr, doch wäre es seine Antwort gewesen, so hätte Staubfinger sie nicht verstanden.
Für einen Moment hörte er Meggies ruhigem Atem zu, dann näherte er sich der Tür. "Dann mal los.", murmelte er, als er im Flur stand, "Wer soll es den sowieso herausfinden?"
Dann kletterte er hinauf zur Dachkammer, die Elinor ihm angeboten hatte, und legte sich in das schmale Bett, das zwischen sich stapelnden Bücherkisten stand. Doch er fand keinen Schlaf, ehe der Morgen kam.



Elphaba wachte auf, als die Kutsche mit einem Ruck zum Stehen kam und ihre Lider flatterten.
"Wo sind wir?", murmelte sie und setzte sich auf, ihre Mutter beäugte sie mit Belustigung.
"Wir haben gerade die Grenzen zu Gillikin passiert.", sagte die Frau und strich sich eine Haarsträhne von der Stirn, "Es wird uns beinahe den Rest des Nachmittags brauchen, bis wir Shiz erreicht haben, Liebes. Wenn du magst kannst du wieder schlafen gehen. Du verpasst nichts."
Elphaba sah ihre Mutter mit gerunzelter Stirn an, "Was ist mit der Smaragdstadt? Sind wir schon an dem Hügel vorbei?"
Die ältere Frau lächelte sanft, "Seit einer halben Stunde."
Elphabas Schultern sanken in Enttäuschung.
"Oh.", stieß sie hervor, lehnte sich zurück gegen die hintere Wand der Kutsche und schloss ihre Augen für eine Sekunde, "Chance verpasst, stimmt's?"
Sie spürte die grazilen Finger ihrer Mutter über ihre Wange streichen und öffnete ein Auge.
"Die Chance wird sich im Nu wieder ergeben.", sagte Momma und ihre Stimme dultete keinen Widerspruch.
Elphaba legte den Kopf schräg und deutete mit der Hand auf das Strickzeug ihrer Mutter, "Sag mal, was nähst du da eigentlich?"
Mommas Lächeln vertiefte sich, sodass die feinen Linien um ihre Augen etwas sichtbarer wurden, "Eine Decke für Nessa. Die Wintermonate lassen nicht mehr allzu lange auf sich warten und... Nun ja, du weißt ja wie kalt ihre Beine werden."
Die grünhäutige Frau nickte und wurde wieder still.
Ihre Gedanken wanderten wieder und wieder zu Shiz, was auf sie zukommen würde.
Was würde sie wohl erwarten auf dem Universitäts Campus? Komische Blicke -definitv. Feinde -höchstwahrscheinlich. Freunde -vielleicht. Man konnte ja nie wissen. Obwohl ihre Mutter sich sicher zu sein schien, dass Elphaba eine wunderbare Zeit haben würde.
Elphaba sah hoch und blickte in die Augen ihrer Mutter, die den ihren so ähnlich waren.
'Verzweifle nicht, mein Kind.', schien ihre Mutter zu sagen, 'Es wird alles gut gehen.'
Elphaba war sich immer noch nicht sicher.


* * * * * * * * * *


Elphaba war sich sicher sie hatte noch nie etwas so atemberaubendes gesehen wie die Treppen, die zu dem großen Eingang der Shiz University führte. Die cremeweißen Treppenstufen waren gesäumt von säuberlich geschnittenen Büschen und über der hölzernen Flügeltür hatte man 'Shiz University' in den Stein gemeißelt.
Elphaba spürte wie ihr Herz hart in ihrer Brust schlug und sie lehnte sich eilig zurück gegen die Polster der Kutsche und starrte auf ihre Finger, die in ihrem Schoß gefaltet waren.
Die Kutsche kam mit einem leichten Ruck zum Halt und als die Tür geöffnet wurde blinzelte Elphaba und ihre Mutter gegen das Licht.
"Madame.", sagte der Kutscher und hielt Momma seine Hand hin, damit sie aussteigen konnte. Er kümmerte sich nicht, sie Elphaba anzubieten.
Elphaba rollte mit den Augen und trat hinaus auf den Weg.
Tiefe Atemzüge der frischen Luft nehmend besah Elphaba sich die Sicht auf Wein-behängte Wände und große Fenster. Ein aufgeregtes Lächeln formte sich auf ihren Lippen und sie hörte ihre Mutter hinter sich seufzen.
"Es ist wunderschön.", sagte Momma und Elphaba nickte.
Sie nahm gedankenverloren ihren Koffer hoch, den der Kutscher neben ihr hatte fallen lassen, und hielt ihn vor sich mit beiden Händen.
"Vergiss deine Papiere nicht.", beeilte ihre Mutter sich zu sagen und reichte ihr eilig einen Spapel Dokumente, "Zimmerreservierungen, Kurse, Nachmittagsveranstaltungen... Hast du vor auch etwas zu tun, das Spaß macht, Fabala?"
Elphaba hob eine Augenbraue, "Spaß? Momma, wirklich. Wofür bin ich denn sonst hier?"
Sie schüttelte ihren Kopf in gespielten Unglauben und betrat, mit einem tiefen Atemzug, die Treppen zum Eingang der Universität.
Drei Dinge waren zu bemerken, als sie durch die Tür schlüpfte. Nummer eins; drei Tage vor Schulbeginn anzukommen war etwas, das nicht viele Studenten taten, Nummer zwei; Obwohl viele der Studenten, die sie sah, Munchkinländer zu sein schienen, entdeckte Elphaba kein bekanntes Gesicht und Nummer drei; Das Starren von beinahe jedem Schüler, Elternteil und Lehrer war ihr niemals schwerer gefallen, zu ignorieren.
Sie sah wie sich ihre Augen vor Schock weiteten, wie sie sich zusammenfanden und hinter vorgehaltenen Händen tuschelten, sie fühlte ihre Blicke auf ihrem Rücken, genauso wie sie die Hand ihrer Mutter auf ihrem Rücken fühlte, als diese sie sanft durch die Halle und auf die Rezeption zu schob.
Elphabas Mutter räusperte sich etwas unbeholfen als sie vor dem Tresen zum Stehen kamen. Die Frau dahinter nahm nicht einmal den Blick von den Papieren vor sich, als sie ihre Brille auf ihrem Nasenrücken hinauf schob und, mit einer Stimme gefüllt mit Anspannung und Ungeduld, sagte sie, "Namen und Nachnamen auf die Liste, wenn Sie einen persönlichen Führer haben wollen, füllen Sie die Formulare zu Ihrer Rechten aus. Zimmerreservierungen links, Letzte Einschreibung in der Mitte. Sie kriegen Ihre Schlüssel, sobald Sie alles ausgefüllt haben. Irgendwelche Fra-"
Der Mund der Frau öffnete sich in Schock und ihre blauen Augen weiteten sich, "Bei Oz!"
Sie schob ihren Stuhl ein Stück zurück und richtete sich auf, ohne dass ihre Augen jemals Elphaba verließen.
"Elphaba Thropp.", sagte Elphaba so ruhig, wie es ging, und verschränkte die Arme vor der Brust, "Ich habe meine letzte Einschreibung vor ungefähr einer Woche eingesendet. Sie ist schon unterschrieben."
Die Augen der Frau weiteten sich ein kleines Stückchen mehr, als Elphabas Stimme erklang und sie räusperte sich, "Ä...Ähm...nun, Miss...Thropp."
Sie drehte sich um und begann in einer großen Box hinter sich nach etwas zu suchen. Dann drehte sie sich abermals um und rechte Elphaba Schlüssel und Raumplan, "Eine private Suite, wie Ihr Vater verlangte."
Elphaba runzelte verwirrt die Stirn und sie warf ihrer Mutter einen fragenden Blick zu, die jedoch bloß abwinkte.
"Was ist mit den Kursen?", fragte Elphaba und die Sekretärin begann ein weiteres Mal nach etwas zu suchen.
"Sie finden Ihren Stundenplan und die Kurse in Ihrem Zimmer.", sagte die Frau nach einer gefühlten Ewigkeit und endlich drehte Elphaba sich um und machte zwei schnelle Schritte von dem Tresen fort.
"Ich war das.", sagte ihr Mutter und hackte sich bei ihr ein.
"Du warst was?"
"Ich habe auf die private Suite bestanden.", sagte Momma und Elohaba hob eine Augenbraue.
"Ich hatte nicht erwartet, dass Vater es gemacht hat.", sagte sie, stoppte in der Mitte der Halle und starrte auf die Karte in ihren Händen.
Den Blick hebend und wieder senkend um herauszufinden, wo sie lang mussten, tippte sie mit der Schuhspitze immer wieder gegen den Boden, zu einem Takt, den nur sie selber kannte.
"Hier lang.", sagte sie nach einigen Sekunden und deutete nach links, wo eine schmale Tür nach draußen führte; dieses Mal hinter das Gebäude.
"Ich würde Jahre brauchen, um mich hier zurecht zu finden.", sagte Momma nach einiger Zeit, in der sie, scheinbar ziellos, schmalen Wegen gefolgt, nach links und rechts abgebogen und tausende Treppen hinaufgestiegen waren.
"Momma, rede nicht immer von dir selbst, als wärst du dumm.", sagte Elphaba gedankenversunken und strich sich eine dunkle Haarsträhne aus der Stirn.
Ihre Mutter zog eine Augenbraue hoch, "Fabala, rede nicht immer von dir selbst, als wärst du wertlos."
Elphaba blieb stehen und sah ihre Mutter regungslos an.
"Auch wieder wahr.", sagte sie nach einigen Sekunden Stille und wandte sich nach rechts, "Hier ist es."
Eilig faltete sie die Karte zusammen und fummelte mit den Schlüsseln am Türschloss herum, bis die Tür sich mit einem Klicken öffnete.
"Dann mal los.", hörte sie ihre Mutter sagen, als sie die Tür aufstieß und hinein trat.
Ein Bett, ein Schreibtisch, ein Sofa und vier leere Regalbretter; ein Schrank, ein eigenes Badezimmer und die Sicht auf eine riesige Eiche aus dem Fenster; dies würde von diesem Tag an ihr zu Hause sein -mindestens für die nächsten vier Monate.
Momma kam langsam neben ihr zum Stehen und lächelte ihre Tochter mit einem warmen Blick an. Keiner der Beiden hob die Stimme, sie standen einfach nur da, völlig regungslos, und ließen das alles auf sich wirken; das Zimmer, die Leute, den Moment...
Es hätte schlimmer sein können, beschloss Elphaba; die Sekretärin hätte ebenso gut in Ohnmacht fallen können.
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