Sterek Adventskalender 2019

von ZiraNeko
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Derek Hale Mieczyslaw "Stiles" Stilinksi
02.12.2019
02.01.2020
26
59.702
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02.12.2019 860
 
Und hier kommt das zweite Türchen!^^
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Bereits eine halbe Stunde später lag ganz Beacon Hills unter einer weißen Pracht. Es hatte nur wenige Minuten nach dem Derek und Stiles aufgebrochen waren angefangen wie wild zu schneien. Dicke Flocken waren in Maßen vom Himmel gefallen und hatten allem einen unschuldigen Anschein verliehen. Alles wirkte rein und neu.

Stiles stapfte übermütig durch den frischen Schnee und liebte es seine Fußspuren in der unberührten Landschaft zu hinterlassen. Wie ein Kind hüpfte er durch den Schnee und versuchte einzelne Kristalle in seinen Mund schweben zu lassen, mit vor Freude glänzenden Augen.

Dereks Blick ruhte dabei die ganze Zeit auf ihm. Er ging ein paar Schritte hinter Stiles und war tief in Gedanken versunken. In seiner kindlichen Freude und der roten Jacke drängte sich Derek der Vergleich mit Rotkäppchen auf, die mit dem großen bösen Wolf im Wald spazieren ging. Ein kleines Schnauben gab er unwillkürlich von sich. Wie arglos oder eher unvernünftig!

Denn gerade das war doch Stiles Spezialität, sich ohne großartig nachzudenken in die Gefahr zu stürzen und das wo er doch so verletzlich war als Mensch. Aber es könnte auch einen anderen Grund für diesen Gedanken geben und dieser war Derek noch nie so bewusst wie in diesem Moment gewesen. Stiles war jung. Mit einem unangenehmen Druck in der Brust erinnerte er sich daran, dass Stiles gerade einmal achtzehn war. Sein Leben begann gerade und genau jetzt sollte er die richtigen Entscheidungen treffen.

Ein scharfer Schmerz zog durch Dereks Brust. Er hasste diese Gedanken, doch er wusste auch, dass sie zu der einzig richtigen Entscheidung führen würden.

Es war knapp drei Monate her, eine neue Bedrohung hatte gerade ihren Weg nach Beacon Hills gefunden, als Derek das erste Mal eine andere Option für Stiles sah. Team Human hatte sich vor einem Angriff des fremden Rudels in Sicherheit gebracht. Stiles hatte sich schützend über Lydia geworfen, während sie sich unbewusst schutzsuchend an ihn geklammert hatte. In diesem Moment war es natürlich nur dieses Bild, das Derek sah, aber es brannte sich in sein Gedächtnis fest und es tauchte immer wieder vor seinem geistigen Auge auf.

Der Kampf gegen das fremde Rudel war schwer, sie zogen wirklich alle Register und das Rudel musste viel einstecken. Am Ende gelang ihnen zwar der Sieg, doch Derek empfand nur tiefe bittere Trauer. Während der Auseinandersetzungen hatten die Werwolfe sich endschieden Abstand zu ihren menschlichen Rudelmitgliedern zu halten, um sie nicht in die Schussbahn zu ziehen. Das war bei Stiles natürlich nicht auf Verständnis getroffen, aber auch er hatte sich am Ende größtenteils daran gehalten. So kam es, dass Allison, Lydia und Stiles viel Zeit miteinander verbrachten.

Nach einiger Zeit gingen sie so vertraut miteinander um, dass es Derek jedes Mal einen Stich der Eifersucht versetzte, wenn er sah wie Lydia Stiles kurz am Arm berührte, an seiner Kleidung zupfte oder über einen seiner Witze lachte. Denn es hielt ihm deutlich vor Augen, was Stiles alles haben könnte und was sein Gefährte aufgeben würde, wenn er sein Leben mit ihm verbringen würde. Ihm, Derek, der sich und seinen verkorksten Charakter, mit dem dauerangefressenen Gesichtsausdruck ja noch nicht einmal selbst leiden konnte. Einem kaputten Wesen, dessen Leben nur aus Gewalt und Tod bestand, im Vergleich zu dem strahlenden Licht, dass Lydia umgab.

Stück für Stück zog er sich zurück. Beobachtete Stiles aus der Distanz und musste sich schmerzhaft eingestehen, dass es für Stiles besser wäre, ein Leben mit Lydia zu verbringen, als an seiner Seite. Jedes Mal, wenn Stiles ihn berührte oder küsste zwang sich dieser Gedanke, dieses Bild wieder in den Vordergrund und er unterband die Zärtlichkeiten. Natürlich entging ihm nicht, dass er seinen Gefährten damit verletzte, doch er war sich sicher, dass es so besser war. Wochen hatte er mit sich gehadert, hatte gekämpft und gedanklich immer wieder alles verworfen. Es fühlte sich an, als würde er sich sein Herz rausreißen. Aber er wusste, es war die richtige Entscheidung und gerade jetzt, als er Stiles in seinem kindlichen Tun beobachtete, war es, als wenn eine schwere Tür lautstark einrastete. In diesem Moment brachte er die Kraft auf, endlich seinen Entschluss zu fassen. Er würde seinen Gefährten, seinen Seelenpartner, sein Herz verlassen.

Es tat weh, es zerriss in fast, aber auch eine gewisse Erleichterung durchströmte ihn, denn er hatte endlich eine Entscheidung gefällt.

"Derek!" wurde er aus seinen Gedanken gerissen. "Willst du die Gelegenheit vielleicht nutzen und ein wenig laufen?" bot Stiles ihm an. Ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Lippen. Sein Gefährte kannte ihn genau. Stiles wusste, wie gerne er als Wolf durch die Wälder streifte und auch ihm gefiel der Gedanke, ein wenig durch den Schnee zu tollen. Außerdem wusste er auch genau, wie sehr Stiles ihn als Wolf liebte. Diesen Gefallen würde er ihnen noch tun. Diese Erinnerung würde er sich ins Gedächtnis brennen, um immer wieder an diesen glücklichen Moment zu denken, denn danach würde er ihre Beziehung beenden.

Ein festes "Ja" war alles was er erwiderte, bevor er begann sich auszuziehen.
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Die kleine Szene hat mir echt viel abverlangt. Ich bin richtig traurig dabei geworden. Ging es euch ebenso?

Liebe Grüße und bis morgen
Zira