24 heiße Adventsgeschichten

OneshotRomanze / P18
Inu no Taishou Inu-Yasha Izayoi Kagome Sesshoumaru Tsukiyomi
01.12.2019
09.12.2019
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Guten Abend, es geht weiter.
Leider wieder knapp, doch wie das so ist, wenn man ein Adventsgesteck bastelt,
und aus geplanten 2.000 Wörtern, plötzlich 4.700.

Aber lange Rede, kurzer Sinn, ich wünsche euch einen schönen 2.ten Dezember!
Viel Spaß mit dem ungleichen Pärchen!

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»Prinzessin, lauft nicht so weit! Ihr dürft doch nicht in den Wald!« Keuchend hechtete eine Frau mittleren Alters hinter einem jungen Mädchen her. Es hatte schwarzes, langes Haar wie Ebenholz, welches teilweise aus ihrem roten Kopftuch hervorquoll und sich in leichten Wellen bis zu ihren Hüften ergoss. Sie war 16 Jahre alt, doch flink wie eine 10-Jährige.
»Ich schau mich nur kurz um!«, versprach die junge Dame, sich zu ihrer Begleitung drehend. Dabei verlor sie nicht an Geschwindigkeit, was sie etwas ins Straucheln brachte.
Die persönliche Dienerin, in blassen Gewändern gekleidet, betrachtete ihren schönen weißen Kimono mit roten Stickereien, ahnend, dass sie die Grasflecken niemals rausbekommen könnte. »Seid nicht so ungestüm.«
Die junge Prinzessin streckte ihr nur die Zunge heraus, bevor sie um die eigene Achse wirbelnd, wieder ihren Weg aufnahm. Wie es das Mädchen doch nervte, von jedem rumkommandiert zu werden. Sie war erwachsen. Theoretisch. Praktisch fühlte sie sich jung, frei und wild. Niemals würde sie sich einem Mann hingeben, um brav, wie ein Hund, neben ihm sitzen zu dürfen.
»Bah«, prustete sie, zwischen den Bäumen Haken schlagend. Das würde ihnen so passen. Keiner verheiratete sie. Ihr Vater liebte sie viel zu sehr, und hatte es schon seit Jahren aufgegeben, ihr neue Männer vor die Nase zu setzen. Warum? Ganz einfach, sie verschwand, wie vom Erdboden verschluckt. Es gab genug geheime Plätze im Wald, die keiner fand. Nicht einmal ihre Kammerzofe, die immer weiter in die Ferne rückte. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wieso sie wieder hier verschwand. Ganz einfach. Ihr Cousin war da, und versuchte jedes Mal, seine Drecksgriffel nach ihr auszustrecken. Sie hasste es, schön zu sein. Ab und an wünschte sie, sie wäre es nicht, dann hätte sie keine Verehrer.

So rannte die Prinzessin, bis die Laute ihrer Verfolgerin verklangen. »Endlich«, kam sie außer Puste zum Stehen. Wer hätte gedacht, dass die Alte an Ausdauer gewonnen hatte. »Hier findet mich keiner.«
Grinsend tigerte sie zwischen eng zusammenstehenden Bäume hindurch. Ihre rehbraunen Augen suchten die erscheinende Lichtung, mit den unzähligen Blumen, und einem riesigen Felsen in der Mitte, wachsam ab. Es schien keiner hier zu sein. Also hatte das Versteck niemand entdeckt.
Erleichtert trat sie hinaus, die Sonnenstrahlen genießend, und keinerlei Rücksicht auf ihre Kleidung nehmend. Es war ihre eigene Schuld. Genau. Summend tanzte sie mit den Lichtstreifen, sich dem Felsen immer weiter nähernd. Er war jedes Mal wunderschön warm, zu einem Nickerchen einladend. Nichts dergleichen gehörte sich für eine Prinzessin, aber diese wollte sie auch nicht sein.

Gerade erreichte sie den Felsen, als ihr ein großer weißer Schweif ins Auge fiel. Erschrocken huschte sie hinter die für sie sichere Felsmauer, tief durchatmend. Darauf war sie nicht gefasst gewesen. Noch nie war ein so gigantisches Tier hier erschienen. ›Was ist das nur?!‹, schossen ihr die Gedanken in den Kopf. Wie so oft kämpften in ihr die Angst und die Neugier. Ein gefährliches Unterfangen, dass sie schon in solch manche schwierige Situation gebracht hatte. Dieser befellte Schwanz gehörte keinem Reh oder anderem Pflanzenfresser, welchen sie je gesehen hatte. Wer wusste, ob es ein Wolf war. Ein Riesiger! Es erinnerte sie an die Sagen von Göttern, die den Wald schützten. In einem Märchen ihres Vaters war es ein großer weißer Hund gewesen, der seit Jahrhunderten den Wald schützte. Ein mächtiges Wesen. Konnte es eben dieser sein? Ein Gott? Jedoch wie sollte sie einem Gott begegnen? Durfte man sie ansehen? In ihrer Nähe sein? Sie berühren? Streicheln? Knuddeln? Füttern?
Die Prinzessin schüttelte den Kopf. Ihre Haare stellten sich auf. Auf welche Ideen kam sie? Vielleicht war sie frei, doch wollte sie nicht ihren Vater in Gefahr bringen. Also was tun?
»Hast du dich verlaufen?«, ertönte eine tiefe, männliche Stimme hinter dem Felsen. Ihr lief ein wohliger Schauer über den Rücken. Definitiv ein Gott.
»Ah ... nein«, stotterte sie, nach einer Lösung suchend. Ihre eine Hand verfing sich fast in einer Strähne, die sie aufgeregt immer mehr um ihr Gelenk wickelte. Er hatte sie bemerkt.
»Komm raus«, befahl er heiserer. Seine Stimme war mindestens eine Oktave tiefer gesunken. Es klang beängstigend, und ließ sie frösteln. Litt dieser Gott unter Stimmungsschwankungen? Wollte er sie womöglich fressen?
»Ich schmecke nicht.«
»Hn?« Ein kurzes, verwirrtes Aufmucken, was sie erstarren ließ. »Ich fresse keine Kleinkinder.«
»Kleinkinder?« Ihre Angst war wie geblasen, sie sprang herum und stellte sich in ihrer vollen Größe von ... einem Meter und 57 Zentimetern hin. »Vielleicht bin ich klein, aber ich bin 16!«
Kaum hatte sie es ausgesprochen, öffnete sie überrascht die Augen, welche sie angespannt zusammengekniffen hatte. Vor ihr saß ein Mann auf dem Boden. Er trug eine Rüstung, die sie so nie gesehen hatte. Die Schwänze waren nur Fell, dass ihm von den Schultern hing. Doch kein Gott.
»Entschuldige, ich wollte dich nicht beleidigen.« Sanft lächelnd sah er in ihr hübsches, gerötetes Gesicht. Noch nie hatte er so einen schönen Menschen gesehen. Ihre Porzellanhaut verbarg sie mit einem roten Tuch, um es wahrscheinlich vor einer natürlichen Bräune zu schützen. »Prinzessin.« Er hatte es hinzugefügt, wohlwissend, dass kein Bürgerlicher so schön sein könnte, und für eine Geisha war sie zu unschuldig.
»Ich ... also ... nein, ich bin keine Prinzessin, ich ... heiße Izayoi!«, stotterte sie, ihn genauer betrachtend, bis ihr ein roter Fleck an seinem Arm auffiel. »Du bist verletzt.«
»Hm?« Zwinkernd schielte er zu seinem Arm, dann zu ihr, nur um die Schultern anzu heben. Ein Fehler, denn der Schmerz vom verletzten Muskel, ließ ihn zischend die Luft einatmen. »Womöglich etwas.«
Seufzend ging sie vor ihm in die Hocke. Irgendwie ließ sein Schmerzenslaut sie alle Ängste vergessen. »Zeig her«, befahl sie mit einem besorgten Ton. Normal half sie kleinen Tieren, die sie unterwegs fand, und pflegte sie, damit sie wieder frei sein konnten, doch einem so Großen hatte sie sich nie genähert. Zumindest, wenn man einen Menschen mit einem Tier verglich.
»Ich muss dir nichts zeigen.« Er starrte sie eingehend an. Erst jetzt bemerkte sie die goldenen Augen und das schneeweiße, zu einem hohen Pferdeschwanz gebundene Haar. Irgendwie konnte sie nicht sein Alter einschätzen. »Oder willst du mich dazu zwingen?«
»Dann befehle ich es dir als Prinzessin.«
»Also doch eine Prinzessin?«, fragte er neckisch, den Kopf schief legend. Es war schon niedlich, wie ein Menschenmädchen ihm ihren Willen aufzwingen wollte. Anscheinend wuchs sie unbekümmert auf, wenn sie keinerlei Angst vor Fremden zeigte. Womöglich ein Fehler, würde einer seiner Generäle vor ihr auftauchen.
»Vielleicht. Willst du es riskieren, von den Soldaten geköpft zu werden, falls ich eine bin?«
»Ich würde sie alle besiegen.« Sein Blick hatte sich verfinstert. Eine Aura schien um ihn herum zu wabern, doch Izayoi konnte sie nicht sehen. »Wenn du mir nicht glaubst, hol sie her.«
»Idiot.«
»Wie bitte?« Er hob eine Augenbraue.
»Du hast mich schon verstanden. Man sollte angebotene Hilfe nicht ausschlagen. Dein Ärmel ist vom Blut rot getränkt. Wenn du dir nicht helfen lässt, bist du tot, bevor ich mit Soldaten hier wäre.«
»Dann lass mich hier doch sterben.« Er würde nicht sterben, aber das wusste sie nicht. Aber was sollte er sonst tun?
»Nein. Verdammt!«
Fluchend ließ sie sich auf die Knie zwischen seine geöffneten Beine fallen und zupfte an seinem rechten Ärmel, bis er sich löste. Der weißhaarige Mann war so überrascht, dass er nicht mal einschritt. Noch nie hatte ein Mensch gewagt, ihn so anzusprechen, geschweige denn an seiner Kleidung zu zerren. Dieses ungestüme Mädchen. Was dachte sie sich nur? Er könnte über sie herfallen. Diese Jungfrau war gefährlich aufdringlich.
»Geht doch!«
»Keh«, schnaubte er, während sie seine Wunde staunend musterte. »Und, sterbe ich?« Seine Frage klang belustigt, als sie erkennen musste, dass die Blutung schon längst gestoppt hatte. Es kam oft vor, dass er schwer verletzt wurde, jedoch heilte er auch schnell, denn er war ein Youkai. Ein Daiyoukai, auch Großdämon genannt. Dieses Mädchen verkannte ihre Situation. Vor ihr war kein Schoßhündchen, sondern ein gigantischer Hund, der sie mit einem Happs verschlingen könnte.
»Zum Glück«, seufzte sie erleichtert, löste ihr Tuch von ihrem Kopf, wickelte es um seinem Arm und band eine Kimonoschleife. Warum? Sie kannte keine anderen. »Dann sollte das reichen.«
»Hast du keine Angst?«
»Nein«, hauchte sie. »Obwohl, anfangs hatte ich sie.«
»Wieso da und jetzt nicht mehr?« Er war neugierig, was dieses Menschenmädchen zu sagen hatte.
»Als ich deine Fellstola hinter dem Felsen sah, glaubte ich, dass der Wächter, bzw. der Gott des Waldes hier ruhen würde. Aber du bist nur ein Krieger in Not.«
»Gott des Waldes?« Neugierig taxierte er sie, wie sie zwischen seinen Beinen hockte.
»Mein Vater erzählte mir von der Legende. Einem weißen Hundegott, der über diesen Wald wacht und das Böse vertreibt. Weißt du, ich habe noch nie einen Gott getroffen, und war schier verunsichert. Was sagt man zu einem. Darf man ihn stören geschweige denn ansehen?«
Ihm klappte der Mund auf, sodass seine scharfen Reißzähne zum Vorschein kamen. Hundegott? Also bitte. War das ihr Ernst? Vielleicht sein Sohn? Nein, keinesfalls. Der und ein Wächter? Er zerfleischte alles und kannte diesen Ort nicht. Aber welchen Hund meinte sie dann?
Es dauerte kurz, bis es Klick machte. War er selbst gemeint? Wohnte sie innerhalb des Waldes? In seinen Landen?
»Gleich kommen Fliegen rein, bei deinem Mundgeruch.«
Der Herrscher der Hunde schloss geschwind seinen Mund, schluckte und schüttelte sich leicht, bevor er eine Hand vor seinen Schlund legte, und gegen hauchte. »Verdammt«, fluchte er, sich schon selbst ekelnd. Anscheinend befanden sich in seinem Maul noch Reste von seinen Gegnern, die er zu Tode gebissen hatte. »Du bist sehr unverschämt. Was wäre, wenn ich wirklich dieser Gott in Menschengestalt bin?«
Ein kindliches Lachen ertönte. Zarte Hände berührten seine Wangen. Neugierige Rehaugen versperrten ihm jeglich andere Sicht. Es war ihm, als könnte er in ihnen versinken. So unschuldig. »Götter sind bestimmt nicht so peinlich, wie du.«
»Keh!«
»Igitt!«
Er drehte den Kopf zur Seite, kratzte sich am Scheitel und seufzte. »Dein Vater sollte dir die Ohren langziehen.«
»Nein danke, sonst sehen sie aus wie deine. Wie oft hat sie dir dein Vater langgezogen, bis sie so aussahen?«
Er schnappte ihr Handgelenk und hob eine Augenbraue hoch. »Nie. Die sind echt«, verlautete er, den Mund öffnend. Seine Reißzähne bleckte er, bis sie ihr auffielen.
»Alles in Ordnung?«
Kaum konnte er glauben, wie sie sich benahm. Einerseits verzogen, doch mit einem guten Kern. Jedoch konnte kindliche Neugier tödlich sein. »Ich gebe es auf.«
»Was gibst du auf?«
»Dich zu belehren«, schnaubte er, sie loslassend. Mit Schwung stand er auf, mit einem kurzen Blick auf den Verband. »Danke. Ich heiße übrigens Touga. Merke es dir.«
»Wieso, werden wir uns wiedersehen?«
»Wer weiß. Geh nun nach Hause. Hier draußen gibt es Monster, die dich töten könnten.«
»Keine Sorge, ich pass schon auf mich auf. Zumindest blute ich nicht.« Sie zuckte mit den Schultern, während er sich auf den Weg machte. Touga konnte sich ein letztes Grinsen nicht verkneifen. Man hielt ihn für ein Gott. Das durften seine Untergebenen niemals erfahren.


Viel Zeit zog in die Lande. Die junge Prinzessin erblühte jedes Jahr mehr zu einer wundervollen Lotusblüte.
Es hatte sich seither einiges geändert. Immer wieder verschwand sie in den Wald, sodass sein Vater täglich mehr verzweifelte. Keiner konnte sie bändigen. Wie eine Feder im Wind ließ sie sich treiben.
Einzig die Lichtung schien sie zur Ruhe zu bewegen, wie im Auge eines Sturms.
»Touga-san!«, rief sie von Weitem, als ihr wieder mal die Fellstola ins Auge fiel. Da war wieder der seltsame Mann. Er kam und ging, wann er wollte. So wie sie. Doch wieso wohl?
Fast schon sehnsüchtig umrundete die erwachsene Frau den Felsen, nur um einen verletzten Mann zu finden. Sie verdrehte die Augen, doch lächelte sie. »Leckst du wieder deine Wunden?«
»Keh. Dieser Ort ist wunderbar dafür, auch wenn du diese Ruhe störst.«
»So, so, so.« Izayoi löste wie so oft ihr Kopftuch, seine Verletzungen betrachtend. »Es ist ein Wunder, dass deine Wunden so gut heilen, auch wenn schon ein paar Narben zurückgeblieben sind.«
»Das bringt der Kampf mit sich.«
»Bist du nicht eher zu tollkühn?«
Er zuckte mit den Schultern, seine abgelegte Rüstung betrachtend. Wenn er wusste, dass sie kam, tat er es, damit sie weniger Anstalten machte. »Mutig meinst du.«
»Eher töricht. Du musst besser aufpassen. Irgendwann überlebst du es nicht.«
»Bisher sieht es doch gut aus«, zwinkerte er, die schöne Maid betrachtend. Zugegeben, diese Wunde war verhinderbar gewesen, doch dann hätte er keinen Grund gehabt, herzukommen. Zu ihr. Was war nur bei ihm kaputt gegangen? Auf dem Schlachtfeld löschte er jegliches Leben aus, doch hier ließ er sich von einer Frau belehren, mit ihren Ebenholzbraunen Haar.
»Ich mach mir langsam echt Sorgen. Anstatt ich, solltest du eher in eine Familie einheiraten. Als Frau. Dann sitzt du nur noch brav neben deinem Mann, und verletzt dich nicht.«
»Leider stehe ich auf Frauen, des Weiteren muss doch einer dein Land schützen.«
»Bist du eine Einmannarmee?«
Er lachte tief, und ließ ihr Innerstes erzittern. Wieso fühlte es sich so gut an? »Ja.«
»Veralber mich nicht. Denk wirklich darüber nach, dich zur Ruhe zu setzen.«
»Jedoch ruhen die Kriege nicht.«
»Wenn keiner mehr kämpft, würden sie ruhen.«
»So leicht ist das nicht.« Sie band gerade die Schleife fertig an seinem Arm, bevor sie sich nach vorne beugte, und ihre Stirn gegen seine Brustmuskeln lehnte.
»Ich habe Angst, dass du eines Tages nicht mehr herkommst.«
»Das musst du nicht. Ich bin sehr stark.«
»Aber du bist immer mit Verletzungen übersät. Manche sehen so schlimm aus, dass es mir mein Herz zusammen zieht.«
»Du tust gerade so, als würdest du mich mögen.«
»Natürlich mag ich mein Hündchen.«
»Hündchen?« Touga hob eine breite Braue, sie scharf betrachtend. Dann knurrte er, jedoch entlockte er ihr nur herzliches Lachen.
»Aus, Sitz, Platz!« Spielerisch streckte sie ihre Zunge raus, nach der er am liebsten schnappen wollte. »Du verärgerst noch den Gott des Waldes.«
»Ach tu ich das?« Er jaulte wie ein Hund auf. Es war ohrenbetäubend, und ließ einige Vögel aus den Bäumen aufschrecken. »Komm raus, du Gott!«
»Lass das!« Sie wurde leicht panisch und packte ihn am Arm. Ihre Rehaugen huschten hin und her. Warum musste er so übertreiben? Vor einiger Zeit, als sie herkam, glaubte sie einen riesen Hund gesehen zu haben. »Ich will dich nicht deswegen verlieren. Sei doch mal vernünftig. Wer ist von uns beiden nur das Kind.«
»Ich, denn ich spiele mit meinem Essen.«
»Ha, ha, ha«, seufzte sie, über seine Schleife streichelnd. »Wenn du den Hundegott nachahmst, wird er dich noch bestrafen.«
»Glaube ich nicht. Oder verpetzt du mich, wenn du ihn sehen solltest?«
»Wer weiß. Zumindest habe ich ihn schon einmal gesehen.«
»Wann?«
»Letztes Mal, als ich dich traf, sah ich ihn durch den Wald laufend.«
Touga zwinkerte nachdenklich. Das letzte Mal war sein Geruchssinn beeinträchtigt gewesen, aber sie zu übersehen, schien unglaubwürdig. War er vielleicht wirklich zu selbstischer?
»Hattest du Angst?«
»Nein, denn er beschützt uns. Ich würde ihm gerne irgendwann dafür danken, dass er uns vor den Kriegen schützt, doch bestimmt bin ich nicht würdig.«
»Vielleicht ergibt sich ja eines Tages der Moment.«
»Wenn ich ihn treffe, erbitte ich Schutz für dich. Wenn er dich dann nicht fressen will, weil du ihn veralberst.«
»Dein Wort in den Ohren des Hundegottes.«
Sie grinste, löste sich und streichelte über seine Brust. »Dummkopf«, hauchte sie, an die Zukunft denkend. Sie würde um seine Hilfe bitten und alles dafür geben, denn er musste leben. Niemals wieder würde sie seine Gesellschaft missen wollen.


Eines Nachts, als der Mond hell am Himmel schien, erwachte die Prinzessin aus einem unruhigen Traum. Ein lautes Jaulen hatte sie geweckt. Was war das nur? Geschwind war sie auf den Beinen. Touga? Oder der Hundegott?
Egal wer, sie musste ihm auf den Grund gehen. So zog sie sich an, schlang ein Tuch um ihren Kopf und schlich aus dem Palast. War ihm etwas passiert? Sorge brannte in ihrem Herzen, die sie zu ertränken versuchte. Ihre Kehle brannte von der kühlen Luft, Äste rissen an ihrer Kleidung und Haut, während sie ein lautes Krachen vernahm. Doch war es kein Einzelfall. Je weiter sie kam, desto unüberhörbarer wurde das Geräusch. Ein weiteres Jaulen, gefolgt von einem Beben, das sie stolpern ließ.
Izayoi fiel zu Boden. Ein beißender Schmerz durchzuckte ihr Knie, das sie sich aufgeschrammt hatte. Doch sie musste weiter. Die Gefahr ignorierte sie gekonnt, denn wer es auch war, er brauchte Hilfe.
Ein markerschütterndes Knurren zerriss die Luft. Das Vibrieren spürte sie noch in den Knochen. Ihr Kopf schrie, sie solle umkehren, doch es war zu spät. Ein weiterer Schritt und sie erreichte die Lichtung. Ihr war nicht aufgefallen, dass die Geräusche von ihren Ruhehort kamen. Touga.
Verzweiflung tat sich in ihrer Seele auf, als ihr ein weißes Monster ins Auge fiel. Es war übersät von Wunden und Blut. Vor ihm lag ein Geschöpf am Boden. »Touga!«, kam es ihr sofort in den Sinn. Hatte der Gott ihn etwa wirklich bestraft?
Ein weiterer Blick ließ sie seine Rüstung entdecken. Nein, das durfte nicht wahr sein. Tränen quollen aus ihren Augen. Unaufhörlich fielen sie zu Boden. Alle Hoffnung, ihn jemals wiederzusehen, floss hinab und versickerte im Erdreich.

Indes schien das Monster sie zu bemerken, hob seinen Kopf und erstarrte. Er knurrte, doch anstatt, dass die weinende Frau davon rannte, kam sie angelaufen. Geschwind sprang er vor, als der Schatten am Boden sich zu bewegen begann. Mit seinem Maul packte er es, doch das menschliche Wesen wehrte sich, stieß ihn davon, in Richtung der Frau.
Der weiße Hund kam auf seinen Pfoten zu stehen, bedacht, sie nicht zu verletzen, aber anscheinend dachte sie anders.
»Lass Touga in Ruhe, du Monster! Er hat es nicht böse gemeint! Ich liebe ihn, nimm mein Leben, aber bitte, hör auf!«
Der Hund erstarrte kurzzeitig, von den Gefühlen übermannt, was ihn seinen Gegner vergessen ließ. Dieser nutzte die Chance, stürzte vor, auf die junge Frau zu, die endlich erkannte, dass er nicht gegen Touga kämpfte.
Das weiße Monster stieß sein Maul hinab und biss zu. Izayoi erschrak, als ein Schlangenkopf, mit geöffneten Maul und riesigen spitzen Zähnen, vor ihr Halt machte. Zitternd fiel sie auf ihren Hintern, während die Augen des Monsters ermatteten. Er biss noch einmal zu, bis das Monster aufhörte zu atmen. Auch ihr Herzschlag verschwand in der wiedereinkehrenden Stille des Waldes.
Das war knapp gewesen. Viel zu knapp. Er knurrte, erhob seinen Kopf und schleuderte das Monster mit Schwung in den Wald. Weit fort von ihrer Heimat und diesem Ort. Was sollte er nur mit ihr machen. Hatte sie gerade versucht, einen sogenannten Gott zu bekämpfen? Der Hund schnaubte, drehte sich und begutachtete die Frau. Sie sah in die Ferne, in die er das Wesen geschleudert hatte. »Hat die Schlange meinen Liebsten gefressen?«
Erst begriff er nicht, bis sein Blick ihrem Schweifenden zu seiner Rüstung folgte. Jetzt verstand er. Sie war einem Irrglauben erlegen. Anscheinend zog sie es keine Sekunde in Betracht, dass er der Hund sein könnte.
Das Monster schüttelte den Kopf, seine Ohren wackelten, bevor er mit seiner Nase in seinem Fell suchte, bis er es fand. Er zog behutsam ein rotes Tuch zwischen dem Fell an seinem rechten Vorderlauf hervor und legte es ihr vor die Knie.
»Aber das ...«, stotterte sie, ihr Tuch von ihrem ersten Treffen erkennend. Wie war er daran gelangt? »Heißt das, er ist wirklich Tod?«
Ein Schnauben. Der Hund drehte sich, und sprang hinter den Felsen, hinter dem das große Tier augenblicklich verschwand. Izayoi hielt den Atem an. Sie verstand die Welt nicht mehr, die ihr auf einmal so grausam erschien, bis ihr Herz stehen blieb. »Touga«, wisperte sie zittrig. Ihre Hände umgriffen ihre Arme, vor Schock fröstelnd.
»Du bist ein Dummkopf«, seufzte er, mit einem Affenzahn bei ihr. Er hob sie auf seine Arme, starrte ihr in die Augen und hob eine Braue. »War es nicht offensichtlich, dass ich es bin?«
»Du bist der Hund?«
»JA«, verlautete er, in ihr Ohr hauchend. Ihr trat die Charmesröte ins Gesicht, als ihr gewahr wurde, dass sie dem Hund ihre Liebe zu ihm gestanden hatte.
»Vergiss, was ich gesagt habe ...«
»Was soll ich vergessen?«, neckte er sie an ihren Ohrläppchen knabbernd. Es löste ihre Verspannung und lenkte ihre Gedanken in andere Richtungen.
»Dass ich dich mag.«
»Sprachst du nicht von Liebe?«
»Lenk nicht vom Thema ab! Warum hast du nie gesagt, dass du der Gott bist?«
»Weil ich keiner bin. Ich bin ein Daiyoukai. Ein Monster, das Tod bringt.«
»Aber du bist doch ...«
»Anscheinend, aber ich bin kein Gott. Somit habe ich dich nie belogen, meine kleine Prinzessin.«
»Das sehe ich anders«, wimmerte sie, leicht schluchzend. »Ich hatte so Angst um dich!«
»Es tut mir wirklich leid. Ich hatte mich ausgeruht, doch hatte ein Schlangendämon von der Schlacht überlebt, und mich verfolgt. Du solltest das nicht mitbekommen.«
»Bist du deswegen immer so schwer verletzt?«
»Mitunter ja. Ich habe dir doch gesagt, ich bin eine Einmannarmee.«
Sie schüttelte den Kopf und schlang ihre Arme um seinen Körper. »Du bist viel zu leichtsinnig. Du hättest sterben können.«
»Er ist nur ein kleines Monster. Jedoch hatte ich heute mehr Angst, dass du stirbst. Sei vorsichtiger.«
»Nur, wenn du es werden würdest.«
Touga seufzte tief, mit einer Hand durch ihr Haar fahrend. »Und wie soll das gehen?«
»Indem du mich heiratest, und den Platz meines Vaters einnimmst!«
Überrascht starrte er die junge Frau an, die ihm soeben einen Heiratsantrag gemacht hatte. Er musste lachen. Das war zu ulkig.
»Nimm mich ernst!«
»Ich bin ein Dämon. Nie werde ich die heilige Ehe eingehen können.«
»Dann sei mein Liebster und jede Nacht bei mir!«, befahl sie, ihn verzweifelt an sich pressend. Ihr Herzschlag ähnelte einer wilden Herde Pferde, die über die Felder galoppierte. Es bedeutete ihr wirklich viel.
»Ich kann dir aber nicht der Mann sein, den du dir wünschst.«
»Der bist du schon längst. Bitte. Ich will nicht mehr ohne dich sein, auch wenn mein Leben als Prinzessin enden sollte. Ich ... liebe dich. Du bist der Einzige, den ich will.«
Tougas Herz schmolz bei den Worten dahin. Er trug sie behutsam zum Felsen und setzte sie auf eine Anhöhe, sodass sie ihm in die Augen sehen konnte. »Izayoi, ich werde dich aber nie wieder gehen lassen, vergiss das nicht.«
»Das will ich auch nicht. Bitte.«
Sie legte ihre Hände auf seine Wangen und näherte sich, auf die Lippen beißend, den seinen. Warum musste sie ihn nur so schwach machen. Anscheinend war er wirklich ihr Schoßhündchen, zumindest sehnte er sich derzeit nach ihrem warmen Schoß, der einen betörenden Duft ausströmte. Was hatten sie schon zu verlieren. Es war um ihn geschehen, ein Mensch hat seinen Kopf vernebelt, wo doch er es eher bei ihr können sollte. Aber zu ihrem Glück war sie immun, wodurch ihn ihre Worte bestärkten. »Gut«, wisperte er an ihren Lippen, die durch seine tiefe Stimme vibrierten. »Gehöre mir, meine Liebste Izayoi.«
Er küsste sie. Wild, hemmungslos und drängend, während seine flinken Finger ihren Yukatagürtel lösten. Heute würde er sie zu der seinen machen. Diese wunderschöne Blume, dessen Wurzeln in seinem Herzen sich verankert hatten. Sie brauchten einander. Auch wenn sie ihn schwach machte, stärkte sie ihn wiederum. Einfach dadurch, dass sie da war, hatte er wieder einen Grund zu überleben.
»Touga«, keuchte sie, als er sich gelöst hatte. Ihr blassrosa Yukata hatte sich geöffnet, und entblößte ihre nackte Haut. Die Lust stieg in ihm immer weiter auf, bis seine Erektion leidend gegen seinen Lendenschurz drückte. »Ich will dich«, brummte er, sich seiner Kleidung mit einer freien Hand entledigend. Heute Nacht war die Nacht, in der er sie endlich spüren dürfte.
Behutsam löste er den restlichen Stoff, der ihre Scham verbarg. Knallrot färbten sich ihre Wangen, als seine Finger über ihre Venushügel strichen. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich. Ihr ganzer Körper schien zu beben, nur durch seine Berührung. Touga roch ihre Bereitschaft. Immer feuchter wurde sie, und begann ihre Hüfte ihm entgegenzustrecken.
»Nimm mich«, bettelte sie, von dem köstlichen Nektar kostend. Würde sich auch der Rest so gut anfühlen?
Achtsam presste er ihre Beine auseinander, nur um zu spüren, wie sie sie hinter seinem Rücken wieder überkreuzte. Niemals würde sie ihn entkommen lassen. Weder jetzt noch später.
Touga lächelte lüstern und drängte seinen mächtigen Schwanz gegen ihre geschwollenen Venushügel. Sie war so feucht, dass ihm das Wasser im Mund zusammen lief.
Seine Lippen trafen die ihren, als sein harter Phallus Stück für Stück in sie eindrang. Ihr heißes, weiches Fleisch umfing ihn, dehnte sich und hieß ihn willkommen.
Sie zuckte kurz, presste die Beine fester um sein Gesäß, doch ihr Keuchen sprach von großer Lust. Er wusste, sie würde auch Schmerzen empfinden, doch die würde sie bald vergessen haben. Ein Ruck und er spürte, wie ihr Jungfernhäutchen riss. Sie gehörte ihm auf ewig.
Immer stärker bewegte er sich, während sie sich mit den Händen auf dem Felsen abstützte und nach hinten beugte. Das Mondlicht ließ ihre helle Haut strahlen, als wäre sie nicht menschlich, während ihr Stöhnen die Luft erfüllte.
»Oh Izayoi!«, keuchte er, fester zustoßend. Es mit ihr an diesem Platz treibend, erfüllte ihn mit solch Glück, dass er nur noch an sie denken konnte.
»AHHHH!« Die Prinzessin erbebte, als ein heftiger Orgasmus, wie ein Wind, ihre Gedanken himmelwärts beförderte. Immer wieder wimmerte sie, als er sich weiter bewegte, und ihr noch einen Höhepunkt schenkte. Diesmal kam er mit ihr, stieß tief in sie hinein, nur um so zu verharren. Seine Beine wollten schon fast nachgeben, so gut fühlte es sich an. Jede Nacht klang in seinem Kopf wunderbar.


»Touga?«
»Ja?«, fragte er ganz außer Atem, über ihren Rücken streichelnd. Sie hatte es sich mit ihm auf seinem Fell bequem gemacht, dass gewachsen war. Wahrscheinlich brauchte sie, um sich an die neuen Umstände zu gewöhnen, aber sie hatten auch noch viel davon.
»Morgen zur selben Zeit?«
»Unverwüstlich und ungenügsam«, schmunzelte er, ihr einen Kuss raubend. »Jede Nacht. Doch werde ich dich abholen, so kann ich mehr Zeit mit dir verbringen.« Zärtlich küsste er ihren Hals, hinab zu ihren Armen und zuletzt zu den Beinen. »Sonst verletzt du dich noch.«
»Dann musst du mich einfach verarzten.«
Er hob eine Braue, bevor er über ihr Knie leckte. Sie erschreckte, doch sogleich spürte sie, wie der letzte Schmerz verschwand. »Bitte sehr. Aber ich kann nur kleine Wunden heilen«, hauchte er und küsste sie ein weiteres Mal, bevor ein blaues Tuch hervorzog, und es um ihr Knie band. »Damit du an mich denkst.«
Sie kicherte und küsste ihn ein weiteres Mal, bevor er sich dazu entschloss, sie heimzubringen. Was er nicht bemerkte, war, dass sie das rote Tuch auch mitnahm.


Es zog ein Monat ins Land. Touga hatte längst das Fehlen des Tuchs gemerkt, suchte es immer wieder, doch fand es nicht. Seine schönste Erinnerung, die er immer mit sich getragen hatte, seit sie sich begegnet waren.
So kam er wie jeden Abend, und holte sie im Wald ab. Heute war sie stiller. Wieder waren ihre Finger verletzt. Er verstand es erst nicht, bis sie an ihrem Felsen ankamen, und sie ihn bat, die Augen zu schließen. »Zulassen!«
Er gehorchte, sie an seiner Schleife spürend. Sie löste diese, doch anstatt seine Kleidung ihm vom Leib zu reißen, spürte sie einen Zug, der wieder alles an den rechten Platz rückte. »Kannst die Augen öffnen«, ertönte die melodische Stimme von Izayoi.
Das ließ er sich nicht zweimal sagen, öffnete sie und blickte an sich hinab, nur um eine neue Schleife an seiner Rüstung zu sehen. »Was ist das?«
»Das ist mein erstes Tuch für dich, und dein Blaues, das du mir vor einem Monat gabst. Es soll dir unsere Verbundenheit zeigen. So kannst du sie immer offen tragen. Unsere Liebe zueinander, doch keiner wird es wissen.«
Sein Herz ließ fast die Rüstung bersten, als er sie anhob und einige hübsche Stickereien entdeckte. »Waren deine Finger deshalb verletzt?«
»Naja, ich bin noch nicht wirklich gut, aber ich übe.«
»Danke«, lächelte er liebevoll und zog sie an seinen Leib. »Ich werde jedes Mal an dich kämpfen. Sie wird mich schützen.«
»So war es auch gedacht und wag es nicht, sie kaputt zu machen, sonst zieh ich dir die Ohren noch länger«, witzelte sie, seinen Geruch genießend.
Er hätte sich kein schöneres Geschenk vorstellen können. Für immer würde sie in seinem Herzen wohnen. Seine wilde Prinzessin, die ihn mit ihren Schleifen an sich band.

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und schon ist es wieder zu Ende >.<
Ich hoffe es hat euch gefallen :D

Morgen steht uns mal was anderes bevor, die Auslosung ergab:

Rin X Kohaku, Klammergriff, Kirche, Schmalzkuchen ...

Mal sehen was mir auf der Arbeit dazu in den Sinn kommt xD
Aber anscheinend wird das eine Neuzeitgeschichte :3
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