Verzauberte Weihnachten [Winter Edition]

von authormel
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
James Phelps OC (Own Character) Oliver Phelps
01.12.2019
09.12.2019
10
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Der gestrige Abend war leicht aus dem Ruder gelaufen. Nachdem Aileen den halben Kerzenstand aufgekauft hatten waren sie an einer netten Hütte hängen geblieben, welche köstlichen Glühwein verkauften. Helena hatte kleinere Geschenke gefunden und eine große Tüte Kartoffelchips ausgegeben. Bis weit nach Mitternacht hatten sie die warme Flüssigkeit genossen und waren die besten Kunden gewesen. Immerhin hatten sich die Freundinnen auch noch immer genug zu erzählen gehabt.

Als der Weihnachtsmarkt schließlich schloss rief Aileen zwei Wagen aus dem Hotel, welche beide abholten. Lea fuhr zurück ins Marbella und die Collins nahm den Weg nach Cambridge auf sich. Beim Haus angelangt hatte sie einige Minuten damit zu tun um endlich das Schlüsselloch zu finden bevor sie endlich ins Bett fallen konnte.

Ihr brummte der Kopf als wäre sie geradewegs in eine Backsteinmauer gelaufen. Der Collins war speiübel und bei jeder Bewegung kam es ihr so vor als würde sich das Zimmer drehen. Mit einem Auge linste sie auf den Wecker um die Uhrzeit festzustellen. 11:54. Wow. So sah also ihr freier Tag aus. Oliver war bereits am Set und sie fühlte sich im Haus ziemlich alleine. Sie konnte nicht den ganzen Tag im Bett bleiben, denn spätestens morgen würde sie es fürchterlich bereuen. Aus diesem Grund schrieb sie eine Nachricht an Helena und machte sich auf den Weg unter die Dusche. Vielleicht würde ihr das gegen ihren Kater helfen…hoffte sie zumindest.

Nachdem sie im Badezimmer fertig war und umgezogen ins Zimmer kam fühlte sie sich um einiges besser. Lea hatte ihr in der Zwischenzeit geantwortet und fühlte sich ebenso geschlaucht. Daher beschloss die Blonde kurzerhand ihren Laptop zu packen und ins Hotel zu fahren. Immerhin musste Helena ihre Termine koordinieren und so konnten die Beiden gleich nachsehen welche freien Termine ihnen zur Verfügung standen.

Draußen hatte es um weitere Grade abgekühlt und ein eiskalter Wind blies ihr um die Ohren. Sofort zog Aileen die Schultern nach oben und trat von einem Fuß auf den Anderen während sie auf den Wagen des Hotels wartete, den sie sich zuvor bestellt hatte. Zitternd kaute sie auf ihrer Unterlippe und seufzte erleichtert auf als der schwarze Wagen vor ihr stehen blieb. Die Fahrerin lächelte freundlich und sie fuhren los zum Marbella. Zum Glück war die Heizung aufgedreht und sie musste nicht mehr frieren. Da auf der Strecke kaum Verkehr war kamen sie schnell im Hotel an.

Als sie die Lobby betrat traf sie auf Charlie, welcher sich ein Lachen nicht verkneifen konnte als er seine Nichte sah. »Gut siehst du aus. Da hat der Glühwein wohl geschmeckt, was?«

Sie warf ihm einen finsteren Blick zu. »Mach dich nicht über mich lustig. Ich habe das Gefühl als wäre ich überfahren worden.« Ein Stöhnen kam über ihre Lippen.

Grinsend legte der Collins den Kopf schief. »Vielleicht merkt ihr euch das für den nächsten Besuch am Markt. Ich habe Helena heute noch nicht gesehen. Am besten ihr zwei bestellt euch etwas aufs Zimmer. Macht euch einen gemütlichen Tag.«

Aileen nickte nur bevor sie zum Aufzug ging und nach oben fuhr. Sie war fertig. Als wäre sie gerade einen Marathon gelaufen…nie wieder Alkohol…

Als Lea die Zimmertür öffnete kam es der Blonden so vor als würde sie einen Blick in den Spiegel werfen. Die Griechin versuchte sich an einem leichten Lächeln und ließ es gleich wieder bleiben. »Mein Kopf platzt jeden Moment!«, kam es stöhnend von ihr. »Hast du zufällig Schmerztabletten dabei? Ausgerechnet diese habe ich zuhause in Griechenland vergessen!« Seufzend ließ sie sich aufs Bett fallen.

Die Collins schloss die Tür hinter sich und nickte. »Klar, ich habe alles dabei.« Schon kramte sie in ihrer Tasche nach dem Briefchen und reichte es an ihre beste Freundin weiter ehe sie es sich auf er Couch bequem machte.

»Ich fühle mich furchtbar. Wir hätten gehen sollen als deine Tante angerufen hat«, meinte die Schwarzhaarige und fuhr sich durch die Locken bevor sie diese zu einem hohen Pferdeschwanz band damit sie beim Arbeiten nicht stören würden.

Lee zuckte mit den Schultern. »Weil wir es nie besser wissen werden?!« Schließlich holte sie ihren Laptop, den Kalender und ihr Notizbuch mit dem Federmäppchen aus der Tasche und legte alles auf den kleinen Tisch. »Gut, dann gehen wir mal an die Arbeit würde ich sagen…« Fragend kaute sie auf ihrer Unterlippe. »Soll ich gleich beim Zimmerservice bestellen oder wollen wir noch warten?«

Helena hatte bereits alles was sie zum Arbeiten brauchte auf dem Bett bereit gelegt und fuhr ihren Laptop hoch. Auf die Frage von Aileen hin zuckte sie mit den Schultern und nahm einen Schluck von ihrem Wasserglas. »Ich weiß nicht. Aber was zu trinken wäre nicht schlecht. Cola, Orangensaft, Red Bull oder so. Essen können wir dann später auch noch.«

Nickend tippte die Teilinhaberin die Nummer in ihr Handy und gab Sam an der Rezeption alles weiter. Auch das Essen bestellte sie gleich mit und nannte eine Uhrzeit, wann es ihnen passen würde. Denn die Mädchen würden später garantiert darauf vergessen, wenn sie sich nicht gleich darum kümmern würden.

Während Lea alle Termine, die sie per Mail von ihrem Chef geschickt bekommen hatte in ihren Taschenkalender übertrug kümmerte sich Lee um ihre eigenen Termine, welche in nächster Zeit auf sie zukommen würden. Einige Mails wurden bearbeitet und beantwortet und es wurde eine neue Eventliste angelegt, da ihre Tante ihr den Plan zukommen lassen würde. Mit ihr sollte sie sich ebenfalls noch zusammen setzen. Vielleicht passte es ja morgen?

Nach einer Weile räusperte sich Leana. »Gut, hier kommt der Stand der Dinge. Fünf Tage. Mehr haben wir nicht und zwei davon nur nachmittags.« Sie biss auf die Rückseite ihres Kugelschreibers. »Und die letzten fünf Tage muss ich nach Dublin wie es aussieht.«

Aileen zog eine Augenbraue nach oben. »Du bist einen Monat hier und hast in dieser Zeit nicht einmal eine Woche frei? Das soll wohl ein Scherz sein, oder?« Damit hatte die Britin nicht gerechnet. Sie hatte auf mehr Zeit mit ihrer besten Freundin gehofft. »Na gut, dann machen wir das Beste daraus. Irgendwelche besonderen Wünsche?«

Helena zuckte leicht mit den Schultern. »Ich wei0 auch nicht so recht. Wir müssen aber unbedingt einen Tag für Christmas Shopping einplanen. Außer den Kleinigkeiten vom Markt habe ich noch kein einziges Geschenk. Für niemanden!«

Die Beiden lachten auf. Da hatten sie wieder was gemeinsam, denn auch die Blonde hatte noch nichts besorgt. Ein dringender Punkt auf der To-Do-Liste.

»Am besten wir nutzen den ersten freien Tag dafür, denn es ist jetzt schon überall die Hölle los und es wird von Tag zu Tag schlimmer«, kam es von der Collins und sie trug sich den Shoppingausflug sogleich in ihren Kalender ein. Das war das Gute am Managerposten, denn meistens konnte sie sich ihre freien Tage so legen wie sie diese brauchte. Außerdem war sie immer über ihr Handy erreichbar falls etwas passieren sollte.

Ihre beste Freundin stimmte ihr zu und trug es ebenfalls in ihren Planer ein. »Okay, hast du noch Vorschläge? Dann planen wir diese auch ein und an den restlichen Tagen können wir ja spontan sein!« Sie zwinkerte grinsend.

»Natürlich. Immerhin enden unsere spontanen Aktionen nie im Chaos«, meinte Aileen lachend. »Für einen Tag habe ich was geplant, aber das bleibt eine Überraschung.«

Die Dunkelhaarige verzog leicht das Gesicht, denn sie konnte Überraschungen nicht unbedingt leiden. Sie war zu neugierig dafür und wenn es nach hinten losgehen würde war es für sie immer schwer ein Pokerface aufzusetzen. Doch sie vertraute ihrer besseren Hälfte, denn sie kannten sich nun lange genug.

In der Zwischenzeit hatte ihnen der Zimmerservice auch die Getränke gebracht und die Mädchen hatten alle Termine koordiniert und Mails beantwortet. Damit hatten sie sich wohl einen gemütlichen Nachmittag verdient, oder nicht?

Fragend sahen sich die Zwei an, denn auf keinen Fall wollten sie das Zimmer verlassen. Aileen wäre außerdem nicht einmal passend gekleidet gewesen. Doch schon am ihnen die Idee.

»Wir brauchen einen Marathon!«, sagten sie gleichzeitig und brachen in schallendes Gelächter aus.

Lee machte sich grinsend am Fernseher zu schaffen. »Der Letzte ist viel zu lange her.« Die Filme waren in der Videothek des Marbella gespeichert und schon konnte der Harry Potter Abend starten.

Die Mädchen kuschelten sich ins Bett und versanken im Film. Nebenbei schrieb Lee mit Oliver, welcher sie später abholen würde um nach Hause zu fahren. Eine genaue Uhrzeit konnte er ihr jedoch noch nicht nennen, da noch nicht klar war, wann die Szene im Kasten war. Doch das war kein Drama. Immerhin hatte sie die perfekte Ablenkung – auch wenn sich ihr schlechtes Gewissen ständig meldete.

Der zweite Teil lief noch keine fünfzehn Minuten als die Blonde auf Pause drückte. Sie konnte diese „Geheimnis“ nicht länger für sich behalten. Nervös fuhr sie sich durch die Haare. »Ahm, ich muss mit dir reden. Es geht um meinen Freund.«

Sofort wurde Leana hellhörig. »Okay. Du weißt, dass du mir alles sagen kannst!«

Das war leichter gesagt als getan.

»Naja wir sind jetzt drei Jahre zusammen und du wolltest doch immer wissen wie er heißt und wie er aussieht, aber du hast nie wirklich was von mir erfahren?! Nun ja, das liegt daran, dass…dass du ihn eigentlich schon kennst.«

Nun war die Griechin erst recht verwirrt. Was sollte das heißen, dass sie ihn eigentlich bereits kannte? Ihr war kein Oliver bekannt, welcher in London lebte. »Sorry Süße, aber ich weiß nicht wen du meinst.«

Wir aufs Stichwort klopfte es an der Tür und die Collins sah sich panisch im Zimmer um als wollte sie sich verstecken während Lea an die Tür ging und den Phelps Zwillingen gegenüber stand.

»Hi Helena. Freut uns dich endlich kennenzulernen!«, meinte James mi einem breiten Grinsen und hielt ihr die Hand hin.

Wie mechanisch schüttelte sie diese bevor sie ihre Stimme wiederfand. »Freut mich auch..glaube ich jedenfalls.« Das Alles war im Moment gerade etwas viel für sie.

Aileen war in der Zwischenzeit aufgestanden und trat von einem Fuß auf den Anderen. »Ich wollte dir schon so lange Bescheid sagen, aber über Mail oder Handy kam es mir falsch vor. Das alles war so kompliziert und die ganzen Regeln vom Management haben es auch nicht leichter gemacht.«

Lea starrte noch immer auf die Zwillinge und drehte sich dann zu ihrer „Freundin“ um. »Ja, dass erklärt zwar einiges, aber drei Jahre Lee? Du hast das so lange vor mir verheimlicht und plötzlich wirfst du mir diesen Brocken vor die Füße.« Sie schüttelte den Kopf und fuhr sich durch die Haare. »Du solltest wohl nach Hause fahren. Ich muss morgen früh raus und sollte mich noch vorbereiten.« Ihr Blick ließ keine Widerrede zu.

Die Blonde ließ den Kopf hängen, schnappte sich ihre Sachen und verließ das Zimmer. Das war ja sehr schön nach hinten losgegangen. Sie hätte sich von Anfang an, an ihre Freundin wenden sollen als es mit Oliver ernst wurde, aber das hatte sie nicht. Nun stand dieses „Geheimnis“ zwischen ihnen und Aileen wusste nicht wie sie es wieder gut machen konnte.

Auf der Fahrt nach Hause kam kaum ein Wort über ihre Lippen. Oliver versuchte ihr gut zuzureden, aber seine Worte kamen nicht bei ihr an. Sie hatte alles vermasselt. So viel stand fest.