The Actor and the Artist

von Shardin
GeschichteDrama, Romanze / P18
01.12.2019
29.12.2019
5
8909
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Dieses Kapitel
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An diesem 1. Advent möchte ich euch eine neue FF präsentieren...nach langer Inaktivität in der ich viel gemacht habe und noch nicht fertig bin...
Geplant habe ich das jeden Adventssonntag ein Kapitel kommt. Wie es danach weiter geht kann ich noch nicht sagen. Zumindest wird die Geschichte noch nicht vorbei sein.
Ich will euch nicht länger aufhalten und hoffe ihr habt Spaß. Ich habe es auch wunderbaren Betaleserin Black Lily13 zu verdanken das ich euch dieses Kapitel mit bedeutend weniger Fehlern vorstellen kann.
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Kapitel 1
„Es tut mir leid.“, sagte sie.„Was tut dir leid?“, fragte er.„Dass ich dich belogen habe. Dass ich mit ihm geschlafen habe. Ich hätte ehrlich sein sollen, ich weiß…aber es hat sich so richtig angefühlt. Bis zu dem Moment, als ich an uns gedacht habe. Was wir Beide haben, das er sich damals von mir getrennt hat, weil ich ihm nicht gut genug war.“, beantwortete sie seine Frage.„Es tut dir also leid? Und macht es die Tatsache, dass du es getan hast , besser?“, fragte er weiter.„Nein, aber-“, er unterbrach sie und begann zu reden.„Kein aber. Weißt du, wie sehr es mir wehtut das zu hören? Von dir? Ich habe dir vertraut. Ich wollte dich sogar irgendwann heiraten. Jetzt weiß ich nicht mal, ob ich noch in einem Bett mit dir schlafen kann oder mich noch im selben Raum aufhalten will wie du“, platzte es enttäuscht und wütend aus ihm heraus.„Ich weiß, dass es dich verletzt…aber ich kann es nicht ungeschehen machen, so sehr ich es auch will. Ich verstehe es , wenn du nicht mehr mit mir in einem Raum sein kannst…es war mein Fehler.“, sagte sie nun und ihre Stimme begann traurig zu klingen. Sie würde ihn gerne heiraten, nur schien sie in diesem Moment Milliarden Kilometer von der Chance entfernt zu sein.„Ja, es ist dein Fehler! Und jetzt wird es unser Fehler, da ich dir offenbar einen Grund gegeben habe, untreu zu werden. Ich dachte, es läuft gut zwischen uns?… und jetzt weiß ich nicht mehr, ob das mit uns überhaupt noch Sinn macht.“, sagte er.„Rufus, ich wünschte wirklich, ich hätte es nicht getan…ich hoffe, dass das du mir verzeihen kannst. Wenn du willst, bekommst du Freiraum und ich ziehe erst einmal zu meinen Eltern.“, flehte sie ihn schon fast an.„Beth, du musst nicht zu deinen Eltern… aber ich brauche erst einmal Zeit zum Nachdenken.“, sagte er.„Okay.“, sagte sie, nickte und musste sich die Tränen verkneifen. Er schmiss sie nicht raus, aber er hatte ihr noch nicht vergeben. Wäre sie selbst an seiner Stelle, sie könnte es wahrscheinlich auch nicht einfach so hinnehmen, doch er würde sie niemals betrügen. Sie andererseits hatte ihn mit ihrem Ex betrogen, auch wenn sie es nur Stunden danach schon wieder bereut hatte. Sie schämte sich. Sie konnte nur hoffen, dass er sie genug liebte, damit er sie nicht von sich stieß. Sie liebte ihn, sie mochte seine Nähe, den Sex, und alles was er ihr gab. Dennoch hatte sie einen riesigen Fehler begangen. Er wurde zwar nie wirklich laut , wenn sie mal Streit hatten, aber das waren Lappalien gewesen im Gegensatz zu dem hier. Sie hätte wahrscheinlich besser damit umgehen können, hätte er sie angeschrien und ihr die Gefühle offenbart, die ihn in diesem Moment plagten. Aber er hatte nichts der gleichen getan. Er hatte seinen Schmerz für sich behalten, nur in seinen Augen hatte sie etwas sehen können. Pure Enttäuschung. Für einen kurzen Moment sogar Wut. Doch in seinem Gesicht hatte man kaum eine Regung gesehen. Er war durch die Situation angespannt gewesen, sie hatte mit ihm über etwas reden wollen und er hatte scheinbar nichts gutes geahnt. Er verzog seine Miene selten so sehr, dass man ihm ansehen konnte, was er fühlte.

Rufus Sicht:In der kalten Nachtluft lief ich durch die Straßen Londons. Sie hatte mich betrogen. Ich konnte es noch nicht ganz fassen. Nach fast zwei Jahren Beziehung war sie wieder bei ihrem Ex gewesen. Mein Herz tat mir weh und ich hatte das Gefühl, nicht mehr genug Sauerstoff in meine Lungen zu kriegen. Ich musste raus aus meinem stickigen Appartement, in dem wir Beide wohnten. Sie war zu mir gezogen… vor circa eineinhalb Jahren… und jetzt? Nun musste ich entscheiden, ob sie dort blieb oder wir von nun an getrennte Wege gingen. Ich war durch meine Arbeit in der Lage meine Emotionen im Griff zu halten und nur das zu zeigen, was ich wollte. Auch wenn es bei persönlichen Angelegenheiten deutlich schwieriger war.Ich lief jetzt schon ein paar Minuten herum und kam schließlich bei einer Bar an. Das Nemo´s. Ich beschloss reinzugehen, um mich wieder ein bisschen aufzuwärmen und eventuell etwas zu trinken.Ich betrat den Laden und wurde sofort von der einladenden Atmosphäre eingelullt. Die Einrichtung machte den Ort sehr bequem und einladend, und die Menschen schienen alle fröhlich gestimmt. Das Dumme war nur, das scheinbar alle Plätze belegt waren… alle bis auf einer. Um mich dort setzen zu können, müsste ich mich allerdings mit einer Frau bekannt machen. Ich ging auf den Platz zu und fragte, ob ich mich setzen dürfte. Als Antwort bekam ich ein freundliches Nicken aus einem Gesicht mit zwei leuchtend blauen Augen.Sie starrte mich an. Hatte ich irgendwas im Gesicht? Ich bekam langsam das Gefühl, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, mich zu ihr zu setzen. Ich versuchte von ihrem Gesicht abzulesen, was sie wollte.„Dürfte ich Sie zeichnen?“, platzte es dann aus ihr heraus. Ich war ein wenig perplex aber nickte.„Ihr Gesicht kommt mir irgendwie bekannt vor…aber ich weiß nicht woher. Und Ihr Gesicht eignet sich hervorragend als Portrait.“, fügte sie noch hinzu.„Ich habe nur ein Allerweltsgesicht.“, sagte ich und verschwieg, dass ich Schauspieler war. Es konnte sehr unangenehm werden, wenn man erkannt wurde. Einige Menschen versuchten dann einen auszunutzen.„Nein absolut nicht. Ihr Gesicht sticht aus der Masse heraus, ich bin mir wirklich sicher, Sie schon einmal gesehen zu haben.“, sagte sie und ich schüttelte den Kopf.„Wie heißen Sie?“, fragte ich sie nun und sah ihr dabei zu, wie sie ein paar Bleistifte zurechtlegte. Sie hatte ein Metalletui mit circa 12 Stiften, welche alle schon etwas geschrumpft waren. Sie legte sich gerade ein Blatt auf eine dicke Pappe und antwortete: „Kate. Und Sie?“„Frederik.“, verriet ich ihr meinen Zweitnamen.„Ein ungewöhnlicher Name.“, sagte ich und dachte darüber nach, dass mein erster Vorname auch etwas ungewöhnlich war.„Dafür haben Sie einen sehr schönen Namen.“, sagte ich und lächelte verhalten. Sie wurde rot und hob die Pappe mit dem Blatt etwas höher, um ihr Gesicht zu verdecken. Sie war schüchtern… oder keine Komplimente gewohnt. Dennoch war sie sehr niedlich.„Danke.“, sagte sie, nachdem sie sich dazu durchgerungen hatte, die Pappe wieder zu senken, um weiter zu zeichnen. Sie sah abwechselnd immer wieder auf das Blatt und in mein Gesicht.Plötzlich nahm ich neben mir etwas wahr und als ich aufsah, erkannte ich einen Kellner.„Ein Glas Bourbon bitte.“, sagte ich und wollte Kate fragen, was sie wollte, doch sie war zu sehr ins Zeichnen versunken und bekam gerade nichts mit. Sie beschwerte sich nicht einmal dass ich mich bewegt hatte und zeichnete einfach weiter. Ich war fasziniert davon, wie sie den Bleistift über das Papier gleiten ließ. Diese Konzentration, mit der sie arbeitete, war unglaublich.Der Kellner war wieder verschwunden, da ich sie zu lange angestarrt hatte. Einige Minuten später kam er wieder und brachte zwei Getränke, obwohl ich nur eins bestellt hatte. Eins war mein Bourbon und eines war ein Glas Ginger-Ale. Der Kellner flüsterte mir zu, dass sie das gerne trank und es aufs Haus ginge. Ich dankte ihm und er stellte unsere Gläser vor uns auf den Tisch.Ich nahm einen Schluck und dachte darüber nach, dass meine Mutter auch eine Künstlerin gewesen war. Ich hatte ihr als Kind immer zugesehen, wenn sie etwas gezeichnet oder gemalt hatte. Auch sie hatte mich damals fasziniert und nun lebte ich in London und, ging in eine Bar um mich mit etwas Alkohol davon abzulenken, dass meine Freundin mich betrogen hatte und traf eine hübsche, faszinierende Frau, welche sich immer noch nicht von ihrem Blatt losreißen konnte.Ich räusperte mich und fragte, wie es aussieht. Sie schreckte hoch und wurde ein wenig rot.„Entschuldige, ich war in Gedanken und bei dem Bild…ich bin manchmal etwas abwesend, wenn ich voll bei der Sache bin. Ich hoffe, dass macht dir nichts aus?“, sagte sie und erwartete eine Antwort.„Nein, alles in Ordnung, ich wollte nur das Bild sehen… der Kellner hat dir übrigens ein Glas Ginger-Ale gebracht.“, sagte ich und durfte mir das Bild ansehen, während sie ihr Glas nahm und etwas trank.„Unglaublich“, flüsterte ich überrascht.„Du bist wirklich gut.“, schob ich nun etwas lauter hinterher und wieder einmal wurde sie etwas rot.„Danke, aber ich bin noch nicht fertig… es ist eher eine Skizze weißt du. Ich würde gerne ein richtiges Portrait von dir machen, aber das funktioniert besser, wenn die Person vor Ort ist…aber da wir uns wahrscheinlich nie wieder sehen, wird das wohl nichts.“, sagte sie und schien ziemlich traurig, dass sie dieses Portrait niemals malen könnte. Aber bei ihrem Können hätte ich nichts dagegen, ein wenig Zeit zu opfern. Zumal es für mich und Beth gut war, wenn wir vorerst nicht so sehr aufeinander hockten.„Ich würde dir gern Modell stehen, ich müsste nur wissen, wo ich hinkommen muss.“, sagte ich und sah wie ihre blauen Augen vor Freude strahlten.„Wirklich? Das ist großartig, Dankeschön im Voraus. Wie wär´s, wenn wir einfach die Nummern tauschen und dann eine Zeit ausmachen?“, fragte sie und ich nickte zustimmend. Ich suchte mach meinem Smartphone, doch fand es nicht.„Ähm…ich finde mein Handy nicht, ist es in Ordnung, wenn du mir deine Nummer gibst und ich dich dann anrufe?“, fragte ich nach, und hoffte, dass sie nicht enttäuscht sein würde oder dachte ich würde sie nur verarschen wollen und niemals anrufen.„Oh, okay, ja klar, ruf an, wann du willst. Ich bin so gut wie immer erreichbar.“, sagte sie und schob mir einen Schnipsel mit ihrer Nummer rüber. Ich nahm ihn und steckte ihn in meine Jackentasche.Wir redeten noch eine ganze Weile und ich beschloss, dass es langsam Zeit wurde, mich auf den Heimweg zu machen. Ich verabschiedete mich von Kate, bezahlte vorher noch die Getränke und erinnerte noch einmal daran, dass das ich mich melden würde.Danach verließ ich die Bar und lief erneut durch die kalte Nachtluft. Ich kam nach einigen Minuten des Gehens wieder an meinem Appartement an und betrat es. Es war an der Zeit, mit Beth zu reden.Als sie die Tür ins Schloss fallen hörte, kam sie aus dem Wohnzimmer gelaufen und sah meinen Rücken, da ich meinen Mantel auszog. Als ich mich umdrehte und sie ansah, schien es als hätte sie vorhin geweint. Damit machte sie mir Schuldgefühle, obwohl ich nichts Falsches getan hatte. Nicht einmal das ich rausgegangen war um nachzudenken, war ja auch nur verständlich gewesen.„Lass uns ins Wohnzimmer gehen. Ich will das nicht im Flur bereden, als wäre ich ein Fremder.“, sagte ich und sie nickte, ging wieder ins Wohnzimmer und ich folgte ihr. Wir setzten uns einander gegenüber.„Ich habe nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass wir es noch einmal mit einander versuchen, insofern du das auch willst.“, sagte ich nun.„Ich will es noch einmal mit dir versuchen und dieses Mal wird es keinen Grund dafür geben, dass du wieder drüber nachdenken musst, ob das mit uns noch Sinn macht.“, sagte sie und war sichtlich erleichtert über meine Meinung zu unserer Beziehung.„Aber du musst verstehen, dass ich noch etwas Zeit brauche, bis für mich alles wieder halbwegs normal ist auch wenn es das vielleicht nie wieder sein wird. Also verlange bitte nicht von mir, dass das ich sofort wieder mit dir ins Bett springe. Das kann ich einfach noch nicht. Auch wenn ich will, dass alles wieder funktioniert, brauche ich Zeit.“, sagte ich und sah, wie sie sich anspannte und ihr Gesichtsausdruck wieder trauriger wurde.Dann stand ich auf und ging um den kleinen Tisch herum, der zwischen den Sesseln stand, auf denen wir saßen und nahm ihre Hand, bat sie aufzustehen.Ich zog sie in eine Umarmung und hörte sie schluchzen.„Es tut mir so leid…“, ein Teil des Gesagten ging unter. Ich vermutete, dass sie es immer wieder wiederholte.„Schhhhh. Alles wird gut , okay? Wir schaffen das.“, sagte ich und versuchte sie zu beruhigen.Ich löste meinen rechten Arm aus der Umarmung und packte sie in der Kniekehle, um sie hoch zu heben und ins Schlafzimmer zu tragen. Dort legte ich sie sanft auf dem Bett ab und legte mich neben sie, zog sie etwas näher zu mir und streichelte ihr beruhigend über den Rücken.Obwohl ich derjenige war, der von ihr betrogen wurde, lag ich jetzt hier mit ihr im Arm und beruhigte sie, weil sie es sichtlich bereute, das getan zu haben.„Ich bin so froh, dich zu haben, Rufus. Ich wüsste nicht, was ich ohne dich tun würde. Wer außer dir hätte mir das verziehen? Ich habe dich wahrscheinlich nicht mal ein bisschen verdient und trotzdem bleibst du bei mir… Ich liebe dich. Auch wenn du mir das gerade vielleicht nicht glauben kannst, aber ich will nur dich und Niemanden sonst. Das ist mir vorhin, als du weg warst, klar geworden. Ich kann nur mit dir so glücklich sein.“, sagte sie. Es waren die letzten Worte des Tages, die ich hörte. Kurz danach schlief sie ein, ich jedoch lag noch eine Zeit lang wach und dachte darüber nach, ob meine Entscheidung richtig gewesen war.

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So das war es mit dem 1. Kapitel. Ich hoffe es hat euch gefallen, hinterlasst gerne ein Review.
Bis zum 2. Advent!
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