They only hit until you cry. [Dramione/Adventskalender]

von freexbird
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Draco Malfoy Hermine Granger
01.12.2019
10.12.2019
11
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In den nächsten Tagen beschäftigte ihn vor allem der ganze Papierkram, der auf seinem Schreibtisch wartete und sich hauptsächlich dem Einbruch widmete. Inzwischen war es sehr kalt geworden, sodass man nur in dicker Winterkleidung das Haus verlassen konnte. Hin und wieder fielen weiße Flocken, schmolzen aber innerhalb weniger Stunden.

Es klopfte an seiner Tür. „Herein!“, rief er und sah von seinem Bericht auf. Potter betrat das Büro.

„Hallo Malfoy. Ich hab die Ergebnisse der Analyse. Es hat länger gedauert und ich dachte es würde dich interessieren.“

„Danke, das tut es in der Tat.“, antwortete er. Potter ging auf ihn zu und legte ein paar Blätter Pergament vor ihm ab. Er warf einen kurzen Blick auf die letzte Seite.

„Einhorn-Horn?“

Potter nickte aufgrund seiner Frage verbissen. „Keine Ahnung wie es da hinkommt, aber der Besitzer muss mehr Dreck am Stecken haben, als nur einen Einbruch.“, als er das sagte wirkte er angewidert.

„Gut möglich…“

„Ich geh dann mal. Wenn du eine Idee hast, sag mir Bescheid.“, fügte Potter noch an, drehte sich auch schon um und verließ sein Büro.

Einhorn-Horn wurde gemeinhin zur Reinigung von Zaubertränken genutzt und besaß unheimlich starke Kräfte. Allerdings war es sehr kostbar und entsprechend war sein Preis. Damit mussten sich auch die Verkaufszahlen in Grenzen halten. Er schrieb daraufhin an die Geschäfte die Stadt, die Einhorn-Horn im Sortiment führten, um ein Gespräch mit ihnen zu arrangieren.



Am Abend starrte er in die Flammen seines Kamins. Stundenlang hatte er über den Ergebnissen und der Fallakte gegrübelt, war aber keinen Schritt weitergekommen. Die Antworten der Geschäfte würden wenigstens noch bis zum nächsten Tag auf sich warten, also ergab es auch keinen Sinn ewig zu bleiben und er war gegangen.

Stimmen, die durch seine Wände drangen schwollen an. Nicht schon wieder, dachte er verbissen. Granger und ihr Ehemann hatten offenbar eine Handvoll Differenzen, die sie zum Leidwesen ihrer Nachbarn austragen mussten. Aber er würde sich nicht einmischen. Es würde ja doch niemand die Wahrheit sagen. Daher begab er sich in sein Schlafzimmer, legte einen Stillezauber über die Wände des selbigen und versuchte zur Ruhe zu finden.



Es war Donnerstag, als er mit einem Muggelklatschblatt zu Grangers Büro in den dritten Stock stürmte. Jemand ließ es ihm zukommen. Auf dem Deckblatt prange die Top-Story schlechthin: „Wahnsinniger tötet Mann mit einem Laser“. Das, was für Muggel absolut unmöglich und verworren klang, war in der Zaubererwelt der Avada. Und verdammt nochmal, sie behielt recht, denn irgendjemand musste ihnen durch die Lappen gegangen sein.

Ungehalten schlug er mit seiner Faust gegen das Holz: „Granger!“

Die Tür öffnete sich und sie erschien atemlos vor ihm. Haarsträhnen hatten sich aus ihrem Zopf gelöst.

„Du meine Güte! Malfoy ich hab davon gehört, das ist alles absolut schrecklich!“

Aufgelöst wandte sie sich um und schritt auf ihren Stuhl zu. Entkräftet setzte sie sich und ließ ihr Gesicht in ihre Hände fallen. Malfoy betrat das Büro, setzte sich auf einen der Stühle und legte die Zeitung vor ihr ab. Er hatte jetzt keine Zeit oder Nerven für ihre Gefühlsausbrüche.

„Granger, reiß dich zusammen, wir müssen das aufhalten!“, donnerte er, worauf sie entgeistert ihren Blick hob, tränenverhangen.

„Malfoy, was sollen wir tun?“

Fassungslos richtete er seine Pupillen von der Zeitung auf Granger. „Müsstest du das nicht wissen? Du bist hier Mitarbeiterin der Vergissmich-Zentrale!“

Benommen nickte sie, strich ihre Haare aus dem Gesicht. „Du hast recht.“, mit zittrigen Fingern blätterte sie in dem Schundblatt und suchte nach Informationen. „Die Journalistin, die es veröffentlicht hat, heißt Nathalie Smith. Ich sollte zuerst mit ihr reden.“

„Das ist immerhin ein Anfang.“, er konnte es nicht fassen, dass sie sich scheinbar auf eine dermaßen toxische Beziehung eingelassen hatte und das alles auch noch ihre Arbeit beeinflusste. Wenn das so weiter ging würde sie gefeuert werden.

Sie erhob sich, nahm den Mantel, der an einem Haken der Wand hinter ihrem Pult hing und eilte zur Tür. Durcheinander gebracht von ihrem plötzlichen Tatendrang sprang er auf und griff nach ihrem Arm, als sie gerade in ihm vorbei ging.

„Hey! Was hast du vor?“, schmerzlich verzog sich ihr Gesicht, ob seiner Berührung. Sofort gab er ihren Arm frei und wurde stutzig. „Was hast du da?“

„Nichts!“, verängstigt erwiderte sie seinen Blick.

„Du hast nichts vor oder da ist nichts?“

„Da ist nichts. Ich gehe zur Redaktion dieser Zeitung und spreche mit Mrs. Smith.“

„Zeig mir deinen Arm.“, verlangte er. Granger hingegen wurde wütend.

„Warum sollte ich? Das geht dich nichts an!“, schnappte sie und wollte wieder zur Tür gehen.

„Dann streitet euch gefälligst leiser. Das ganze Haus kann euch hören.“, knurrte er, sie hielt inne und sah ihn ein letztes Mal abwägend an, ehe sie das Büro verließ und ihn nicht weiter beachtete.

Pah! Wenn er das nächste Mal einen grenzwertigen Streit von ihnen hören würde, würde er sich noch eine Tüte Mikrowellenpopcorn machen, bevor er wieder bei ihnen klingelte. Wenn sie so unbedingt wollte, dass da nichts war, dann wollte er auch nichts hören oder sehen.



Erschöpft saß er auf seinem Sessel, wie jeden Abend. Dieser Job würde in noch ins Grab bringen, dachte er zynisch. Aber blieb ihm eine andere Wahl? Eher nicht. Also wartete er ab und schlug sich mit jenen Zauberern herum, die es nicht schafften sich an das Geheimhaltungsabkommen zu halten. Er blätterte in dem schweren Buch auf seinem Schoß, aber konnte sich nicht auf die Worte konzentrieren, also resignierte er bald. Seelisch bereitete er sich auf den morgigen Besuch seiner Eltern vor und hoffte inständig, sie würden keinen Streit vom Zaun brechen und einfach normal mit ihm reden. Seine Nerven wurden übermäßig davon strapaziert, dass-

Es klopfte an seiner Tür. Misstrauisch erhob er sich, denn Besuch in seiner Wohnung war etwas sehr Seltenes und wenn man die Uhrzeit mit einbezog, ging die Wahrscheinlichkeit eines Besuchs noch mehr gegen Null.

Er öffnete die Tür und erkannte Gregory Goyle.

„Scheiße, weißt du wie spät es ist?“, motzte er.

„Entschuldige, aber kann ich mit dir reden?“, bat er leise. Draco massierte seine Nasenwurzel, trat einen Schritt bei Seite und ließ ihn ein.

Als sie vor dem Kamin saßen musterte Draco ihn noch immer mit gesenkten Augenbrauen. „Also? Weshalb darf ich zu dieser besucherfreundlichen Zeit deine Gesellschaft genießen?“

„Tut mir leid, okay? Aber ich muss auch arbeiten und-“

„Schon gut, spuck‘s aus.“, Draco versuchte das Gespräch zu beschleunigen, er wollte nur ins Bett gehen.

„Mein Vater ist momentan ziemlich instabil… und ich hab Angst, dass er was anstellt. Kannst du ein Auge auf ihn haben? Meine Mutter hat sich von ihm getrennt und es macht ihm zu schaffen…“, murmelte er, den Blick auf seine Hände gerichtet.

„Greg, ich kann nicht-“

„-Nur ein bisschen, ok? Er kann nichts dafür, er bemüht sich, aber immer wieder kommen alte Bekannte zu ihm und fordern Gefallen, er kommt nicht davon los.“

Draco seufzte, er hatte tatsächlich Mitleid und obwohl er nichts mehr mit anderen Todessern, außer seinem Vater, zutun haben wollte, konnte er nicht wegsehen. Aus den schwarzmagischen Kreisen auszusteigen war schon immer schwierig gewesen, wenn man sehr darin verstrickt war.

„Wieso hat sie sich getrennt?“, fragte er schließlich. Sollte er ihm helfen, währen ein paar Informationen von Vorteil.

„Genau deshalb. Sie will nichts mehr mit den Schwarzmagiern zu tun haben und… das geht nicht, wenn er immer wieder reingezogen wird. Er versucht es seit Jahren alles hinter sich zu lassen, aber die lassen ihn nicht. Du weißt doch wie das ist…“

Betroffen sah er seinen Kumpel an, er wusste genau wovon er sprach. „Ich versuche es.“, Gregorys Mine hellte sich auf, „Aber ich kann dir nichts versprechen. Ich hab auch andere Fälle.“, er nickte Draco zu.

Gregory blieb noch für eine weitere Stunde, in der sie sich unterhielten. Über die alten Zeiten und den Spaß, den sie in den Ferien hatten. Nur schade, dass alles viel zu schnell, viel zu ernst geworden war.





~*~

A.N.: Frage: Wenn Draco einen Patronus hätte, welche Form würde er eurer Meinung nach annehmen? Ich denke immer, es müsste weiß sein und irgendwie gefährlich, aber gleichzeitig auch ängstlich. Und mir fällt einfach kein passendes Tier ein. :D

Ich möchte euch noch darauf hinweisen, dass @Thoronris und @DDDracooo ebenfalls einen Dramione Adventskalender haben und die Geschichten wirklich spannend sind, also falls ihr noch was sucht... :)

Bis Morgen!
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