Winternacht

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Quicksilver / Pietro Maximoff War Machine / James Rupert "Rhodey" Rhodes
01.12.2019
31.12.2019
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Hey^^
Willkommen zum zweiten Türchen. Wieder viel Spaß beim lesen :)



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02.     Kapitel 02. Dezember Gedanken (Steve Rogers)

Manchmal gab es Tage, an denen Steve einfach nur da saß und über alles Mögliche nachdachte. Wie auch heute.
Er hatte schon viel Neues erlebt und gelernt. Nachdem er damals wieder aufgewacht ist, hat ihn das aktuelle Jahrhundert etwas aus der Fassung gebracht. Steve hatte sich überraschend schnell an alles gewöhnt. Dank dem Internet und vielen Seiten konnte er sich auf den neusten Stand bringen. Dennoch bekam er von Freunden und Arbeitskollegen Filme und Serien genannt, die er sich anschauen musste. Er führte eine Liste in einem kleinen Notizbuch, wo er alles aufschrieb.
Gleichzeitig dachte Steve aber auch viel an seine Vergangenheit. An die Zeit, aus der er ja ursprünglich kam. Er dachte an Peggy und daran, dass er seine Verabredung mit ihr nie nachholen konnte. Zwar lebte sie noch, doch konnte sie sich kaum noch bewegen.
Peggy, seine damalige, große Liebe, lag im Bett und war zu kaum noch etwas in der Lage. Es hatte ihn geschockt zu sehen, dass diese starke und selbstbewusste Frau nun so hilflos war.
Wann immer es zeitlich passte, ging er sie besuchen. Er sprach mit ihr über alle möglichen Themen, redete mit ihr über ihre gemeinsame Zeit vor siebzig Jahren. Aber es gab auch Tage, an denen sie viel schlief. Dennoch blieb er ein paar Stunden bei ihr und ging dann wieder nach Hause.

Heute saß Steve einfach nur an der Kücheninsel des Towers und sah zum Fenster hinaus. Gerade schneite es nicht, aber er war sich sicher, dass der nächste Schnee nicht lange auf sich warten lassen würde.
Es war nun schon fast drei Jahre her, dass sie alle ein Team wurden. Dass sie Freunde wurden. Doch in all dieser Zeit gab es Tage im Jahr, die sie alle ganz alleine verbrachten. Weihnachten und Silvester zum Beispiel. Da war jeder in seiner Privatwohnung und Tony war alleine in dem großen Tower.
Er fragte sich erneut, warum der Mechaniker seine Zeit immer alleine hier verbrachte. Man kannte ihn als Jemanden, der ganz gerne einmal Parties schmiss. Doch Weihnachten und Silvester machte er deutlich, dass ihn alle in Ruhe lassen sollte. Selbst Rhodey, sein engster und längster Freund, sollte nicht im Tower auftauchen.

Steve dachte daran, dass er bis jetzt kein einziges Mal richtig Weihnachten gefeiert hatte. Natürlich, damals als Kind hatte er es mit seinen Eltern und später nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter gefeiert. Bucky war manchmal auch dabei gewesen.
Nach dem aber auch seine Mutter gestorben ist, war ihm nicht mehr danach gewesen, Weihnachten zu feiern. Steve hatte sich zwar einen kleinen Baum gekauft und geschmückt, aber es war nicht das Selbe gewesen. Etwas Bestimmtes hatte gefehlt. Zwar hatte Bucky sich zu ihm gesellt, doch auch sein bester Freund hatte die Leere an Weihnahten nicht füllen können.
Der Schmerz war noch da, wenn er daran zurück dachte. Doch es tat nicht mehr so sehr weh, dass er sich fühlte, als würde er zusammenbrechen. Aber das war schon okay so. Solange der Schmerz noch da war, wusste er, dass er noch ein Mensch war. Dass er Gefühle hatte. Sobald der Schmerz nicht mehr da war, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er abgebrüht und gefühlstaub wurde.
Das war zumindest seine Ansicht, seine Meinung dazu.


Der Supersoldat stand auf und stellte seine leere Tasse in die Spülmaschine. Dann verließ er die Küche.
Das große, weite Wohnzimmer begrüßte ihn mit dem Bild wie auch an allen anderen Tagen des Jahres: standardmäßig!
Es gab keinen Weihnachtsbaum, keinen Weihnachtsschmuck. Nicht eine kleine Sache, die darauf schließen ließ, dass eine besinnliche Zeit angebrochen war.
So war es auch die letzten zwei Jahre gewesen.
Steve fragte sich ob der Co-Leader Weihnachten einfach nicht mochte oder ob er einfach nur keinen Wert auf weihnachtliche Dekoration legte.
Irgendwie stimmte es ihn traurig, dass es hier genau so wie immer aussah. Oder hatte der Mechaniker einfach nur noch keine Zeit gehabt, sich darum zu kümmern, es weihnachtlich aussehen zu lassen? Und auch wenn er die Antwort eigentlich ja schon wusste durch die letzten zwei Jahre, stellte er seine Frage: „Jarvis?“
>Wie kann ich Ihnen helfen, Mister Rogers?<
„Wann schmückt Tony immer für Weihnachten?“
>Nie, Sir. Mister Stark lässt es auch zu Weihnachten so, wie es jetzt ist.<
„Okay, danke…“

Diese Erkenntnis löste nun etwas in Steve aus, was er nicht benennen konnte. Dass Tony wirklich nichts für Weihnachten übrig zu haben schien, fühlte sich komisch an. Welches Kind liebte denn nicht Weihnachten? Natürlich, sie waren keine Kinder mehr, aber verlor sich die Liebe, die Vorfreude wirklich so sehr?
Er selbst mochte diese Zeit noch immer. Auch wenn er seine Eltern früh verloren hatte und damit um Weihnachten herum immer eine gewisse Trauer sein Herz erfüllt hatte. Es hatte seine Freude dennoch nicht völlig verschwinden lassen?
War vielleicht der Verlust von Tonys Eltern für ihn so tief gehend gewesen, dass er wirklich keine Freude mehr für Weihnachten aufbringen konnte?
Dieser Frage musste Cap bei Gelegenheit nachgehen. Jetzt aber ging er erst einmal in sein Zimmer, zog sich um und ging nach draußen. Der kühle Wind fühlte sich befreiend an.

Steve war sich sicher, dass ihm etwas wegen Tony einfallen würde…
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