Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Johnlock Adventskalender

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12
Dr. John Watson Sherlock Holmes
01.12.2019
19.12.2019
19
20.946
7
Alle Kapitel
62 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
11.12.2019 1.130
 
Sherlock starrte John an, als sein Mitbewohner einen weiteren Mince Pie verschlang.

Er war gezwungen worden, an einer lächerlichen Weihnachtsfeier des Scotland Yards teilzunehmen und John wollte ihn nicht gehen lassen. Alles, was er wollte, war, zurück in die Wohnung zu gehen und sein Experiment mit dem Kuhspeichel fortzusetzen, aber nein, er musste alles tun, von dem John überzeugt war, dass der menschliche Anstand es verlangte.

Manchmal fragte sich Sherlock, ob er jemals seinen Willen in dieser Beziehung durchsetzen konnte.

"Warum sind wir hier, John?" fragte er erneut, weil John ihm noch keine richtige Antwort gegeben hatte. John rollte die Augen, schluckte seinen Bissen hinunter und stellte sein Glas auf den Tisch.

"Ich sagte dir, dass Greg uns eingeladen hat, also dachte ich, es wäre schön mal vorbeizukommen.... Geh für eine Weile aus dem Haus, mische dich unter die Leute und so weiter", sagte er. Sherlock empfand das als keine zufriedenstellende Antwort, also schnaubte und schimpfte er nur.

"Lächerlich. Wir sind immer außer Haus", rief er aus und rann verärgert eine Hand durch sein Haar. "Außerdem, warum musste ich denn mitkommen? Ich bin sicher, keiner der "besten Londons"," bei dem Wort fügte Sherlock Gänsefüßchen hinzu, "würde es auch nur im Geringsten stören, wenn ich nicht hier wäre."

Diesmal war es an John zu schnaubte und er schüttelte den Kopf. "Ich habe dir gesagt, dass du nicht kommen musst, Sherlock. Du bist mir hierher gefolgt, nachdem ich die Wohnung verlassen habe!"

Dann versanken sie beide in Schweigen, wenn auch ein geselliges Schweigen. John beobachtete, wie einige der Yarders tanzten und Sherlock versuchte, jemanden zu finden, der eine Affäre hatte, damit er gehen konnte, um sie bloßstellen konnte. Es kam nicht oft vor, dass er absichtlich versuchte, Menschen für ihre eigene Idiotie niederzumachen, aber er wurde wirklich ziemlich gelangweilt, und das musste also reichen.

Dann näherte sich ihnen Lestrade, dessen Wangen bereits etwas rot waren nach seinen dritten Pint.

"Hey, Jungs, ich bin froh, dass ihr es geschafft habt", sagte er grinsend. Er und John schüttelten sich die Hand und begannen, über ein sportliches Ereignis zu diskutieren, das in der Woche zuvor stattgefunden hatte. Sherlock konnte sich nicht weniger darum kümmern, also wandte er sich wieder seinen Beobachtungen zu. Donovan ging mit dem angewiderten Ausdruck, den sie für gewöhnlich hatte, auf ihn zu.

"Was machst du hier, Freak?" fragte sie. Sherlock rollte mit den Augen, seine Geduld aufgrund dieser ganzen Tortur, nicht gerade groß.

"Ich möchte mich nicht mit Ihnen unterhalten, Donovan, also nehmen Sie bitte Ihr sinnloses Geschimpfe und verbreiten Sie es anderswo.", sagte er lässig. Sherlock bemerkte, dass sie ihn wieder angreifen wollte, aber er wollte es wirklich nicht mehr hören. "Schau, warum schreien Sie nicht jemand anderen an? Sie sind frustriert, weil Anderson seine Frau mitgebracht hat, obwohl er gesagt hat, dass er es nicht tun würde, und es ist mir wirklich egal, also gehen Sie weg und lassen Sie mich in Ruhe."

Daraufhin knurrte Donovan nur, ging aber weg. Sherlock grinste triumphierend und wandte sich an John, aber der war immer noch in eine Sportgespräch mit Lestrade vertieft.

Sherlock zog sich an das Buffet zurück, sah sich um und versuchte, etwas zu finden, das ihn interessieren könnte. Er mochte das Aussehen dieser Mince Pies nicht, und der Fruchtkuchen sah ziemlich alt aus. Er seufzte und ging wieder dazu über die Leute zu beobachten, was immer stumpfer und stumpfer wurde, als er in der Lage war, jeden im Raum zu deduzieren.

Ein paar Minuten später kam John mit einem Lächeln zu ihm.

"Hey, ich habe mich gefragt, wo du hingegangen bist", kicherte er. "Hast du etwas gegessen?"

"Nein, dieses Essen ist absurd", sagte Sherlock ihm mit Verachtung, aber John kicherte nur wieder, höchst amüsiert.

"Hast du schon mal den Eierlikör probiert? Er ist eigentlich ganz gut", kommentierte John und ging auf die Schale zu, die das gelblich-weiße Getränk beinhaltete. Sherlock grinste darüber.

"Ich mag keinen Eierlikör", sagte er. John hob eine Augenbraue.

"Hast du ihn jemals probiert?"

Sherlock hielt inne und versuchte, sich an den Moment zu erinnern, als er das verdammte Zeug  ausprobiert hatte, damit John ihn in Ruhe ließ, aber er konnte sich nicht erinnern. Dann hatte er es vielleicht gelöscht. Obwohl, jetzt, wo er darüber nachgedacht hat.... "Nein."

John grinste, füllte dann einen kleinen Becher mit dem Zeug und gab ihn Sherlock, der ihn annahm und mit Zeigefinger und Daumen auf Armlänge entfernt hielt. "Oh, werde erwachsen, du Trottel, es ist nur ein harmloses Getränk."

"Ist da Alkohol drin?" Sherlock wusste, dass es verschiedene Variationen des Getränks gab, die irgendeine Form von Alkohol enthielten, und er wollte nicht überrascht werden, da er normalerweise nur eine geringe Toleranz gegenüber alkoholischen Getränken aufwies.

John nickte. "Ja. Rum, denke ich, aber nur ein bisschen, man kann ihn kaum schmecken. Nur zu, nimm einen Schluck."

Sherlock roch zuerst an der mysteriösen Flüssigkeit - ein seltsamer, eiweißhaltiger, salziger Geruch, den er nicht wirklich einordnen konnte - und nahm dann einen kleinen Schluck. Sobald ihm das Getränk in den Rachen floss, verschluckte Sherlock sich. John nahm den Becher aus seinen Händen und klopfte ihm auf den Rücken.

"Geht es dir gut?" fragte er, seine Stimme war voller Sorge.

"Was zum Teufel ist das? Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie etwas so Ekelhaftes getrunken." Sherlock hob die Serviette vom Tisch auf und begann, seine Zunge damit abzuwischen. "Versuchst du, mich zu töten, John? Ist es das? Wie willst du dir 221b ganz allein leisten, wenn ich tot bin?"

John lachte. "Oh, sei nicht so eine Drama Queen. Ich versuche nicht, dich zu töten, du bist nur ein weinerliches Kleinkind."

"Ich bin wohl kaum ein Kind, John. Du bist einfach nur unzumutbar mit deinem schrecklichen Geschmack. Sind deine Geschmacksknospen bereits tot?!"

"Sagt der Mann, der sich gerade die Zunge mit einer Serviette abwischt, weil ihm der Geschmack des Eierlikörs nicht gefiel.", sagte John selbstgefällig. Sherlock streckte ihm seine Zunge entgegen, was John nur noch mehr zum Lachen brachte. "Du bist ein Idiot, Sherlock", sagte er liebevoll.

"Du bist derjenige, der ekelhafte Getränke genießt...." sagte Sherlock und weigerte sich zu glauben, dass er sich wie ein Kind benahm.

John kicherte und klopfte Sherlocks Rücken abermals. "Komm schon, wir gehen in den Pub in der Charlotte Street, den du so magst und ich lade dich zu einem Drink ein, ja?"

Sherlock rollte mit den Augen, nickte aber trotzdem.

Sie machten sich auf den Weg aus dem Scotland Yard und zanken sich immer noch.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast