Wie Mütze Maus die Mützenmaus die Weihnachtsmannmütze zerstörte

von KaraFrost
GeschichteFantasy, Freundschaft / P6
01.12.2019
09.12.2019
9
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„Erst wenn Weihnachten im Herzen ist,

liegt Weihnachten auch in der Luft.“

- William Turner Ellis




Behände hangelt sich Mütze an einem ihrer Wollfäden den Kamin hinab. Mama Bluse hat ihrem Töchterchen schon sehr früh eingebläut, wie nützlich es sein kann, immer ein bisschen Garn oder Wolle dabei zu haben. Eine Nadel, nicht zu vergessen, aus vielfachen Gründen. Deswegen hat Mütze wie selbstverständlich immer einen kleinen Rucksack dabei, in dem sie eben dies verstaut hat: Ein kleines Wollknäuel und zwei Paar Nadeln. Die Wolle ist von einem strahlenden Rot, genau wie die namensgebende Mütze von Mütze Maus, die sie kurz nach ihrer Geburt von der ganzen Familie Mäuserich geschenkt bekam.

Es dauert nicht lang und Mütze hat den steinernen Boden vor dem Kamin erreicht. Dieser ist durch das langsam verglimmende Feuer zum Glück angenehm gewärmt.

Auch das Kuscheltier ist nicht untätig gewesen und ist überraschend flink den Sessel hinab geklettert, mit dem Ergebnis, dass es jetzt direkt vor Mütze steht.

Der kleinen Maus sträubt es das Fell, als das fremde Wesen über ihr aufragt. Das Plüschtier ist gut viermal so groß wie Mütze.

„Du schaust ja lustig aus, mhm, mhm“, sagt es, hockt sich hin und befindet sich nun auf Augenhöhe mit Mütze.

Diese ist sofort wieder fasziniert von den golden funkelnden Sternen in den Augen des Kuscheltiers.

„Kannst wohl nicht sprechen, mhm, mhm.“
„Natürlich kann ich sprechen“, empört sich Mütze. „Und ich sehe überhaupt nicht lustig aus. Das bist wohl eher du!“

Das scheint das Kuscheltier nur noch komischer zu finden. Als es zu lachen beginnt, erfüllt der gellende Klang den ganzen Raum und Mütze muss sich die Ohren zuhalten, um nicht taub zu werden.

„Was bist du überhaupt für ein Kuscheltier?“, quiekt sie über den Krach hinweg und schafft es dadurch tatsächlich, ihr Gegenüber zum Schweigen zu bringen.

„Ich?“
„Ja wer denn sonst?“

Nachdenklich blickt das Kuscheltier an sich hinab, so als würde es sich dieselbe Frage erst einmal selbst stellen müssen. Schließlich erwidert es: „Ich denke, ich bin ein Koala, mhm, mhm.“

„Koala? Was soll das denn sein?“

Der Koala zuckt mit den Schultern, weiß es anscheinend selbst nicht. Mütze denkt noch einen Moment darüber nach, wobei sie immer wieder hinauf zu den großen runden Ohren ihres Gegenübers gucken muss.

„Ich denke“, sagte Mütze schließlich, „du bist so eine Art Riesenmaus.“

Koala überlegt kurz und nickt dann. „Kann schon sein, mhm, mhm. Und was bist du? Und wo bin ich hier überhaupt?“

„Ich bin eine normal-groß-Maus“, erwidert Mütze und betont dabei jedes einzelne Wort inbrünstig. „Und du bist in der Werkstatt des Weihnachtsmanns.“

„Weihna… Weihnachtsmann?“ Koala versucht sich daran, die Stirn in Falten zu legen. Nur sieht das bei einem Kuscheltier weder besorgt noch nachdenklich aus. Vielmehr wirkt es, als hätte man es beim Spielen zu oft zusammengedrückt.

„Sag bloß du weißt nicht wer der Weihnachtsmann ist?“, erkundigt sich Mütze neugierig. Dieser Abend wird immer interessanter.

Koala denkt noch einen Moment über die Frage nach, doch dann scheint ihm ein Geistesblitz zu kommen. Das Kuscheltier holt tief Luft und lässt dann herunter spulen: „Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur weihnachtlichen Schenkens. Dargestellt wird er als rundlicher, freundlicher alter Mann mit langem weißen Rauschebart, rotem und mit weißem Pelz verbrämten Gewand; Attribute sind sein Geschenkesack und Klammer auf früher auch Klammer zu eine Rute. Dass es diese Darstellung bereits-“

„Ja ja, schon gut!“ Mütze ist ein paar Mäuseschritte zurückgewichen und muss sich von dem Redeschwall des Koalas erst einmal wieder erholen. Der Weihnachtsmann hat dem Ding wohl ein paar Zusatzinfos bei seiner Erschaffung eingenäht. Wie das wohl funktioniert? Mütze ertappt sich bei dem Wunsch, den Weihnachtsmann danach zu fragen. Ob er sie wohl zu einer Spielzeugbauerin macht, wenn er merkt, wie engagiert sie ist?

Koala nutzt Mützes Schweigepause aus um sich in der größtenteils im Dunkeln liegenden Werkstatt umzusehen. Die Neugier ist dem Stofftier deutlich anzusehen und als Mütze mit ihren Träumereien fertig ist, bemerkt auch die Maus sie.

„Soll ich dich ein bisschen herumführen?“, bietet sie gutmütig an.

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Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Wir werden sehen. Zumindest scheint Koala dafür offen zu sein, auch wenn Mütze noch ein bisschen vorsichtig ist, was die Sache angeht.
Das morgige Kapitel wird länger als dieses, auch wenn das eher eine Ausnahme ist. Was haltet ihr von der Länge der Türchen? Ist euch das zu viel (oder zu wenig) für einen Tag?

<3 Kara

PS: schnappt euch eine Orange und eine heiße Schokolade, bevor es auf auf geht zur Schule/Arbeit/sonst wo und wir lesen uns dann morgen wieder^^
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