Harry Potter Adventskalender 2019 (Dramione)

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Hermine Granger
01.12.2019
17.12.2019
12
7.957
4
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04.12.2019 584
 
Endlich beendete Professor Binns die Stunde. Der Großteil der Klasse machte sich auf den Weg zur Großen Halle, um Abend zu essen, doch Malfoy packte hastig seine Sachen und lief in die andere Richtung. Er lief nach oben, was Hermione sehr misstrauisch machte.

"Ihr könnt schon mal zur Großen Halle gehen", meinte sie zu Harry und Ron, "ich muss noch auf die Toilette." Daraufhin schlich sie Malfoy unauffällig hinterher.

Etwas später blieb Malfoy vor der Tür zum Unterrichtsraum für Wahrsagen stehen. Was machte er da? Wieso wollte er zum Unterrichtsraum für Wahrsagen? Hermione hatte schon früh eine Abneigung gegen Wahrsagen entwickelt und sie konnte es einfach nicht verstehen, wie man das glauben konnte, was Professor Trelawney so erzählte.

"Komm rein, mein Junge. Was möchtest du denn?", hörte sie auch schon Trelawneys rauchige Stimme. Malfoy trat ein und schloss hinter sich die Tür, sodass Hermione die beiden einfach von der anderen Seite der Tür belauschen konnte, ohne dass jemand es mitbekam. Sie drückte voller Neugierde ein Ohr gegen die Tür, doch trotzdem hatte sie etwas Angst, da schließlich immer jemand von außen kommen konnte. Sie schloss die Augen und versuchte so viel wie möglich vom Gespräch mitzubekommen.

"Ich möchte, dass sie mir sagen, wer meinen Zauberstab gerade hat", hörte sie Malfoy fordern.

"Ohhh", raunte Trelawney, "ich sehe da etwas gaaanz Dunkles."

Hermione seufzte. Das wurde doch nichts. Jetzt fing die Frau mit ihren Todesvorhersagen an. Sie wollte gerade gehen, da hörte sie Malfoy fragen: "Können Sie nicht in Ihre komische Kugel gucken?"

"Oh ja, ich sehe etwas", hauchte Trelawney einige Minuten später, "ein Mädchen hat Ihren Zauberstab."

Hermione hielt den Atem an. Jetzt wurde es vielleicht doch spannend. Allerdings glaubte sie nicht wirklich, dass Trelawney noch eine genauere Vorhersage treffen konnte, als das ein beliebiges Mädchen gerade seinen Zauberstab besaß.

"Ich sehe noch etwas", tuschelte Trelawney wieder, "dieses Mädchen ist ihre zukünftige Freundin."

Halt, jetzt reichte es. Hermione öffnete ihre Augen. Sie konnte nicht glauben, was sie gerade gehört hatte. Dieses Mädchen ist Ihre zukünftige Freundin. Sollte Hermione etwa dieses Mädchen sein? Das konnte nicht sein. Doch wer sollte es sonst sein? Sie besaß momentan einen fremden Zauberstab, vermutlich war es Malfoys. Das bedeutete, sie würde wahrscheinlich bald mit Malfoy zusammenkommen. Mit Malfoy? Sie hätte jeden anderen Jungen dieser Welt noch erträglicher gefunden als Malfoy. Das war der Junge, der sie beleidigte, der sie Schlammblut nannte, der sie nachts in den Gängen verfluchte. Sie wollte das nicht.

Vollkommen überfordert mit der Situation rannte sie weg. Sie rannte raus und es war ihr egal, wie kalt es war. Sie musste diesen Zauberstab verstecken. Irgendwo. Eine Schneeflocke fiel ihr auf die Nasenspitze. Es kümmerte sie nicht. Normalerweise hätte diese Kälte sie aufgeregt, aber gleichzeitig hätte sie sich auch über den Schnee gefreut, doch jetzt war ihr alles egal. Sie fühlte nichts mehr außer diese Angst davor, mit Malfoy zusammenzukommen, außer diese Verzweiflung, diese Ratlosigkeit. Sie wusste nicht, was sie machen sollte. Sie rannte und rannte.

Verdammt, seit wann glaubte sie überhaupt an sowas? An Vorhersagen aus Glaskugeln? Wieso hatte sie so komisch darauf reagiert? Wie hatte sie das Ganze auch nur ansatzweise glauben können? Hermione wurde langsamer und verschnaufte kurz. Nur weil Trelawney gesagt hatte, Hermione wäre Malfoys künftige Freundin, hieß das noch lange nicht, dass das stimmte. Dennoch hielt Hermione es für sicherer, diesen Zauberstab zu verstecken.

Da erblickte sie die Peitschende Weide.
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