Harry Potter Adventskalender 2019 (Dramione)

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Hermine Granger
01.12.2019
09.12.2019
9
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Hermione schlug die Augen auf. "Interessant...", säuselte eine ihr allzu bekannte Stimme, "Flüssige Liebe - Vom Brauen bis zum Anwenden eines Armortentia-Trankes", las ihr Professor für Zaubertränke vor und guckte ihr misstrauisch in die Augen. "Kann es Zufall sein, dass genau in dieser Nacht meine Zutatenvorräte verschwunden sind? Genau in der Nacht, in der ich Sie mit diesem Buch in den Korridoren gefunden habe? Was haben Sie dazu zu sagen?"

Hermione verstand gar nichts mehr. Wie war sie hierhin gekommen, in Professor Snapes Büro? Was war vorgefallen? Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass sie gestern etwas später aus der Bibliothek gekommen war, aber was war danach passiert? Sie hatte Snape doch nicht etwa bestohlen... Vielleicht hatte sie unter dem Imperius-Fluch gehandelt. Egal, was wirklich vorgefallen war, es musste sich definitiv irgendwie erklären lassen. Jetzt musste sie einfach einen kühlen Kopf bewahren. Nachdenken.

"Ich... Ich kam gestern aus der Bibliothek", stotterte sie, "und und dann habe ich mich ähm... verlaufen."

"Sie haben sich also verlaufen, sodass sie rein zufällig in mein Zutatenlager gelangt sind? Und dann haben Sie ganz aus Versehen ein Aschwinderin-Ei und einen Billywigstachel eingesteckt?", spottete Snape, "ich bin nicht dumm, Miss Granger."

Hermione schüttelte verwirrt den Kopf: "Ich habe wirklich nichts geklaut, Professor."

"Und das soll ich Ihnen glauben? 10 Punkte Abzug für Gryffindor."

"Was?", zischte Hermione entsetzt. Auf einmal waren wieder all ihre Lebensgeister erweckt. "Das können Sie nicht machen! Sie haben keine Beweise!"

"Keine Sorge", flötete Snape mit gekünstelt ruhiger Stimme, "sobald ich Beweise habe, ziehe ich Ihnen selbstverständlich noch einige Punkte mehr ab." Er kräuselte die Lippen. "Gehen Sie in den Unterricht! Ich werde Sie im Auge behalten."

Bedrückt ließ Hermione sich auf dem Platz neben Harry nieder. "Wo warst du?", erkundigte er sich. "Erzähl ich dir später", murmelte Hermione und zuckte mit den Schultern.

"Ruhe dahinten!", brummte Snape, räusperte sich und wandte sich an die Klasse, "Wir widmen uns heute dem Brauen des Tranks der lebenden Toten. Schlagt euer Buch auf Seite 126 auf."

Hermione holte sich widerwillig einen Kessel und besorgte sich die benötigten Zutaten vorne aus dem Schrank. Sie hackte die Schlafbohnen klein, wobei ihr eine runterfiel. Harry bückte sich und reichte ihr die Schlafbohne. "Sag schon, was ist los?"

"Also ich weiß auch nicht... Gestern kam ich etwas später aus der Bibliothek zurück und dann muss ich irgendwie hingefallen sein auf dem Weg." Hermiones Trank verfärbte sich in ein matschbraunes, modrig riechendes Gebräu.

Von hinten näherte Snape sich an, guckte ihr über die Schulter und meckerte: "Sie sollten die Affodillwurzel in Scheiben, nicht in Stücke schneiden, Miss Granger. Für die hohe Kunst der Zaubertränke benötigt es Konzentration. Und Talent. Fangen Sie noch einmal von vorne an."

Hermione senkte die Stimme und wisperte in Harrys Richtung: "Naja, heute hat Snape mich in den Korridoren gefunden und direkt verdächtigt, ihn bestohlen zu haben."

"Vielleicht hat jemand dich mit dem Imperius-Fluch verhext", warf Harry ein.

"Nein, wer sollte das denn machen? Und wieso?", fragte Hermione, "Wahrscheinlich war ich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort."

"Granger! Potter! Ruhe!", schimpfte Snape und kam angehastet, "Sie müssen den Trank umrühren, Miss Granger! Mit ihrem Zauberstab!"

Hermione zog hastig den Zauberstab aus ihrem Umhang, doch es war der falsche. Dieser Zauberstab gehörte nicht ihr. Sie hatte ihn schonmal gesehen, doch sie wusste nicht wo.

Sie starrte noch ein weiteres Mal auf den Zauberstab. Langsam kamen ihr die Erinnerungen wieder.

Gestern hatte jemand sie verhext. Jemand hatte Stupor gerufen, woraufhin sie das Bewusstsein verloren haben musste. Der Zauberstab gehörte mit Sicherheit dem Täter. Hermione erinnerte sich noch daran, dass sie den Angreifer entwaffnet hatte.

Snape starrte sie immer noch an, während er seine Augenbrauen zornig zusammenzog.

"Das wird wohl heute nichts mehr mit Ihnen, Miss Granger. Bleiben Sie nach dem Unterricht hier." Hermione senkte enttäuscht den Kopf und ihr stiegen Tränen in die Augen. Sie musste sich jetzt konzentrieren, egal, mit welchen Problemen sie sonst noch so zu leben hatte.

Nachdem Professor Snape die Stunde endlich beendet hatte und alle Schüler so eilig herausgestürmt waren, als wäre ein Feuer ausgebrochen, packte auch Hermione ihre Sachen und schlenderte nach vorne. Dort waren Malfoy und Snape in ein Gespräch vertieft.

Den letzten Satz, der aus Snapes Mund kam, konnte sie noch aufschnappen: "Melde dich, wenn du deinen Zauberstab wiedergefunden hast." Dann verschwand Malfoy.
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