Harry Potter Adventskalender 2019 (Dramione)

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Hermine Granger
01.12.2019
17.12.2019
12
7.957
4
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02.12.2019 663
 
"Raus! Sofort!", meckerte Madam Pince empört, als sie Hermione, wie immer in ein Buch vertieft, in einer Ecke entdeckte. "Es ist schon lange Nachtruhe! Seit über einer Stunde!", schimpfte sie, "Raus hier!"

"Ja, Verzeihung", Hermione schlug schnell ihr Buch zu, "Ich beeile mich." Mit der Bibliothekarin wollte sie sich nur ungern anlegen, da die Bibliothek einer ihrer liebsten Orte war. Die Bibliothek war für Hermione fast wie ein zweites Zuhause. Sie kannte jede Ecke, jeden Tisch, jedes Buch, und sie wollte ein Bibliotheksverbot auf jeden Fall verhindern, da Hogwarts ohne den ihr vertrauten Duft der Bücher wohlmöglich noch nicht einmal halb so schön gewesen wäre.

"Na los, räum die Bücher ein! Ich möchte auch ins Bett", maulte Madam Pince genervt. "Ja, sofort", entgegnete Hermione und nickte eifrig, "Ähm... Dürfte ich eventuell noch einige Bücher ausleihen?" Madam Pince legte ihre Stirn in Falten und atmete tief ein. Hermione setzte ihr bravstes Engelsgesicht auf und starrte die Bibliothekarin bittend mit großen, unschuldigen Hundeaugen an. "Meinetwegen", murmelte Madam Pince, "Aber flott!"

Hermione schaute sich um. Überall lagen Bücher verteilt und sie musste innerhalb von Sekunden entscheiden, welche Bücher sie ausleihen wollte und welche nicht. Sie spürte den erwartungsvollen Blick von Madam Pince im Nacken, sie hörte das Ticken der Uhr, sie sah etliche Bücher vor sich.

"Ich nehme alle mit", schoss es aus Hermiones Mund, während sie begann, die Bücher zu sortieren und zu stapeln.

"In Ordnung", sagte Madam Pince, "aber jetzt raus!"

Hermione versuchte die Bücher zu balancieren und schlurfte aus der Bibliothek hinaus.

Hermione seufzte erschöpft. Ihre Arme schmerzten von den Büchern, die deutlich schwerer waren als sie erwartet hatte. Sie hätte jetzt gerne jemanden gehabt, der ihr geholfen hätte, die Bücher in den Gemeinschaftraum zu tragen. Wo waren Harry und Ron, wenn man sie mal brauchte? Diese Frage brauchte sie sich eigentlich gar nicht zu stellen. Harry spazierte wahrscheinlich mit seinem Tarnumhang irgendwelche Geheimgänge entlang und Ron lag vermutlich gerade im Bett und schnarchte wie ein Bär.

Sie hingegen irrte hier verzweifelt mit einem dicken Bücherstapel im Arm in den dunklen Gängen herum. Sie war mutterseelenallein. Das Einzige, was sie hören konnte, war ihr Atem und ihr Herzklopfen. Sie spürte nur noch die Erschöpfung, die Müdigkeit, die Schmerzen in den Armen. Das Einzige, was sie sehen konnte, war die Farbe schwarz.

Es war so dunkel, dass sie noch nicht mal sehen konnte, wo der Gang aufhörte, geschweige denn, in welchem Gang sie sich überhaupt gerade befand.

Doch auf einmal guckte hinter einer Ecke ein leuchtender Zauberstab hervor. Hermione fluchte leise. Er bot ihr zwar Licht, allerdings gehörte er vermutlich einem Lehrer und Hermione hatte gerade überhaupt keine Lust, sich eine Ausrede auszudenken, was sie alleine mitten in der Nacht mit unzähligen Büchern in einem einsamen Korridor zu suchen hatte. Vielleicht könnte sie sagen, sie wäre eine Schlafwandlerin? Nein, das würde ihr keiner abkaufen, dann hätte sie schließlich keine Bücher dabeigehabt. Aber vielleicht könnte sie sagen, sie hätte sich verlaufen? Nein, das ging auch nicht, nach so vielen Jahren verlief man sich nicht einfach so. Andererseits in Hogwarts konnte man sich irgendwie immer verlaufen...

"Stupor!", hörte Hermione eine dunkle Stimme rufen, bevor sie mit all ihren Büchern nach hinten geschleudert wurde.

Sie rappelte sich hoch, zog ihren Zauberstab aus dem Umhang und schrie den ersten Zauberspruch, der ihr in diesem Moment gerade einfiel: "Expelliarmus!"

Die fremde Stimme schrie ein weiteres Mal: "Stupor!"

Hermiones Bücher purzelten wild durch die Gegend, fielen ihr auf den Bauch, auf die Beine und zum Schluss auf den Kopf. Sie spürte den dumpfen Aufprall ihres Kopfes auf dem harten Steinboden. Ihr Schädel dröhnte. Und alles wurde noch dunkler als zuvor...

"Granger?!", hörte sie eine entfernte Stimme, "Granger, was ist hier vorgefallen? Kommen Sie sofort mit in mein Büro!" Dann wurde sie hochgehoben.
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