Harry Potter Adventskalender 2019 (Dramione)

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Hermine Granger
01.12.2019
17.12.2019
12
7.957
4
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01.12.2019 552
 
Zähneklappernd stapfte Hermione die schneebedeckten Stufen hinauf. Wieso hatte sie sich denn keine wärmere Jacke angezogen? Oder wenigstens ihren kuscheligen Gryffindorschal? Hermione wollte gerade durch die knarzende, vereiste Holztür treten, da stellte jemand sich ihr in den Weg.

"Na Granger, was machst du denn hier?", fragte Malfoy höhnisch. Hermione musste sich ein Lachen verkneifen. Es sah einfach so albern aus, wie er da stand, ihr den Weg versperrte und wie er sich fühlte, als wäre er der größte Zauberer der Welt, während sein Atem in Form von kleinen weißen Wölkchen aus seinem Mund flog.

Sie antwortete mit leicht sarkastischem Unterton in ihrer Stimme: "Gute Frage...Was macht man wohl in der Eulerei...? Vielleicht Briefe verschicken?"

"Aha", Malfoy zog eine Augenbraue hoch und musterte Hermione von oben bis unten. Sein Blick blieb an ihrer geröteten Nase hängen. Es war wirklich kalt für Anfang Dezember und Hermione nahm sich vor, das Gespräch mit Malfoy möglichst schnell zu beenden und sich daraufhin vor dem Kamin gemütlich in eine dicke Decke einzukuscheln.

"An wen verschickt ein kleines Schlammblut wie du denn Briefe?", unterbrach Malfoys Stimme ihre Gedankengänge. Sofort vergaß Hermione ihre weiteren Tagespläne. Das Wort Schlammblut fühlte sich an, wie tausende Messerstiche direkt in ihrem Herz und sie konnte nicht verhindern, dass ihre Augen feucht wurden, doch sie ließ sich nicht entmutigen und versuchte verzweifelt Autorität zu bewahren.

"An meine Eltern", antwortete Hermione und versuchte gleichzeitig, sich an ihm vorbeizuschieben, doch jetzt breitete er auch noch wie ein Vogel die Arme aus und grinste sie stolz an. "Im Gegensatz zu dir habe ich nämlich Eltern, die sich dafür interessieren, was ich an Weihnachten mache," setzte sie wütend nach.

"Ah ja", höhnte er mit eingebildetem Gesichtsausdruck und giggelte dabei wie ein Kleinkind, "deine erbärmlichen Muggeleltern..."

Hermione schluckte schwer. Was bildete Malfoy sich eigentlich ein, ihre Eltern zu beleidigen, obwohl sie ihm nichts getan hatten. Obwohl er sie noch nicht einmal kannte. Was bildete Malfoy sich eigentlich ein, Hermione nur aufgrund ihrer Abstammung zu beschimpfen. In Hermione breitete sich eine unglaublich große Wut aus. Eine feurige, heiße Wut. Sie war so heiß, dass es Hermione für diesen Moment egal war, dass der eisige Wind ihr ins Gesicht blies, dass ihre Füße sich anfühlten wie Eisklötze, dass sie ihre Hände aufgrund der Kälte noch nicht einmal richtig zur Faust machen konnte. Sie spürte nur noch diese Hitze, diesen Zorn, diesen Hass... Am liebsten wollte sie Malfoy schlagen. Mitten ins Gesicht. So, dass es richtig wehtat, so, dass er starb. Doch sie riss sich zusammen und fauchte zornig: "Besser erbärmliche Muggeleltern, als idiotische, verdammte Todessereltern!" Jetzt war sie ausnahmsweise sogar froh darüber, dass ihr der kalte Wind ins Gesicht blies, weil ihre Haare deswegen in alle Seiten geweht wurden und sie sich dadurch so stark und unbesiegbar wie ein Löwe vorkam.

Malfoy, etwas verunsichert wegen ihres plötzlichen Wutanfalls, schob sich an ihr vorbei, weil ihm nichts mehr einfiel, was er hätte entgegnen können. Hermione hingegen suchte sich einen braungefiederte Eule aus, steckte ihr den Brief in den Schnabel und beobachtete, wie sie in der morgendlichen Stille, die nur durch Malfoys Schritte gestört wurde, über den weißen, glitzernden Berglandschaften immer kleiner wurde und schließlich zu einem klitzekleinen Punkt in der Ferne schrumpfte.
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