One Shot Adventskalender 2019

GeschichteRomanze, Fantasy / P12 Slash
Charlie Weasley Harry Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Luna Lovegood Remus "Moony" Lupin Severus Snape
01.12.2019
08.12.2019
8
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Huhu ihr fantastischen Leser
ihr seid einfach wunderbar und ich danke euch sehr für eure Kommentare, heute gehts dann logischer Weise mit Türchen 3 weiter. Übrigens, auf Türchen 4 freue ich mich schon seit MOnaten besonders ;) Aber dazu morgen mehr
Viel Spaß beim LEsen von:


Tonks x Remus


Sie trat in die große Küche des Grimmauldplatzes und sah ihn dort tief in Gedanken versunken am Tisch sitzen. Er schien gar nicht zu bemerkt zu haben, dass sie eingetreten war. So ging sie zu ihm, hockte sich nieder und legte ihre Hände auf die des Sitzenden.

Langsam hob Remus Lupin seinen Blick. Seine Lippen waren aufeinander gepresst, die Augen wiesen tiefe Ringe auf, die Lieder waren geschwollen.

„Hast du in den letzten Tagen überhaupt mal geschlafen?“, fragte sie Remus leise und strich mit ihrem Daumen über seinen Handrücken.

„Nicht wirklich“, murmelte dieser und wandte seinen Blick wieder ab.

„So geht das nicht“, entschied die junge Frau. „Sirius ist seit zwei Wochen tot. Du darfst trauern, aber geh unter Menschen. Geh nicht allen aus dem Weg und vor allem komm aus diesem Haus hier raus. Du musst unbedingt etwas anderes sehen, als den Ort, an dem dich alles an Sirius erinnert.“


„Dora...“, Remus seufzte. „Das verstehst du nicht...“

Er erhob sich und verließ die Küche. Ließ Nymphadora Tonks alleine zurück, während sie ihm traurig hinterher blickte.


~~~

„Wir haben Remus auch zum Kaffee eingeladen“, sagte Mrs. Weasley fröhlich lächelnd und ihr Blick glitt eingehend zu Tonks, die neben Harry saß und die Jugendlichen bis eben mit ihrer Metamorphmagie unterhalten hatte.

Sie blickte zu Mrs. Weasley auf und lächelte verlegen. Ihr Herz machte ein paar Hüpfer, sie freute sich bei dem Gedanken, Remus zu sehen, auch wenn dieser in letzter Zeit sehr trübsinnig gewesen war, hatte er doch seinen letzten besten Freund verloren.

Doch als es an der Tür klopfte und Mr. Weasley öffnete, stand Remus vor ihnen , ordentlich gekleidet, rasiert und gut gepflegt. Er trug wie immer einfache Kleidung, etwas Junges lag in seinem vernarbten Gesicht. Er wirkte nicht mehr allzu niedergeschlagen wie das letzte Mal, als Tonks ihn gesehen hatte.

Sie lächelte, doch Remus wandte sich zuerst den Weasleys zu. „Vielen Dank für die Einladung“, sprach er und zeigte ein Lächeln, welches eine angenehme Wärme in Tonks auslöste.

„Sehr gerne. Du bist immer willkommen, Remus. Setz dich doch neben Nymphadora“, sprach Mrs. Weasley mütterlich.

Erst jetzt wandte Remus seinen Blick dem Tisch zu, wo er alle grüßte, Harry mit einer Umarmung und seinen Blick dann Tonks zuwandte, die sich leicht über die Lippen leckte. Auch ihr schenkte er ein Lächeln, es wirkte ehrlich, jedoch auch leicht gequält. Ob er ein schlechtes Gewissen hatte, sie das letzte Mal sitzen gelassen zu haben?

Der Tag war schön. Sie aßen Kuchen, tranken Kaffee und unterhielten sich über die einfachsten Dinge. Sie hatten diesen entspannten Tag unter Freunden alle wirklich mal nötig.

Später am Tag spielten sie sogar Quidditch, vor allem die Jugendlichen, Charlie, Bill und Tonks. Remus und Mr. Weasley sahen zu, während Mrs. Weasley Ordnung schaffte.

Tonks Angebot, dabei zu helfen, hatte sie mit einem geduldigen Lächeln abgelehnt, nachdem Tonks bereits einer der guten Teller hinuntergefallen war.

Während Tonks in der Luft war, glitt ihr Blick immer wieder zu Boden, wo Remus an einen Baum gelehnt stand, sich leise mit Arthur unterhielt und zu ihnen aufblickte.

Am Abend zog sich besonders die jüngere Gesellschaft auf ihre Zimmer zurück. Tonks unterhielt sich eine Weile mit Molly, bis diese sie vielsagend ansah und meinte: „Er ist auf der Veranda.“

Leicht errötend lächelte Tonks ihr zu. Sie hatte es Molly nie sagen müssen, sie hatte schon früh bemerkt, dass Tonks eine Schwäche für Remus entwickelt hatte.

Lächelnd und mit klopfendem Herzen wandte sie sich ab und trat nach draußen. Tatsächlich stand Remus an das Geländer gelehnt und blickte dem Sonnenuntergang entgegen. Tonks stellte sich neben ihn und beobachtete das Farbenspiel des Abends ebenfalls eine Weile schweigend.

„Geht es dir gut?“, fragte sie schließlich und wandte ihren Blick Remus zu.

„Besser.“ Tatsächlich sah er zu ihr auf und zeigte ihr ein ruhiges Lächeln.

„Das freut mich“, sagte sie ehrlich. Sie streckte ihre Hand aus und legte sie auf die von Remus, der eine Weile auf ihre beiden Hände hinabschaute.

„Dora, ich...“, er unterbrach sich, seufzte einmal tief. „Ich weiß, was du fühlst. Ich weiß, was du möchtest“, fuhr er schließlich fort. „Aber ich kann es dir nicht geben.“

Sein Blick war entschuldigend und traurig. Er verschränkte ihre Finger miteinander und hauchte ihr einen kurzen Kuss auf den Handrücken, der alles in ihr kribbeln ließ.

Dennoch musste Tonks mit den Tränen kämpfen. „Wieso nicht?“, hauchte sie leise. „Was steht zwischen uns, Remus? Fühlst du nichts für mich?“

Remus schloss kurz die Augen. „Ich fühle sehr viel für dich“, wisperte er. „Und das ist das Problem. Dora, ich bin nicht der Richtige für dich. Ich bin alt...“

„Was sind schon dreizehn Jahre“, widersprach Tonks sogleich. „Wen stört das Alter?“

„Ich bin arm...“

„Ich will doch auch gar nicht dein Geld. Ich gehe selbst arbeiten. Es ist mir egal...“, versuchte sie weiter auf ihn einzureden.

Abrupt entzog Remus ihr die Hand, in seinen bernsteinfarbenen Augen funkelte etwas trauriges, mitgenommenes. „Ich bin ein Werwolf“, zischte er. „Ein verdammter Werwolf. Ich bin nicht gesund. Ich bin ein Monster. Du hast etwas Besseres  verdient.“

Er wollte sich abwenden und gehen.

„Remus“, hauchte sie, doch er blieb nicht stehen.

Tonks folgte ihm, packte ihn am Arm und drehte Remus wieder zu sich um, der sie überrascht anstarrte. „Es ist mir egal, okay. Das zählt alles nicht“, sagte sie mit fester Stimme, obwohl sich Tränen aus ihren Augen lösten. „Du bist ein wunderbarer Mensch. Ich liebe dich.“

Er wollte etwas erwidern, doch da verschloss Tonks bereits ihre Lippen miteinander zu einem innigen Kuss.

Remus zögerte, doch nach einer Weile, die sie nicht von ihm abließ, erwiderte er den Kuss und legte seine Arme um ihren zierlichen Körper. Und Tonks lächelte innerlich, spürte, dass er es genauso genoss, wie sie es tat, dass er es genauso wollte wie sie.

Sie griff nach seiner Hand und führte ihn mit hinein, durch das bereits dunkle Haus in das Zimmer, das ihr für die Nacht überlassen worden war und Remus wehrte sich nicht dagegen, ließ sich willig führen und legte erneut seine Arme um sie, als sie ihn wieder küsste.

Ihre Hände gingen auf Wanderschaft, zogen sich gegenseitig aus und strichen über nackte Haut... Es war die schönste Nacht in Tonks' Leben!



Als Tonks am nächsten Morgen wach wurde, legte sich ein seliges Lächeln auf ihre Lippen. Die Erinnerungen an die Nacht zuvor erschienen sofort wieder in ihrem Gedächtnis und mit geschlossenen Augen tastete sie um sich.

Doch das Bett neben ihr war leer. Die Laken neben ihr kalt.

Schlagartig öffnete Tonks die Augen und blickte sich um. Remus war nicht da. Seine Kleidung, die sie am Abend achtlos zu Boden geworfen hatten, war verschwunden und langsam setzte Tonks sich auf.

Ihr Blick glitt zu dem zweiten Kopfkissen, wo ein Zettel lag, der eiligst beschrieben worden schien:


Es tut mir leid, Dora. Es hätte nicht so weit kommen dürfen. Ich hoffe, du wirst mich irgendwann verstehen!


Tränen lösten sich aus Tonks Augen. Mit beklemmendem Gefühl in der Brust und rasendem Herzen erhob sie sich, zog sich an und verließ geknickt das Schlafzimmer.

Offenbar war sie neben Molly die erste, die wach war, denn Molly strahlte ihr bereits entgegen.. „Ich habe gestern Abend Schwierigkeiten mit dem Einschlafen gehabt“, sie zwinkerte Tonks zu. „Im Nebenraum war es etwas lauter...“

Tonks blickte nur langsam auf, die Tränen standen ihr noch immer in den Augen.

„Oh Liebes“, hauchte Molly, trat auf die Aurorin zu und zog sie in ihre Arme. „Es tut mir so leid!“

Tonks legte ihre Arme um Molly und genoss für einen Augenblick die mütterliche Zuneigung. Doch sie wusste, sie würde nicht so einfach aufgeben.



~~~

Fast ein Jahr war vergangen und Tonks blickte auf den verletzten Bill Weasley, der im Krankenflügel von Hogwarts lag und von Fenrir Greyback angefallen und gebissen worden war. Langsam hob sie ihren Blick zu Remus, dessen Kiefer angespannt war, während er ebenfalls zu dem Verletzten hinabblickte.

Ihr Blick glitt weiter zu Fleur und Mrs. Weasley, die sich in den Armen lagen und leise schluchzten.*

Tränen lösten sich aus Tonks Augen. Tränen aufgrund Albus Dumbledores Tod, Tränen aufgrund des Kampfes, der ihr die letzte Kraft geraubt hatte. Tränen aufgrund von Remus, der ihr aus dem Weg ging, seitdem sie damals das Bett miteinander geteilt hatten und auch jetzt nicht zu ihr aufblickte.

Langsam wandte Tonks sich ab und verließ den Krankenflügel, ging durch die Gänge davon, bis ihre Schritte stetig schneller wurden, bis sie rannte und die Tränen nur so über ihre Wange liefen.

Sie rannte, bis sie die Treppen des Nordturms erreichten, den Turm, an dem das schreckliche Schauspiel von Dumbledores Tod an diesem Abend stattgefunden hatte.

Sie rannte die vielen Stufen nach oben und erst, als sie angekommen war und sich an die Balustrade lehnte, erlaubte sie sich, schwer zu keuchen und zu schluchzen.

Mit tränenverschmiertem Gesicht blickte sie auf in den Nachthimmel. Die Wolken hatten sich verzogen, das Dunkle Mal war verschwunden und ein abnehmender Mond war die einzige Lichtquelle, die den Nordturm erhellte.

Der Mond, so unscheinbar und doch so unglaublich überwältigend, unglaublich wundervoll. So, wie Remus es war.

Tonks hörte Schritte und verspannte sich am ganzen Körper. Sie wollte sich nicht umdrehen, nicht gucken, wer hier hochgekommen war und peinliche Fragen beantworten, warum sie hier stand und weinte.

Doch die Schritte näherten sich ihr unaufhörlich. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter und langsam wandte sie sich um, blickte in die wunderschönen Augen von Remus, der sie traurig musterte.

Tonks drehte sich ganz zu ihm und er hob eine Hand, um ihr mit dem Daumen die Tränen wegzuwischen. „Warum ich, Dora?“, fragte er leise nach und ließ seine Hand an ihrer Wange ruhen.

„Weil ich dich liebe. Weil du wunderbar bist. Du bist liebevoll, du bist stark. Du siehst nur selbst nicht, was für ein toller Mensch du bist und ich möchte es dir zeigen. Ich möchte, dass du endlich siehst, wie wertvoll du bist.“ Tonks legte ihre Hand auf die von Remus und verschränkte ihre Finger miteinander.

„Es ist nicht einfach mit mir. Ich bin ein Werwolf. Und das Ministerium...“

„Das ist mir alles egal“, versicherte Tonks. „Es ist mir egal, was alle sagen! Du bist kein Monster und wenn das Ministerium das nicht einsieht, dann sind sie in ihren Ansichten stark zurückgeblieben.“

Remus musterte Tonks lange schweigend und ein leichtes, wenn auch trauriges Lächeln umspielte seine Lippen. „Wir werden uns kaum auf eine Beziehung konzentrieren können. Wir stecken mitten in einem Krieg.“

„Wir werden diesen Krieg gemeinsam durchstehen. Wir müssen da nicht alleine durch“, hauchte Tonks, ihre Tränen waren versiegt, ihre Stimme war fest und entschlossen. „Ich liebe dich, Remus. Ich will dich an meiner Seite wissen. Es ist keine einfache Zeit, es ist keine einfache Situation. Doch mit dir zusammen wird es einfacher.“

Remus atmete ein letztes Mal tief durch. Dann neigte er sich vor und verschloss ihre Lippen zu einem langen, zärtlichen Kuss. Als er ihn löste, hauchte er leise: „Lass uns nach Hause. Hier können wir nicht mehr viel tun!“

Tonks lächelte leicht gegen seine Lippen, als er von „Zuhause“ sprach und nickte.

Es war ein trauriger Tag. Albus Dumbledores Tod ein trauriges Ereignis und sie wussten alle, dass der Krieg nun nicht mehr aufzuhalten war, dass er bald seinen Höhepunkt finden würde. Doch es war auch der Tag, wo Remus und Tonks sich vereinten, schnell beschlossen, in diesen schweren Zeiten heimlich zu heiraten und wo sie ein Kind zeugten. Noch in der selben Nacht!





*Ich möchte auf eine Szene im Buch hinweisen, kurz nach Dumbledores Tod in Band 6, wo sie alle um Bills Krankenbett stehen und als Fleur sich liebevoll um ihn kümmert, Tonks Remus da zur Rede stellt, dass sie Bill lieben kann, wieso er das dann von ihr nicht zulassen könnte und Remus versucht sich weiterhin raus zureden, trotz Mr. Und Mrs. Gutem Zureden. Nach dieser Szene knüpfe ich an dieser Stelle an.
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