Kisei

von MAC01
GeschichteDrama / P18 Slash
Itachi Uchiha Naruto Uzumaki
01.12.2019
26.12.2019
26
42.583
8
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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04.12.2019 1.578
 
Teil: 04 / 24

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Kommentar: ---

***** ***** ***** ***** *****

Itachi löschte gerade sein Lagerfeuer, welches er neu angefacht hatte, um sich ein einfaches Frühstück zuzubereiten. Er war aufgeregt, denn er befand sich auf dem Weg zurück nach Konohagakure. Nach Hause, ging es ihm durch den Kopf und in ihm keimte erneut ein Gefühl von Vorfreude.
Niemals hatte er davon zu träumen gewagt, jemals wieder nach Hause zurück kehren zu dürfen, nach allem, was er - im Auftrag des Ältestenrats und insbesondere Danzou - getan hatte. Und dennoch war er über all die Jahre im Exil Konohagakure stets treu ergeben geblieben und hatte den Sandaime Hokage stets über die Aktivitäten von Akatsuki auf dem Laufenden gehalten. Aber wer würde sich daran noch erinnern?
Die Goikenban wussten Bescheid. Über alles. Sie wären in der Lage seinen Namen wieder reinzuwaschen, doch dann würde Sasuke die Wahrheit erfahren. Das wollte Itachi nicht. Sasuke sollte nicht denken, dass der Uchiha-Clan unehrenhaft war. Doch Itachis Plan, dass sein Bruder ihn irgendwann aufsuchen würde, um ihn zu töten und so die Ehre und den guten Ruf des Clans wieder herzustellen, war nicht aufgegangen. Nie hatte Itachi damit gerechnet, dass Sasuke Orochimaru folgen würde. Noch ein Fehler in seinem Plan.
Schon damals, als er durch Madara Akatsuki beigetreten war hatte Orochimaru - damals selbst noch ein Mitglied der Organisation - mehr als deutlich Interesse an Itachi gezeigt... an seinen Augen und an seinem Körper. Doch er hatte ihm irgendwann die Hand abgeschlagen, mit der Orochimaru ihn immer 'zufällig' berührt hatte, wenn er an ihm vorbei ging, und dieser war schließlich geflohen.
Wieso hatte er damals nicht Vorkehrungen getroffen seinen kleinen Bruder vor Orochimaru zu schützen? Vielleicht, weil er so naiv gewesen war zu glauben, dass der Sandaime, Orochimarus alter Meister, seinen kleinen Bruder vor diesem schützen konnte? Am Ende hatte Hiruzen sein Leben geopfert, um Orochimaru die Arme seines neuen Körpers und damit die Chance auf Fingerzeichen zu nehmen. Und dennoch,... er hatte Sasuke da bereits geködert gehabt.
Er war jetzt vier Jahre auf der Suche nach seinem kleinen Bruder und doch hatte er ihn nicht finden können. Vielleicht hatte er das nicht gekonnt, weil Sasuke sich noch nicht bereit für ihre Auseinandersetzung gefühlt hatte. Möglich. Oder vielleicht war Orochimaru und er gerade wo anders unterwegs. Auch möglich.
Am liebsten hätte er Sasuke einfach alles erklärt und ihr brüderliches Verhältnis wieder hergestellt. Von seinem eigenen Bruder gehasst zu werden, war mit den Jahren immer schwerer zu ertragen gewesen. Und vielleicht... vielleicht hatte er damals den falschen Weg beschritten. Möglich, dass alles ganz anders gekommen wäre, wenn er Sasuke von Anfang an ins Vertrauen gezogen oder ihn mitgenommen hätte. Aber er war selbst erst dreizehn Jahre alt gewesen. Ihm hatte einfach die Lebenserfahrung gefehlt die Situation anders zu bewerten und Alternativen zu sehen.
Seit einer Weiler spürte er eine Müdigkeit in sich und den Drang nach Hause zurück zu kehren. Das und noch ein anderes Gefühl hatte ihn bewogen die Godaime Hokage Tsunade anzuschreiben. Eines, welches er lange von sich gewiesen und als Einbildung abgetan hatte, nicht zuletzt, weil es seinen Bestrebungen bei Akatsuki zu wider gelaufen war. Er wollte jetzt ergründen, ob das Gefühl echt oder tatsächlich nur ein Hirngespinst war und dafür war er sogar bereit sein Leben aufs Spiel zu setzen.
So in seinen Gedanken versunken - während er weiter Richtung Süden lief - bemerkte Itachi erst spät, dass er nicht alleine war. Ihn traf etwas und warf ihn in den Schnee. Obwohl er nicht verletzt war entschied sich Itachi liegen zu bleiben. Er hörte, wie Schritte durch unberührten Schnee auf ihn zukamen und wie fremdes Chakra geschmiedet wurde. Ein Chakra, welches ihm völlig unbekannt war. Aber das hatte nichts zu heißen. Er wusste, dass er in den Bingo-Büchern ehrenwerter Shinobi stand und Freiwild war.
Das sich der Fremde aber so direkt auf ihn zu bewegte empfand Itachi fast schon als Beleidigung oder sehr leichtsinnig. Daher nahm er an, dass es kein Shinobi aus einem der fünf Dörfer war. So eine Blöße würde sich nicht einmal ein Genin auf seiner ersten Mission geben.
Dann ging alles schnell: Der Angreifer beugte sich über ihn und wollte ihn mit einem Griff an der Schulter umdrehen. In dem Moment, in dem Itachi umgedreht wurde tauschte er mit seinem Gegner den Platz und hielt ihm sein Kunai, welches er seit er am Boden lag in der Hand gehalten hatte, an den Hals und musterte ihn ausgiebig. Es war niemand, den er kannte und auch sein Stirnband zeigte kein Symbol, welches ihm vertraut gewesen wäre.
"Wer bist du und was willst du von?", blaffte Itachi ihn an.
"Du... du bist nicht er?", kam es fassungslos von dem Fremden. "Aber deine Augen... es sind dieselben."
Sprach der Fremde von Sasuke?
"Von wem sprichst du? Antworte oder du wirst das Ende dieses Tages nicht mehr erleben.", forderte er erneut.
"Das geht dich nichts an... du bist nicht ER.", kam es erneut trotzig von dem Unterlegenen.
Itachi schnaubte entnervt und wollte mit dem Kunai zustoßen, als der andere seine Absicht erkannte, die Augen weitete und dann doch hektisch antwortete.
"Uchiha Sasuke!", rief er verzweifelt. "Ich war auf der Suche nach Uchiha Sasuke."
Der ehemalige Konoha-Shinobi hielt inne und blickte den Fremden eindringlich an.
"Was willst du von Uchiha Sasuke?", fragte er.
"Ich soll ihn zu meinem Boss bringen. Er will ihn sprechen.", überschlug sich der andere mit seiner Antwort.
"Wer ist denn dein Boss?", hakte Itachi weiter nach.
"Geht dich nichts an, wer er ist und was er will.", lehnte sich Itachis Angreifer noch einmal trotzig auf. Itachi stach zu und der andere Schrie vor Schrecken und Todesangst.

Itachi schnalzte spottend mit der Zunge, während er sich unter dem erstarrten Shinobi, der sich immer noch über ihn beugte, wegrollte. Der andere stand mit weitaufgerissenen Augen und Schweiß auf der Stirn so dar, wie er gewesen war, als er Itachi umgedreht hatte. In dem Moment, als sich ihre Blicke trafen wurde der Angreifer in einer Illusionskunst - einem Gen Jutsu - gefangen genommen.
Anfänger, ging es Itachi spöttisch durch den Kopf. Sich einem Shinobi mit einem Dou-Jutsu - einer Augenkunst, wie das Sharingan - so leichtfertig und in direkter Linie zu nähern war einfach dumm. Nicht umsonst waren die Kekkei Genkai - die speziellen, vererbten Fähigkeiten mancher Clans, die von Außenstehenden weder kopiert, noch erlernt werden konnten und zu denen sein Sharingan gehört - gefürchtet.
Er zog ein Seil aus seiner Tasche und begann damit Hände und Füße seines Gegners zu fesseln, während dieser seine Leichtsinnigkeit in der Illusion wiederholt mit dem Leben bezahlte. Als Itachi fertig war den Fremden zu fesseln, löste er die Illusion auf und sein Opfer sackte bewusstlos in sich zusammen.
Der Uchiha seufzte schwer auf. Er hatte darum gewusst, wie anstrengend das Durchleben einer Illusion für sein Opfer war und in den zehn Minuten, die er gebraucht hatte seinen Angreifer zu fesseln, war für diesen in der Illusion Tage vergangen. Tage in denen er die zehn Minuten Verhör, die er am Ende mit seinem Leben bezahlt hatte, immer und immer wieder erlebt hatte. Ohne Pause und in dem Bewusstsein, dass es sich wiederholte.
Er blickte sich um, seinen Angreifer bei der Kälte und mitten in der Wildnis so daliegen zu lassen würde unweigerlich zu dessen Tod führen. Wenn ihn nicht die Kälte dahin raffte, dann würde es wilde Tiere freuen, die sich mit ihm die Bäuche füllen würden. Freilassen und hier liegen lassen kam auch nicht in Frage. Zum einen könnte der Typ ihm nachhetzen und sich beim nächsten Mal geschickter anstellen. Oder er könnte seine Suche nach Sasuke wieder aufnehmen. Dieses Risiko war Itachi auch nicht bereit einzugehen. Also warf er sich den Fremden über die Schulter und setzte seinen Weg Richtung Süden fort.

Im Laufe des Tages war das Gelände immer felsiger geworden und am Abend hatte Itachi den Pass und somit die Grenze zwischen Ta no Kuni - dem Reisfeld-Reich - und Hi no Kuni - dem Feuer-Reich - erreicht. Da es rasch dunkel wurde suchte Itachi eine ihm bekannte Höhle am Pass auf. Er legte seinen Gefangenen vorsichtig ab und entfachte dann Feuer, bevor er sich dran machte, etwas zu essen zu machen.
Nachdem er gegessen hatte legte er sich an das Lagerfeuer. Er machte sich keine Sorge darüber, dass sein Gefangener vor dem Mittag des nächsten Tages wieder zu sich kommen würde, wenn er nicht sogar noch etwas länger Erholung bedürfte. Manche Opfer einer Illusion brauchten manchmal - je nach Dauer der Illusion - Wochen, um sich davon wieder zu erholen.
Dennoch fand er keine Ruhe und damit keinen Schlaf. Irgendetwas stimmte nicht, dass konnte der Uchiha deutlich spüren. Er blickte zu Korus, seiner Krähe, mit der er vor so langer Zeit den Vertrag für Kuchiyose no Jutsu geschlossen hatte und die stets an seiner Seite geblieben war. Sie saß vor der Höhle und hielt Wache. Falls jemand kommen würde, würde Korus Itachi mit seinem Schreien vorwarnen.
Als Itachi schließlich doch wegnickte tauchte ein Schemen in seinem Traum auf. Er kannte diese Person, war ihr einige Male begegnet und hatte ihre Entwicklung interessiert beobachtet. Nicht nur, weil er ein Zielobjekt von Akatsuki gewesen war, sondern weil er diese Art des Seins besaß, die immer  Zuversicht ausstrahlte. Die unbeirrt an seinen Weg geglaubt hatte und die sofort andere Menschen für sich gewinnen konnte. Dann schärften sich die Konturen des Schemens und Itachi konnte deutlich das Gesicht vor sich sehen. Das Gesicht von Uzumaki Naruto.

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