Kisei

von MAC01
GeschichteDrama / P18 Slash
Itachi Uchiha Naruto Uzumaki
01.12.2019
26.12.2019
26
42.583
8
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
01.12.2019 2.088
 
Teil: 01 / 24

Warnings: ---

Kommentar: Diese Geschichte entstand 2018 als Adventskalender in Zusammenarbeit mit Onlyknow3, nur hab ich damals leider versäumt ihn parallel hier hochzuladen. Daher wollte ich ihn dieses Jahr nachreichen. :-) Also 24 kleine Kapitel, die euch hoffentlich unterhalten werden.

Disclaimer: Mir gehört nichts, die Charakteren sind aus dem Manga "Naruto" entliehen und ich verdiene kein Geld mit dieser Story.

***** ***** ***** ***** *****

... wiederholte sich im Winter dieses Fest, welches Liebe und Frieden propagierte und für ihn doch keine Bedeutung hatte. Wie hätte es auch? Jahr für Jahr war er alleine. Man führte ihm immer wieder vor Augen, was er nicht hatte. Nie gehabt hatte. Niemals haben würde.
So saß Naruto - wie jedes Jahr - auf dem steinernen Kopf seines Vaters - Namikaze Minato, der Yondaime Hokage von Konohagakure - und blickte über das Dorf. Das Dorf lag bereits unter einer dünnen Schneedecke und die Bewohner begannen Straßen und Häuser mit Lichter und kleinen Figuren zu schmücken. Gleichzeitig versuchten einige Dörfler auf dem Dorfplatz vor dem Hokageturm die gleiche Fichte wie letztes Jahr und dem Jahr davor und davor... in die aufgedeckte Einlassung zu wuchten, wo sie für diesen Monat stehen und als ein Zeichen für Leben gelten sollte.
Irgendwie tat ihm die Fichte schon leid. Dieser mächtige Baum wurde Jahr für Jahr aus der Erde gegraben, die er seine Heimat nannte, nur um umständlich ins Dorfzentrum transportiert zu werden und hier neu eingepflanzt zu werden. Und wenn der Monat vorüber gegangen war und die Fichte sie alle sicher ins neue Jahr begleitet hatte wurde sie hier wieder ausgebuddelt und zurück an ihren Stammplatz gebracht. Nur um im nächsten Jahr erneut ausgegraben zu werden. Und das schon seit der Dorfgründung, als dieser Baum gepflanzt worden war. Daher war dieser Baum schon beachtlich gewachsen.
Es gab eine Tradition in Konohagakure: Pärchen, die sich die Treue schwören wollten, kamen zu dem Baum und konnten ihre Namen in die Rinde des Baumes brennen lassen. Ob seine Eltern dieser Tradition damals gefolgt waren?
Seit seinem Kampf gegen Pain wusste Naruto endlich wer seine Eltern gewesen waren. Es war zunächst unglaublich für ihn gewesen: Er war der Sohn des Yondaime Hokage gewesen. Einer der beliebtesten Hokage in der Geschichte des Dorfes, der von allen so hochgeschätzt worden und dessen Tod alle getroffen hatte.
Und obwohl er sein Sohn war, hatten die Dörfler ihn stets ausgegrenzt. Hatten ihn in ein Waisenhaus außerhalb der Stadt gegeben, dass irgendwann die Waffen gestreckt hatte, als er wieder einmal ausgebüchst war. Doch selbst als der Sandaime, der nach dem Tod von Narutos Vater sein Amt wieder aufgenommen hatte, ihn nach Konohagakure geholt hatte, behandelten sie ihn wie einen Aussätzigen. Ignorierten ihn. Immer wieder musste er sie durch Streiche zwingen sich mit ihm auseinander zu setzen. Das ändert sich erst, nachdem er mit Sasuke und Sakura unter Kakashi zu Team 7 geworden war. Jene Kinder, die ihn stets mieden oder hänselten, weil sie das Verhalten ihrer Eltern imitierten, begannen ihn auf einmal zu sehen. IHN. Ihn zu akzeptieren. Freundschaften zu ihm aufzubauen. An ihn zu glauben.
Doch die Dörfler - jene, die nicht zur Welt der Shinobi gehörten - straften ihn weiter mit Ignoranz und Argwohn. Verachteten ihn. Er hatte sie gerettet. Pain besiegt. Ihn überzeugt jene, die durch seinen Angriff verletzt oder getötet worden waren wieder zurück zu bringen. Doch statt ihn zu feiern sahen sie in ihm nur das Monster, zu dem er geworden war, als Hinata verletzt worden war. Ja... auch er hatte in diesem Zustand das Dorf verwüstet - aber viel kaputt zu machen gab es da doch gar nicht mehr. Und immerhin waren seitdem vier Jahre vergangen.
Er hatte mit Killer Bs Hilfe Frieden mit dem Kyuubi in sich geschlossen, hatte mit ihm Freundschaft geschlossen und schließlich hatte ihm der Bijuu seinen Namen verraten: Kurama. Er hatte Kurama seinen Hass genommen und seitdem war er ein treuer und ergebener Verbündeter... mit einer spitzen Zunge, aber dennoch ein Verbündeter. Das Vertrauen zu Kurama war sogar soweit gewachsen, dass er diesem erlaubte sich außerhalb seines Körpers zu manifestieren. Natürlich nicht in seiner vollen Größe. Dazu war die Welt von heute einfach nicht gemacht. Aber in einen Hüfthohen Fuchs mit neun Schweife.
Nachdem es schon dunkel geworden war und Naruto begonnen hatte zu frieren stand er langsam auf und streckte sich. Sofort strich Kurama ihm um die Beine. Wann hatte Kurama sich manifestiert? Er hörte das leise, knisternde Kichern des Fuchses in seinem Kopf. Scheinbar amüsierte er sich darüber, dass Naruto das gar nicht mitbekommen hatte.
"Was bist du so trübsinnig?", fragte Kurama Naruto, der sonst eine Frohnatur sondergleichen war und mit seiner guten Laune eigentlich alle ansteckte, so dass selbst lästige Aufgaben Spaß machten. Natürlich wusste Kurama um die Angewohnheit des Blonden in diesem Monat Jahr für Jahr trübsinnig und traurig zu werden. "Du könntest dir deine Frage beantworten, weißt du."
Verwirrt blickte Naruto zu Kurama und wusste im ersten Moment nicht, wovon der Fuchs sprach. Dann fiel es ihm wieder ein. Er hatte sich gefragt, ob seine Eltern auch der Tradition nachgehangen hatten ihre Namenskanji in die Rinde des Baumes brennen zu lassen. Langsam blickte er zu dem mittlerweile längst aufgestellten Baum, der noch nicht geschmückt war. Der Dorfplatz wirkte verlassen, was Angesichts der späten Stunde und den kalten Temperaturen kein Wunder war. Also sprang er von dem Steinkopf hinunter auf den Platz und dann in das dichte Geäst des Baumes. Er sprang die Äste hinauf, bis er schließlich fand, wonach er suchte, und endlich Gewissheit hatte: In einer herzförmigen Umrandung fand er den Namen seines Vaters - Minato - und darunter stand der seiner Mutter - Kushina.
Naruto streckte zögerlich seine Hand aus und wollte die Stelle am Baumstamm berühren. Seine zitternden Finger glitten über die Schriftzeichen und ein merkwürdiges Gefühl entstand in Narutos Magen. Er wusste nicht, was das war oder warum er das empfand. Er berührte etwas, was seine Eltern gemeinsam hier eingebrannt hatten. Ein Zeugnis dafür, dass sie wirklich existiert und füreinander große Liebe empfunden hatten. Sie sich Treue und Ewigkeit geschworen hatten. Dann spürte er etwas Feuchtes auf seinem Gesicht und als er mit der anderen Hand danach tastete stellte er fest, dass er weinte. Auch wenn er nicht verstand warum.
Er spürte, wie Kurama etwas sagen wollte und dann doch inne hielt. Für einen Augenblick glaubte Naruto, dass der Fuchs endlich etwas Taktgefühl gelernt hatte, aber leider war er selbst nicht der beste Lehrer dafür. Doch warum war er dann verstummt? Gerade als Naruto ihn fragen wollte spürte er seinerseits etwas und unter dem Baum tauchten einige Gestalten auf. An der Art und Weise, wie sie erschienen waren, erkannte Naruto sofort, dass es Shinobi waren. Dann trat ein älterer Mann auf sie zu: Danzou - einer der drei Goikenban - Ältesten des Dorfes -, welche der Godaime Hokage als Ratgeber dienten. Was machte der Alte hier?
"Die Hokage hat heute eine Anfrage von Uchiha Itachi erhalten.", begann Danzou. "Nachdem sich Akatsuki vor vier Jahren aufgelöst hat bittet er darum, nach Hause kommen zu dürfen." In Danzous Stimme lag etwas Spottendes. "Dieser dumme Junge glaubt wirklich, er könne hier, in unserer Mitte, neu anfangen, nach allem, was er getan hat."
"Was denkt die ehrenwerte Hokage darüber?", hörte Naruto eine ältere, weibliche Stimme. War das Koharu, eine weitere Goikenban? Tatsächlich trat sie näher an Danzou und Naruto konnte sie erkennen.
"Was glaubst du denn? Sie will ihn begnadigen und nach Hause zurück holen.", keifte der Alte wutentbrannt. "Tsunade hat ihm seine Begnadigung sogar schon mit seiner Krähe, die seine Bitte überbracht hat, übermittelt. Wir dürfen auf gar keinen Fall zulassen, dass er nach Hause zurück kehrt."
Naruto verstand das alles nicht. Uchiha Itachi war der Bruder seines ehemaligen Teamkamerad Sasuke. Man hatte ihn früher für einen besonders talentierten Shinobi gehalten, der die Akademie schon mit sieben Jahren - nach nur einem Jahr - abgeschlossen und zum jüngsten Genin geworden war und später alleine zur Chunin-Prüfung angetreten war und bestanden hatte. Kurz danach soll er bereits Jonin gewesen sein und sogar der ANBU angehört haben. Umso schmerzhafter war sein Fall, als er in einem Akt des Wahnsinns seinen gesamten Clan alleine an einem Abend ausgelöscht hatte. Alle... bis auf seinen kleinen Bruder Sasuke. Seitdem galt er als Nuke Nin - ein verstoßener Shinobi - und stand im Bingo-Buch - dem Verzeichnis aller abtrünnigen Shinobi, die vogelfrei waren und getötet werden durften. Dazu kam, dass Itachi mehr als einmal versucht hatte ihn zu entführen, damit Akatsuki aus ihm heraus Kurama extrahieren konnte, was unweigerlich zu Narutos Tod geführt hatte. Ganz zu schweige von den Grausamkeiten, die er Sasuke angetan hatte.
Dennoch: Itachi hatte etwas an sich. Bei den wenigen Begegnungen mit Itachi war er ihm gegenüber nie ausfällig geworden und hatte doch noch etwas Edles an sich. Einen Edelmut, der so gar nicht zu einem abtrünnigen Shinobi passte, der einer Verbrecherorganisation, wie Akatsuki, angehört hatte. Eigentlich kam es ihm immer so vor, als sei dieses Gehabe nichts weiter als Augenwischerei... eine Illusion, die Itachi allen auferlegte, um sie zu täuschen. Aber warum sollte ein Shinobi, dem man nachsagte, dass er Krieg und Leid um jeden Preis vermeiden wollte, so ein Bild von sich gegenüber der Welt zeichnen? Wie passt da die Auslöschung seines eigenen Clans hinein? Und das immer erneute Aufstacheln von Sasukes Wut und Hass auf ihn?
"Oho, Naruto...", hörte er auf einmal Kurama in seinem Kopf und blickte neben sich auf den Ast, auf dem er stand. Kurama grinste ihn wissend an und Naruto verstand nicht, was der Fuchs meinte. Doch er hörte sein knisterndes Lachen in seinem Kopf.
"Also kommt Uchiha Itachi nach über zehn Jahren nach Hause?", kam es weniger als Frage, als viel mehr als Feststellung von Koharu.
"Wo denkst du hin?", fauchte Danzou sie erneut an. "Ich werde meine NE ausschicken, um ihn abzufangen und ein für alle Mal zu seinem Clan zu schicken."
"Wenn ihn die Begnadigung der Hokage vorher erreicht, wirst du damit ein Problem haben.", wandte die ältere Frau wieder ein.
"Nicht, wenn ich meinen NE darüber informiere, dass Itachis Begnadigung eine Fälschung ist.", kam es triumphierend von Danzou, auf dessen Gesicht sich ein fieses Grinsen abzeichnete.
"Hast du denn überhaupt Untergebene, die es mit Itachi aufnehmen können?", hakte die Alte weiter nach und Danzou funkelte sie wütend an. Scheinbar kam es ihm so vor, als würde seine Kollegin ihm alles madig machen wollen.
"Itachi ist ein außergewöhnlich begabter Shinobi, aber gegen meine NE wird er nicht ankommen. Sie werden in der Überzahl sein. Selbst ein Uchiha hat da keine Chance.", erörterte er mit einem teuflischen und selbstgefälligen Grinsen. "Er wird sterben, noch ehe er ein Fuß in dieses Land setzen wird."
"Deine NE sind nicht genug.", kam es auf einmal streng von einer weiteren Person, die Naruto als Homura - dem dritten und letzten Goikenban - zuordnete. "Wir erwarten von dir, dass du dich persönlich darum kümmerst, dass Itachi es nicht lebend hierher schafft. Er und sein Wissen sind eine Gefahr für uns... und Konohagakure."
Naruto kam es so vor, als könne er Danzous Zähneknirschen bis hier oben hören. Doch nach einer angespannten Minute nickte der Anführer der NE schließlich und verschwand - anders als er gekommen war - mit einem gekonnten Sprung vom Platz. Koharu und Homura verweilten noch einen Augenblick und sahen sich lange an.
"Es wird Zeit zu beenden, was wir vor so langer Zeit begonnen haben. Wir sollten den Uchiha-Clan endgültig und unwiederbringlich ein Ende bereiten. Das schließt beide Brüder ein.", kam es zornig von der Frau.
"Damit würden wir aber auch das Sharingan unwiederbringlich verlieren.", wandte der Mann, der eben noch so streng gegenüber Danzou gewesen war, mahnend ein.
"Was nützt uns ein Kekkei Genkai, welches nicht im Dienst dieses Dorfes steht. Beide Brüder sind Abtrünnige. Wer weiß, was Itachi seit der Auflösung der Akatsuki getrieben hat. Und sein Nichtsnutz von Bruder ist bei Orochimaru und wer weiß, welche Gehirnwäsche er da verpasst bekommt. NEIN! Besser wir verlieren das Sharingan, als dass es sich gegen uns wenden könnte.", kam es bestimmend von Koharu. Homura neigte nur seinen Kopf und schien ihr schließlich zuzustimmen. Dann verschwanden auch sie von dem Platz.
Naruto konnte es nicht glauben. Die Goikenban hatten sich gerade gegen Tsunade verschworen und beabsichtigten deren Wunsch und Begnadigung einfach zu ignorieren. Noch dazu wollten sie Sasuke ans Leder, der trotz seiner unerlaubten Abwesenheit aus dem Dorf immer noch nicht im Bingo-Buch aufgeführt war. Was sollte Naruto jetzt nur tun?

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