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QuietWords’ und Tschuhs Wammy-Adventskalender 2019

von Tschuh
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Beyond Birthday L Matt Mello Near Watari
01.12.2019
24.12.2019
25
10.725
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01.12.2019 546
 
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Kaum hatte das ungehaltene Trampeln, welches die Holzdielen im Flur regelrecht erzittern ließ, Matts Ohren erreicht und dieser seine Augen aufgeschlagen, erfüllten die Worte bereits seine Gedanken: ›Es ist schon wieder dieser Tag im Jahr.

  Ein stummes Seufzen kam über seine Lippen, als er sich auf den Rücken drehte und sich mit den Handballen über seine verklebten Augen rieb. Die Schritte kamen näher. Schätzungsweise hatte Matt noch zirka drei Sekunden Zeit, um richtig wachzuwerden. Seine Füße und sein Rücken fühlten sich eiskalt an; die Decke lag wieder einmal zur Hälfte neben ihm auf dem Fußboden. Er musste sie in der Nacht wohl vom Bett gestrampelt haben. Eine recht ungesunde Angewohnheit, besonders zu dieser Jahreszeit.

  Mit einem lauten Scheppern flog die Zimmertür auf und ein eisiger Windstoß, der vom Flur mit hineinwehte, ließ Matt frösteln. Den Lärm war er schließlich gewöhnt. Er blinzelte träge und hob den Kopf. ›Here we go again.

  »Aufstehen, du Schlaftablette!«, schallte Mellos Stimme durch das Zimmer wie der Befehl eines Feldwebels. Matt konnte sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Breitbeinig und mit Feuer in den Augen stand der Blondschopf im Türrahmen, natürlich längst fertig angezogen, und mit einem leicht zerknitterten Stück Papier in der Hand. Matt verengte die Augen zu Schlitzen. Er konnte auf die Entfernung nicht genau erkennen, was sich darauf befand, doch er war sich ziemlich sicher, dass er es ohnehin bereits wusste.

  »Guten Morgen«, begann Matt mit heiserer Stimme und zog die Silben dabei absichtlich in die Länge, doch Mello war offensichtlich nicht zu Scherzen aufgelegt. Zielstrebig marschierte er herüber zu seinem Bett und riss die Decke schwungvoll von der Matratze. Matt schüttelte sich vor Kälte.

  »Spar dir die Förmlichkeiten!«, schnaufte sein Freund entschlossen und wedelte so wild mit dem Papier vor dessen Gesicht herum, dass ihm regelrecht schwindelig wurde. »Raus aus den Federn, Matt! Wir haben noch eine Menge zu tun!« Beinahe anklagend deutete er aus dem Fenster. Die Sonne war gerade im Begriff sich über den Horizont zu erheben, doch so richtig hell war es noch nicht. Eine dünne, weiße Schneeschicht bedeckte den Fensterrahmen und feine Eiskristalle hatten sich auf der Scheibe gebildet. Das Grinsen auf Matts Gesicht wurde immer breiter.

  »Ist ja gut«, murmelte er, schwang die Beine über die Bettkante und streckte ausgiebig die Arme über seinem Kopf aus. Es hatte ohnehin keinen Zweck, mit Mello zu verhandeln, dafür war ihm die Sache eindeutig zu ernst. Und auch wenn er das Ergebnis bereits kannte, musste Matt zugeben, dass er sich insgeheim ja doch irgendwie darauf gefreut hatte. »Also, was hast du diesmal vor?«

  »Ich bin froh, dass du fragst.« Das Funkeln in Mellos Augen wurde zunehmend intensiver. Er strich das Papier etwas glatt und legte es auf die Fensterbank. Es war das gestrige Kalenderblatt. ›30. November‹ stand darauf geschrieben. »Wie du dir sicher vorstellen kannst, habe ich mir bereits einen Plan überlegt, wie wir es dieses Jahr anstellen wollen. Genauso wie einen vorsorglichen Plan B und einen Plan C, falls es wider Erwarten zu Problemen kommen sollte. Eins verspreche ich dir, Matt.« Er beugte sich ein Stück vor und die Entschlossenheit auf seinem Gesicht jagte dem Angesprochenen doch tatsächlich einen kleinen Schauer über den Rücken. »Diesmal wird der Weihnachtsmann uns nicht entkommen.«
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