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♥ PROSA: ★ 24 große Fragezeichen

GeschichteAllgemein / P16
01.12.2019
01.01.2020
27
33.617
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Dieses Kapitel
17 Reviews
 
06.12.2019 738
 
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Guten Morgen!
Ich finde es so schön, wie ihr mitfiebert.
Herzlichen Dank für die tollen Reviews.
Ich wünsche euch einen schönen Nikolaus-Tag.
Elayne



6. Dezember

Am nächsten Morgen konnte ich nicht widerstehen und musste zuerst die Haustür öffnen, um zu sehen, ob dort etwas lag. Diesmal hatte ich Glück. Eine Papiertüte mit Engelchen und Sternchen darauf, erwartete mich. Ich hob sie auf und trug sie herein.
In der Küche öffnete ich sie und fand einen Schokoladennikolaus, natürlich von meinem Lieblingsschokoladenhersteller. Es war auch keine braune, sondern weiße Schokolade. Ich liebte weiße Schokolade…
Außerdem waren dort noch ein Tütchen mit Hundeleckerbissen drin und eine Karte. Oha. Ich öffnete sie. Dort stand in einer wunderschönen Schrift, mit Tinte geschrieben:

„Der Nikolaus war ein guter Mann, der guten Kindern etwas brachte. Noch heute werden gute Kinder an seinem Tag beschenkt und ich denke, dass du ein gutes Kind bist. Du bist immer freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend und bringst vielen Menschen die Sonne ins Herz. Daher hast du dir das Schokoladenherz besonders verdient. Herzliche Grüße von deinem Nikolaus!“

Ich sah noch mal in die Tüte und tatsächlich lag noch ein kleines, in rotes Papier gewickeltes Herz aus Schokolade darin. Hm. Auch weiße Schokolade…

Fröhlich gab ich Daisy ein paar von den Leckerlis und stellte den Schokomann und das Herz neben die Schneekugel. Das würde ich erst am Abend essen.

Dann zog ich mich an und summte vor mich hin. Nikolaus, so etwas Verrücktes. Aber irgendwie auch schön. So eine liebe Geste. Mr. oder Mrs Nobody hatte so liebe Worte gefunden. Ich brächte anderen die Sonne. Tat ich das? Hm.

Als wir gingen, begegnete mir unten Carol. „Oh, so früh schon unterwegs?“, fragte ich freundlich.
„Ach ja, ich muss zum Arzt, du weißt ja, mein Herz“, erklärte sie.
Besorgt sah ich sie an, aber sie sah glücklicherweise nicht krank aus. „Haben Sie denn Schmerzen, Carol, oder ist das nur eine Routine-Untersuchung?“
„Nur Routine, du weißt doch, mein Enkel ist immer so besorgt um mich und bestellt mich regelmäßig in die Praxis.“
„Das ist auch gut so“, sagte ich erleichtert. Ihr Enkel hieß Martin und war Arzt. Ich hatte schon öfter mit ihm gesprochen und einmal war er zu Besuch da gewesen, als ich mit Carol Kaffee getrunken hatte. Er war immer sehr besorgt um seine Granny, weil er sonst keine Verwandten mehr hatte. Außerdem sah er aus wie ein griechischer Gott. Dunkles, lockiges  Haar, dazu dunkelblaue Augen, groß, schlank und einfach ein Hingucker…

„Jetzt hast du mich schon wieder gesiezt“, beschwerte Carol sich. „Wir hatten doch beim letzten Kaffee-Kränzchen beschlossen, dass du mich duzen darfst!“
„Oje, ich hatte es schon wieder vergessen, tut mir leid, Carol.“
Sie lachte. „Okay, dann merk es dir jetzt. Du wohnst nun schon ein Jahr lang hier und wir sehen uns so oft, da ist das mit dem ‚du’ doch schöner!“
„Das stimmt, ich muss mich nur daran gewöhnen“, stimmte ich zu.

Ich öffnete Carol die Tür und schloss sie wieder hinter uns, als wir draußen waren.
„Dann hoffe ich, dass Martin nichts findet und alles gut ist!“, sagte ich zu Carol.
„Das wird schon, Kindchen“, erwiderte sie lächelnd.

Abends kaufte ich auf dem Nachhauseweg einen Schokoladen-Nikolaus. Ich klingelte bei Carol. Sie öffnete und sah mich überrascht, aber erfreut an. „Ist etwas geschehen?“, fragte sie dann gleich besorgt.
„Nein, ich wollte nur hören, ob heute Morgen beim Arzt alles in Ordnung war?“, fragte ich.
Sie lächelte mich sanft an. „Willst du nicht reinkommen, Kindchen?“
„Nein, ich muss noch essen, aber danke. Geht es dir denn gut?“
Sie winkte ab: „Na klar, alles ist gut. Ich komme halt schneller außer Atem als früher, aber sonst hat mein Enkel nichts Neues gefunden.“
„Das freut mich, ich hatte mir doch Sorgen gemacht. - Hier, ich habe dir etwas mitgebracht.“ Ich zog den Nikolaus aus der Tasche und gab ihn ihr. „Einen schönen Nikolausabend“, rief ich und huschte mit Daisy schnell die Treppen rauf.
„Danke, das ist ja lieb“, rief Carol und sie schien sich wirklich zu freuen. Die gute, alte Dame.

In der Wohnung aß ich zuerst mein Abendbrot und dann durfte Daisy den Rest aus ihrem Tütchen verspeisen und ich aß einen Schokoladennikolaus UND ein Schokoherz.
Was für ein süßer Abend!



Personen-Übersicht:

Carol – Vermieterin
Steve – Chef in der Buchhandlung
Jane – Kollegin aus der Buchhandlung
John mit Blacky – Biolehrer und Hundebesitzer im Park
Tim – Postbote
Chris - Nachbar
Giuseppe – Pizzabäcker/Lieferant
Martin – Carols Enkel und Arzt




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