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♥ PROSA: ★ 24 große Fragezeichen

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
01.12.2019
01.01.2020
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33.617
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25.12.2019 3.137
 
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Guten Morgen,
ich wünsche euch einen schönen Weihnachtstag im Kreise euer Familien. :-)
Elayne


25. Dezember

Als ich erwachte, fiel mir zuerst ein, dass ich ab heute keine Fragezeichen mehr im Kopf haben würde. Ich müsste nicht zur Tür rennen…
Aber vielleicht zum Weihnachtsbaum. Bestimmt lag dort wieder ein Geschenk für mich drunter.
Ich räkelte mich und sah mich um. Martin war weg.

Aber da es nach Kaffee roch und ich Geräusche aus der Küche hörte, machte ich mir keine Sorgen. Ich blieb noch einen Moment liegen und dachte an die Nacht zurück. Martin hatte mich geliebt, immer und immer wieder. Zärtlich, voller Hingabe und so behutsam darauf achtend, dass ich mich wohl fühlte und Befriedigung empfand. Ich hatte noch nie so einen gefühlvollen und zärtlichen Mann im Bett gehabt und war einfach nur überglücklich. Ich hatte die richtige Entscheidung getroffen und mir war absolut klar, dass das mit uns auf Dauer funktionieren würde und wir ein glückliches Paar sein würden.

Martin kam herein und stellte eine Tasse auf meinen Nachttisch.
„Guten Morgen, mein Engel“, flüsterte er und küsste mich einmal kurz. Er setzte sich zu mir aufs Bett und streichelte sanft über meine Wange.
„Hast du gut geschlafen?“, fragte er.
„Ja, so gut wie noch nie, weil ich mich immer an dich schmiegen durfte“, erwiderte ich glücklich. „Und du?“
„Auch so gut wie noch nie, weil ich einen Engel lieben durfte!“
Er war so süß.

„Ich habe Frühstück gemacht und bist du denn gar nicht neugierig? Das Christkind war da!“
„Escht?“, fragte ich amüsiert.
„Echt“, lachte er.
Ich setzte mich auf, lehnte mich zurück und nahm die Tasse. „Erst einmal einen Kaffee, das ist ja eine schöne Art geweckt zu werden.“
„Das finde ich auch“, grinste Martin und starrte auf meine Brüste, die nun aus der Decke gerutscht waren.
„Dir gefällt also, was du siehst?“, lachte ich.
„Sehr, wie könnte mir das nicht gefallen“, seufzte er, hob eine Hand und streichelte über meine Brust. Ein Kribbeln entstand in meinem Bauch, die Schmetterlinge erwachten.

„Martin“, flüsterte ich.
„Linda“, hauchte er und ich sah die Lust in seinen Augen aufblitzen. Er trug nur eine Shorts und schneller als ich denken konnte, war die Tasse weg, er nackt und über mir.
Erneut versank ich in innigen Gefühlen, fühlte mich eins mit ihm, wurde gestreichelt und geliebt. Es war einfach berauschend schön.

Wir lagen danach nebeneinander.
„Nun ist der Kaffee kalt“, stellte ich amüsiert fest.
„Das macht nichts, in der Küche ist frischer und alles fertig.“
„Du bist ja der perfekte Hausmann.“
„Ich werde alles sein, was du willst“, erwiderte er lächelnd.
Er war so verliebt.

Aber irgendwann schafften wir es doch aus dem Bett zu kommen und während ich kurz duschte, lief Martin mit Daisy eine Runde raus. Danach frühstückten wir gemütlich mit Kerzenschein.

„Waren denn eigentlich alle Geschenke vor der Tür von dir?“, fragte ich.
„Fast alle. Ab und zu waren auch Hannah oder Chris beteiligt. Ich bekam von allen Ideen, was ich dir schenken könnte, hatte dann auch einiges auf Vorrat gekauft und es je nachdem wie es passte, vor die Tür gelegt.“
„Also warst du jeden Morgen hier?“, fragte ich überrascht.
„Nein, das hätte ich nicht geschafft. Manchmal mussten Granny oder Chris einspringen. Ich habe ja einen Haustür-Schlüssel, Hannah hat einen, Chris auch. Granny hatte dadurch keinen mehr übrig. Wenn wir also mal alle nicht konnten, mussten wir den Schlüssel an jemand anderen geben. Anfangs war ja Hannah nicht hier, da waren wir nur zu dritt. Ganz schlimm war ein Tag…“ Er lachte leise bei der Erinnerung und ich sah ihn gespannt an.

„Ich war in die Stadt gefahren, es war spät geworden und ich blieb spontan über Nacht bei einem Kollegen. Ich rief dann Chris an und ausgerechnet an dem Tag, war auch er über Nacht weg. Hannah hatte Nachtdienst und war nicht erreichbar. Granny hatte ihren Telefonhörer scheinbar nicht richtig ‚aufgelegt’ und ging nicht ran. Da war ich echt ziemlich verzweifelt.“
„Und wie hast du das gelöst?“, fragte ich gespannt.

Martin lachte wieder. „Da lief echt alles schief, an dem Tag. Es war der 13. Dezember, der Tag vor deinem Geburtstag. Morgens sollte die Torte vor deiner Tür stehen. Ken sollte sie liefern und hinstellen. Dafür wollte ich ihm meinen Schlüssel bringen. Aber ich hatte das ja dann nicht regeln können. Also habe ich in der Buchhandlung angerufen. Steve hat dann deinen Schlüssel aus deiner Jackentasche entwendet. Aber den konnte er ja nun nicht Ken bringen, dann hättest du ja keinen mehr gehabt. Also hatte er die Idee mit dem Brief und der Wegbeschreibung für dich  zum Bäcker, hat das gemalt und zu Granny gebracht. Er hat sie rausgeklingelt und Gott sei Dank war sie da. Sie versprach dann nachts den Brief vor deine Tür zu legen. Wäre sie nicht da gewesen, das wussten wir ja vorher nicht, da sie nicht ans Telefon ging, hätte Steve sich den Schlüssel einmal nachmachen lassen und den Brief nachts selbst vorbeigebracht. Aber Granny übernahm das dann. Also blieb Steve vor deiner Tür stehen, bis du kamst und tat so als hätte er in der Buchhandlung deinen Schlüssel gefunden!“

„Sowas!“, lachte ich mit. Was für ein Drama. „Das war der Tag, als ich meinem Weihnachtswichtel mal etwas vor die Tür gelegt hatte“, fiel mir dann ein.
Martin nickte. „Vielen Dank, Granny hat mir die Pralinen am nächsten Tag gegeben. Sie waren köstlich!“ Er küsste mich kurz.

„Und die Weihnachtspyramide?“, fragte ich, „die hatte ich mir am Abend vorher erst auf dem Weihnachtsmarkt angesehen?“
Er nickte. „Ja, an dem Tag hatte ich eine Schachtel Pralinen für dich geplant. Aber dann rief James vom Weihnachtsmarkt aus an und meinte, er hätte da beobachtet, wie sehr dir diese Pyramide gefiel, ob er sie für mich kaufen solle… Also habe ich sie gebracht bekommen und die Pralinen weggelegt. Die darfst du gleich haben, ich habe sie mitgebracht.“
„Das war echt großzügig von dir, überhaupt, all die teuren Geschenke...“
„Ich war da schon sehr in dich verliebt, Linda, da hätte ich alles bezahlt, um dich glücklich zu machen“, sagte er ernst und aß sein Brot weiter.
Ich musste schlucken, womit hatte ich das nur verdient?

„Das Parfum war auch von dir?“
„Ja, an deinem Geburtstag habe ich in deinem Bad herumgeschnüffelt, sorry. Ich sah, dass die Flasche fast leer war und du riechst immer so himmlisch. Das war also purer Eigennutz, ich wollte mir deinen Duft erhalten.“ Er grinste verlegen.
Das war echt so lieb und irgendwie total süß. So ein verliebter Kerl.

„Die Aquarellfarben noch, wer hatte die Idee?“
„Das war Hannahs Idee und ich habe sie gekauft. Du hattest wohl mal erwähnt, dass du früher gerne gemalt hast.“
Ich nickte.

„Die Tasse mit den Büchern war von Steve, die Pizza und der Wein von Giuseppe, die Torte wirklich von Ken gesponsert und das schöne Halstuch hatte Hannah auf James’ Tipp hin gekauft und dir hingelegt. Hm. Von John war das Hundebuch und von Chris die Gummibärchen. Ich glaube, der Rest war von mir“, überlegte er.
„Dann muss ich mich ja noch bei den anderen bedanken“, nickte ich. „Woher hattest du die Idee mit der Schneekugel?“, fiel mir noch ein.
„Dass du Schneekugeln sammelst, hatte Tim mir erzählt und dass du Laras Lied magst, wusste Granny. Ich fand dann beides in Kombination und dachte, dass dir das bestimmt gefallen würde.“ Fragend sah er mich an.

„Ja, sehr, ich habe mich total darüber gefreut, das ist einfach wunderschön. Meine Mum hat das Lied immer gesummt, als ich noch ganz klein war. Das ist eines der wenigen Dinge, die ich noch von ihr in Erinnerung habe. Sie verunglückten ja ganz früh, ich meine, meine Eltern.“
Martin nickte, nahm meine Hand und streichelte sie. „Ich weiß. Danach warst du bei deiner kranken Granny. – Warum hat sie sich nicht so gut um dich gekümmert? Das habe ich nicht verstanden?“, fragte er.
„Das war nicht böswillig von ihr, Martin“, seufzte ich. „Ich war etwa vier Jahre alt, als meine Eltern starben. Meine Granny war da schon über 70 und gesundheitlich sehr angeschlagen. Sie hatte schon früh mehrere Bandscheibenvorfälle gehabt und Operationen. Immer hatte sie Schmerzen und konnte schlecht gehen. Daher hat sie überwiegend gesessen und gelegen. Eine Krankenschwester kam täglich, um nach ihr zu sehen. Glücklicherweise konnte sie sich das leisten und mein Dad hatte wohl auch gut für sie und mich vorgesorgt. So hatten wir alles, was man zum Leben braucht. Sie war auch lieb zu mir, sprach mit mir und liebte mich aufrichtig. Aber da sie so krank war, konnte sie sonst nichts tun. Sie verließ nie das Haus und brauchte Menschen, die uns alles lieferten. So blieben halt sehr persönliche Geschenke aus, Spaziergänge, Ausflüge. Alles, was die anderen Kinder hatten, hatte ich nicht. Aber ich fühlte mich deshalb nicht ungeliebt von ihr. Sie tat mir leid und je älter ich wurde, desto mehr versuchte ich, ihr Gutes zu tun und ihr das Leben zu erleichtern. Als sie starb war ich sehr traurig.“ Ich musste schlucken und konnte und wollte nicht mehr dazu sagen im Moment. Martin hatte schweigend zugehört und mich gestreichelt.

„Nun bist du nicht mehr allein, Liebes“, hauchte er und küsste meine Hand.
Wir schwiegen noch einen Moment, dann sagte er: „Ich hatte etwas mehr Glück. Meine Eltern verunglückten ja auch, aber da war ich schon im Studium und selbstständig. Granny war noch fit und hat mich sehr getröstet und ich sie.“
Uns verband so viel, dachte ich einmal mehr und streichelte seine Finger.
„Wenn wir mal Kinder haben, verreisen wir niemals ohne sie“, sagte ich.
Martin lächelte. „Okay, wir nehmen sie immer und überall hin mit.“
Ich nickte dankbar.
„Wie viele möchtest du denn, ich meine, nachdem du mich geheiratet hast?“, fragte er und schmunzelte.
„Himmel, was habe ich da nur gesagt gerade…“, stöhnte ich, war das peinlich.
Martin zog mich rüber auf seinen Schoss. „Ich freue mich, du denkst schon an die Zukunft und zwar an unsere. Gerne möchte ich Kinder mit dir, sehr gerne. Ich lasse dich nämlich nicht mehr gehen“, hauchte er in mein Ohr und küsste mich zärtlich.
Ich hatte auch nicht vor zu gehen, dachte ich, niemals.

„Wie alt bist du eigentlich“, fragte ich, „du weißt nun so viel über mich und ich kaum etwas über dich“, beschwerte ich mich.
„Ich bin 32, also nur 6 Jahre älter als du. Ich finde, dass das geht. Oder? Ansonsten darfst du mich alles fragen, ich möchte auch, dass du alles über mich weißt.“
„Dann bist du ja fast ein alter Mann“, erwiderte ich frech, „da müssen wir das mit den Kindern schnell in Angriff nehmen!“
Martin lachte leise. „Nichts lieber als das. Aber zuerst wird geheiratet!“
Nun lachte ich. „Okay, eins nach dem anderen. Wir haben ja Zeit.“
„Die haben wir“, flüsterte er, hob mich hoch und trug mich zurück ins Schlafzimmer. „Aber das Kinder machen könnten wir schon mal üben…“
Unersättlich war dieser Mann, dachte ich erregt, schlang meine Arme um seinen Hals und küsste ihn innig…

Als Daisy am Spätvormittag raus musste, standen wir endlich wieder auf und ich begann zu kochen. Martin ging mit Daisy raus und informierte Carol, dass sie zum Essen zu uns kommen sollte, dann half er mir in der Küche und als Granny eintraf, waren wir gerade fertig. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag mit ihr.

Am frühen Abend bat sie uns, sie zur Kirche zu begleiten. Ich war dort ewig nicht mehr gewesen und begleitete die beiden mit gemischten Gefühlen. Aber dann war es doch sehr schön. Eine Kindergruppe spielte ein Krippenspiel vor und das war allerliebst anzusehen.

Weihnachtslieder wurden gesungen und Martin legte dabei einen Arm um meine Schultern und zog mich etwas an seine Seite. Als das Lied „Silent Night“, erklang, überkam mich ein ganz andächtiges Gefühl. Ich musste an meine Granny denken, die dieses Lied manchmal zu Weihnachten von einer alten, knisternden Schallplatte gehört hatte. Sie starb in der Weihnachtszeit, ich erinnerte mich nicht genau, welcher Tag es gewesen war. Aber diese Schallplatte lief im Hintergrund, ich hatte sie für sie aufgelegt, damit es nicht so still war und sie lag lächelnd auf ihrem Bett. Ich hatte neben ihr gesessen und ihre Hand gehalten. „Ich konnte dir nicht viele selige Tage und Nächte bescheren, Lindakind“, hatte sie geflüstert, „aber sei dir sicher, ich habe dich immer geliebt. Eines Tages wird es dir besser gehen als es dir bei mir je ging. Du wirst bestimmt einmal sehr glücklich werden. Ich wünsche es dir von Herzen. Bitte verzeih mir, dass ich nicht in der Lage war, dir das zu geben, was du verdient hättest.“
„Ich verzeihe dir, Granny, mir ging es doch gut!“, hatte ich zurückgeflüstert und ihre Hände gestreichelt.
„Danke, du hast so ein gutes Herz“, hatte sie erwidert und geweint. Kurz danach war sie eingeschlafen und nie wieder aufgewacht. Ich hatte damals gedacht, dass ich niemals wirklich glücklich sein würde.

Eine Träne rollte über meine Wange und Martin sah mich bestürzt an. Er hob seine Hand und wischte sie weg.
„Was ist los, Liebes, sollen wir besser gehen?“, fragte er und ich sah die liebevolle Sorge in seinem Blick.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, alles ist gut. Ich bin so glücklich“, flüsterte ich und lächelte ihn an.
Martin lächelte erleichtert zurück, küsste meine Schläfe und zog mich wieder ganz dicht an sich.
Ja, Granny, dachte ich, ich bin nun wirklich glücklich und dankbar für all das, was du für mich tun konntest.

Still gingen wir nach Hause, aber mir war ganz leicht ums Herz. Carol verabschiedete sich mit je einer Umarmung von uns. Am 2. Weihnachtstag würde sie für uns kochen…

Martin zog mich in seine Arme und ich schmiegte mich an ihn.
„Du hast deine Geschenke noch gar nicht ausgepackt“, sagte er vorwurfsvoll.
„Oh“, erwiderte ich.
Martin zog mich zum Tannenbaum. Darunter lagen mehrere kleine Päckchen.

„Für mich“, murmelte ich.
„Ja, für dich.“
Ich kniete mich hin und öffnete eines. Martin kniete sich neben mich.
Es waren Band 7-10 von der noch fehlenden Buchreihe.
„Martin, das ist doch viel zu viel“, sagte ich und Tränen traten mir in die Augen. Er zog mich sanft an sich. „Liebes, mach dir nicht so viele Gedanken, mir geht es finanziell sehr gut, ich habe noch geerbt von meinen Eltern und ihr Anwesen verkauft. Ich würde dir jeden Wunsch erfüllen. Es macht mich so glücklich, dich strahlen zu sehen, dich zu erfreuen.“
„Ich will gar keine Geschenke, ich will nur dich“, schluchzte ich und umarmte ihn.
„Mich hast du jetzt sowieso. Die kleinen Wünsche erfülle ich dir zusätzlich. Du bist jetzt mein Leben!“
Er drückte mich ganz fest an sich und seufzte glücklich. Was für ein Mann. Ich konnte es irgendwie noch gar nicht richtig fassen…

Nach einer Weile lösten wir uns voneinander und ich packte das nächste Päckchen aus.
Es waren zwei Schlüssel darin. Fragend sah ich Martin an.
Er nahm den einen Schlüssel, der älter und abgenutzter aussah. „Das ist der Schlüssel für meine jetzige Wohnung.“
„Oh, danke“, sagte ich. Sofort erschienen Bilder in meinen Kopf, wie ich nach der Arbeit dort hin gehen würde, für ihn kochen würde, da sein würde…
„Und der andere?“, fragte ich und nahm ihn aus dem Papier.
„Der ist für meine neue Wohnung.“
„Du ziehst um?“, fragte ich überrascht.
Er nickte und lächelte. „Jepp, schon im Januar und zwar in die Wohnung nebenan!“ Er grinste.
„Was? – Aber, aber was ist mit Chris?“
„Das Paar, an das Granny unten vermietet hatte, zieht aus. Chris zieht dann runter, weil die Wohnung etwas größer ist als seine und er dann ein Kinderzimmer für Mick hat. Danach ziehe ich hier oben ein. Ich dachte, dann haben wir die ganze Etage für uns, können auch überlegen einen Durchbruch zu dieser Wohnung zu machen. Wie du willst und nur so schnell, wie du noch mehr Nähe zulassen willst.“
„Wow“, sagte ich.
„Das ist aber Hannahs Lieblingswort“, schmunzelte Martin.
„Ich freue mich, den Durchbruch können wir sofort machen“, verkündete ich glücklich.
Martin küsste mich als Antwort.

Noch ein Päckchen. Diesmal war es eine kleine, goldene Kette  an der ein M baumelte. In dem M waren drei kleine, glitzernde Steinchen eingelassen und mir war sofort klar, dass die echt waren. Martin zog mir die Kette an. „Damit jeder sieht, dass du mir gehörst!“
„Danke, sie ist sehr schön“, sagte ich. Ich hatte noch nie eine Kette getragen und ich wusste, dass ich seinen Anfangsbuchstaben sehr gerne tragen würde.

„Was hättest du nur gemacht, wenn ich mich nicht in dich verliebt hätte? Auch mit der Wohnung?“, fragte ich.
Martin lachte. „Dann hätte ich wahrscheinlich künftig Nacht für Nacht winselnd und mit Weihnachtsmütze sowie betrunken vor deiner Tür gelegen und geschluchzt!“
Ich musste lachen bei der Vorstellung.
„Aber Gott sei Dank ist das ja nicht nötig, das erleichtert mich sehr“, sagte er und drückte mich wieder zärtlich.

Ich löste mich von ihm, stand auf und holte seine Geschenke. „Ich habe auch etwas für dich!“
Somit setzte ich mich wieder zu ihm auf den Boden.
„Oh“, sagte er überrascht. „Aber woher wusstest du, dass ich hier sein würde?“
„Martin, schon seit meinem Geburtstag wusste ich, dass uns etwas Besonders verbindet und ich ahnte, dass du in allem mit drin steckst. In den letzten Tagen wurden meine Gefühle immer intensiver und spätestens jetzt hätte ich dir meine Liebe auch gestanden. Ich habe doch gefühlt, dass du mehr für mich empfindest und es erwiderst…“
Er lächelte mich glücklich an. Dann öffnete er das Päckchen.

Es war ein Gemälde seines Hundes. Er hatte Ginger geheißen und war vor 2 Jahren gestorben. Granny hatte mir ein Foto gezeigt und ich hatte ihn gemalt.
„Danke, das ist Ginger“, hauchte er überrascht und strich zart über das Bild.
„Ja, sie war ein sehr schöner Hund.“
„Außerdem genauso süß und lieb wie Daisy“, murmelte er und betrachtete Daisy, die inzwischen auch neben dem Baum lag.

Er öffnete das nächste Päckchen. Es war ein Schlüssel. „Wir hatten wohl ähnliche Gedanken. Ich dachte, damit musst du nun nicht immer vor der Tür liegen, du kannst gleich ganz rein kommen.“
„Danke für dein Vertrauen, Linda“, sagte er ernst und steckte den Schlüssel gleich in seine Hosentasche.
Martin öffnete das letzte Päckchen. Es war ein kleines Herz aus Rosenquarz an einem Lederband. Mit goldenen, winzigen Buchstaben stand LINDA darauf.
„Ich habe dir mein Herz geschenkt. Du musst es nicht am Hals tragen, du kannst es auch in die Hosentasche stecken. Aber ab und zu kannst du es auch umhängen, damit die blöde Simmons weiß, dass du mit dem verrückten Notfall liiert bist.“
Martin lachte und hängte sich den Stein um. Er ließ ihn unter seinem Hemd verschwinden. „Es ist wunderschön und ich trage dich gerne am Herzen. So bist du immer bei mir. Und die blöde Simmons interessiert mich nicht die Bohne…“
Er küsste mich innig und dann liebten wir uns gleich auf dem Boden unterm Weihnachtsbaum.

Mein Leben war perfekt und würde grandios werden.
Ach ja, fröhliche Weihnachten auch!



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