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♥ PROSA: ★ 24 große Fragezeichen

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
01.12.2019
01.01.2020
27
33.617
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Dieses Kapitel
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24.12.2019 3.020
 
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24. Dezember

Leise schlich ich zur Tür und lauschte. Da wieder, es raschelte.
Ob ich den Wichtel nun auf frischer Tat ertappte?
Es wurde still und nichts geschah mehr.
Daisy stand neben mir, schnupperte und wedelte mit dem Schwanz. Definitiv ein Zeichen der Freude bei ihr.
Also öffnete ich langsam die Tür.

Am liebsten hätte ich laut aufgelacht.
Quer im Türrahmen auf meiner Fußmatte saß Martin. Er hatte eine schief sitzende, alberne Weihnachtsmann-Mütze auf und hielt eine abgeknickte Rose in der Hand. Außerdem schlief er und schnarchte leise. Ich bückte mich zu ihm und betrachtete ihn. Daisy wollte ihn ablecken, aber ich hielt sie schnell am Halsband fest.
Woah, der Mann stank drei Meilen gegen den Wind nach Schnaps. Was hatte er hier nur vorgehabt?

Fakt war, er konnte hier nicht liegen bleiben.
Vorsichtig streichelte ich über seine Hand. „Martin?“
Er zuckte zusammen und öffnete die Augen. Verwirrt sah er mich an.
„Mein Engel“, hauchte er und lächelte entzückt.
„Hi Weihnachtsmann, gibt es ein Problem?“
„Ehm, nein, isch weisch nischt, ehm, ja doch.“
Ach, du lieber Himmel, der war ja sternhagelvoll!

„Isch hielt es nischt mehr aus“, sagte er und schluchzte leise.
„Was hast du nicht mehr ausgehalten?“ Behutsam nahm ich seine Hand in meine.
„Diese Scheiß-Geheimnistuerei!“
Ich musste lachen. „Deshalb hast du dich betrunken?“
Er nickte und stöhnte dann sofort und schloss die Augen kurz. Er öffnete sie wieder. „Isch trinke nie!“
„Martin, du hast Alkohol getrunken, ich rieche es und du lallst!“
„Escht?“, fragte er und sah mich entsetzt an.
„Ganz in escht!“, erwiderte ich lächelnd.
„Mist. Isch hab nur ganzsch wenisch getrunkenl Escht.“
Ich nickte. „Warum hast du überhaupt getrunken?“
„Weil isch esch nischt mehr auschhielt. Auscherdem dachte isch, dasch isch dann ein bisschen mutiger bin.“
„Mutiger?“, fragte ich ratlos.
Er nickte, zuckte zusammen und stöhnte.
„Du solltest nicht immer nicken“, schlug ich ihm amüsiert vor.
„Isch weisch.“
„Also, wofür brauchtest du Mut?“, fragte ich.

Er stöhnte, richtete sich etwas auf und hielt mir die abgeknickte Rose hin.
„Isch liebe disch. Liebscht du misch auch? Isch will dein Weihnachtwischtel sein. Ganzch allein. Ohne all die anderen!“
Ich musste lachen, Gott war das süß. Aber Kinder und Betrunkene sagten wohl immer die Wahrheit. Ob er sich morgen noch an diese Situation hier erinnern würde? So wie ich ihn einschätzte, würde er sich in Grund und Boden dafür schämen. Aber irgendwie fand ich es gar nicht schlimm, sondern irgendwie sogar furchtbar romantisch und allerliebst.
Erwartungsvoll sah er mich an.

„Du liebst mich?“, fragte ich.
Er nickte heftig und stöhnte noch heftiger.
„Ganzsch doll lieb isch disch!“
„Seit wann denn?“, fragte ich weiter.
„Schon immer. Schon alsch isch disch dasch erschte mal sah. So süß. Du Engelschen. Aber dasch waren nur deine blonden Locken und dein Gesischt. Im Herzschen bischt du nämlisch auch ein Engel, dasch weisch isch inzwischen genau. Gaznsch genau!“

„So so, das weißt du genau“, erwiderte ich und streichelte seine Hand.
Martin sah auf die Rose und stöhnte: „Oh, sie ischt kaputt gegangen. Tut mir leid.“
Er versuchte sie gerade zu biegen, aber sie knickte wieder um. Ich musste schmunzeln.
„Das macht nichts, es ist voll süß, dass du mir eine Rose mitgebracht hast.“
„Ja, isch werde dir ganzsch viele kaufen, wennsch du willscht?“
„Will ich nicht, eine Rose reicht, um mir deine Liebe zu gestehen!“

„Klar, isch lieb disch. So sehr! – Du misch denn auch? Darf isch jetzscht dein Martin sein und nischt mehr nur der Weihnachsswischtel?“
„Ja, Martin, du darfst mein Martin sein. Ich liebe dich nämlich auch!“
Sein Gesicht strahlte plötzlich, zumindest das hatte sein vernebeltes Hirn scheinbar verstanden.
„Mein Engel!“, sagte er verträumt.
„Ja, dein Engel, Martin.“
„Dasch ischt schön. Willscht du mich jetzscht küssen?“
„Lieber nicht. Komm doch erst mal rein, dann schlafen wir eine Runde und das mit dem Küssen holen wir dann nach, wenn du ausgeschlafen bist und wieder nüchtern.“
„Okay“, sagte Martin.

Ich half ihm aufzustehen und schob ihn ins Schlafzimmer, wo er wie ein Sack in mein Bett fiel. Irgendwie schaffte ich es, ihm die Schuhe auszuziehen und musste lachen. Der Besuch hier war wohl ziemlich spontan gewesen, er trug zweierlei Schuhe.

Er schnarchte schon, ich deckte ihn zu und holte mal vorsichtshalber noch einen Eimer, falls er sich übergeben müsste.
Außerdem fotografierte ich ihn. Wer weiß, ob er mir das sonst glauben würde. Kichernd legte ich mich mit etwas Abstand zu ihm. Gott, er stank furchtbar nach Alkohol. Wie viel hatte er nur getrunken? Da hatte er wohl das Bedürfnis nach viel Mut gehabt… Oder er vertrug nichts, weil er es nicht gewohnt war, das vermutete ich fast noch eher…

Er sah so lieb aus. Mein Martin. Ich fragte mich, wer von den anderen ihm alles bei der Adventsaktion geholfen hatte und warum. War die Grundidee von ihm gewesen? Aber er hatte mich doch nicht gut gekannt, nur ab und zu bei Carol getroffen und dort einmal mit mir Kaffee getrunken im Herbst….
Gewiss war einer der anderen der Initiator gewesen und Martin hatte nur begeistert mitgemacht und im Laufe der Tage entdeckt, dass er mehr für mich empfand?
Es war im Prinzip gleichgültig. Ich wusste, was ich inzwischen für ihn empfand und würde ihn nicht mehr gehen lassen. Noch nie zuvor war ich so verliebt gewesen. Es fühlte sich wundervoll an.

Ich legte meine Hand in Martins Hand und schlief ein.
Als ich erwachte, war es schon hell draußen und Martin saß neben mir. Frisch geduscht, mit nacktem Oberkörper, Jeans und nackten Füßen.
„Guten Morgen“, sagte er leise.
Ich musterte seine nackte Brust. Mein griechischer Gott. So schön.
„Sorry, meine Sachen rochen fürchterlich, ich konnte das unmöglich wieder anziehen.“
„Ist schon okay“, erwiderte ich und richtete mich auf, um mich neben ihn zu setzen.
Er griff zum Nachttisch an seiner Seite und reichte mir eine Tasse Kaffee rüber.
„Oh, danke“, sagte ich.

„Kannst du, kannst du mir sagen, warum ich in deinem Bett lag?“, fragte er und sah mich sehr unsicher von der Seite an.
„Du erinnerst dich an nichts?“, fragte ich amüsiert und nippte an meiner Tasse.
„An gar nichts“, erwiderte er.
„Dann bin ich ja froh, dass du zumindest hierher gefunden hast und nicht irgendwo auf der Straße umgekippt bist“, sagte ich voller Sorge.
„Ja, das bin ich auch. Ich habe dich also mitten in der Nacht aus dem Bett geklopft?“, fragte er und ich sah den Unglauben in seinem Blick.

„Jein, du hast vor meiner Tür Lärm gemacht, davon bin ich aufgewacht und fand dich dann schlafend auf meiner Fußmatte. Schnarchend und wirklich sternhagelvoll.“
„Oh“, hauchte er verlegen und nippte nun an seiner Tasse, die er sich auch vom Nachttisch geholt hatte.
„Ja, es war sehr süß.“
„Süß?“, skeptisch sah er mich an.
„Du hast mir erzählt, dass du die Geheimniskrämerei nicht mehr aushältst, dir Mut antrinken musstest, weil du dich sonst nicht zu mir getraut hättest und dass du normalerweise nie trinkst.“
„Das stimmt auch“, sagte er sofort.
„Ich glaube dir“, bestätigte ich.

„Was hab’ ich noch gesagt?“ Ich spürte, dass ihn diese Unwissenheit mit großer Sorge erfüllte.
„Nun, du hast mir eine abgeknickte rote Rose hingehalten und mir deine Liebe gestanden.“

Ich sah vergnügt zu ihm auf und das Entsetzen in seinem Blick, als er verdattert zu mir sah.
„Ach, du lieber Himmel!“
„Ich fand es sehr lustig und sehr süß, Martin.“
„Dann hast du mich trotzdem hereingelassen?“, fragte er verwundert.
„Ich konnte dich doch nicht da liegen lassen! – Also ja, ich habe dich hereingehievt, dir deine zweierlei Schuhe ausgezogen, einen Eimer hingestellt und gekichert.“
„Das ist mir megapeinlich, es tut mir echt leid, bitte verzeih mir!“

„Was soll ich dir verzeihen?“, fragte ich und sah ihn ernst an.
„Dass ich so betrunken hierher gekommen bin und mich so schlecht benommen habe.“
„Du warst betrunken, aber schlecht benommen hast du dich nicht. Das verzeihe ich dir gerne.“

Er nickte dankbar.
„Habe ich das wirklich gesagt?“
„Was?“
„Dass ich dich liebe?“
„Hast du. Und dass ich dein Engel bin und du mein Weihnachtswichtel sein willst, ohne die anderen.“
„Es tut mir leid, bitte verzeih mir.“
„Was soll ich dir diesmal verzeihen, dass du mich liebst?“, hauchte ich und stellte die Tasse weg.
Martin stellte seine auch weg.
„Nein, ja, ich. – Eigentlich stimmt es, ja. Ich meine, das, was ich gesagt habe. Das nehme ich nicht zurück.“
Puh, dachte ich erleichtert.
„Das freut mich.“
Nachdenklich sah er mich an und nahm dann meine Hand.
Er küsste meine Finger zärtlich.
„Es tut mir leid, dass ich betrunken war. Aber nicht, dass ich dir meine Liebe gestanden habe, denn das ist wahr.“

Ich lächelte ihn glücklich an.
Martin beugte sich zu mir und streichelte meine Wange.
„Ich liebe, dich auch, Martin“, sagte ich.
Er schloss kurz die Augen und atmete tief einmal ein.
„Das ist so berauschend, ich bin so dankbar, dass ich dich gefunden habe. Dass du es nun endlich erwiderst.“
Er hauchte mir ein zärtliches Küsschen auf die Lippen.

„Ich liebe dich, mein Engel. Schon das erste Mal, als ich dich bei Granny sah, fühlte ich etwas, das ich noch nie zuvor gefühlt hatte. Es dauerte etwas, bis mir klar wurde, was es ist, aber plötzlich wusste ich es. Nur musste ich irgendwie an dich herankommen, du warst so beschäftigt und versunken in deiner Welt…“

Ich streichelte über seine Wange und blickte in seine schönen, blauen Augen.
„Sag es nochmal“, hauchte ich.
Er lächelte. „Ich liebe dich, mein Engel!“
„Ich dich auch, Martin!“
Ich zog ihn zu mir und küsste ihn. Er schob seine Zunge zwischen meine Lippen und ich öffnete meinen Mund für ihn, streichelte seine Zunge mit meiner, fühlte sanft mit meiner Hand durch sein Haar, es war einfach wundervoll. Schmetterlinge tobten in meinem Bauch. Es war aufregend und es fühlte sich dennoch gut und richtig an. Das hier, das war mein Mann. Mein Martin.

Nach einer Weile löste er sich von mir und setzte sich wieder hin, er zog mich auf seinen Schoß.
„Was gibt das?“, fragte ich.
„Ich muss dich jetzt einmal ganz nah haben, ganz nah“, seufzte er und schmiegte seine Nase in mein Haar, küsste auf mein Ohr, auf meinen Hals, umarmte mich und streichelte meine Arme und meinen Rücken. Ich fühlte mich unendlich begehrt und geliebt.
Es war einfach wundervoll.

Später duschte ich und Martin lief mit Daisy zu seiner Wohnung, die im Nebenhaus seiner Praxis war, um sich saubere Kleidung zu holen und Lebensmittel. Er würde die Feiertage bei mir und Granny verbringen. Daisy nahm er mit, damit sie raus kam und ich das Frühstück fertig machen konnte.
Danach frühstückten wir ausgiebig und es war so ein angenehmes Gefühl, dass er nun zu mir gehörte, wir ein Paar waren. Der 24.12. würde für immer unser Datum sein. Die Geburt Christi und die Geburt unserer Beziehung.

Danach gingen wir ins Wohnzimmer und kuschelten noch etwas auf der Couch.
„Wer hatte also die Grundidee mich dermaßen zu beschenken?“, wollte ich nun endlich wissen.
„Ich. Ich hatte Granny ständig über dich ausgefragt und irgendwann fragte sie, warum ich solch ein großes Interesse an dir hätte. Ich sagte ihr, dass ich mich sofort in dich verliebt hätte und nachdem wir einmal zusammen bei ihr Kaffee getrunken hatten, war es ganz klar. Du warst nicht nur hübsch und anziehend, sondern auch ansonsten genau mein Fall. Eine Frau, die gerne liest, klassische Musik mag, eher Ruhe mag, gutherzig und großzügig ist, die Natur liebt und natürlich meine Granny. Seit diesem Tag wusste ich, dass du die Richtige für mich warst. Also fragte ich Granny nach dir und sie erzählte mir, was sie über dich wusste und, dass du keine schöne Kindheit hattest, keine richtigen Weihnachten. Da wuchs die Idee. Ich überlegte, dir jeden Tag z.B. Pralinen vor die Tür zu legen. Granny meinte, dann wärest du am 24. nicht mehr hübsch sondern kugelrund.“
Ich musste lachen, der Spruch passte zu Carol. Martin grinste auch und streichelte meine Hand in seiner.

„Daher überlegte ich, eben auch andere Dinge zu schenken. Granny meinte, wir könnten Hannah und Steve um Hilfe bitten. Hannah meinte, dass Chris, John und Tim dich auch gut kennen würden. Steve brachte dann noch Jane und James ins Spiel und John fragte Giuseppe und Ken. Steve hatte dann irgendwann auch noch Bobby eingeweiht und wir gründeten eine WhatsApp-Gruppe mit Ideen, was man dir schenken könnte.“
„Das ist ja der Hammer, ihr wart also wirklich alle involviert.“
„Ja. Ich sagte den anderen, dass ich dich überraschen wollte, aber auch, dass ich mich verliebt hätte. Leider gab es da noch andere Herren, die dich auch toll fanden und meinten, dass wir dir ja nicht nur materielle Geschenke machen könnten, sondern auch noch mehr Zeit für dich aufbringen könnten, Dinge mit dir gemeinsam zu unternehmen, backen, den Weihnachtsmarkt besuchen, den Baum schmücken. – Da bereute ich etwas, sie alle angeheuert zu haben. Ich hatte solche Angst, dass du dadurch vielleicht John, Steve, Tim, Chris, Ken oder James mehr mögen könntest als mich…“
„Oh, deshalb hast du es letzte Nacht nicht mehr ausgehalten und bist hierher gekommen?“
„Vermutlich. Ich hatte solche Angst, dich zu verlieren.“
Ich streichelte beruhigend über seine Hand. „Ich mag sie alle sehr. Aber Tim wäre mir auf Dauer zu anstrengend. James zu ruhig. Chris zu schlampig und unzuverlässig. Steve zu sehr verliebt in sich selbst. Giuseppe und Ken sind lieb, aber viel zu beschäftigt in ihren Berufen und ich gestehe, vermutlich hätten wir uns auch nicht viel zu sagen. Ich brauche jemanden, der geistig mit mir auf einer Höhe ist. Das soll nicht irgendwie arrogant klingen, ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, ich…“
Martin unterbrach mich. „Ich weiß, was du meinst. Miss Simmons, meine Angestellte, würde mich sofort heiraten und sie ist eine hübsche und fleißige Person und ich würde mich mit ihr todlangweilen…“
Wir lachten.

„Und John?“, fragte er ernst.
Ich hatte gehofft, dass er ihn vergessen würde… Ich seufzte.
„Er hätte dir gefährlich werden können. Ich mag ihn sehr. Er ist gebildet und kann unglaublich gut interessante Dinge erzählen. Er ist freundlich, zuverlässig, ein Hundefan und immer sehr lieb zu mir.“
„Aber? Was hat dich dann dazu bewogen, mich zu nehmen?“, fragte er verwundert.
„Die Schmetterlinge im Bauch. Immer, wenn ich dich sah oder wir uns trafen, redeten, du in meiner Nähe warst, da bekam ich weiche Knie. Dein Blick, dieses blauen Augen, deine sanften Berührungen, dein Duft…“
Martin atmete auf. „Da bin ich wirklich erleichtert.“
Ich streichelte seine Hand.

„Aber John wird traurig sein“, stellte er fest.
„Das ist möglich und es tut mir sehr leid, aber was sollen wir machen?“, fragte ich besorgt.
„Vielleicht schreibst du ihm etwas? Am besten die Wahrheit? Damit er nicht total frustriert ist, wenn er uns zusammen sieht?“, schlug er vor.
Ich holte mein Handy. Zwar wäre es gewiss besser, ihm so etwas persönlich zu sagen, aber andererseits – ich hatte ihm irgendwann gesagt, dass ich über meine Gefühle nachdenken müsste und das hatte ich getan. Also besser so, als gar nicht… Inzwischen war er vermutlich eh schon zu seiner Familie gefahren, wo er ja Weihnachten verbringen wollte.

Ich überlegte, was ich schreiben könnte und schrieb einfach die Wahrheit und dass ich ihn sehr schätzte und als Freund nicht verlieren wollte, weil ich ihn wirklich sehr gern hätte…
Martin las drüber und nickte. Also schickte ich es etwas traurig ab…

Mittags besuchten wir Carol, die sich total freute und mich natürlich gleich mit zum Essen einlud. Wir blieben bis zum Abend bei ihr.
Zwischendurch schrieb mir John, dass er sich für mich freute und nicht böse wäre. Er hätte sich eine Beziehung mit mir vorstellen können, aber schon gemerkt, dass ich Martin anders ansähe als ihn und es wäre für ihn okay.
Ich wünschte ihm schöne Weihnachten bei seiner Familie und war sehr erleichtert.

Mit Hannah schrieb ich auch, sie freute sich und hatte es geahnt… Aber ich würde sie leider frühestens am 2. Weihnachtstag wiedersehen, da sie Nachtdienste haben würde. Weihnachten mussten im Kinderheim natürlich immer die Pädagogen arbeiten, die noch keine eigenen Kinder hatten. Aber Hannah machte das nichts aus, sie liebte Weihnachten im Kinderheim zu sein, mit ihren Kids zu feiern, Christkind zu spielen…

Zusammen mit Martin sendete ich allen anderen ein Bild von uns beiden und gute Weihnachtswünsche. Außerdem meinen Dank an all die Weihnachtswichtel, die geholfen hatten. Alle schrieben zurück, sendeten uns Glückwünsche und freuten sich aufrichtig.

Am Abend saß ich mit Martin in meiner Wohnung vor dem Tannenbaum. Carol hatte mir eine kleine Krippe mit Holzfiguren geschenkt, die wir nun gemeinsam erst einmal unter dem Baum  aufbauten. Die Figuren waren sehr hübsch und nicht kitschig. Schweigend legte Martin das Baby in das winzige Holzgestell. Perfekt. Danach zündeten wir die Pyramidenkerzen und die Adventslichter an und setzten uns auf das Sofa. Wir aßen die letzten selbst gebackenen Kekse, hörten die Weihnachts-CD, unterhielten uns leise miteinander und küssten uns.

Lächelnd sah ich zu den Kerzen.
„Du siehst ganz bezaubernd aus, wenn du lächelst“, stellte Martin fest. „Woran hast du gerade gedacht?“
Ich sah ihn an und sein verliebter, glücklicher Blick begegnete meinem.
„Dass ich nun sehr glücklich bin, dass ich diesen Duft und den Kerzenschein mag und mich freue, dass nun Weihnachten ist. Dass ich das größte Geschenk überhaupt neben mir sitzen habe!“ Ich streichelte über seine Wange. „Danke für alles, ich liebe dich, frohe Weihnachten, Martin!“

„Ich habe zu danken, ich liebe dich auch, so sehr. Frohe Weihnachten, Linda!“
Und einmal mehr lagen seine Lippen zärtlich auf meinen und ließen mich fühlen, was Weihnachten ist.

Frohe Weihnachten!



Liebe LeserInnen,
ich wünsche euch frohe Weihnachten.
Ich hoffe, dass euch der Weihnachtswichtel gefällt. :-)
Da es noch einige offene Fragen gab werdet ihr auch noch am 25. und 26. ein Kapitel bekommen und wir begleiten Martin und Linda somit durch die Feiertage.
Zu Neujahr kommt dann noch ein Abschlusskapitel aus Martins Sicht.
Viel Vergügen,
Elayne



Personen-Übersicht:

Linda Langdon mit Daisy
Carol – Vermieterin
Steve – Chef in der Buchhandlung
Jane – Kollegin aus der Buchhandlung
John mit Blacky – Biolehrer und Hundebesitzer im Park
Tim – Postbote
Chris – Nachbar, Mick – sein Sohn
Giuseppe – Pizzabäcker/Lieferant
Martin Endaile – Carols Enkel und Arzt
Ken Smith – Bäckerssohn
Hannah – berste Freundin
James Fletcher – Physiker, Kunde
Bobby mit Jacky – Obdachloser
Miss Simmons – Krankenschwester in Martins Praxis
Lucas – jüngster Obdachloser




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