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♥ PROSA: ★ 24 große Fragezeichen

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
01.12.2019
01.01.2020
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33.617
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23.12.2019 648
 
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23. Dezember

Am Morgen des 23. lag nichts vor meiner Tür. Aber das hatte ja nichts zu bedeuten, dachte ich mir. Heute wäre mein letzter Arbeitstag. Wir würden aber mittags den Buchladen schon zumachen und dann in eine kleine Weihnachtspause gehen. Ich freute mich auf ein paar freie Tage.

Als ich mittags nach Hause ging, stürzte ich mich noch fix in den überfüllten Supermarkt und kaufte alles ein, was ich in den nächsten Tagen brauchen würde. Das war eine Schlepperei…
Leider tauchte kein John im Wagen auf…

Gerade hatte ich zu Hause alle Einkäufe verstaut, als es schon wieder klingelte. Ich öffnete die Tür und sah nichts, außer Tannengrün.
Oh man. Martin hielte eine Tanne vor sich, lugte nun zwischen den Ästen hindurch und sang: „Oh Tannenbaum…“ Es klang ziemlich schräg, singen schien nicht gerade seine Stärke zu sein. Ich musste lachen. Na ja, dafür hatte er wohl andere Qualitäten.

„Bitte hör auf zu singen und komm einfach rein“, bat ich ihn.
„Ist es so schlimm?“, fragte er beleidigt.
„Ja, ist es!“
„Zumindest bist du ehrlich“, meinte er lachend und zog die Tanne rein.
„Die soll für mich sein?“, fragte ich skeptisch.
„Genau, ohne Tanne kommt doch kein Weihnachtsgefühl auf…“
Hm, wer hatte eigentlich gesagt, dass ich ein Weihnachtsgefühl wollte???

Martin schleppte den Baum ins Wohnzimmer und eine Sekunde später kam Hannah mit Tim und John herein. Blacky und Daisy feierten… ihr wisst schon…  Hannah trug 5 Kartons…

Die Männer drückten mich kurz und bauten dann fachmännisch den Baum auf, bzw. in den Ständer, den Tim mitgebracht hatte. Martin befestigte mit John eine Lichterkette darin und ich machte dann schon mal Kaffee. Ob noch jemand kommen würde und etwas zu Essen brächte?
Leider kam niemand, aber Hannah verteilte Kekse und kurz danach konnten wir den Baum gerade stehend und schon leuchtend bewundern. Mein Wohnzimmer war zwar nur noch halb so groß und ins Bad musste ich jetzt einen Umweg laufen, aber was sollte es, ich wurde hier eh nicht gefragt und so lobte ich die Männer mal ordentlich, damit sie dümmlich vor sich hingrinsen konnten.
Oh man.

Hannah öffnete die Kartons und darin befand sich Baumschmuck, was auch sonst. Zumindest hatte sie dezentes Blau ausgewählt und so erlitt ich wenigstens keinen Augenkrebsanfall. Der Baumschmuck war wirklich hübsch und kein bisschen kitschig, mir gefiel alles gut. Keine Blinkelämpchen und kein Lametta. Wir schmückten gemeinsam die Tanne und danach sah sie tatsächlich gut aus.

Tim machte meine einzige Weihnachts-CD von Brian Crain an und im Glanz des Baumes aßen wir fast alle Kekse auf und unterhielten uns fröhlich.
John lächelte mich an. „Wie war nun deine Vorweihnachtszeit?“
„Wunderschön, ich danke euch. Euch allen.“
„Wir, wir haben damit nichts zu tun“, meinte Tim todernst.
„Genau, das waren alles die Weihnachtswichtel“, meinte Martin lächelnd.
Himmel, sie waren alle so süß.
„Dann danke, ihr Weihnachtswichtel“, sagte ich fröhlich.
Meine Besucher strahlten mich an und ich dachte, dass ich sie doch alle verdammt lieb hatte.

Abends saß ich dann allein vor dem Weihnachtsbaum und dachte an die vielen verrückten Tage zurück. Am besten wäre es, wenn ich es alles aufschriebe, damit ich niemals diesen Advent vergessen würde.

Ich schlief auf dem Sofa ein…
Aber irgendwann wachte ich auf, weil ich ein Geräusch an der Hautür hörte.
Ob das mein Mr. Nobody war?
Ich sah auf die Uhr an der Wand.
Es war drei Uhr nachts, der Tag des heiligen Abends hatte schon begonnen und wieder rumpelte es vor meiner Tür… Daisy sah aus ihrem Körbchen auf und knurrte leise…



Personen-Übersicht:

Carol – Vermieterin
Steve – Chef in der Buchhandlung
Jane – Kollegin aus der Buchhandlung
John mit Blacky – Biolehrer und Hundebesitzer im Park
Tim – Postbote
Chris – Nachbar, Mick – sein Sohn
Giuseppe – Pizzabäcker/Lieferant
Martin Endaile – Carols Enkel und Arzt
Ken Smith – Bäckerssohn
Hannah – berste Freundin
James Fletcher – Physiker, Kunde
Bobby mit Jacky – Obdachloser
Miss Simmons – Krankenschwester in Martins Praxis
Lucas – jüngster Obdachloser



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