Es weihnachtet sehr - Wichtelkalender 2019

von Black One
GeschichteFreundschaft / P12
Albus Dumbledore
30.11.2019
09.12.2019
10
20159
11
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Von den Chaos-Zwillingen

Autor: Akkarya - Ein riesen Dankeschön!
Charaktere: George Weasley an Alastor "Madeye" Moody
Setting: Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang befinden sich mitten im Trimagischen Turnier und den Weihnachtsvorbereitungen, als Albus Dumbledore eine glänzende Idee präsentiert: Wild wird zwischen allen Schülerinnen, Schülern und der Lehrerschaft gewichtelt, um den internationalen Zusammenhalt zu fördern.
Kommentar: Guten Morgen allerseits!
Weiter geht es heute mit einem Kapitel von Akkarya - ganz, ganz herzlichen Dank! Natürlich auch ein Dankeschön an alle Reviewschreiber und die Empfehlungen *-* Wir melden uns morgen mit dem nächsten Kapitel zurück!

Von den Chaos-Zwillingen

George war vollkommen ratlos. Wie sollte er denn auch für Mad-Eye Moody ein Wichtelgeschenk finden? Der Lehrer würde es eher wegschmeißen oder verbrennen in seiner Paranoia. Im Zweifel dachte er noch, das Geschenk sei von einem Todesser, der ihn in seinen Ruhestand versetzen wollte.
Sein Vater hatte George viel von dem berühmten Auror erzählt, nicht nur einmal war seine Wahnsinn gegenüber schwarzer Magie und den Todessern vorgekommen. Laut Erzählungen sollte Moody verantwortlich für die Hälfte der Askabaninsassen sein. So wie der Lehrer aussah, konnte er sich das aber auch gut vorstellen. Dem Ex-Auror fehlten wahrscheinlich über einem Achtel seiner eigentlich Körperteile. Das magische Auge, die fehlende Nasenspitze und das Holzbein sprachen für sich.
Vielleicht könnte er ihm ein neues Feindglas schenken? Nein, er würde nie und nimmer das Geld für so ein wertvolles Artefakt zusammengekratzt bekommen. Die Idee konnte er gleich in den Eimer werfen. Nur der Gedanke, dass es ihm doch gelang und der Ex-Auror es als Botschaft verstand, ein Feind sei im Schloss, liess George einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
Er stand von der Fensterbank auf und machte sich auf den Weg zum Gryffindor Gemeinschaftsraum. Fred würde auf jeden Fall eine Idee haben, er war schon immer gut darin gewesen, für Eltern, Geschwister und die bucklige Verwandschaft Geschenke auszusuchen.
Dann könnte er George auch gleich verraten, wen er gezogen hatte. Als Dumbledore verkündet hatte, dass gewichtelt wurde, waren sie beide viel zu sehr darauf fokussiert gewesen, herauszufinden, wen ihre Mitschüler gezogen hatten, um sich auszutauschen. George seufzte, Dumbledore meinte, sie müssten ihr Wichtelgeschenk spätestens an dem 25. Dezember abgeben. Sicher war aber das er wenigstens bis zum 25. Zeit hatte, Moody ist sicherlich nicht der Typ dafür,  der mit Familie vor dem Kaminfeuer sitzt und Geschenke verteilt. Er würde einfach den 5. Dezember als Abgabedatum ansetzen und  wenn er es nicht bis dahin hatte, wäre dann noch etwas Zeit bis zu dem ersten Weihnachtsfeiertag.


Er seufzte erneut aber nicht nur wegen des bisherigen Misserfolgs bei der Geschenksuche, sondern auch wegen der Weihnachtszeit, bei der man langsam merkte, dass sie sich so langsam in Hogwarts einnistete. Meistens merkte George das daran, dass selbst die Slytherins für ihre Verhältnis eine angenehme Atmosphäre verbreiten.
Wobei - vielleicht war es doch nicht so ganz wahr. Sein Bruder, Harry und Malfoy schafften es auch in der Weihnachtszeit, sich ständig über den Weg zu laufen und sich am laufenden Band zu streiten. Vielleicht sollte er den drei mal den Spruch "Was sich liebt, das neckt sich" bei bringen. Er konnte beinahe schon ihre empörten Gesichter sehen und musste bei den Gedanken grinsen.
Noch ein Punkt, den er neben der Geschenksache mit seinem Bruder besprechen musste. Slytherins zu ärgern war, neben Streiche spielen, eine  seiner Lieblingsbeschäftigungen. Es war einfach zu lustig, wenn die Schlangen nicht wussten, wer für den Streich verantwortlich war. Die meisten vermuteten schon längst, dass sie die Verantwortlichen waren, aber Beweise hatten sie nie.
Fred und er waren ein eingespieltes Team und verstanden sich ohne Worte. Noch ein Grund, um ausgerechnet mit seiner besseren Hälfte zu sprechen. Er würde sicher wissen, was zu tun war, schließlich kannte er ihn am besten.
Er stand vor der fetten Dame und es war ihm erst auch nicht aufgefallen, da er zu sehr in seinen Gedanken gefangen war. Erst als sich die Dame im rosa Kleid räusperte und ihn erwartungsvoll ansah, war ihm bewusst, das er schon längst vor dem Gemeinschaftsraum stand.
“Ähm, Lichterfee”, sagte er und ging durch die Öffnung des Poträtloches. Sein Bruder sass gemütlich auf einer Couch und skizzierte etwas. “Fred, du musst mir helfen.”
*Bei was denn, mein allerliebste Zwillingsbruder?” Er hob den Kopf und zog fragend eine Augenbraue hoch.
“Ich weiß nicht, was ich der Person schenken soll, die ich beim Wichteln gezogen habe.” George ließ sich auf den weichen Teppich fallen, nahm das Skizzenbuch und begutachtete die Zeichnung.
“Und jetzt soll ich dir helfen”, fragte Fred und schnappte sich das Buch wieder.
“Ja, bitte. Du bist einfach der kreativere von uns.” George lehnte seinen Kopf gegen die Couch und sah mit seinem besten Welpenblick zu seinem Bruder auf.
“Wen hast du den gezogen?” Natürlich ließ sich Fred nicht von seiner Mimik beeindrucken, immerhin hatte er selbst sie genauso perfektioniert.
Verzweifelt stieß George aus: “Moody.” Man konnte Fred ansehen, wie sehr er sein Lachen zurückhalten musste. Seine Mundwinkel hoben sich merklich, doch kein Laut kam über seine Lippen. “Jaja, lach nur, du hast wahrscheinlich jemand noch schlimmeren gezogen.” George verdrehte die Augen, ehe er stockte und seinen Bruder anfunkelte. “Wenn wir gerade dabei sind, wen hast du denn gezogen?”
Plötzlich war es mit Freds Heiterkeit vorbei. Neugierig schaute George seinen Bruder an. Seinen stechenden und fragenden Blick konnte Fred nicht aushalten und knickte ein: “Irgendeinen Slytherin aus dem sechsten Jahr.” Er atmete schwer aus, klappte das Skizzenbuch zu und richtete sich auf. “Ich hätte da so eine Idee für dein Wichtelgeschenk.” Das Grinsen auf Freds Gesicht war seltsam. George war sich sicher, dass sein Bruder log und war nur noch neugieriger geworden, aber er ging trotzdem auf das Ablenkungsmanöver ein.

“Und was ist deine phänomenale Idee?” George runzelte die Stirn.
“Schenk ihm einfach die eine Erfindung der Muggel, von der Dad die ganze Zeit gesprochen hat.”
Verwirrt legte George den Kopf schief und musterte seinen Bruder. Nach einigen Sekunden hellte sein Gesicht sich auf und er fragte: “Du meinst die Kantoktlinsenlösung?”
Begeistert klatschte Fred in die Hände. “Ja, aber es heißt Kontaktlinsen und nicht Kantoktlinsen.”
“Aber warum braucht Moody das? Soweit ich weiß hat er keine Kantoktlinsen.”
“Kontaktlinsen”, brüllte Fred. Lachend fügte er an: “Ist das so schwer zu verstehen? Und ja er hat keine Kontaktlinsen” Streng sah er George bei dem Wort an. “Aber er kann die Kontaktlinsenlösung”, wieder funkelte er seinen Bruder an, “zum Waschen für sein magisches Auge benutzen.”
“Und warum sollte er es waschen? Ist doch magisch.” So ganz überzeugt war George noch immer nicht von der Idee.
Fred lachte laut auf, sodass sich einige andere Schüler zu ihm umdrehten. “Georgielein”, neckte er ihn, “manchmal frage ich mich, ob du mir und Dad nie zuhörst. Dad meinte, dass Moody sich öfter darüber beschwert, dass sein Auge sich nicht schnell genug dreht oder verschmutzt ist.”
Langsam nickte George und ein spitzbübisches Lächeln schlich sich auf seine Züge. Er meinte: “Ah, dann kann er es damit waschen und es funktioniert wieder.”
“Ach George”, verkündete sein Bruder dramatisch und breitete seine Arme so weit aus, als wolle er die ganze Welt umarmen, “du hast ja doch ein paar Gehirnzellen. Wie bist du denn zu denen gekommen?” George verdrehte nur die Augen und seufzte.
“Aber wie sollen wir an das Zeug kommen? Wir können nicht einfach nach Muggel-London apparieren und dieses Zeugs kaufen.” George musste grinsen, als Fred theatralisch das Gesicht verzog, weil er das teuflische Wort nicht auszusprechen versucht hatte. “Und das nötige Geld dafür haben wir auch nicht.”
Erstens”, meinte Fred, “sei nicht so pessimistisch. Wir fragen einfach Dad, ob er es uns besorgen kann, wenn er im Muggelteil von London ist. Er kann es uns dann per Eule schicken. Außerdem meinte Dad, dass das Zeug nur so um die sieben Pfund kostet. Das sind ein bisschen weniger als zwei Galleonen. Das werden wir schon zusammen gekratzt bekommen.”
George atmete erleichtert aus und sagte dann, gerade als er merkte, dass sich Fred in Sicherheit wog: “Ich finde noch heraus, wen du gezogen hast. Das mit der Slytherin kaufe ich dir nicht ab. Ich wette, das ich es bis zum 15. Dezember herausgefunden habe.”
Mit funkelnden Augen stand er auf, um sich auf den Weg zur Eulerei zu machen. Schließlich verschickte sich die Post nicht von selbst.

Als George in der Eulerei kritzelte er schnell auf ein Stück Pergament: “Dad kannst du mir Kontaktlinsenlösung schicken? Ich brauche sie für ein Weihnachtsgeschenk.”
Er rief eine Schuleule zu sich und schickte den Brief mit ihr ab. Zwar hätte er auch Erol nehmen können, aber da er Wert darauf legte, dass der Brief heil bei seinen Vater ankam, war Erol aus der Auswahl herausgefallen. Die Eule war einfach zu alt.  Er erinnerte sich nur zu gut an Zwischenfälle, bei denen Erol in Müslischüsseln gelandet war. Sicherlich nicht der beste Landeplatz.
Er sah der Eule noch eine kurze Zeit hinterher wie sie durch den Nachthimmel flog, ehe sie in der Dunkelheit verschwand. Er drehte sich um und machte sich eilig auf den Weg zum Gryffindor Gemeinschaftsraum. Nachsitzen war, auch wenn es manchmal anders erschien, eindeutig keine seiner Lieblingsbeschäftigungen und da Filch heute Nachtaufsicht hatte, war die Wahrscheinlichkeit, Nachsitzen zu müssen, deutlich höher als bei den anderen Lehrern.
Obwohl, bei Snape konnte man ähnlich viele Strafstunden kassieren. Er konnte gut darauf verzichten, dreckige Kessel auf Muggelart sauber zu machen.

Zwei Tage später, er saß gerade am Gryffindortisch und frühstückte, als die Schuleule, die er beauftragt hatte, den Brief seinem Vater zu bringen, zurück kam. An ihrem Bein war nicht nur ein Brief befestigt, sondern George konnte auch noch ein kleines Päckchen erkennen. Die Erleichterung machte sich in im breit. Er musste das Geschenk nur noch einpacken und dann war es erledigt. Mit dem Geschenk unter dem Arm, rannte er alle Treppen hoch zum Gryffindor Gemeinschaftsraum. Keuchend blieb er vor der fetten Dame stehen und stammelte das Passwort. Einem war er sich nun sicher: Er würde nie mehr alle Treppen zum Gemeinschaftsraum hochrennen. So außer Puste war er selbst beim Quidditch nicht.

Zwei Tage später lag das fertig eingepackte Geschenk auf Moody's Schreibtisch. Nach einer reichlichen Absprache mit seiner besseren Hälfte, stand auf dem Geschenk von den Chaos-Zwillingen. Es war Absicht von den beiden gewesen, das keine direkter Name draufstand. So wusste Moody nicht, wer sein Wichtel war, auch wenn er es garantiert erraten würde.
Die Person, die Moody gezogen hat, bekommt hoffentlich auch ein Geschenk. Er konnte sich gut vorstellen, dass Moody nicht der beste auf dem Gebiet zwischenmenschlicher Kontakte war. Die Vorstellung, dass Moody irgendeine Slytherin gezogen haben könnte, heiterte George auf und vertrieb alle schlechten Gedanken, die in letzter Zeit in seinem Kopf waren, aufgrund der ganzen Wichtelsache. Und da jetzt die ganze Geschichte mit seinem Wichtelgeschenk für Moody erledigt war, konnte er jetzt versuchen, die Person zu finden, die Fred gezogen hatte.
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