Tales Untold: OUT OF REACH (#14)

GeschichteDrama, Romanze / P18
Aragorn Arwen Eomer Faramir Gimli Legolas
30.11.2019
08.12.2019
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03.12.2019 5.729
 
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Es fiel Tarisilya leicht, Éomer einfach dort stehen zu lassen, schon weil sie längst Legolas‘ unaufdringliche Präsenz auf dem schmalen Marmorweg wahrgenommen hatte, der von den Gästehäusern hierher führte.

Er hatte die wenigen Minuten nicht stören wollen, die einem an einem immer gut beobachteten Ort wie Minas Tirith meistens nur für solche Gespräche blieb, aber er wirkte trotzdem erleichtert, als sie auf ihn zukam. Wortlos legte er ihr eine Hälfte seines Umhangs um die Schultern, seinen Arm um ihre Taille, um sie eng an sich heranzuziehen, als hätte er geahnt, dass der kühle Nachtwind innerhalb der Mauern sie trotz der natürlichen Resistenz von Erstgeborenen Temperaturen gegenüber erbeben ließ.

„Um die Tugendhaftigkeit Eurer Gemahlin besorgt, Fürst von Ithilien?“ Die Neckerei kam ihr nach dem Gespräch zugegebenermaßen nicht ganz so leicht über die Lippen.

„Deiner Selbstbeherrschung vertraue ich, seiner nicht immer ganz so sehr. Aber … nein. Deine Nähe ist es nach diesen letzten schweren Stunden, nach der ich mich sehne. Der Gedanke an eine mögliche neue Dunkelheit war in deinen Armen immer noch am leichtesten zu ertragen.“

Tarisilya schüttelt sachte den Kopf, verlangsamte ihre Schritte, sodass auch er innehalten musste, bis sie in der Mitte des spitz zulaufenden Vorplatzes der Zitadelle zu stehen kamen. Unter dem hellen Schein von jenem Gestirn, dessen Kraft und Weisheit sie sich in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrtausends so sehr versagt hatte und dem sie seit der Geburt ihres ersten Kindes umso mehr wieder ihr Herz und ihre Seele anvertraute. Ihre Hände auf Legolas‘ Brust gelegt drehte sie sich zu ihm ein, ließ ihre Stirn an seiner ruhen.
„A si i-Dhúath ú-orthor, elwen.“ Mit derselben Zärtlichkeit, die ihre Stimme durchdrang, legte sie zwei ihrer Fingerspitzen an seinen Augenwinkel, wie sie es immer tat, wenn sie die Dunkelheit aus seinem Geist … oder auch aus seinem Körper zu vertreiben suchte.
Erst als Legolas nach langen Sekunden, die er sich nur gegen sie geschmiegt hatte, seine Augen wieder öffnete und der milchige Strahl des Lichts am Himmel sich in seinen Pupillen brach, ohne verräterischen Glanz zu hinterlassen, legte sie ihre Lippen auf seine. Nicht immer hatten ihre Bemühungen als Gemahlin und Heilerin viel genutzt, aber heute glaubte sie, sie würde ihm noch einmal helfen können, zur Ruhe zu kommen, bevor die nächsten Tage, Wochen, Monate vielleicht tatsächlich wieder neues Leid bringen würden. Solange sie sich an dem festhielten, was sie für immer verband, würde es keines sein, an dem einer von ihnen zerbrechen würde.
„Ich werde immer dein Licht sein. Bring mich zu Bett.“





Der Weg zurück in ihr Gästezimmer war dann nicht mehr weit gewesen, und Worte brauchte es keine mehr.
Tarisilya wurde von ihrem Gemahl geliebt, wie sie es am liebsten mochte, unter seinem bloßen Leib begraben, mit dem Anker seiner starken Silhouette über ihrer, die sie umhüllte, bedeckte, ihre Seele wärmte, mit jedem Zentimeter seiner weichen Haut, den sie unter ihren langsam streichelnden Händen ertasten konnte, über, an, in ihr. Sie waren leise. Selbst ihr schneller Atem ging in einem unterdrückten Einklang, wie sie es sich über die Jahre angewöhnt hatten, die sie mit ihren Kindern im Nebenraum zwischen den hellhörigen Wänden eines Talans verbracht hatten. Dafür hielt Tarisilya sich umso mehr an der unendlichen Liebe, dem Begehren auch nach all dieser Zeit noch, in den lustverschleierten Augen ihres Gemahls fest.
Nur für einen winzigen Augenblick schauderte sie nicht nur aus Erregung, was ihrem Partner zum Glück nicht aufzufallen schien, als ihre immer weiter im Nichts versinkenden Gedanken zu dem Gespräch vorhin wanderten, sie sich mit anhaltendem Unverständnis fragte, wie einsam es sich anfühlen musste, in einer solch lieblosen Beziehung zu leben, dass man sich oberflächliche Befriedigung als einziges Seelenheil woanders holen musste.
Sie hätte es sich nicht einmal anders vorstellen können, als sich in den Armen von jemandem fallen zu lassen, der ihren Körper bis ins kleinste Detail kannte, der genau wusste, wie sie es brauchte, um sich völlig mit ihm gehen lassen zu können. Etwa dass sie es zwischendurch vorzog, wenn sich seine Hüfte nur leicht kreisend gegen ihre drängte, weil sie ein wenig zu sehr außer Atem gekommen war und es lieber bewusst, jede einzelne Sekunde genoss, wie sich seine stahlharte Länge immer wieder tief in sie schob, Zentimeter für Zentimeter.

Erst wenn sie sich dann wieder etwas gefangen hatte, änderte ihr Gemahl immer den Winkel ein wenig, in dem er seine Hüfte gegen ihre presste, mit diesem verschmitzten Funkeln in den Augen, das sie so sehr liebte, seinen Unterleib so eng an ihren gedrückt, dass ihr empfindlichster Punkt sich an der samtenen, gespannten Haut von seinem rieb und sich ihre Nägel unweigerlich fest in seinem Nacken, an seinem Po vergruben.

Ja …“ Ihre Beine schlossen sich haltsuchend, fordernd zugleich um seine, um ihn genau an diesem Punkt zu halten, seinen rasch wieder schnelleren werdenden Rhythmus ein wenig mit zu lenken, bis sie an seinem Hals leise aufschrie, einmal, dann noch einmal, als seine Hand sich zwischen ihre eng umschlungenen Hüften schwindelte, seine geschickten Fingerspitzen noch einmal diesen so sensiblen, angeschwollenen Punkt liebkosten, gekonnt, wie er die Sehne seines Bogens bearbeitete. Bis sich ihre Muskeln dann so hart um ihn verkrampfen, dass er seinen Kopf in den Nacken warf und sich tief in ihr ergoss, während sie sich von den Wellen ihres zweiten Höhepunkts davontragen ließ.

Danach schlief Legolas genauso schnell ein, wie sie gehofft hatte, aber sie selbst konnte keine Ruhe finden. Der Schein des Vollmonds durch das mannshohe Fenster, der ihre Sinne vorhin schon belebt hatte, hielt sie wach.
Nach einigen Minuten des unruhigen Regens auf der viel zu weichen Matratze wurde ihr klar, was verhinderte, dass sich der Schleier des Schlafs über ihre Sicht legen konnte.
Ganz vorsichtig nur tauchte sie unter Legolas‘ um ihre Hüfte gelegten Arm hinweg, rutschte so lautlos wie möglich von der Matratze und ließ sich am Schreibtisch in der Ecke nieder, eine leichte Decke vom obersten Schrankregal nachlässig um ihren Körper geschlungen. Aus demselben Regal holte sie ein paar Blätter aus diesem Vorrat an Papier, den sie für die Besuche in diesem Gemach dort hortete.
Diese Lösung zog sie jetzt schon seit einigen Jahren ihrer vorherigen Angewohnheit vor, immer die aktuellste Ausgabe ihres Beobachter-Werks mit sich herumzuschleppen. Dank des völlig farb- und geruchlosen Klebstoffs – nur eine der nützlichen Verbindungen, die die Elben mit den vielseitigen Mitteln der Natur Ithiliens im Lauf der Zeit entdeckt hatten –, konnte sie diese losen Seiten nahtlos in ihr Buch einfügen, ohne dass jemandem der Unterschied aufgefallen wäre. So konnte sie inzwischen auch auf Reisen ihre Gedanken und Beobachtungen festhalten, eine Angewohnheit, die sie einst von Lord Elronds so tragisch aus dem Leben geschiedenen Bibliothekar übernommen gehabt hatte. Nicht zuletzt dank der außergewöhnlichen Widerstandsfähigkeit dieses Materials aus dem starken Holz Eryn Lasgalens, das Thranduil ihr netterweise regelmäßig zur Verfügung stellte.


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Aus dem Buch des Beobachters, F.A. 20

Wie zerbrechlich die Herzen und die Hochburgen von Zweitgeborenen gleichermaßen sind. Die Valar mögen mir dieses Urteil verzeihen, als einst hilfloser Zuseher einer Krise, die fast das letzte Elbenreich in diesen Gestaden unter dem Irrsinn von Rache und Schmerz zerbrechen ließ, bevor es überhaupt noch fertig stand. Vielleicht ist es gerade meine einstige furchtsame Untätigkeit, die meinen Blick nun für das Schwanken von Anführern klärt, die unter ihrer Bürde zu zerbrechen drohen.
Der Beobachter in den Schatten soll sich nicht auf seiner Rolle ausruhen, so versprach ich es mir einst, als die ersten meiner Zeilen ihren Weg in dieses Werk fanden. Vernunft darf nicht feige sein. Solange der Mond meinen Blick noch auf diese Welt richtet, wird der Ruf der See nie laut genug werden, um ihm zu folgen. Solange wird auch dieses Werk niemals den Abschluss einer letzten Seite erfahren. Nicht zum ersten Mal frage ich mich, ob die Valar selbst überhaupt wissen, wann meine Hand des Führens dieser Feder müde werden wird.
Wer überwacht einst das Schicksal der Zweitgeborenen, wenn das letzte Schiff den Hafen verlässt


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„Auch wir wurden einst uns selbst überlassen.“ Sie hatte Legolas natürlich aufstehen gehört, aber ihre Feder keinen Moment angehalten. In dieser Hinsicht hatte sie nie etwas vor ihm zu verbergen gehabt.
Erst als die starken, an den Innenseiten immer ganz leicht von seiner Waffe rauen Hände ihres Gemahls sich an ihren Nacken legten, merkte sie, wie fiebrig, ohne auch nur einmal abzusetzen, sie ihre Worte verfasst hatte, wie verspannt ihre Schultern waren. Legolas ließ seine Fingerspitzen darüber kreisen, bis die Krämpfe nachließen, sie ihren Kopf mit einem Aufseufzen nach hinten sinken ließ, gegen seinen Bauch.

Auch er hatte sich nur flüchtig das Laken um die Hüften geschlungen, Tarisilya konnte die die Spuren ihres Spiels vorhin noch an seiner Haut riechen. Angenehme Erinnerungen an eine kurze Kopflosigkeit, die sie jetzt aber nicht mehr so einfach wie eben ins Vergessen entführen konnten.
„Und, war das gut für die Erstgeborenen?“

„Nur so konnte unser Volk über sich hinauswachsen. Wir sind ebenfalls durch viel Schmerz gegangen, bis wir an dem Punkt angelangt waren, wo wir jetzt sind, und immer noch sind nicht alle Konflikte selbst unter den Elben gelöst, wie wir beide am besten wissen. Wir haben kein Recht, die, die nach uns kamen, in ihrer eigenen Entwicklung für immer zu lenken. Solange der Bund des Kriegs und der Freundschaft uns dazu verpflichten, stehen wir unseren Gefährten von einst bei, aber wenn uns unser eigener Weg irgendwann heimführt, können wir nichts mehr für sie tun.“
Es schmerzte ihn fast noch mehr als sie, das auszusprechen, aber mit diesem Abschied von dem einzigen Zuhause, das Legolas je gekannt hatte, hatte er sich irgendwann abgefunden. Er hatte ja auch viele Jahrhunderte mehr Zeit dafür als Tarisilya gehabt. „Wir müssen Vertrauen in sie haben, dass es nicht womöglich noch einmal die völlige Dunkelheit braucht, um sie endgültig im Licht des Friedens zu vereinen.“

Seine Fingerknöchel strichen ihr ihre Tränen noch weg, bevor sie den Kopf in den Nacken legte, bedrückt zu ihm aufsah. Auch wenn sie tief in ihrem Herzen wusste, dass er Recht hatte, diese Endgültigkeit anzunehmen, damit tat sie sich noch schwer. „Denkst du, wir kehren je zurück, Legolas? Oder ist es wirklich das Schicksal von Erst- und Zweitgeborenen, dass sich ihre Wege nie mehr kreuzen werden?“
Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Eru seine Kinder auf ewig voneinander trennen wollte. Vielleicht war sie tatsächlich zu jung, um seinen Willen in dieser Hinsicht zu verstehen.

Und wenn ihr Gemahl ihr auch eine nüchtern betrachtet gar nicht so lange Zeitspanne in Lebensjahren voraus war … Das waren Fragen, die auch er nur mit einem ratlosen Schulterzucken beantworten konnte. „Ich denke, es braucht größere Elben als uns, um solche Fügungen zu erwägen. Bevor wir damit beginnen werden, unser eigenes Schiff für unsere Überfahrt zu erbauen, lassen wir alles in diesem Reich zurück, was wir nur können, um ihnen auf ihrem weiteren Weg zu helfen, so viel kann ich dir versprechen, denn meine Liebe gilt ihnen genauso wie deine. Mehr steht nicht in unserer Macht.“

Ilya legte ihre Feder abwesend beiseite und rollte das Papier ordentlich zusammen. Für den Moment hatte sie genug davon, verstehen zu wollen, was ihr die Gestirne noch nicht klarzumachen vermochten.
„Gib so ein Versprechen besser nicht leichtfertig. Ich fürchte, du hattest Recht. Der Mond durchdringt meinen Geist heute Nacht zu hell. Die Zeit des Ausruhens ist vorbei. Was immer die dunkle Hand des Ostens über unsere Lande streut, es mag uns mehr kosten, als wir jetzt noch sehen können.“ Ihre Arme waren plötzlich von Gänsehaut überzogen, allein beim Gedanken daran, dass genau das sichere Zuhause, an das sie gerade noch mit Sehnsucht gedacht hatte, sich in naher Zukunft vielleicht zu einem erneuten Brennpunkt entwickeln mochte. Dass sie vielleicht bald zum ersten Mal ernsthaft Angst um ihre Kinder würde haben müssen.

Legolas beugte sich für einen Kuss auf ihre Stirn zu ihr, ohne sich darum zu kümmern, dass sich seine Decke sich zu Boden verabschiedete. Er sagte ihr nicht, dass nichts passieren würde. Er sagte nicht, dass er niemals zulassen würde, dass ihr etwas geschah. Von solchen Versicherungen waren sie schon vor langer Zeit abgekommen. Er sagte ihr nur das Einzige, was sie in solchen Stunden der Furcht hören musste, um nicht zu verzagen. „Dann gehen wir diesmal wenigstens gemeinsam durch die Nacht. Komm. Zusammen wach liegen können wir auch an einem gemütlicheren Ort.“

Tarisilya wendete abwesend den Kopf in seine Richtung, presste ihre Lippen gegen seine bloße Lende und lächelte, als sie die weit angenehmere Gänsehaut sah, die sich sofort über seinen kräftigen Bauch zog. Daran hatte sie noch vor Sekunden eigentlich nicht gedacht, aber das mit dem Schlafen hatte sich für den Moment ohnehin erledigt. Und so viel Zeit nur für sich hatten sie in der Siedlung selten. Heute wenigstens sollten sie es zur Abwechslung mal ausnutzen, dass die Amme bereit sein würde, wenn sich Élnen zwischendurch mit Hunger zu Wort melden würde, wie sie es seit Wochen nicht mehr getan hatte, oder Cyron ein Glas Wasser wollte.
Ohne Anstalten zu machen, der Aufforderung nachzukommen, drehte sie sich auf ihrem Stuhl, auch ihre Decke fiel. So rittlings bot sie ihrem Gemahl natürlich einen recht verführerischen Anblick, der die Hitze in ihm sofort wieder so steigen ließ, dass sie praktisch zusehen konnte, wie sich seine Pupillen weiteten, fühlen konnte, wie seine Hand an ihrem Nacken erbebte.
„Ach, so ungemütlich finde ich es hier gar nicht …“ Sie hielt ihre Lippen nur Millimeter von ihm entfernt an seinem Unterbauch, während sie sprach, sodass ihr Atem provozierend über seine Haut glitt, sich zwischen seinen Beinen prompt wieder etwas äußerst interessiert regte.
Daraus wurden verspielte Küsse über die makellose helle Haut, während sie seinen geliebten Duft nach Wald und Harz tief einatmete, Zungenschläge an den sichtbaren Bewegungen seiner Muskeln darunter folgen ließ. An der filigranen Silhouette seiner Hüfte entlang, die einen flüchtigen Beobachter so einfach täuschen konnte, was seine Kraft und Schnelligkeit anging. Auch die tiefen Linien von Jahrhunderten des harten körperlichen Trainings an seinem Bauch ließ sie mit ihrer Liebkosung nicht aus, seine genauso grazilen wie muskulösen Schenkel, deren Bewegungen ihr vorhin noch so viel Freude gespendet hatten.
Jetzt war sie dran. So sehr, wie sie ihn kurz hingehalten hatte, so schnell schloss sie ihre Lippen jetzt um seine pochende Erregung, nahm ihn tief in sich auf, während ihre Hände an seinem Po fester zugriffen. Als sie die Stelle streifte, wo sie vorhin ein wenig zu enthusiastisch mit ihren Nägeln gewesen war, fühlte sie ihn ein wenig zusammenzucken, da ihr Gemahl ein wenig lustvollem Schmerz im Schlafzimmer jedoch noch nie abgeneigt gewesen war, ließ sie nicht los, sondern verstärkte ihre Bewegungen nur noch. Hin und wieder ließ sie ihre Fingerspitzen zärtlich zwischen seine festen Pobacken wandern, um die versteckte Öffnung dort mit ganz leichtem Druck zu massieren, wie er es mochte.
Ihre andere Hand schloss sich um die schwere Rundung seiner Hoden, teilend, rollend, mit genau dem richtigen Druck, bis ihr Partner es kaum noch schaffte, die Geräusche seiner Lust so zu dämpfen wie vorhin. Jetzt erst nahm sie ihn ganz in sich auf, ließ die salzige, feuchte Spitze seiner Erregung an der natürlichen Barriere in ihrer Kehle vorbeigleiten wie sie das irgendwann einmal in ihren abenteuerlichsten Nächten ganz von selbst gelernt hatte, bis sie ihre Lippen fest an seine zuckende Lende pressen konnte, seine Hände sich in ihrem einfachen Zopf vergruben, ihr Name ein atemloses Flehen auf seinen Lippen.
Gerade lange genug, um tief Luft zu holen, wich sie von ihm zurück, völlig in ihrem Spiel gefangen, das ihr Verlangen schon wieder in ungeahnte Höhen trieb, ihre Mitte regelrecht brennen ließ. Dann wollte sie ihren Kopf erneut senken, doch seine liebevolle Berührung an ihrem Kinn hielt sie auf.

Es kostete ihn sichtlich fast mehr Beherrschung, als er nach ihrem Spiel vorhin noch besaß, auch nur einen Schritt von ihr zurückzutreten, so wie seine Augen glänzten, als er sie von ihrem Stuhl hochzog, die Arme um ihre Hüften legte, um sie kurzerhand auf dem Tisch abzusetzen. Seine Lippen angeschwollen von dem Druck seiner eigenen Zähne küsste er sie leidenschaftlich, seine Zunge drang tief in ihrem Mund, völlig ungeachtet der Spuren seines eigenen Körpers, die er an ihr schmecken würde, ein tiefes Stöhnen löste sich aus seiner Kehle ... Und trotzdem war sein Wunsch, Tarisilya genauso dieses belastende Gespräch verdrängen zu lassen, stärker.
Der Stuhl war schneller beiseitegeschoben, als sie begriff, was er vorhatte, dann kniete er auch schon vor ihr, dirigierte sie ein Stück näher an die Tischkante, ihre Hüften in seinem kräftigen Griff gefangen.

Fahrig schloss sie ihre Hände um die hintere Tischkante, weil sie ziemlich sicher war, dass sie ihrem Gemahl jetzt ernstlich wehgetan hätte, hätte sie sich in seinen Haaren verkrallt, so wie er plötzlich loslegte.

Hungrig begann er über ihre intimste Stelle zu lecken, von ihrer Feuchtigkeit zu kosten, wie er es immer so sehr genoss, bevor sich seine Zunge ihren Weg in sie bahnte, sein schneller heißer Atem am erhitzten Dreieck ihrer Scham weitere Stimulation, die ihr Innerstes sich vor Lust zusammenziehen ließen. Ein Wimmern entfuhr Tarisilya, als seine Fingerspitzen ihren empfindlichsten Punkt fanden, sie mit wie zufälligem Streicheln immer weiter anstachelten, bis sie ihre wachsende Feuchtigkeit das Holz, ihre Schenkel, sein Kinn benetzen fühlen konnte. Prompt röteten ihre Wangen sich unter der Vorstellung, was womöglich eine am nächsten Tag hier vorbeischauende Magd dazu sagen würde, wenn sie Spuren solcher Art von diesem Möbelstück entfernen musste, sie begann sich ein wenig unbehaglich zu winden.

Nach vielen Jahren der körperlichen Nähe und vor allem dem einen oder anderen Missverständnis zu Anfangszeiten brauchte sie inzwischen nicht mehr ihre Worte, um ihren Gemahl sofort dazu zu bringen, von ihr zurückzuweichen, wenn er auch nur ansatzweise das Gefühl hatte, sie fühlte sich nicht wohl. Da reichte schon die kleinste negative Schwingung oder ein still gerauntes Wort in ihrem mentalen Vermählungs-Band, das immer noch nicht wirklich verlässlich war, mit der Zeit aber immer mehr an Kraft gewonnen hatte.
Legolas schmiegte seine Wange gegen einen ihrer weit gespreizten Schenkel, strich gefühlvoll über ihre Seiten, ihre Beine, solange, bis sie sich dazu bringen konnte, die Augen zu öffnen, ihn die leichte Scham über ihre heftigen Reaktionen in ihrem geröteten Gesicht sehen ließ, sich hinter ein paar Haarsträhnen versteckend.
„Ach, elwen.“ Er drückte einen langen Kuss auf ihren Oberschenkel, dann auf das erhitzte Dreieck ihrer Lust, lächelte, als sich ihre Hüfte ihm unweigerlich wieder entgegenbog. „Weißt du denn immer noch nicht, wie glücklich es mich macht, wenn du dich gehen lässt? Ich fange dich auf, immer.“
Und das tat er tatsächlich, jedes Mal, wenn sie sich in ihren eigenen Empfindungen zu verlieren drohte, seit sie ihm damals während der Truchsessar-Krise einmal so deutlich die Meinung hatte sagen müssen. Legolas hatte seine Fehler, genau wie sie auch, aber er machte selten denselben zweimal.

Deswegen schloss sie ihre Augen wieder und ließ sich mit einem zittrigen Aufseufzen auf ihre Ellbogen zurücksinken, entspannte ihre Beine unter seinem Griff, nur um sie dann umso fester anzuspannen, aufstöhnend, als sich Legolas‘ lange Finger sanft in sie schoben. Mit seiner Zungenspitze an ihrem empfindlichsten Punkt und seinen langsam in ihr kreisenden Bewegungen hatte er sie innerhalb kürzester Zeit schon wieder so weit, dass sie ihm unkontrolliert ihre Hüfte entgegenschob, ein sehr tiefer, kehliger Laut auf ihren Lippen, als seine rauen Fingerkuppen tief in ihr eine Stelle streiften, die sie nie zuvor wirklich wahrgenommen hatte. Vermutlich lag es an dem leicht veränderten Winkel, wie er so vor ihr kauerte, dass er seine Hand nach innen gedreht hatte, während die eisenharten Ellbogenmuskeln seines Schussarms seine Bewegungen in ihr trugen … Tarisilya wusste nicht, was es war, sie wusste nur, dass sie mehr davon wollte.
Obwohl es sie gerade in solchen Momenten Überwindung kostete, schlug sie die Augen noch einmal auf, suchte seinen Blick, leckte sich über ihre plötzlich sehr trockenen Lippen. Natürlich war ihm dieser so ganz neue Laut gerade ebenfalls nicht entgangen, und an der Art, wie er unruhig seine eigene Hüfte bewegte, konnte sie genau erkennen, wie sehr ihn ihre Lust erregte.
Darum wollte sie sich kümmern, gleich … Aber zuerst brauchte sie ihn. „Mach das noch mal, mit deinen Fingern … bitte …“ Sie warf hart den Kopf in den Nacken, stieß sich fast am Tisch, als ihr Gemahl ihrer Bitte augenblicklich folgte, wieder seine Fingerspitzen gegen ihre Lende krümmte, so verdammt tief in ihr, und sie spüren konnte, wie sich sämtliche ihrer Muskeln verkrampfen, wie das sonst nur kurz vor ihrem Höhepunkt geschah. Ihre gewisperte Zustimmung ging wieder in diesem wilden Stöhnen unter, das sie nur noch an ihrem Oberarm verstecken konnte, so sehr schüttelte sie diese neue, tief aus ihrem Inneren entsteigende Empfindung. Weise weiter zu reizen begann.

Vorsichtig erst, dann schneller machte Legolas weiter, in einen Rhythmus findend, der Tarisilyas Beine immer mehr beben, sie ihm ihren Unterkörper immer mehr entgegenschieben ließ. Dazu seine Zungenspitze an ihrem empfindlichsten Punkt, einmal mehr …

Dann spürte Tarisilya plötzlich, wie sich etwas in ihr fast gewaltsam verkrampfte, wie noch mehr heiße, klare Flüssigkeit aus ihrem Inneren über Legolas‘ Hand, seinen Arm lief, seine entblößte Brust, bis sie völlig erledigt auf die Tischplatte sank, am ganzen Körper zitternd. Erst jetzt wurde ihr klar, dass sie sich so fest in ihrem Arm verbissen hatte, dass sie fast blutete. „Bei allen …“

Legolas ließ ihr nicht viel Zeit, das Geschehene zu verinnerlichen, dafür war er jetzt viel zu heiß auf sie. Seine Hände fest auf ihre Beine gelegt, richtete er sich wieder auf, wartete gerade lange genug, bis sie ihn ansehen konnte, seine sich schnell hebende und senkende Brust, seine verdunkelten Augen, die schmerzhafte Erregung, die an seiner Mitte pulsierte. Sie hatte kaum mehr getan als zu nicken, als er sich auch schon mit einem ebenfalls kaum unterdrückten Laut wieder in ihr vergrub.

Nach diesem neuartigen Höhepunkt war Tarisilya zu mitgenommen, um sich noch zu einem weiteren tragen zu lassen, aber sie genoss es umso mehr, ihm so ihren Körper zu überlassen. Mit ihren Händen fest um seine gelegt räkelte sie sich auf der ungewohnten Unterlage für ihn, schob ihm ihren Unterleib immer wieder einladend entgegen, spannte ihre Muskeln zwischendurch besonders fest an, wie er das so mochte, bis er sich ein zweites Mal an diesem Abend in ihr verströmte, ihren Namen auf seinen Lippen wie ein Gebet.
Nur zu gern ließ sie sich in seine Arme ziehen, schlang ihre Beine vertrauensvoll um seine Hüfte, als er sie aufhob, bis sie wieder auf dem Bett lagen, eng umschlungen. Die übliche Schwere der Melancholie nach solchen Spielen genießend, bettete sie ihren Kopf an seiner Brust und ließ sich von seinen rasch wieder ruhiger werdenden Atemzügen diesmal auch selbst ins Reich der Träume entführen.





Arwen konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie zum ersten Mal seit über einer Stunde von ihrer Arbeit aufsah und das Fenster gegenüber von Aragorns Schlafgemach immer noch hell erleuchtet sah, als eins der letzten im Gästehaus. Bei den Fürsten des Cair Andros schien die Nacht noch lange nicht zu Ende zu sein.
Sie hatte den Anstand, in ihrer fast unbeleuchteten Ecke ein wenig zu erröten und schnell wieder den Blick zu senken. Es war keine Absicht gewesen, aber die breite Fensterbank dieses Schlafraums war nun mal einer ihrer Lieblingsplätze, und dass dieses Zimmer da drüben automatisch ihren Blick anzog, war spätestens eine Angewohnheit, seitdem damals Legolas vor Cyrons Geburt ziemlich genau an dieser Stelle gesessen war.

Allerdings nicht wie sie gemütlich mit angezogenen Beinen sondern halb aus dem Fenster hängend, mit Aragorns festem Griff um seinen Oberkörper, damit Legolas seine Arme für einen sauberen Schuss freihaben würde, bevor der letzte der Truchsessare Tarisilya die Kehle durchschneiden konnte.

Heute hatten sie es mit weniger undurchsichtigen, weniger von Verblendung geleiteten Wesen zu tun, als sie bis heute einige der Gefängniszellen auf der sechsten Ebene belegt hielten. Dafür mit von purem, Äonen altem Hass angetriebenen, die um nichts weniger gefährlich waren. Arwen sollte sich besser nicht der Illusion hingeben, dass das damals das letzte Mal gewesen war, dass eine Waffe zur Verteidigung von Leib und Leben in dieser Stadt benutzt worden war.
Seufzend tauchte sie den nächsten Kristall in das Töpfchen mit klarer, dickflüssiger Lösung neben ihrem Knöchel und setzte ihn in genau gleich großem Abstand wie die letzten auf die metallene Oberfläche ihres Dolchgriffs, die elbische Rune eines „M“ vervollständigend. Aragorn und sie hatten meistens die Ehre, die ersten zu sein, die neue Entdeckungen und Konstruktionen aus dem Lager des Cair Andros ausprobieren durften. Wenn Arwen auch nicht ganz das Talent ihrer Tochter für das Kreieren und Dekorieren hatte, für diese Aufgabe, die sie sich heute Nacht selbst gestellt hatte, war der unzerstörbare Klebstoff Gold wert. Auch wenn Tarisilya vermutlich kaum im Sinn gehabt hatte, dass er einmal dazu dienen würde, eine tödliche Klinge mit den winzigen im Mondlicht funkelnden Edelsteinen aus Gimlis Reich zu bestücken, von denen Arwen auch heute wieder einen ordentlichen Vorrat von Aragorns altem Ringgefährten überreicht bekommen hatte.
Es war eine traurige Ironie, ein Frevel fast, und doch war die sichtbare und spürbare Erinnerung an das, wofür man so eine Waffe erhob, wenn sich die eigene Hand widerwillig darum schloss, gerade in den blutigsten Kämpfen oft die einzige Motivation, einen nötigen tödlichen Streich auszuführen.

Ihr trauriger Laut musste Aragorn aufgeschreckt haben, so leise er gewesen war. Ihr Gemahl hatte immer schon diesen untrüglichen Instinkt selbst im Tiefschlaf dafür gehabt, wenn es ihr nicht gut ging war. Sie kaute mit schlechtem Gewissen auf ihrer Unterlippe, als er sich gähnend von der Matratze hochstemmte. Immerhin war er der einzige von ihnen vieren, der möglichst jede Nacht zumindest ein paar Stunden Schlaf ergattern sollte, da sollte sie nicht stören, wenn es nicht nötig war.

Arwen selbst konnte sich da zum Glück hin und wieder ein wenig Nachlässigkeit erlauben, obwohl sie immer wieder mit der unangenehmen Realität des Zweitgeborenen-Daseins in Form von Krankheit und viel größerer Verletzlichkeit als früher konfrontiert wurde, seit sie die Unsterblichkeit ihres Elbenlebens aufgegeben hatte. Spätestens in ein paar Jahrhunderten wäre selbst ihr langsamer alternder Leib dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen, wenn sie nicht längst gewusst hätte, dass ihr eigener Weg mit dem ihres Gemahls enden würde.
Noch jedoch reagierte ihr Körper glücklicherweise manchmal noch recht elbisch. In dieser Nacht hätte sie schlicht keine Ruhe zum Schlafen gefunden. „Verzeih, mîl nín. Leg dich wieder hin, ja? Es war ein langer Tag.“

Aragorn ignorierte ihren Appell an seine noch nie sonderlich ausgeprägte Vernunft geflissentlich, beugte sich mit einem abwesenden Kuss auf ihren Nacken über sie und ließ seine Fingerspitzen traurig über die neuen Insignien auf der Waffe gleiten. Nunmehr zierte nicht mehr nur die kunstvolle verschlungene doppelte Rune ihres gemeinsamen Anfangsbuchstabens den gebogenen Griff, sondern auch jene beiden ihrer Kinder. „So rasch ist dein Geist bereits in die Schlacht gezogen, mîl nín?“

„Sie wird nach mir rufen, ob ich es will oder nicht.“ Arwen ließ ihren Kopf müde auf seine Schulter sinken, schlang ihren freien Arm um seine Taille. Rücksicht hin oder her, dass es sich gut anfühlte, wenigstens nicht mehr allein in der Dunkelheit sitzen zu müssen, konnte sie nicht abstreiten. „Dann bin ich lieber bereit.“

„Noch gibt es die Hoffnung, dass keiner von uns ausziehen muss, um ein paar schwarze Kreaturen dorthin zu vertreiben, wo sie hergekommen sind.“ Aragorn nahm ihr ihre Waffe vorsichtig ab und legte sie zusammen mit der Schmuckschatulle und dem Klebstoff außer Reichweite, um Arwen richtig in den Arm nehmen zu können.

„Ja.“ Sie glitt mit den Fingerspitzen zärtlich durch seine graumelierten weichen Barthaare, zwang sich zu einem Lächeln, nach dem ihr nicht war, bis er es ebenso verzerrt erwiderte. „Hoffnung gibt es immer.“
Sie musste sich ein wenig räuspern, um auszusprechen, was sie ihm eigentlich erst morgen hatte sagen wollen, aber so schnell würde sie ihn anscheinend ohnehin nicht wieder ins Bett bekommen. „Langhour ist vor ein paar Minuten angekommen.“ Auch dieses Auftauchen im letzten Moment, mit dem sie gar nicht mehr gerettet hatten, zumindest ein kleines Symbol der Hoffnung, wenn auch ein bittersüßes.

Auch wenn es gut tat, zu wissen, dass Eldarion nun tatsächlich noch mehr erfahrene Unterstützung an seiner Seite haben würde, schmerzte es Arwen, wie geknickt ihre langjährige Zofe da draußen gerade im Hof gestanden war, ohne die Freude, die sie sonst ausstrahlte, wenn die Fanfare der Dúnedain von den Mauern Minas Tiriths erschallte. Nicht nur für Langhour bedeutete die morgige Aufgabe ein Opfer.

Von all seinen Leuten hatte er vermutlich am wenigsten Zeit für seine Familie. Seit die Krise mit den Truchsessaren beendet war, hielt sich Langhour fast ununterbrochen mit den anderen aus Aragorns Volk in Arnor auf, um den Leuten dort Gondors Beistand beim Wiederaufbau zu verdeutlichen. Obwohl die beiden Reiche auf dem Papier seit Aragorns Krönung wieder ein gemeinsames bildeten, bestand nicht nur räumlich immer noch große Distanz zu den Landen im Norden. Es war hauptsächlich den Bemühungen der Dúnedain zu verdanken, dass es in den letzten Jahren zumindest vorsichtige Annäherungen in Form von diplomatischen Besuchen gegeben hatte.
Die verfahrene Situation zu lösen, das würde jedoch noch viele Jahre dauern. Die Leute in Arnor vertrauten Langhour, weil er von der Säuberung eines unbestellten Felds angefangen bis hin zu Verhandlungen mit jedem noch so verbitterten Dorfvorsteher keine Aufgabe scheute. Er wurde in diesem geheimnisvollen Reich fern von hier gebraucht, so wenig ihm das manchmal passen mochte.

Da war die eine oder andere Träne nicht nur der Freude beim Wiedersehen geflossen, auch bei der Tochter der beiden, so adrett zurechtgemacht in ihrem nagelneuen Kleid, sicher extra für diesen Anlass im Haus des Schneiders genäht, wo sie gerade ihre Ausbildung angefangen hatte.
Ranír hatte darauf bestanden, auch wenn ihre Tochter viel lieber mit ihrem Vater da draußen gewesen wäre, um selbst das Leben der Dúnedain kennenzulernen. Erst sollte sie etwas an diesem Hofe erlernen, zu dem sie immer wieder zurückkommen können würde, das war die Bedingung gewesen, und der Erfüllung von dieser widmete sich die Kleine mit dem gleichen Eifer wie vorher dem Erlernen des Spurenlesens. So ähnlich waren sich Mutter und Tochter, dass es an manchen Tagen fast unheimlich war, mit den gleichen dunklen Locken und den unschuldigen Rehaugen, denen nicht nur die männlichen Arbeiter der Zitadelle verfallen war, wie Arwen wohl bewusst war.

Es war auch keine Überraschung gewesen, dass sie gerade nicht der einzige stille Beobachteter gewesen war. Die groß gewachsene Gestalt, die da mit einer Abendpfeife in der Hand im Schatten des Weißen Baums gestanden war, hätte sie auch in finsterer Nacht erkannt. Auch wenn dieser Jemand es bis jetzt nicht über sich gebracht hatte, mit ihr über seine Gefühle für das Mädchen zu sprechen.

Das war in Ordnung. Ranírs Tochter war ohnehin noch zu unreif für eine Beziehung. Und Eldarion sollte erst mal selbst seine noch so sprunghaften Empfindungen sortieren und vor allem, bevor er womöglich jemandem sein Herz schenkte, erst einmal begreifen, vielleicht sogar schon auf dieser Reise mit dem Vater seiner Angebeteten, was ein Leben in der Wildnis wirklich bedeutete. Wer konnte schon sagen, wie die Dinge sein würden, wenn er zurückkommen würde? Ob diese noch so frische Zuneigung von zwei noch völlig unerfahrenen Herzen überhaupt eine erste längere Trennung überstehen würde?

Möglich war alles. Das Mädchen zumindest kannte diesen Schmerz ja, war damit aufgewachsen. Auch diesmal war es wieder nur die nächste flüchtige Berührung mit dem Leben eines praktisch Fremden für ein paar Stunden.

Auch darum hatte Arwen ihren Gemahl eben nicht geweckt. Wenigstens diese kurze Zeit sollte diese kleine Familie von einer ihrer engsten Vertrauten ohne Störung genießen können.

Aragorn ahnte natürlich, was in ihr vorging und zürnte ihr nicht ob ihres Schweigens, nickte nur kurz an ihrer Schulter, sodass sie es fühlen konnte. „Ich spreche bei Sonnenaufgang mit ihm. Ranír hat versprochen, ihm schon mal Bescheid zu sagen. Er kann auch ablehnen, wenn sie lieber mehr Zeit für sich haben wollen. Ich bin durchaus in der Lage, Tage zu zählen, Arwen. Ich weiß, dass das letzte Mal fast ein Jahr her ist. Und ich werde niemals einen meiner Leute aufhalten, wenn er sich etwas anderes für sein Leben wünscht.“

Und kein einziger der Dúnedain würde dieses Angebot jemals annehmen oder auch nur darüber nachdenken, einer Bitte seines Königs nicht nachzukommen, das wusste Aragorn genau wie sie. Langhour hatte auf seinem Weg hierher zudem zweifellos auch das beunruhigende Flüstern auf den Straßen über eine mögliche neue Gefahr aus dem Osten gehört, und er würde sich genau wie sie anderen mit vollem Einsatz einer schnellen Klärung der Lage widmen wollen, bevor er über eine Pause auch nur nachdenken würde.

Daher sagte Arwen auch nichts weiter, sondern wandte endgültig vom Fenster ab, gerade als auch im Schlafgemach der Elben endlich das Licht gelöscht wurde, und schlang ihre Arme um Aragorns Hals.
„Komm. Wenn du schon wieder mal nicht auf mich hörst, sorge ich eben selbst dafür, dass du müde wirst.“

„Ich kann mir schlimmere Strafen vorstellen. Warte eben.“
Nach einem Kuss auf ihre nun aufgeregt lächelnden Lippen ließ Aragorn sie gerade lange genug los, um eine Schüssel mit warmem Wasser aus ihrem gemeinsamen Waschraum zu holen und sie sicher nicht ganz zufällig genau zwischen ihren leicht gespreizten Beinen abzustellen.

Arwen übergab sich wie so oft nur zu gern seiner ebenso leidenschaftlichen wie fürsorglichen Führung, ließ es stumm zu, dass er den Klebstoff von ihrer Hand wusch, dann die letzten Spuren von Lederfett und Erde von der Jagd aus ihrem Gesicht und ihren Haaren, schließlich den übertriebenen Veilchenduft des Parfums, das ihre Zofe ihr für die Feier aufgeschwatzt hatte, von ihrem Hals.
Ihr Kleid hatte schon den Weg auf den Boden gefunden, bevor er zurückgekommen war, sodass er nun ungehindert seine starken Hände unter ihren bloßen Po schieben, sie hochheben konnte. Sie ließ sich mit einem erregten Seufzen auf das Bett legen, verlor sich wie so oft sekundenlang in dem silbernen Glitzern des riesigen geschnitzten Sterns am Kopfende, bevor sich ihre Augen schlossen. Ihre Hand vergrub sich fest in Aragorns schulterlangen Locken, als sie ihren Körper einmal mehr der zärtlichen Eroberung seiner rauen Hände, seiner Lippen überließ, den Freuden seiner tanzenden Zunge an ihrem Leib, in ihr.
Mit all der Liebe für ihn und vor allem der ganzen Hoffnung darauf, dass die Dinge nicht so schlimm kommen würden, wie ihre von Blut und Gewalt erfüllten Träume sie ihr seit Wochen zeigten, sah sie tief in diese geliebten grauen Augen, als er in sie kam und sie mitnahm in diese gedankenlose Hitze, wertvolle, innige Minuten lang, bevor sie sich wohlig um ihn verkrampfte und die wohlbekannte Wärme seines Höhepunkt ihr Innerstes erfüllte.
Es war schön. Es war zuhause.
Aber Schlaf fand sie auch für den Rest dieser Nacht nicht.

Diesmal blieb Aragorn mit ihr wach.
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