Merry Christmas a.k.a. Chaos vorprogrammiert

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
Black Widow / Natasha Romanoff Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Hawkeye / Clint Barton Hulk / Bruce Banner Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
30.11.2019
09.12.2019
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Hey!
Also meiner Meinung nach, vergeht die Zeit viele zu schnell. Es ist nämlich einfach schon der dritte Dezember
Ich hab nicht viel zu dem Kapitel zu sagen, ausser das man ganz besonders auf die Uhrzeiten achten sollte. Sonst könnte es verwirrend werden.
Und jetzt viel Spaß.
LG :)




Der 3. Dezember

[9:47 Morgens]

~Bruce~

Bruce wachte durch das Geräusch der Schritte in seinem Schlafzimmer auf. Er öffnete die Augen und bemerkte, dass die andere Seite des Bettes leer war. Dafür lief Natasha im Raum auf und ab, offensichtlich in Gedanken versunken.
Bruce richtete sich langsam auf und rieb sich mit den Händen übers Gesicht.
„Nat, was ist los?“, fragte er mit einem leisen Gähnen.
„Ach nichts.“, sagte seine Freundin. „Ist für dich völlig unwichtig.“
„Naja, aber es beschäftigt dich und sorgt dafür, dass du aufstehst und mich alleine liegen lässt.
Und dann geht‘s mich sehr wohl was an. Also, was ist los?“
Natasha bleib stehen und drehte sich zu Bruce.
Ihre grünen Augen hatten einen besorgten Ausdruck und sie kaute nervös auf ihrer Unterlippe herum.
„Ich mach mir Sorgen um Clint.“, murmelte sie. „Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, Bruce, aber er verhält sich so seltsam in letzter Zeit.“
„Ja, hab ich auch bemerkt. Er ist so ruhig und schlecht gelaunt.“
„Mhhh. Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber bei ihm geht das jetzt schon seit Wochen so. Und ich hab keine Ahnung warum und deswegen fühl ich mich schlecht. Clint ist mein bester Freund, aber ich habe in letzter Zeit so wenig Zeit mit ihm verbracht, dass ich keinen Plan hab, was in seinem Leben so vor sich geht und was ein Grund für sein Benehmen sein könnte.“
„Und warum redest du nicht einfach mit ihm?“, fragte Bruce verwirrt.
Natasha lächelte leicht, setzte sich auf das Bett und zog ihn zu sich. „Es gab immer besseres zu tun.“, murmelte sie und drückte einen Kuss auf seine Wange.
Bruce drückte sie sanft von sich weg. „Also ich will jetzt nicht sagen, dass das hier nicht wichtig ist, aber wenn es Clint schlecht geht, solltest du dich erstmal um ihn kümmern.“
„Aber...“
„Keine Aber! Heute nach dem Frühstück redest du mit ihm. Und ich will keine Ausreden hören!“
Sie nickte langsam und ein freches Grinsen stahl sich auf ihre Lippen. „Ist ja gut. Aber das Frühstück kann doch bestimmt noch etwas warten, oder?“
Auch Bruce lächelte breit. „Ich denke das wäre kein Problem.“
Und schon lag Natasha neben ihm im Bett, ihre Lippen zu einem Kuss verschmolzen.


[10:13 Morgens]

~Clint~

Clint saß am Küchentisch, eine riesige Tasse Kaffee in der Hand.
Er hatte auch in dieser Nacht kaum geschlafen; die Alpträume hatten ihn wachgehalten, denn Bucky war wieder einmal nicht aufgetaucht.
In der ersten Nacht ohne ihn konnte er sich noch irgendwelche Ausreden zusammenreimen, warum der Soldat nicht erschienen war, aber jetzt fehlte auch Clint die Fantasie.
In den letzten paar Wochen hatte Bucky eigentlich jede Nacht bei ihm verbracht. Oder er bei Bucky.
Vielleicht hatte dieser ja darauf gewartet, dass Clint vorbeikam?
Aber nein, das konnte nicht sein, sie hatten mit der Zeit eine Reihenfolge entwickelt und es wäre definitiv Bucky dran gewesen, mit >zu Besuch kommen<.
Aber was wenn doch nicht?
Clint fluchte innerlich, weil er sich immer noch Hoffnungen machte. Bucky wollte ihn einfach nicht sehen. Punkt aus Ende.
Wie konnte denn ein Teil von ihm immer noch daran glauben, dass der Soldat mehr in ihm sah, als eine Affäre?
gesehen hatte, verbesserte Clints Gehirn automatisch. Denn diese Affäre war ja offensichtlich vorbei.
Er nahm einen großen Schluck von seinem Kaffee, als Bucky die Küche betrat.
Clint konnte ihn nicht sehen, da er zu beschäftigt damit war, die Tischplatte anzustarren, aber er hörte an der Art, wie die Person ging, dass es Bucky war.
„Morgen.“, brummte dieser, was Clint mit einem Nicken quittierte.
Er spürte den Blick des Soldaten in seinem Nacken und merkte wie er sich anspannte.
Das war jetzt das erste Mal seit vorgestern Morgen, dass die alleine in einem Raum waren.
Und Clint konnte sich angenehmeres vorstellen.
Normalerweise genoss er Buckys Gesellschaft, aber in diesem Moment wünschte er sich einfach nur weg von hier.
Denn er wusste nicht, was gerade im Kopf des anderen vorging. Dachte er darüber nach, einfach wieder zu verschwinden und das zwischen ihnen unausgesprochen zu lassen? Oder wollte er mit Clint reden und das ganze ein für alle mal beenden?
Oder wollte er ihm sagen, dass da mehr zwischen ihnen war?
Schon wieder so ein hoffnungsvoller Gedanke, für den Clint sich am liebsten selbst geohrfeigt hätte. Konnte sein Gehirn nicht einmal realistisch bleiben und seine Gefühle für Bucky ignorieren?
Gefühle für Bucky, der sich gerade mit einem Toast in der einen und einem Kakao (er verabscheute Kaffee) in der anderen Hand zwei Plätze neben Clint niedergelassen hatte.
Sofort begann das Herz des Bogenschützen schneller zu schlagen.
Warum zur Hölle konnte das nicht aufhören?
„Alles gut?“, kam es von Bucky. „Du siehst gestresst aus.“
Ach was, Barnes, könnte vielleicht daran liegen, dass du zum ersten Mal seit zwei Tagen wieder mit mir sprichst! Und ich keine Ahnung habe, was ich getan hab, dass diese zwei Tage überhaupt passiert sind! Und vielleicht weil ich mehr für dich empfinde und du hier sitzt, als wär nichts gewesen und in mir wahrscheinlich nichts weiter siehst, als einen langweiligen Mann, mit dem du schlafen konntest, was dir aber jetzt zu langweilig wurde!
Aber das alles konnte Clint nicht aussprechen. Er wollte diese ganzen Worte loswerden, aber sie wollten nicht über seine Lippen kommen. Also sagte er nur: „Ich bin einfach müde.“
Damit stand er auf, seinen Kaffe noch in der Hand und lief aus der Küche. Er konnte die Anspannung im Raum einfach nicht mehr ertragen.
Er spürte, wie Bucky jede seiner Bewegungen verfolgte, doch der Soldat blieb still und bewegte sich keinen Zentimeter.
Clint ging schnell den Flur entlang, er musste unbedingt an die frische Luft.
Weil er den Blick gesengt hatte, bemerkte er die zwei Personen nicht, die ihm entgegen kamen und so lief er direkt in Bruce und Natasha, wobei er seinen gesamten Kaffee über sich und die beiden  schüttete.


[10:13 Morgens]

~Bucky~

Bucky stand mitten im Flur und versuchte sich endlich dazu zu bringen in die Küche zu gehen.
Er hatte gesehen, wer dort am Tisch saß und jetzt kostete es ihn ziemlich viel Überwindung einzutreten.
Denn eigentlich wollte Bucky Abstand von Clint halten. Also, er wollte es nicht, aber er musste
Denn sonst würde er diese Gefühle niemals loswerden. Diese Gefühle für Clint, die nicht erwidert wurden.
Aber er konnte nicht mit dem Bogenschützen unter einem Dach leben und ihm ständig aus dem Weg gehen. Also musste er wohl oder übel die Küche betreten, sonst würde das ganze zwischen ihnen nur noch seltsamer werden.
Er versuchte sich zusammenzureißen. Wenn er sich einfach normal verhielt, konnte nichts schiefgehen.
Bucky holte tief Luft und schlurfte in die Küche. Er hoffte inständig, dass sein Gesicht nicht verriet, wie angespannt er war.
Doch Clint würde es ohnehin nicht bemerken, denn er sah nicht auf, sondern starrte stur auf die Tischplatte.
„Morgen.“, brummte Bucky so lässig wie möglich.
Der andere Mann nickte nur, und hielt den Blick weiter gesengt.
Der Soldat seufzte so leise, dass Clint es (hoffentlich) nicht hören konnte.
Langsam, den Bogenschützen immer Blick, holte er den Toaster aus dem Schrank und kochte sich einen Kakao. Bucky hasste Kaffee. Abartig dieses Zeug.
Ein paar Augenblicke später schritt er mit seinem Frühstück in der Hand zum Tisch und zögerte.
Am liebsten würde er sich neben Clint setzten und das alles ein für alle Mal klären.
Über seine Gefühle reden, auch wenn ihm das schwerfallen würde, sich das Herz brechen lassen. Dann wäre alles ausgesprochen.
Aber ein Teil von Bucky wollte das nicht. Wollte nicht, dass sie das ganze beendeten, weil er, der Winter Soldier, Gefühle für Hawkeye hegte, die nicht erwidert wurden. Denn dieser dumme Teil von ihm hoffte immer noch, dass Clint genauso fühlte.
Dieser Teil hatte Unrecht, das wusste Bucky, aber die Bestätigung durch Clint brauchte er an diesem Morgen nicht. Vielleicht brauchte er sie auch niemals. Vielleicht könnte er immer in der Hoffnung leben, dass nicht nur er mehr in dieser Affäre gesehen hatte.
Also setzte er sich stumm ein paar Plätze weiter und beobachtete weiter Clint, dessen Blick jetzt zu Bucky huschte.
Der Soldat sah, wie der andere Mann sich anspannte und mit dem Kiefer mahlte.
„Alles gut? Du siehst gestresst aus.“ Bucky hörte diese Worte schon aus seinem Mund kommen, bevor er darüber nachgedacht hatte.
Warum hatte er das gesagt? Seit zwei Tagen hatten er und Clint nicht mehr miteinander gesprochen und jetzt fragte er wie es ihm ging, als wäre nichts gewesen? Zumal das zweitägige Schweigen zum Großteil Buckys Schuld gewesen war.
Clint schien diese Frage ebenfalls zu irritieren, denn er runzelte die Stirn und sagte dann nur:
„Ich bin einfach müde.“ Und ohne ein weiteres Wort stand er auf und verließ den Raum.
Bucky stützte die Ellenbogen auf den Tisch und legte sein Gesicht hinein.
Wie sollte das ganze nur weitergehen?
Wie sollte er es schaffen, auf Abstand zu gehen und seine Gefühle zu ignorieren, wenn um ihn herum das Fest der Liebe gefeiert werden würde?
Allein die letzten zwei Nächte hatte es Bucky unglaublich viel Überwindung gekostet, in seinem Zimmer zu bleiben und nicht zu Clint zu gehen.
Dementsprechend hatte er auch extrem wenig geschlafen und wenn er sich Clint so angesehen hatte, wusste er, dass es ihm genauso ging.
Aber ob das mit Buckys Fehlen oder mit etwas komplett anderen zu tun hatte, wusste er nicht.
Ersteres war ziemlich unwahrscheinlich und dennoch hoffte Bucky, dass es stimmte. Das musste dringend aufhören.
„Hey Bucky!“, hörte er auf einmal eine Stimme.
Es war Bruce der gerade in den Raum kam. Auf seinem T-Shirt war ein großer, noch frisch aussehender Kaffeefleck zu erkennen.
Der Wissenschaftler schenkte ihm ein freundliches Lächeln, bevor er zur Kaffeemaschine ging.  Bucky hatte noch nicht wirklich viel mit Bruce zu tun gehabt, aber er war immer nett und höflich gewesen.
Von ihm hatte er noch keinen einzigen blöden Kommentar zu was-auch-immer zu hören bekommen.
Allgemein wirkte Bruce wie der gelassenste und vernünftigste von allen, was schon etwas heißen musste, schließlich war er der Hulk.
Bucky merkte, wie er ruhiger wurde und er bemühte sich halbwegs freundlich auszusehen.
„Wo hast du deine bessere Hälfte gelassen?“, fragte er so lässig wie möglich. Normalerweise kamen Bruce und Natasha immer zu zweit in die Küche, einfach weil sie zur gleichen Zeit aufstanden.
Der Wissenschaftler seufzte und schaltete den Wasserkocher an. „Sie hat Clint entführt. Er ist so seltsam in letzter Zeit und sie will mit ihm reden.“
„Mh mh“, machte Bucky. Natasha war etwas in Clints Verhalten aufgefallen. Aber was? Hatte es etwas mit ihm zu tun? Verhielt sich Clint seltsam, weil auch er wegen ihrer Affäre verwirrt war?
Bucky schob diesen Gedanken schnell zu Seite. Keine Hoffnungen mehr machen, hatte er sich das nicht vorgenommen?
„Und was ist mit dir?“, durchbrach Bruce‘ Stimme seine Gedanken.
„Was soll mit mir sein?“
„Du bist auch nicht wie sonst.“
„Das ist dir aufgefallen?“
Bruce zuckte die Achseln, während er sich kochend heißes Wasser in eine Tasse eingoss.
„Ich hab ein Auge für so was. Und mit dir stimmt in letzter Zeit genauso wenig wie mit Clint.“
Bucky blickte auf den Tisch hinunter und umklammerte seine Tasse so heftig, dass er fürchtete, sie könnte zerbrechen.
Er hoffte jetzt nur noch, dass Banner nicht sagen würde, dass die beiden Dinge zusammenhingen.
„Und ich denke, es ist kein Zufall, dass gerade ihr zwei Probleme habt.“
Na toll.
„Ich möchte nicht darüber reden.“, brummte Bucky.
„Und ich hab mit keinem Wort gesagt, dass du das musst.“
Der Soldat hob den Kopf und lächelte Bruce dankbar zu. Dieser setzte sich jetzt mit einem Tee in der Hand an den Tisch und schlug eine Zeitung auf.
Bucky schüttelte ein wenig belustigt den Kopf.
Er könnte die Nachrichten auch auf einem von Tonys StarkPads lesen,  mit 3D Bildern und Videos oder die News einfach von Jarvis berichten lassen.
Und trotzdem zog Bruce den verwirrenden Papierhaufen vor. Und da meinte man, Clint und Bucky seien seltsam.
Nach ein paar Minuten stürmte eine wütende Natasha hinein und ging ohne Zögern auf die Kaffeemaschine zu, die durch Bruce schon eine Tasse zubereitet hatte.
Die Spionin trank einen großen Schluck, bevor sich sich auf den Stuhl neben Bruce fallen lies.
„Und, wie ist es gelaufen?“, erkundigte dieser sich, ohne von seiner Zeitung aufzublicken.
„Sagen wir’s so, ich hätte das ganze nicht ohne Koffein angehen sollen. Dann hätte ich vielleicht länger durchgehalten.“, brummte sie.
Bruce sah jetzt doch zu ihr und runzelte die Stirn. „Hast du irgendwas sinnvolles rausgefunden?“
„Außer das Clint ein Idiot ist, Nein.“


[10:13 Morgens]

~Natasha~

Natasha und Bruce stiegen aus dem Fahrstuhl und liefen den geschmückten Flur entlang.
Er erzählte gerade von einem neuen Projekt, an dem er mit Tony arbeitete, als Clint gegen die beiden prallte.
Natasha schrie auf, als der heiße Kaffee aus Clints Tasse über ihren Oberkörper lief.
Auch Bruce neben ihr zischte schmerzerfüllt, während der Bogenschütze sich hastig entschuldigte. Anscheinend störte ihn der Kaffee auf seinem Körper nicht. Er wollte sich gerade an ihnen vorbeischlängeln, als Nat einen Ellenbogen von Bruce in die Seite bekam, der sie erwartungsvoll ansah.
Blitzschnell griff sie nach Clints Arm und schaffte es tatsächlich ihn aufzuhalten. „Lass mich los, Romanoff!“, fauchte er.
Natasha hörte, wie Bruce sich entfernte und dann stand sie alleine mit ihrem besten Freund auf dem Flur.
„Lass. Mich. Los.“, stieß er ein weiteres Mal hervor.
„Ich denk gar nicht dran.“, gab sie zurück.
Clint zog ein paar Mal ruckartig an seinem Arm, aber Natashas Finger hatten sich so fest darum geschlossen, dass er es irgendwann aufgab.
„Was willst du.“, seufzte er.
„Was ich will?!“, ihre Stimme überschlug sich fast.
„Ich bin deine verdammt nochmal beste Freundin! Was ist so verkehrt daran, wenn ich mit dir reden will?“
„Naja, die letzten Monate war das ja auch nicht unbedingt nötig.“
Natasha lies seinen Arm los und wandte den Blick ab. „Es tut mir leid.“, murmelte sie nun viel ruhiger. „Ich bereue das so sehr. Ich wollte immer mit dir reden, wirklich, aber....“
„Ach hör doch auf zu lügen!“, fauchte Clint. „Seit Banner es in dein Herz geschafft hat, bin ich dir doch komplett egal!“
Nat riss die Augen und trat einen Schritt zurück.
„Denkst du das wirklich, Clint?“ Ihre Stimme wackelte und sie bekam nicht mehr als ein Flüstern heraus. „Denkst du wirklich, du bedeutest mir nichts mehr? Wenn du mit egal wärst, warum liege ich dann nachts wach, kann nicht schlafen vor Sorge? Warum habe ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich Zeit mit Bruce verbringe, während es dir offensichtlich nicht gut geht?“
„Jetzt komm mir nicht mit der Ich-mach-mir-große-Sorgen-um-dich-Nummer! Wenn du so besorgt bist, warum stehst du erst jetzt vor mir? Denn falls es dir noch nicht aufgefallen ist, ich bin schon seit Wochen nicht wirklich glücklich. Aber das hast du natürlich nicht bemerkt, weil du damit beschäftigt warst, happy zu sein! Tolle beste Freundin.“
Natasha spürte, wie Tränen in ihr hochstiegen. Normalerweise weinte sie nicht, aber diese Worte aus Clint‘s Mund zu hören.....
Wortlos drehte sie sich um und lief weiter zur Küche. Sie konnte noch hören, wie er ihren Namen rief, aber er machte keine Anstalten ihr zu folgen.
Warum sagte er ihr das jetzt? Sonst erzählte er ihr alles, auch wenn ihn etwas an ihr störte. Aber nie zuvor war Clint so ausgerastet und so verletzend geworden. Dabei wollte sie ihm doch einfach nur helfen. So wie Freunde das eben taten.
Aber waren sie das überhaupt noch? Freunde?
Natasha wusste es nicht.
Kurz bevor sie in die Küche trat, holte sie noch einmal tief Luft und setzte statt ihrem verletzten, traurigen Gesichtsausdruck einen wütenden auf.
Das würde ihr einfacher fallen, als glücklich zu wirken, und trotzdem nicht zeigen, wie kaputt sie war.
Vielleicht würde sie mit Bruce später über das Gespräch reden, aber erst wenn sie alleine waren. Und um diese Uhrzeit war man in der Küche selten alleine.


[18:50 Abends]

~Clint~

Clint senkte seinen Bogen, nachdem er einen letzten Pfeil direkt in den Kopf der künstlichen Zielperson geschossen hatte und ließ sich erschöpft auf dem Boden nieder.
Seit zwei Stunden hielt er sich schon im Schiessraum auf, zwei Stunden in denen er pausenlos Pfeile abgeschossen hatte.
Davor war er schon etliche Kilometer gelaufen, erst durch die Stadt und dann auf dem Laufband.
Er hatte Hanteln gestemmt und war sogar im Pool des Avengers-Towers schwimmen gewesen, doch es hatte alles nichts gebracht.
Der Streit mit Natasha wollte einfach nicht aus Clints Kopf verschwinden.
Warum zur Hölle war er so ausgerastet? Nichts von dem, was er da gesagt hatte, hatte er so gemeint! Nichts davon war auch nur ansatzweise die Wahrheit! Er freute sich doch für Nat und er verstand nur zu gut, warum sie nicht die Zeit fand mit ihm zu reden.
Und trotzdem hatte sich in diesem Moment am Morgen sein Verstand ausgeschaltet, und Clint hatte einfach drauflosgebrüllt.
Selten hatte er etwas so bereut, wie das.
Natasha hatte es nicht verdient, das zu hören.
Sie wollte ihm doch nur helfen.
Wütend stand Clint wieder auf, legte einen Pfeil ein und schoss. Er traf eine der Personen ins Herz.
Er lief durch den Raum, schoss immer wieder auf die Menschen, Tiere und Objekte die dort zum Üben verteilt waren.
Doch das Bild von Nat‘s mit Tränen gefüllten Augen wollte einfach nicht aus seinem Kopf verschwinden. Clint hatte sie erst ein oder zweimal weinen sehen und keinmal war dafür verantwortlich gewesen.
Jetzt war er es, und das fühlte sich schrecklich an. Es war schwer Natasha zu verletzten, aber er hatte es getan. Seine beste Freundin.
Er war so ein Idiot.
Nach ein paar Minuten gab er es auf, legte Pfeile und Bogen in dafür vorgesehene Halterungen und machte sich auf, um zu duschen.
Wow Barton, dass war die längste Zeit seit langem, in der du nicht an Barnes gedacht hast.
Dieser Gedanke huschte durch seinen Kopf und Clint wünschte sich sofort, er hätte es nicht getan.
Denn jetzt tanzten Bilder von Nat UND und von Bucky vor seinem geistigen Auge umher.
Bucky, der Mann, der heute Morgen nur versucht hatte, zwischen ihnen wieder Normalität herzustellen und den Clint einfach sitzen gelassen hatte.
Wie viele Menschen, die ihm wichtig waren, würde er noch verletzen?

Später am Abend saß Clint, genauso wie die restlichen Avengers, auf dem riesigen Sofa im Wohnzimmer und ließ den täglichen Weihnachtsfilm über sich ergehen.
Schon heute, am dritten Tag von Tonys Weihnachts-Katastrophe, hatten scheinbar alle beschlossen, sich damit abzufinden.
Selbst Sam und Rhodey sahen relativ gelassen zum Fernseher.
Doch Clint bekam nichts von dem Film mit; es lief irgendsoein Animationsfilm von Tim Burton.
Er war zu beschäftigt damit, abwechselnd Natasha und Bucky zu beobachten.
Erstere hatte ihn den ganzen Abend über keines Blickes gewürdigt und sich demonstrativ an Bruce gekuschelt.
Sie wirkte wütend und schmollte, doch Clint wusste, dass das nur eine Fassade war. Er kannte sie einfach zu gut. Er sah es quasi vor sich, wie Natasha sich jedes Mal zusammenriss, bevor sie sich den anderen zeigte, nur um wütend zu wirken, statt ihre Verletzlichkeit zu zeigen.
Das hatte sie schon immer gemacht, wenn sie traurig war.
Clint war sich sicher, dass ausschließlich Bruce wusste, wie es ihr ging.
Wahrscheinlich hatte sie ihm jedes kleinste Detail ihres Gespräches erzählt, und er konnte ihr das nicht übelnehmen. Besser, als wenn Nat das alles in sich hineinfrass.
Eigentlich hatte er sich vorgenommen, sich bei ihr zu entschuldigen, aber ihm war nur allzu gut bewusst, dass sie kein Gespräch zu Stande kommen lassen würde.

Dann war da noch Bucky.
Auch er sah stur zum Fernseher, schien aber nicht zu 100% konzentriert zu sein.
Clint hatte zwischendurch immer Mal wieder das Gefühl, als würde auch der Soldat ihn beobachten, aber sobald er wieder zu ihm blickte, war Buckys Blick zum Fernseher gerichtet.
Der Bogenschütze seufzte irgendwann leise und versuchte sich ebenfalls auf den Film zu fokussieren.
Was sich als ziemlich schwierig herausstellte, denn in diesem Moment, fiel ihm ein, was morgen passieren würde.
Morgen würde Thor ankommen und mit ihm Loki.
Yeah.



AN:
Falls das nicht ganz klar geworden ist: Unsere Avengers gucken hier >Nightmare before Christmas.<
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