Christmas Carol - Adventskalender 2019

von SiFa
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
30.11.2019
09.12.2019
10
26285
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
~ 02. Dezember ~
Alisia hatte wunderbar geschlafen. Als sie blinzelnd die Augen öffnete, ging draußen schon die Sonne auf. Sie sah auf die schneebedeckten Berge, hinter denen sich der Himmel von Tiefrot über Orange zu einem hellen Blau färbte und lächelte. Ihr erster Tag im Weihnachtshaus.
Vor ihrem Fenster landete ein Rabe auf der Balkonbrüstung und putzte sich das Gefieder. Dann schien er sie direkt anzusehen. Er legte den Kopf schief und krächzte, fast als wöllte er fragen: Wer bist du denn? Und warum bist du denn noch im Bett?
Sie schlug die Decke zurück und schwang die Beine von der Matratze. Wenn sie hier schon schlafen durfte - in einem Zimmer, das sie in keinem Hotel hätte besser finden können - dann wollte sie wenigstens fleißig sein. Schwungvoll öffnete sie die Türen des Kleiderschrankes mit den Notfallsachen. Alisia fand es immer noch amüsant, dass Marlee eine komplette Ausstattung an Kleidung als Notfallsachen bezeichnete. Von verschiedensten Oberteilen über Jacken und Schals bis hin zu Kleidern gab es alles. Sie entschied sich für einen hellgrauen Kuschelpullover mit weißem Schneeflockenmuster und eine Jeans, die ihr überraschenderweise perfekt passte. Dann lief sie gut gelaunt die Treppe hinunter.
Die Küche war ein großer, lichtdurchfluteter Raum. Gegenüber von einer holzvertäfelten Küchenzeile auf der linken Seite, gab es eine weitere, ungefähr anderthalb Meter lange, freistehende Arbeitsplatte, an die man von beiden Seiten herantreten konnte. Wahrscheinlich hatte man das so eingerichtet, um auch in großen Gruppen backen und kochen zu können. Außerdem gab es noch einen langen Esstisch an dem zehn Stühle standen. Ein tannengrüner Tischläufer war über seine ganze Länge ausgebreitet und darauf hatten ein Adventskranz, mehrere bunt bemalte Teelichtgläser und zwei Schalen mit Süßigkeiten ihren Platz gefunden. An der Wand auf der rechten Seite hingen gleich vier Adventskalender der verschiedensten Sorten - Marzipan, Marmelade, Gummibärchen und Tee - und von jedem waren die ersten beiden Türchen schon geöffnet. Unweigerlich fragte Alisia sich, welchem Bewohner des Hauses sie jeweils gehörten.
Marlee war gerade summend und singend am Backen, als Alisia zu ihr stieß.
„Guten Morgen, Alisia!", rief sie ihr entgegen. „Gut geschlafen?"
„Viel zu gut, ich hab den halben Tag verschlafen!"
Marlee lachte.
„Kann ich dir helfen?", fragte Alisia und sah sie hoffnungsvoll an.
„Klar kannst du helfen, ist ja genug zu tun", antwortete Marlee mit einem freundlichen Lächeln und griff zu ihren mit kunterbunter Wolle gehäkelten Topflappen. „Das heißt, wenn du mit Weihnachtsmusik in Dauerschleife klarkommst?"
„Natürlich!", erwiderte Alisia, doch dann wurde ihr bewusst, woher die Musik kam und ihre Augen wurden groß. „Ihr habt noch einen Plattenspieler!? Meine Güte, ich habe ewig keinen mehr gesehen! Als ich klein war, habe ich da noch Märchen mit gehört. Musik dann allerdings schon auf Kassette und CD - ganz so alt bin ich dann doch noch nicht."
Marlee grinste verschwörerisch, während sie zwei Bleche mit Plätzchen aus dem Ofen holte und die nächsten beiden hineinschob.
„Es gibt in diesem Haus auch einen CD Player - aber sag das nicht so laut, sonst ist der Plattenspieler beleidigt."
Alisia lachte.
„Meine Lippen sind mit Schokoguss überzogen", antwortete sie und schloss ihren Mund mit einem unsichtbaren Reißverschluss.
„Na dann ist ja gut", sagte Marlee und fuhr flüsternd fort. „Ich werde dich trotzdem im Anschluss schriftlich zur Verschwiegenheit verpflichten."
Sie lachten beide ausgelassen und spätestens jetzt war Alisia sich sicher, dass sie mit Marlee auf einer Wellenlänge war. Allerdings war das auch nicht schwer, wenn die kaum 5 Jahre Ältere so offen auf sie zukam. Ganz im Gegensatz zu Irinja...
Marlee reichte Alisia eine weiße Schürze mit schmalem Spitzensaum. Auch sie selbst trug so eine über ihrer dunkelblauen Bluse und den Jeans, was wohl albern hätte aussehen müssen. Ihr stand es aber, als wäre sie dafür geboren - und ganz nebenbei zeugten die Schokoladen- und Zuckergussflecken zusammen mit ein paar Mehl- und Teigresten von der Nützlichkeit dieses Kleidungsstückes.
„Lebt ihr eigentlich das ganze Jahr hier oder nur zu Weihnachten?", fragte Alisia, während sie sich ihre Schürze umband. Ihre Kleidung war schließlich geliehen - ein Grund mehr, sie vor Backunfällen zu schützen.
„Oh, manchmal habe ich das Gefühl, es ist das ganze Jahr Weihnachten", antwortete Marlee und wedelte mit den Topflappen kurz über den frisch gebackenen Naschereien. „So, die erste Fuhre Plätzchen sollte verzierbereit sein!"
Alisia wandte sich zu der Arbeitsplatte auf der anderen Seite der Küchenzeile, wo Marlee die gebackenen Plätzchen und alles Mögliche an Zierde ausgebreitet hatte. Mit ruhiger Hand und einer unglaublichen Detailfreude begann sie die Plätzchen zu verzieren. Marlee hatte Zuckerguss in den verschiedensten Farben angerührt und außerdem Streusel, Mandelsplitter und allerlei Werkzeug bereitgestellt. Alisia hatte ebenso viel Freude daran, verschiedenste Kombinationen auszuprobieren wie Marlee. Seite an Seite arbeiteten die beiden Frauen daran, wahre Kunstwerke zu erschaffen. Sie hatten schon Blech fünf und sechs im Ofen, als sie unterbrochen wurden.
„Hier riecht's aber gut!", rief Marek, der soeben die Küche betreten hatte. „Hast du noch was von der heißen Schokolade übrig? Ich komm grad nicht weiter mit den-"
Er verstummte als er Alisia neben Marlee entdeckte.
Marlee lächelte in sich hinein, während sie weiter seelenruhig mit dem Spritzbeutel kleine Tupfer auf den Weihnachtsbaum-Plätzchen verteilte, die aussahen wie filigrane, weiße Christbaumkugeln.
„Kannst dir gerne noch welche nehmen", antwortete sie. „Ich habe sie in die Thermoskanne gefüllt."
„Hmmm", machte Alisia, die gerade etwas Schokoladenglasur von ihren Fingern naschte. Marek stand wie angewurzelt da und beobachtete die junge Frau fasziniert, die regelrecht zu funkeln schien. Ihm war nicht klar gewesen, dass sich ihre Gabe schon so früh, so deutlich zeigen würde.
„Willst du mal probieren?", fragte sie und kam freudestrahlend mit einem ihrer Werke - einer Schneeflocke mit hellblauem Zuckerguss, weißen Schokosplittern und etwas Puderzucker an den Spitzen - auf ihn zu.
Lächelnd hielte sie es ihm hin und er konnte gar nicht anders, als zu probieren.
„Lecker!", antwortete er, dann wurden seine Augen groß. „Ich hab's!"
Und mit einem „Marlee, vergiss die Schokolade, ich muss das aufschreiben!" war er, gefolgt vom Lachen der beiden Frauen, aus der Küche verschwunden.
„So stelle ich mir eine Beziehung vor", gluckste Marlee. „Er hat ein Problem und muss nur mal kurz ein bisschen naschen, um es zu lösen."
„Nur leider ist er schon vergeben", antwortete Alisia achselzuckend, weswegen Marlee sie überrascht ansah. „Na, ist er nicht mit Irinja zusammen?"
Marlee fielen fast die Augen aus dem Kopf.
„Nein!", antwortete sie. „Oh mein Gott, nein! Wie kommst du denn darauf?"
„Ähm... keine Ahnung, so ein Gefühl?", entgegnete Alisia und lief ziemlich rot an.
Marlee grinste herausfordernd.
„Hast du denn einen Freund?"
„Nein", antwortete Alisia schulterzuckend und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. „Und du?"
Marlee seufzte und schüttelte den Kopf.
„Hat sich noch nicht der Richtige hier raus verirrt..."

Alisia öffnete langsam die Tür der Werkstatt, während sie versuchte, ein Tablett mit einer Tasse heißer Schokolade und einem Teller voller Plätzchen auf einer Hand auszubalancieren.
„Hey", grüßte sie, als Marek sie bemerkte. Er war gerade dabei, in einem der Puppenhäuser winzige Lampen zu montieren.
„Hey", antwortete er und lächelte, als ihm das Tablett auffiel. „Das hättest du doch nicht machen müssen. Ich wäre bestimmt nochmal in die Küche gekommen."
„Marlee hatte noch mit sauber machen zu tun und ich dachte, du freust dich", antwortete Alisia. „Immerhin habt ihr mich hier einfach so aufgenommen und du hast vorhin die Schokolade verpasst, nachdem du mein Plätzchen gegessen hast."
„Ich hatte eine Idee. Wenn ich die nicht gleich aufgeschrieben hätte, wäre die weggewesen und auch nicht wiedergekommen."
Sie lächelte ihn schüchtern an, während Marek sich die Tasse heiße Schokolade vom Tablett nahm.
„Was machst du eigentlich in dieser Gegend?", fragte er.
„Oh, meine beste Freundin Sophie ist vor ein paar Monaten nach Österreich gezogen. Sie heiratet nächstes Jahr. Und irgendwie haben wir uns ausgemacht, dass ich kurz vor Weihnachten mal vorbeikomme. Eine unglaubliche Schnapsidee eigentlich, aber wie sagt man so schön? Die besten Erinnerungen entstammen den blödesten Ideen."
„Und jetzt hängst du hier fest", antwortete Marek mit einem seltsam ernsten Gesichtsausdruck, den Alisia nicht ganz deuten konnte.
„Ach, so schlimm find ich's hier nicht. Ist schön mal von Leuten umgeben zu sein, die denselben Weihnachtstick haben wie mein Vater und ich. Wir halten es manchmal nicht mal bis November aus, bevor die ersten Weihnachtsfilme laufen", entgegnete sie und lächelte wehmütig. „Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, das hier aufzubauen?"
„Ich habe das Haus vor fünf Jahren von Irinjas Vater übernommen - mit der Idee kann ich mich also nicht brüsten", antwortete Marek, der nun verdammt aufpassen musste, was er sagte. Er wollte sie nicht anlügen, aber ganz die Wahrheit sagen, konnte er auch nicht. „Er hat einen Nachfolger gebraucht und ich wollte hier nicht mehr weg."
„Und was hast du vorher gemacht?"
„Was machst du denn?", gab Marek die Frage zurück.
„Ich mach eine Ausbildung im Einzelhandel", antwortete sie.
„Warum?", hakte er nach. Ihre Haltung war ein klein wenig stolzer als zuvor und er wollte wissen wieso. Er wollte sie kennenlernen. Diese Frau, die seine Gefährtin war.
„Marek, ich habe etwas gefunden wegen der... Oh... Hey", platzte Irinja in die Werkstatt, ein relativ alt aussehendes Buch mit abgegriffenem Ledereinband in der Hand. Ihr Ton war von konzentriert zu abweisend abgeflaut, aber schon ihr Gesichtsausdruck hätte Alisia gereicht, um zu wissen, dass die Rothaarige etwas gegen sie hatte. Was auch immer es war, Alisia hatte keine Lust darauf, mit Blicken getötet zu werden.
„Das klingt wichtig", murmelte sie. „Ich will euch mal nicht weiter bei der Arbeit stören."
Und noch bevor Marek die Chance hatte, zu widersprechen, floh sie an Irinja vorbei vor deren feindseligen Augen.
„Was soll das denn werden?", knurrte Marek, als Alisia die Tür hinter sich geschlossen hatte. „Erst machst du mir Feuer unterm Hintern, dass ich endlich mit ihr reden soll und jetzt ekelst du sie raus?"
Irinja kniff die Lippen zusammen und antwortete nicht. Stattdessen legte sie das Buch vielleicht einen Tick zu aggressiv auf den Tisch und sagte: „Hier. Der Gefährtenbund für Anfänger wie dich. Müsste verständlich genug geschrieben sein, auch wenn leider keine Bilder drin sind. Ich geh jetzt und kümmre mich wieder um meine eigentlichen Aufgaben."
Marek beobachtete mit zusammengezogenen Brauen, wie auch Irinja seine Werkstatt verließ.
Er seufzte.
„Verstehe einer die Frauen...", murmelte er und legte das Buch beiseite, damit es nicht beschädigt oder verschmutzt wurde. Dann nahm er sich ein Plätzchen in Form eines Schneemanns mit einem lilanen Schal und einem schwarzen Zylinder und begab sich wieder an die Arbeit.

Es war schon später Abend - sehr später Abend, um genau zu sein - als Marek sich schließlich mit einem zufriedenen Nicken von dem fertigen Puppenhaus abwandte und in seinem Schaukelstuhl Platz nahm. Soweit er wusste, hatte der vorletzte Weihnachtsmann die Idee gehabt, diesen einfachen Holzstuhl mit Bögen unter den Füßen in der kleinen Nische auf der linken Seite der Werkstatt zu platzieren. Und Marek dankte ihm jedes Mal im Stillen, wenn er sich nach einem langen Tag darin ausruhen und sein neustes Werk bestaunen konnte. Nicht selten kamen ihm dabei Ideen, wie er die Spielzeuge noch besser machen konnte. Auch wenn er dabei lieber nicht auf die Uhr sah - es war inzwischen weit nach Mitternacht - nahm er sich jedes Mal die Zeit für sein kleines Abschlussritual.
Er griff unter den Schaukelstuhl und holte eine der Flaschen mit rotem Punsch hervor, die dort in einer Kiste lagerten. Es lag wohl an der Magie dieses Ortes, dass der Punsch ohne jedes Zutun niemals abkühlte, sondern immer wohltemperiert war - aber Marek hatte schon vor Jahren aufgehört, die Dinge zu hinterfragen und genoss einfach die Vorzüge, die das Weihnachtshaus mit sich brachte. Mit einem lauten Plopp öffnete er den Schnappverschluss, nahm einen großen Schluck und lächelte. Dieses Rezept war wohl so alt wie der Weihnachtsmann selbst. Nicht zu süß, nicht zu sauer und genau die richtige Waage zwischen fruchtigen Orangen - und Apfelnoten und dem würzigen Geschmack von Zimt und Nelken.
Sein Blick glitt nicht ganz ohne Stolz über das Puppenhaus. Über die winzigen Dachziegel und den Schornstein, der ganz leicht rauchte, wenn man den mit LED beleuchteten Kamin anschaltete, die frisch tapezierten Wände, hinter denen die ganze Elektrik des Hauses nicht mehr zu sehen war und die Puppen-Dusche, die er so konzipiert hatte, dass tatsächlich Wasser aus dem Duschkopf kam, wenn man eine kleine Pumpe auf der Rückseite des Hauses betätigte - Auslaufschutz inklusive.
Und all diese Ideen hatte ich nur wegen Alisia, dachte er und seine Stimmung flaute ein wenig ab. Tatsächlich hatte er immer, wenn er ins Stocken gekommen war, von den Plätzchen genascht, die sie ihm mitgebracht hatte. Und jedes Mal waren ihm die Geistesblitze danach nur so zugeflogen.
Sein Blick wanderte zu dem Buch, das Irinja mitgebracht hatte. Er war so vertieft in seine Arbeit gewesen, dass er es ganz vergessen hatte. Er nahm einen weiteren Schluck Punsch und stand auf, um das Buch auf der großen Werkbank aufzuschlagen. Doch die Seiten waren so verstaubt, dass Marek kein einziges Wort entziffern konnte.
Komisch, Irinja meinte doch vorhin, es sei verständlich geschrieben...
Mit irritiert zusammengezogen Augenbrauen blies er den Staub fort - doch der begann augenblicklich in der Luft herumzuwirbeln und langsam aber sicher eine Gestalt zu bilden, die Marek nur allzu gut kannte.
„Wie zum...?"
„Ich habe dir doch gesagt, ich werde dir immer mit meinem Rat zur Seite stehen, auch wenn ich nicht mehr bin", antwortete der vorige Weihnachtsmann und lächelte. In seinen Zügen konnte man nicht viel Ähnlichkeit mit seiner Tochter ausmachen. Mikael hatte ein breites, rundes Gesicht und die kleinen Lachfältchen an seinen Augen zeugten von seiner Herzlichkeit. Nur die graublauen Augen hatte er Irinja vererbt. „Ich freue mich für dich."
Marek blickte schon fast gequält drein und fuhr sich durch die Haare.
„Ich habe ein Problem."
„Du kommst allein nicht mehr vorwärts", riet Mikael und lächelte nochein bisschen sanfter, als der Jüngere ihn erschrocken ansah.
„Ich kam einfach nicht weiter, bis ich in die Küche gegangen bin und dieses Plätzchen gekostet habe, dass Alisia gemacht hat und jetzt hatte ich eine Idee nach der anderen", bestätigte er. „Die Lösung für mein Problem war so einfach und offensichtlich, dass es mir Angst macht!"
„Deine Gabe ist, jetzt da du deine Gefährtin gefunden hast, an sie gebunden", erklärte Mikael. „Du kannst nur mit Alisia der wahre Weihnachtsmann sein."
„Meine Gabe ist... an sie gebunden?", wiederholte Marek ungläubig.
„Oh, glaub mir", antwortete der vorige Weihnachtsmann lachend. „Die besten Ideen habe ich von meiner Frau! Aber das darf man ihnen nie sagen - sonst tanzen sie einem auf der Nase herum..."
Der Jüngere starrte ihn an wie einen Außerirdischen.
„Marek", sagte Mikael da sanfter. „Ich kann mir vorstellen, dass dir der Gedanke, so von ihr abhängig zu sein, Unbehagen bereitet. Das war bei mir nicht anders. Aber du verlierst nicht deine Freiheit. Du gewinnst etwas dazu. Deine Gabe ist immer noch die deine. Alisia gibt nur noch etwas Liebe hinzu."
„Aber... kann ich jetzt nie mehr alleine Wünsche zaubern?"
„Doch, natürlich, keiner verlangt von euch 24 Stunden am Tag aufeinander zuhocken - oder dass du den ganzen Tag Kekse isst. Im Moment ist deine Gabe einfach nur so unstet, weil es noch nicht sicher ist, ob Alisia bleibt. Das legt sich, sobald sie sich ebenfalls für dich entschieden hat."
„Ob ich Weihnachtsmann bleibe oder nicht hängt also davon ab, dass Alisia sich in mich verliebt", stellte Marek trocken fest. „Nur keinen Druck..."
„Das wird sie, mein Junge, das wird sie."
Marek sah ihn zweifelnd an.
„Da hat er Recht", stimmte Joanna, Mikaels Gefährtin und Irinjas Mutter, lächelnd zu. Sie war lautlos neben ihrem Mann aufgetaucht. „Sie ist als deine Gefährtin erwählt worden. Und so unwahrscheinlich es euch beiden im Moment auch erscheinen mag: Sie wird dich ebenso sehr lieben wie die Weihnachtswelt. Mach dir nicht so viele Gedanken, Marek. Ihr werdet euch finden."
Sie sah Mikael liebevoll an.
„Und es wird das Beste sein, was euch je im Leben passiert ist."
Review schreiben