Pride, Ambition, Cunning

GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Draco Malfoy Pansy Parkinson
29.11.2019
25.10.2020
3
9.147
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
17.10.2020 2.772
 
»Warte«, sagt sie mit süßem Lächeln und folgt Hermine zur Tür, den Frosch hinter ihrem Rücken versteckt. »Lass mich dir helfen.«
______________________________________________________


»Hast du deinen Wintermantel eingepackt?«, fragt Gemma Parkinson ihre Tochter, während sich der Bahnsteig am Gleis neundreiviertel langsam füllt.
»Ja, Mom.«
»Und deine Bücher?«
»Ja, Mom.«
»Sehr gut, sehr gut … ach herrje - dein Zauberstab!«
»Den hast du mir vor einer Stunde selbst in den Koffer gepackt.«
Schmunzelnd legt Edward Parkinson einen Arm um seine Frau. »Sieh es deiner Mutter nach, sie ist nicht mehr die Jüngste.«
Pansy grinst.
»Sehr schmeichelhaft!«, zischt Gemma. Dann streicht sie Pansy über die kinnlangen, dunkelbraunen Haare und haucht ihr einen Kuss auf die Wange. »Benimm dich, und sei immer fleißig, hörst du?«
»Natürlich Mom. Es ist nur so, in zwanzig Minuten fährt der Zug ab, und ich will unbedingt am Fenster sitzen. Also, kann ich jetzt gehen?«
»Nur, wenn du Mabel mitnimmst«, sagt ihr Vater und reicht ihr den Weidenkorb, aus dem sie zwei gelbe Augen anstarren. Er beugt sich zu ihr hinunter, um sie ein letztes Mal zu umarmen. »Pass auf dich auf, Pancake.«
Einen Augenblick später bahnt sich Pansy ihren Weg durch die Menge, den Korb in der einen, den Koffer in der anderen Hand, bis sie schließlich in den scharlachroten Zug steigt, der sie nach Hogwarts bringen wird - ein Zauberinternat in Schottland und eine der angesehensten Schulen für Hexerei und Zauberei der Welt.
Sie manövriert sich durch den engen Gang, als plötzlich, nur einen Meter weiter, eine Abteiltüre geöffnet wird und ein großer, dicker Junge heraustritt. Pansy kann gerade noch einen Zusammenstoß vermeiden.
»Wo willst du hin, Crabbe?«, ruft jemand aus dem Abteil, offensichtlich gereizt.
»Den Imbisswagen suchen«, antwortet der Junge.
»Machst du Witze? Du hast eben noch eine Kürbispastete verdrückt!«
»Aber nur eine kleine!«
»Glaub mir, dein Körper wird es verkraften, und jetzt setz dich hin und mach die Tür zu, ich muss euch was erzählen!«
»Menno«, murmelt der Junge und geht wieder hinein.
Kopfschüttelnd setzt Pansy ihren Weg fort, bis sie zu einem leeren Abteil kommt. Es ist groß genug für sechs Personen, vielleicht sogar noch mehr, wenn man eng zusammenrückt.
Sie schiebt ihren Koffer unter den Fenstersitz, auf dem sie Platz nimmt, stellt den Korb auf den Sitz gegenüber und holt den Taschenspiegel aus ihrer winzigen Umhängetasche hervor; ihre Haare sind immer noch glatt und ordentlich, sie hat weder Augenringe, noch rissige Lippen oder einen fahlen Teint (worauf ihre Mutter sie so gerne hinweist).
Heute ist ein guter Tag.  
Ihr Vater hat einmal gesagt, dass sie das hübscheste Mädchen der Welt sei, aber natürlich ist sie nicht so naiv, ihm das abzukaufen. Zwar hat sie ein paar nette Merkmale geerbt, wie seine grün-braunen Augen und die dichten Wimpern, oder das herzförmige Gesicht ihrer Mutter, aber leider auch seine schmalen Lippen und ihre Nase, deren Spitze leicht nach oben geneigt ist. Außerdem ist sie relativ klein für ihr Alter, und die Tatsache, dass in Hogwarts die Schuhabsätze nicht höher als zweieinhalb Zentimeter sein dürfen, ist nicht gerade hilfreich.
Pansy klappt den Spiegel wieder zusammen und öffnet den Weidenkorb. Ein junges, dreifarbiges Kätzchen steckt seinen Kopf heraus und schnuppert aufgeregt, bevor es aus dem Korb und auf Pansys Schoß hüpft.
»Du hast es gut, Mabel, du bist so hübsch.«
Mabel hatte ihren Namen bereits, als Pansy sie vor einem Monat in der Winkelgasse in der Magischen Menagerie gekauft hat.
Einen Augenblick später öffnet sich das Abteil. Zwei Mädchen, die sich sehr ähnlich sehen, kommen herein. Sie haben lange, schwarze Haare, die sie in einem geflochtenen Zopf tragen.
»Hallo«, sagen sie wie aus einem Mund.
»Ich bin Parvati.«
»Und ich bin Padma.«
Pansy findet sie hübsch, aber nicht hübscher als sich selbst. Sie erwidert ihr Lächeln. »Ich bin Pansy, und das hier ist Mabel.«
»Wie süß!«, ruft Padma und setzt sich neben sie, um Mabels Ohr zu kraulen.
Parvati setzt sich ihnen gegenüber. »Ich hoffe, du hast sie nicht aus diesem schrecklichen Laden in der Winkelgasse, wo sie alle Tiere in Käfigen halten.«
»Natürlich nicht«, antwortet Pansy hastig. »Sie, äh, ist mir zugelaufen! Das arme Ding war völlig verwahrlost und ausgehungert, könnt ihr euch das vorstellen?«
»Oh nein, wie furchtbar!«
»Ich weiß! Aber wir haben sie gleich bei uns aufgenommen und aufgepäppelt - autsch!«
Mabel hat sich aufgesetzt, um Pansys Seidenbluse mit den Pfoten durchzukneten.
Padma kichert. »Soll ich sie halten?«
»Ist wohl besser«, murmelt Parvati mit einem Blick auf das Kolibri-Emblem an Pansys Manschetten. »Die Sachen von Cécile Caron sind doch sehr teuer, oder?«
Pansy reicht ihr Kätzchen an Padma weiter. »Die Bluse war ein Geschenk von Cécile, sie ist mit meiner Mutter befreundet.«
»Wirklich? Wie kommt denn das?«
Pansy macht eine bedeutungsvolle Pause, dann sagt sie voller Stolz: »Sie ist die Gründerin von Spellbound Couture
Parvati schnappt nach Luft. »Nein!«
»Doch.«
»Padma! Erinnerst du dich, was ich neulich über das Kleid von Spellbound gesagt habe, das in der Hi, Society! angezeigt war?«
»Nö.«
»Es war ein schwarzes Abendkleid«, fährt Parvati unbeirrt fort, »mit einem Cape und goldenen Verzierungen - ich sagte, wenn ich dieses Kleid einmal in meinem Leben tragen darf, kann ich glücklich sterben!«
»Sie ist manchmal ein bisschen theatralisch«, erklärt Padma zwinkernd..
»Hmm, ich kenne das Kleid, aber es ist zu dunkel«, sagt Pansy und neigt den Kopf. »Du bist eher ein Sommertyp, du brauchst kräftige Farben. Gelb, Pink, vielleicht sogar Orange.«
Padma schnaubt belustigt.
»Was ist so witzig?«, giftet ihre Schwester. »Du würdest Stil nicht mal erkennen, wenn er dich ohrfeigen würde!«
Gerade, als Padma etwas entgegnen will, wird das Abteil erneut geöffnet.
»Ah, wie ich sehe ist hier noch frei«, sagt ein Mädchen, das bereits den schlichten, schwarzen Umhang trägt, der zur Schuluniform gehört. Sie verstaut ihren Koffer und setzt sich neben Parvati, als der Zug auch schon anfährt.
»Ich bin Hermine Granger«, sagt sie leicht affektiert. Ihre Schneidezähne sind etwas groß geraten, und ihr buschiger, brauner Haarschopf hätte dringend eine Kur nötig.
»Ich bin Padma, das sind Parvati, Pansy - und Mabel.«
»Sehr erfreut«, antwortet Hermine in einem Tonfall, als könnte sie nichts auf der Welt weniger interessieren. »Ich wäre schon viel früher hier gewesen, aber meinen Eltern war die Sache mit dem Portal zwischen Gleis neun und zehn nicht geheuer. Sie dachten, ich ziehe mir eine Gehirnerschütterung zu, wenn ich gegen die Wand renne. Aber sie können nichts dafür, sie sind - wie heißt das Wort? - Muggel
»Oh.«
Pansy lehnt sich zurück und verschränkt die Arme. Man hat ihr beigebracht, Muggelstämmigen nicht ohne weiteres zu vertrauen, weil diese letztlich daran schuld sind, dass sich die Zauberergemeinschaft vor den Muggeln verstecken muss. Es wäre nur natürlich, wenn sie in der nicht-magischen Welt bleiben würden, in der sie aufgewachsen sind, doch die Schulleitung von Hogwarts sieht das anders; sobald jemand auch nur einen Funken Magie in sich trägt, bekommt er den gleichen Zulassungsbrief wie die echten Hexen und Zauberer, für die eine magische Ausbildung praktisch ein Geburtsrecht ist.
»Verstehe«, sagt Padma diplomatisch. »Dann bist du heute bestimmt sehr aufgeregt?«
Hermine zuckt die Schultern. »Eigentlich nicht, ich habe vorsorglich unsere Schulbücher auswendig gelernt, ich meine, wer will schon unvorbereitet in den Unterricht gehen, nicht wahr? Außerdem habe ich schon ein paar Zaubersprüche geübt, und sie haben jedes Mal funktioniert. Vielleicht bin ich einfach ein Naturtalent, aber ich hoffe ehrlich gesagt, dass das Niveau bald steigen wird. Immerhin habe ich für Hogwarts auf einen Platz an der Westminster School verzichtet!«
Parvati verdreht kaum merklich die Augen.
»Allerdings kommt mir die Vorstellung, auf einem Besen zu fliegen, ein wenig albern vor - hoffentlich sind sie so vernünftig, dafür keine Noten zu vergeben!«
In dem Moment wird sie von einem Klopfen an der Tür unterbrochen; eine ältere Dame fragt, ob sie etwas von ihrem Imbisswagen haben möchten, als Proviant für die Reise. Die Zwillinge kaufen ihr gleich eine ganze Reihe Süßigkeiten ab, darunter Bertie Botts Bohnen in jeder Geschmacksrichtung, Säuredrops und Schokofrösche, von denen sich Pansy auch eine Packung gönnt. Nur Hermine verzichtet, mit der Begründung, ihre Eltern seien Zahnärzte.
»Zahnärzte? Klingt ja gruselig«, sagt Parvati und öffnet eine Schokofrosch-Packung.
»Es ist ein angesehener Beruf!«, erwidert Hermine schnippisch, doch dann weicht sie plötzlich zurück. »Was ist denn DAS?«
»Ein Schokofrosch, was sonst?«
»Ist der etwa lebendig?«    
»Wie ich schon sagte, es ist ein Schokofrosch
»Das bedeutet Nein«, ergänzt Padma. »Hast du Angst vor Fröschen?«
»Natürlich nicht, aber normalerweise sollte das Essen nicht vor einem weghüpfen - ich könnte davon keinen Bissen runterkriegen!«
»Wie schade für dich«, sagt Parvati und beißt dem Frosch den Kopf ab.
Angeekelt wendet sich Hermine ab.
Pansy tauscht einen vielsagenden Blick mit den Zwillingen, dann sagt sie: »Ich hoffe wirklich für dich, dass sie deinen Platz an der Muggelschule freihalten.«
»Was soll das heißen?«
»Jedes Jahr kommen ein paar Muggelstämmige nach Hogwarts, aber manchmal werden sie nach ein paar Tagen wieder nach Hause geschickt, weil ihre magischen Fähigkeiten zu schwach sind.«
»Das kann ich mir nicht vorstellen«, sagt Hermine misstrauisch.
Parvati nickt. »Aber es stimmt! Hast du davon etwa nichts gelesen?«
»Meistens trifft es übrigens Mädchen«, wirft Padma ein.
»Mit braunen Haaren.«
»Und Biberzähnen.«
Hermine springt auf. »Das sagt ihr nur, weil ihr gemein seid!«
Die Zwillinge beißen sich auf die Lippen, um nicht zu lachen, während sie ihren Koffer von der Gepäckablage zerrt.
Rasch holt Pansy ihren Schokofrosch aus der Verpackung.  »Warte«, sagt sie mit süßem Lächeln und folgt Hermine zur Tür, den Frosch hinter ihrem Rücken versteckt. »Lass mich dir helfen.«
Mit der einen Hand schiebt sie die Türe auf, mit der anderen lässt sie den zappelnden Frosch in Hermines Kapuze gleiten. Diese wirft ihr einen letzten, bösen Blick zu, und stapft ohne ein weiteres Wort den Gang hinunter.
Feixend beobachten die drei, wie der Frosch Sekunden später mit einem »Quak!« auf Hermines Kopf springt, woraufhin sie wie angewurzelt stehenbleibt, den Frosch ertastet - und einen spitzen Schrei von sich gibt.
Hastig schließen die Mädchen das Abteil, bevor sie in schallendes Gelächter ausbrechen.
Als sie wieder zu Atem kommt, sagt Pansy: »Für wen hält die sich? Liest ein paar Bücher und glaubt, sie sei Merlin persönlich!«
»Mal im Ernst,« Parvati wischt sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel, »wenn die ins gleiche Haus kommt wie ich, nehme ich den nächsten Zug zurück nach London!«
»Wo wir gerade beim Thema sind, in welchem Haus wärst du am liebsten, Pansy?«
»Ist mir egal - mein Haus wird so oder so das Beste sein, sonst wäre ich ja nicht darin.«
Die Zwillinge lachen.
»Naja, Hufflepuff muss nicht unbedingt sein«, fährt sie fort. »Es heißt, da kommen nur Flaschen hin. Außerdem steht mir Gelb überhaupt nicht! Aber ich komme wahrscheinlich eh nach Ravenclaw, so wie mein Dad.«
»Und deine Mutter?«
»Sie ging in Frankreich auf eine Schule namens Beauxbatons.«
Plötzlich platzt ein pausbäckiger Junge herein. »Entschuldigung, habt ihr zufällig eine Kröte gesehen?«
»Eine Kröte?«, wiederholt Parvati und verzieht das Gesicht.
Pansy kichert. »Reicht dir ein Schokofrosch? Dann kann ich dir genau sagen, wo du einen findest.«
»Nein, haben wir nicht«, antwortet Padma hilfsbereit.
»O-okay«, stammelt der Junge. »Also, wenn ihr eine seht -«
Pansy nickt verständnisvoll. »Dann werden wir sie auf jeden Fall aus dem Fenster werfen.«
Mit einem Mal weicht sämtliche Farbe aus seinem Gesicht.
»Und jetzt geh weg!«
Erschrocken stolpert der Junge zum nächsten Abteil.
Die Mädchen sehen sich an. »Hufflepuff!«
»Was stimmt nicht mit den Leuten, die eine Kröte nach Hogwarts mitnehmen?«, fragt Parvati irritiert.
Padma schmunzelt. »Frag doch mal den rothaarigen Jungen mit der Ratte.«
»Warum Eulen so beliebt sind, verstehe ich allerdings auch nicht«, bemerkt Pansy.
»Weil sie praktisch sind?«
»Was soll an einer eigenen Eule praktisch sein? Man kann sie ja nicht mal knuddeln! Und wenn man einen Brief verschicken will, geht man einfach in die Eulerei. Katzen sind eindeutig am besten.«
»Finde ich auch.« Parvati hält den beiden eine offene Schachtel Bertie Botts Bohnen hin. »Jeder nimmt eine, aber ohne zu gucken!«
Padma macht den Anfang, ihre Bohne ist hellblau. Vorsichtig beißt sie ein Stück ab. »Hmm … Zahnpasta. Könnte schlimmer sein.«
»Apfel!«, verkündet Pansy kurz darauf zufrieden.
Parvati fischt eine weiß-gelb-gesprenkelte Bohne aus der Packung. Sie kaut zweimal, dann hält sie inne, würgt und spuckt die Bohne in ihre Hand. »Faules Ei«, jammert sie.
»Der schlimmste Geschmack von allen!«, pflichtet Pansy ihr mitfühlend bei.
Padma lacht humorlos. »Dann hast du noch nie Hundefutter erwischt!«
Sie machen weiter, bis die Packung leer ist, während Mabel mit den Bohnen spielt, die versehentlich auf dem Boden landen.
Keine von ihnen bemerkt, wie sich die Landschaft außerhalb ihres Fensters zunehmend verändert; wo vorhin noch Dörfer und ordentliche Felder zu sehen waren, fliegen jetzt Wälder, verschlungene Flüsse und dunkelgrüne Hügel an ihnen vorbei.
Einige Minuten später steckt Hermine wieder ihren Kopf ins Abteil; sie sucht den Boden ab, ohne die drei eines Blickes zu würdigen.
»Hier ist er auch nicht, Neville«, ruft sie jemandem zu. »Lass uns zurück zu Harry Potter gehen, der auch hier im Zug sitzt und mit dem ich mich bereits bekannt gemacht habe.«
Sie schenkt den Mädchen ein selbstgefälliges Lächeln und schiebt die Tür mit einem Knall wieder zu.
»Mit dem ich mich bereits bekannt gemacht habe«, äfft Pansy sie nach.
»Dann stimmen die Gerüchte also«, murmelt Padma.
»Hey, lasst uns Potter suchen gehen«, schlägt Parvati vor. »Ich will wissen, wie er aussieht, vielleicht hat er wirklich diese Blitznarbe im Gesicht!«
»Er ist doch kein Tier im Zoo, Parvati.«
Pansy zuckt mit den Schultern. »Ich weiß gar nicht, was an ihm so besonders sein soll.«
»Ähm, er ist der Junge, der überlebt hat, und seinetwegen ist Du-weiß-schon-wer damals verschwunden!«
»Ein glücklicher Zufall«, erwidert sie augenrollend. »Potter war noch ein Baby - er wusste vielleicht gerade mal, wo seine Nase ist, aber doch nicht, wie man den mächtigsten Zauberer der Welt vernichtet!«
»Ja, schon … aber willst du ihn denn nicht auch fragen, ob er sich an irgendwas erinnert?«
»Das wird er doch dauernd gefragt. Hättest du Lust, ständig über die Nacht zu plaudern, in der deine Eltern gestorben sind?« Pansy betrachtet sich in ihrem Taschenspiegel und trägt eine Pflegecreme für ihre Lippen auf. »Wahrscheinlich hat er eh nur Quidditch im Kopf, wie alle Jungs.«
Der Himmel hat sich bereits purpurrot gefärbt, und der Zug verliert an Geschwindigkeit, als eine Durchsage ertönt: »In fünf Minuten erreichen wir Hogwarts. Bitte lassen Sie Ihr Gepäck mitsamt den Käfigen im Zug, es wird alles für Sie zur Schule gebracht.«
Nachdem sie ihre Schulumhänge angezogen haben, verfrachtet Pansy Mabel zurück in ihren Korb. »Wir sehen uns gleich wieder«, sagt sie und folgt den Zwillingen hinaus auf den Gang, der bereits voller Schüler ist.
Weiter hinten erkennt sie Hermine, die dem pausbäckigen Jungen gut zuredet. Sein Gesicht ist gerötet und er hat Tränen in den Augen.
»Guckt euch die fette, kleine Heulsuse an«, sagt Parvati hämisch.
Schließlich kommt der Hogwarts-Express zum Stillstand und die Massen drängeln durch die Tür hinaus auf einen kleinen, dunklen Bahnsteig.
Kurz darauf erhebt sich der Schein einer Lampe über ihren Köpfen.
»Erstklässler! Erstklässler hier rüber!«, ruft eine tiefe, brummende Stimme.
Sie gehört einem bärtigen Mann, der etwa drei Meter groß ist und verboten dick aussieht. Seine langen, verfilzten Haare lassen ihn wild erscheinen und die Laterne wirkt zerbrechlich in seiner riesigen Hand.
Pansy fragt sich, ob diese ungepflegte Person zum Lehrpersonal gehört.
»Nu mal los, mir nach - noch mehr Erstklässler da? Passt auf, wo ihr hintretet! Erstklässler, mir nach!«
»Wer genau soll ihm folgen?«, flüstert Pansy. »Ich habe es immer noch nicht kapiert!«
Kichernd haken sich die Mädchen unter und folgen dem bärtigen Riesen einen Pfad entlang.
»Nen Augenblick noch, und ihr seht zum ersten Mal in eurem Leben Hogwarts. Nur noch um diese Biegung hier.«
Kurz darauf bleiben sie am Ufer eines großen Sees stehen, wo eine Flotte kleiner Boote im Wasser dümpelt. Doch alle Aufmerksamkeit gilt dem Berg am anderen Ende, auf dem ein prachtvolles Schloss mit vielen Zinnen und Türmen thront, und dessen erleuchtete Fenster im Nachthimmel funkeln.
Von allen Seiten sind bewundernde Ausrufe zu hören.
»Nicht mehr als vier in einem Boot!«, sagt der Riese und nimmt passenderweise eins für sich alleine.
Pansy und die Zwillinge setzen sich zu einem Mädchen mit blonden Zöpfen.
»Alle drin? Nun denn - VORWÄRTS!«
Während die Boote über den schwarzen See gleiten, bestaunen sie alle ihr neues Zuhause.
Am Fuße des Bergs ankommen, führt der Weg durch einen Tunnel und zu einer Anlegestelle, wo sie schließlich aus den Booten herausklettern.
»He, du da! Ist das deine Kröte?«
»Trevor!«, ruft der Krötenjunge erleichtert und nimmt seinen verlorenen Freund in Empfang.
Parvati hustet. »Heul! Suse!«
Sie marschieren weiter, bis sie vor einer langen Steintreppe stehen. Am oberen Ende versammeln sie sich vor einem riesigen Eichentor - dem Eingangsportal von Hogwarts.
Der Riese hebt seine gewaltige Faust und klopft dreimal.
Sie sind endlich angekommen.
Review schreiben