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Ein paar Schlucke zu viel

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
Lily Luna Potter Scorpius Malfoy
28.11.2019
28.11.2019
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1.612
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28.11.2019 1.612
 
Hier ist mein Beitrag zum WichtelnAlles Gute zum Geburtstag 5 für Little Story. Liebe Lissa, ich hoffe, dass dir gefällt, was ich aus deinen Vorgaben gebastelt habe und ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen.

Im Nachhinein fragte sich Lily ernsthaft, wie zur Hölle ihre Eltern sie eigentlich überreden hatte können, mit auf den Weihnachtsball zu gehen – denn eigentlich konnte sie mit Partys und Bällen wenig bis gar nichts anfangen. Denn man stand nur herum, versuchte sich über die im Normalfall zu laute Musik zu unterhalten oder wenn das nicht klappte, versuchte man zu tanzen oder sich zu betrinken.

Lily war keine gute Tänzerin und von sich betrinken hielt sie auch sehr wenig – was auch daran lag, dass ihr fast nichts schmeckte.  Wein, Feuerwhisky und die ganzen üblichen alkoholische Getränke schmeckten ihr alle nicht, selbst der Sekt zum Anstoßen war eine Höflichkeitssache.  Nur süßer Likör und der „Hexentrunk“ schmeckten ihr, aber die hatten alle so viel Alkoholgehalt, dass man davon nicht allzu viel trinken konnte.

Aber nun stand sie da, auf dem Weihnachtsball des Ministeriums, zu dem die ganze Familie Potter eingeladen worden war und versuchte irgendwie das Beste aus der Situation zu machen.  James und Albus hatten sich beide schon früher verabschiedet und sich zu ihren Freunden gesellt – Lily allerdings hatte keine Freundinnen, die auf diesen Ball mitgehen konnten, da diese alle noch nicht siebzehn waren.  Einmal wieder verfluchte Lily die Tatsache, dass sie eben im November geboren war und nicht wie ihre Freundinnen im Januar und Mai, sonst hätte sie daheim bleiben müssen.

So stand sie da, neben ihren Eltern, die sich angeregt mit Bekannten unterhielten und suchte verzweifelt nach jemanden in ihrem eigenen Alter, dem es genauso ging – damit sie die Zeit zumindest sinnvoll verbringen konnte. Aber scheinbar war da niemand, alle anderen in ihrem Alter oder etwas älter standen zusammen und schienen Spaß zu haben – ihre eigenen Brüder natürlich auch darunter.

Da, da löste sich doch jemand von der Gruppe: War das etwas Scorpius Malfoy,  ach klar, seine Eltern hatten sich ja nach der ganzen Sache mit Voldemort ja rehabilitieren können und so waren sie und er natürlich auch zu dieser Feier eingeladen.  Der konnte doch jetzt doch nicht auf sie zukommen, da musste doch in ihrer Nähe noch jemand anders sein, den er kannte, er konnte doch nicht sie meinen. Sie war doch sicher zu jung für ihn, er war doch zwei Jahre älter als sie und sie war nur die kleine Schwester seines besten Freundes.

Aber Scorpius kam trotz allem immer weiter auf sie zu und fragte sie tatsächlich, ob sie mit ihm tanzen wollte. Lily wusste genau, dass das nur in einem Desaster enden könnte und lehnte erst einmal ab – den Cocktail aus Holunderbeeren und irgendeinem süßen Likör, den er ihr trotzdem brachte, lehnte sie allerdings dann trotzdem nicht ab.

Scorpius hatte aber offensichtlich gemerkt, dass Lily der Cocktail schmeckte – denn er war schön süß und schmeckte wenig nach Alkohol - , bot er ihr an, noch einen zu holen.  Lily lehnte auch den nicht ab, auch wenn sie merkte, dass sie doch schon leicht besäuselt war.  So angetrunken wie Lily war, war sie deutlich mutiger und sie fragte daher Scorpius, ob sein Angebot, mit ihm zu tanzen noch gelte.

„Klar doch, hast du es dir etwa anders überlegt?“, antwortete er und sie begannen am Rande der Tanzfläche zu tanzen, auch wenn es bei Lily sicher nicht allzu elegant aussah – es störte aber keinen der beiden, Lily war zu angetrunken, um sich ihrer kaum vorhandenen Tanzkünste zu schämen und Scorpius war zu sehr Gentleman, um Lily darauf hinzuweisen, dass er irgendwie versuchte, aus ihren seltsamen Tanzschritten eine Art Tanz zu machen (und dafür zu sorgen, dass Lily ihm nicht ständig auf die Füße trampelte).

Das war das Letzte, an was sich Lily noch mit einiger Klarheit erinnerte – danach war es ein einziges Durcheinander – man schien ihr wohl noch etwas Punsch angedreht zu haben und sie schien mit Scorpius eng umschlungen während eines langsamen Liebeslied getanzt zu haben. Mehr wusste sie nicht mehr, als sie am nächsten Morgen mit höllischen Kopfschmerzen erwachte.

Aber Moment einmal, das war doch gar nicht ihr Zimmer? Und seit wann besaß sie ein Seidennachthemd und wer hatte ihr das angezogen? Sicher nicht ihre Eltern, denn das war auch nicht das Haus ihrer Eltern, denn deren Schlafzimmer sah vollkommen anders aus, geschweige denn besaß ihre Mutter diese Art von Schlafgarderobe – das wäre doch viel zu teuer gewesen.

Aber wo war sie dann, wenn nicht bei ihren Eltern zu Hause? Lily rieb sich die Stirn und schaute sich zum ersten Mal anständig um: Sie lag auf einem Doppelbett in einem großen Schlafzimmer, das am ehesten so aussah, als gehöre es einem Jungen oder einem  jungen Mann – wer sonst hatte gefühlt zehntausend Quidditchposter an den Wänden hängen? Moment, wie schlimm war das gestern Abend gewesen, wenn sie schon im Schlafzimmer eines fremden jungen Manns aufwachte – der hatte doch hoffentlich nicht noch mit ihr geschlafen?

Lily schauderte, ihr erstes Mal hatte sie sich deutlich angenehmer vorgestellt und nicht in einem Zimmer, das sie nicht kannte und mit einem Jungen, den sie nicht kannte – hoffentlich war das tatsächlich ein Junge und kein junggebliebener älterer Mann… Lily ekelte sich vor ihren eigenen Gedanken und hoffte, dass doch vielleicht doch nichts passiert war, sonst würde sie sich doch sicher daran erinnern können, so schlecht konnte ihr alkoholvernebeltes Gedächtnis doch auch nicht sein.

Nur langsam bekam ihr rationales Denken wieder die Oberhand und Lily bemerkte, dass neben ihr wohl niemand geschlafen hatte, denn es lag kein weiteres Bettzeug neben ihr. So konnte mit ihr wohl kaum jemand geschlafen haben – aber weshalb war sie in diesem fremden Haus, auch wenn ihr Gastgeber ihre Notlage offensichtlich wohl nicht ausgenutzt hatte?

Kaum hatte Lily diesen Gedanken zu Ende gebracht, öffnete sich die Tür – Licht fiel herein und Lily hielt sich erst einmal den Kopf, denn das Licht machte ihre höllische Kopfschmerzen noch schlimmer und sorgte dafür, dass ihr zudem noch schlecht wurde.  Die Gestalt, die hereingekommen war, entschuldigte sich, schloss die Tür schnell wieder und kam auf Lily zu. Nun erkannte sie, dass ihr Gastgeber wohl tatsächlich Scorpius Malfoy war.

Scorpius Malfoy? Wie zur Hölle war sie bei ihm gelandet? Sie hatten doch nur getanzt, oder? Scorpius schien ihre Verwirrung zu bemerken und hielt ihr ein Glas hin: „Hier, du hast wohl einen gehörigen Kater, oder? Trink das und es wird dir bald besser gehen – auch wenn du es gestern Abend ordentlich übertrieben hast“Lily verzog das Gesicht, weil der Trank elendig bitter schmeckte, trank aber das ganze Glas aus. „Ist wohl dein erstes Mal, dass du einen Kater hast, oder? Sonst wüsstest du, dass der Anti- Kater-Trank einfach nur scheußlich schmeckt?“, bemerkte er belustigt.  

Lily konnte ihm nur zustimmen, aber der Trank schien nur grauenhaft zu schmecken, zu wirken schien er allerdings umso besser – wenig später waren die Kopfschmerzen verschwunden und ihr war auch nicht mehr übel, stattdessen hatte sie Hunger.

Deshalb war Scorpius vermutlich auch gekommen, denn er hatte auf seinem Tablett nicht nur den Anti-Kater-Trank, sondern auch ein ordentliches Frühstück mit Eiern, Speck, Porridge und einer Kanne Schwarztee.  „Das mit gestern Abend tut mir leid“, erklärte Scorpius, während er Lily das Tablett hinhielt, „ich habe vermutlich nicht ganz begriffen, dass du offensichtlich schon neben dir standest – ich hätte dir nicht noch den Apfelpunsch geben sollen.“

Lily schaute Scorpius fragend an, sie erinnerte sich nur noch an ihren Tanz. Scorpius schenkte sich selbst eine Tasse Schwarztee ein und antwortete: „Nun, keine Sorge, du hast nichts allzu Schlimmes gemacht. Du hast nur sämtliche Lieder von Cecelia Warbeck laut mitgesungen und alle möglichen Leute auf die Tanzfläche gezerrt- unter anderen auch deine Eltern. Zum Abschluss hast du dich noch über mein schönstes Hemd übergeben und wolltest mich absolut nicht loslassen – deshalb habe ich dich auch mit nach Hause genommen. Keine Sorge, ich habe im Gästezimmer geschlafen – betrunken sollte niemand sein erstes Mal erfahren.“

Lily war beruhigt, allerdings freute sie sich jetzt schon auf die Reaktionen ihrer Eltern, die sie sicher nicht mehr allzu schnell auf irgendwelche Bälle mitnehmen würden, denn da würde sie ja nur Unheil anrichten.

Scorpius trank den Schwarztee und meinte: „Du bist vermutlich total überfordert – ich wäre das auch, wenn ich in einem anderen Haus aufwachen würde und keine Ahnung hätte, wie ich da hingekommen bin.  Übrigens: Du hast gestern Abend keinen Hehl daraus gemacht, dass du mich toll findest – ich mag dich auch.“

Lily war davon nur noch perplexer als schon zuvor und brachte nur ein: „Du mich auch?“ heraus. „Na klar, ansonsten hätte ich dich doch nicht zum Tanzen eingeladen? Ich hätte nicht bei jedem Mädchen so sehr ignoriert, dass sie mir ständig auf die Füße steigt“, antwortete er.

„Hey, so schlecht tanze ich jetzt auch nicht“, gab Lily zurück. „Ja, klar, und ich mag dich trotzdem – auch wenn dir ein paar Tanzstunden nicht schlecht täten…“, antwortete Scorpius – „Ja, klar und du brauchst definitiv noch ein paar in „Wie komme ich am besten bei Frauen an““, giftete Lily zurück. „Wozu, ich hab doch jetzt dich?“, frotzelte Scorpius.

„Klar, du Casanova“, amüsierte sich Lily, auch wenn ihr Grinsen nicht mehr aus ihrem Gesicht zu bekommen war.  

Inspiration: „Happiness is like a butterfly; the more you chase it, the more it will elude you, but if you turn your attention to other things, it will come and sit softly on your shoulder.” – Henry David Thoreau
“Glück ist wie ein Schmetterling; Je mehr du es jagst, desto mehr wird es sich dir entziehen, aber wenn du deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenkst, wird es kommen und sich sanft auf deine Schulter setzen.”
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