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Vorbei... für immer, vielleicht? (Teil 1 der " ... für immer, vielleicht"-Reihe)

von Hedwig93
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
28.11.2019
28.11.2019
2
3.415
4
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
28.11.2019 1.298
 
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Teil 2: Getrennt ... für immer, vielleicht
Teil 3: Frei ... für immer, vielleicht
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Autor: Hedwig93
Typ: One-Shot bzw. SongFic
Genre: Drama/Abschied
Rating: P12
Pairing bzw. Hauptpersonen: Harry & Hermine sowie seine Freunde
Interpret: Mirror Fury
Titel: The One I Love
A/N: Link zum Song: https://www.youtube.com/watch?v=LlXKGsYvGeo


~*~


An die, die ich liebe


Es war kalt. Es regnete, stürmte und kaum ein Mensch lief durch die Gassen von London. Harry zog seinen Mantel enger, schlug den Kragen hoch, um sich etwas mehr vor dem Wind zu schützen, der um die Ecken pfiff. Er beschleunigte seine Schritte, das Wasser auf den Straßen spritzte an seine Hosenbeine. Er blickte sich um, doch er blieb nicht stehen. Wenige Stunden zuvor hatte die Sonne noch geschienen und er hatte vorgehabt jeden Moment, jedes Gebäude und die Wirkung der Stadt in sich aufzunehmen, doch bei diesem Wetter war dies alles nicht möglich.

Er hatte sein Ziel fast erreicht, die großen Fenster, die bis auf den Boden reichten, ließen ihn erkennen, dass bereits all seine Freunde im <Dragon and the Rose> waren. Einige hatten schon ihr Pint in der Hand, die anderen wirkten so, als würden sie auf ihre Bestellung noch warten. Er erkannte Hermine.
‘Wie könnte ich sie auch übersehen?’, dachte er niedergeschlagen.

Der Pub war etwas von der Straße nach hinten gesetzt und so gaben die Mauern des Vorhofs genug Deckung. Harry schlich nach rechts, in den Schatten, den die Mauer dankenswerterweise für ihn bereit hielt. Er atmete tief durch, wischte sich die Regentropfen von der Brille und der Nase, bevor er sich dem Pub näherte.  





This one goes out to the one I love
This one goes out to the one I've left behind
A simple prop to occupy my time
This one goes out to the one I love





Er fühlte, wie sich seine Brust zusammen zog, bei dem Gedanken an das, was er sich vorgenommen hatte. Konnte er es durchziehen? Einfach so, ohne Reue? Er blickte zu einem der Fenster und sah nun auch Molly und Arthur Weasley, die sich gerade mit Ron unterhielten, der seinen Blick immer wieder nervös abschweifen ließ. Niemand schien es zu merken.  





Fire
Fire

This one goes out to the one I love
This one goes out to the one I've left behind
A simple prop to occupy my time
This one goes out to the one I love





Harry seufzte, doch dann entdeckte er einige Transportkisten aus grob geschliffenem Holz, die nah genug an den Fenstern des Pubs standen, hinter denen er sich verstecken konnte. Er musste es tun, er hatte keine Wahl, seine Füße bewegten sich wie ferngesteuert. Dieses Gefühl, wie ferngesteuert zu sein begleitete ihn schon den ganzen Tag, er musste hier her kommen, ganz gleich, was er vorher gesagt hatte. Er musste sie noch einmal sehen, ganz gleich, was er sich versuchte einzureden.
‘Ich hätte nicht herkommen sollen!’, schalte er sich selbst, doch er wusste, dass es sinnlos war. Er war gerade halb hinter der Kiste verschwunden, als sich seine Augen weiteten und er sogleich hinter die Kiste hechtete. Er atmete schwer, unterdrückte einen Schmerzensschrei. Konnte es sein, dass ihn jemand von drinnen entdeckt hatte?
‘Nein, das war lächerlich. Sie erwarten mich ja gar nicht. Ich hatte kurzfristig abgesagt, nur um jetzt hier gebückt, mit Schmerzen in der Hand zu kauern und meine Freunde ein letztes Mal zu sehen’, ging es ihm durch den Kopf, doch tatsächlich bedeutete es, dass er ein letztes Mal Hermine sehen würde, auch wenn er sich dafür wie ein Dieb herumschleichen  musste. Er besah sich sein Handgelenk, das er gerade umgeknickt hatte, da ihm sein Fuß auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster weggerutscht war und er sich irgendwie stabilisieren musste. Er zückte seinen Zauberstab und murmelte einen Heilungszauber, den er schon so viele Male während seiner Arbeit hatte ausführen müssen. Er fühlte sich, als wäre er auf einer Mission als Auror, doch dieses Mal kannte er das Ergebnis vorher.  

Er drehte sich, sodass er nun in der Hocke hinter den gestapelten Kisten saß. Es waren einige Minuten vergangen, sodass er sich erneut traute aus seiner Deckung zu gehen, ließ seinen Kopf gerade so hoch gehen, dass er etwas erkennen konnte, doch da zog sich sein Herz erneut zusammen, dieses Mal aus Verzweiflung.





Fire
Fire





Er sah noch, wie sich Hermine aus einem Kuss mit Ron löste. Er erkannte ihren liebevollen Blick, zu oft hatte er ihn schon gesehen und zu selten hatte er ihm gegolten. Den kurzen Anflug von Bedauern in ihrem Gesicht übersah er. Molly klatschte in die Hände, während Ginny zufrieden lächelte.
“Denk’ du nur, dass du dein Ziel erreicht hast und Hermine keine Gefahr mehr für dich ist, doch in Wahrheit ertrage ich dich einfach nicht mehr, weswegen ich diesen Weg hier wähle”, sprach er und spuckte seine Abscheu neben sich auf den Boden. Ginny und er waren nach dem Krieg wieder zusammen gekommen, doch er hatte von Beginn an Zweifel an seinen Gefühlen ihr gegenüber. Vor wenigen Wochen trennte er sich von ihr, doch sie konnte oder wollte einfach nicht verstehen, dass sie kein Paar mehr waren, nie wieder sein werden. Viel zu lange hatte er sich selbst verleugnet … seine Gefühle, die er für jemand anderen hatte.
‘Sie war die einzige, vor der ich meine Rolle nicht aufrichtig genug spielen konnte. Zu schnell hatte sie verdacht geschöpft und vermutete, wem mein Herz wirklich gehörte’, erinnerte er sich zurück. Die Erkenntnis, dass es nicht ihr gehörte, entfernte sie nicht von ihm wie es bei Cho war, nein, ganz im Gegenteil.
‘Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, dass sie mich bekommt und ich nicht Hermine’, dachte er zähneknirschend. Zu lange hatte er seine Augen davor verschlossen. Er hatte genug gewartet, er wollte den Fehler nicht erneut begehen: WARTEN!

Er hatte genug gesehen, vielleicht war sie wirklich glücklich mit ihm und dann wollte er nicht weiter im Weg sein. Zu sehr hasste er die ewigen Streitereien mit Ron und seine irrwitzige Idee, dass er im Leben alles erreicht hatte.
“Dass ich nicht lache!”, sagte er, stand auf, drückte sich an die Wand hinter ihm und schlich zum Ausgang. Ein letztes Mal drehte er sich um, blickte hinüber zum Pub und sah sie erneut. Der Moment schien wie eingefroren: Hermine und ihre braunen Haare zu sehen. Ihr Duft schien plötzlich in der Luft bei ihm zu sein.




 
This one goes out to the one I love
This one goes out to the one I've left behind





Er löste sich von ihrem Anblick und drehte sich um, bog um eine Ecke und ließ sie zurück. Er verschwand für immer aus dem Leben seiner Freunde. Er bekam nicht mehr mit, wie Hermine aus dem Pub trat.
“Was du nur wieder hast? Er kommt nicht, du hast dich geirrt. Bleib’ hier, hier bei mir”, protestierte Ron. Mrs Weasley trat neben ihren Sohn in den Eingangsbereich des Pubs, der inzwischen mit der kalten, feuchten Luft draußen gefüllt war.
“Liebes, Harry hatte abgesagt”, versuchte sie Hermine sanft dazu zu bringen zurück zu kommen. Hermine ignorierte beide, blickte sich im Hof um, bevor sie laut rief:
“Harry, wo bist du? Wo bist du jetzt? Ich hab’ dich gesehen, komm raus.”

Sie hatte ihn gesehen, da war sie sich ganz sicher, doch es tauchte niemand auf. Ihr Zauberstab verriet ihr nach einigen gemurmelten Worten, dass sie hier allein war.  Keiner der Gäste bemerkte, wie sich Tränen in ihre Augen schlichen und dabei der Schmerz, den er vorhin beim Kuss zwischen ihr und Ron spürte, sich nun auch in ihr ausbreitete: Es brannte wie Feuer in der Brust. Ohne Leidenschaft, nur Schmerz. Nie hätte sie sich eine Vorstellung davon gemacht, dass dieses Gefühl zu ihrem ständigen Begleiter werden würde.





Fire
Fire
Fire
Fire


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