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Wie Sonnenblumen im Winter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
André Matthäus Ben Decker Florian Winter Robin Sturm Stephan Sindera Tom Mayer
27.11.2019
24.05.2020
90
140.547
9
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23.04.2020 1.898
 
Die Stimmung wird von Minute zu Minute lockerer, Ben sichert sich die Unterstützung von all seinen Kollegen und im Besonderen von Florian, der sich nun, da er noch Urlaub hat, um den bevorstehenden Umzug kümmern wird. Es werden Pläne geschmiedet, Umzugskisten organisiert und Andre, in Abwesenheit, zum Schleppen der schweren Einrichtungsgegenstände gezwungen.

Irgendwann kommt das Thema auf die Verlobung, Moritz erzählt mit zitternder Stimme wie aufgeregt er war, was genau passiert ist. Robin stehen Tränen in den Augen, so sehr freut er sich für die Beiden. Fabian gibt den obligatorischen “Jetzt ist dein Leben zu Ende, Tom!” - Spruch zum Besten, worauf alle mit Bier anstoßen. Die Stimmung wird immer fröhlicher, die Bedrohung vom Vormittag vergessen. Um nicht ständig im Mittelpunkt zu stehen fragt Moritz nach ihren Geschenken und wie die Weihnachtsfeier bei den Kollegen war.

Robin berichtet von seiner chaotischen Familiensituation, Stephan ist die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Aber dadurch kommen sie auf das Thema Namensveränderung, was zu munteren Spekulationen führt und Stephans Stimmung deutlich aufheitert: Haben Paul und Erik wirklich um Geld gewettet? Wie lange wird es wohl dauern, bis sie die neuen Namenstags offiziell tragen dürfen?

Tom erzählt vom Brief seiner leiblichen Mutter, bekommt zustimmendes Gemurmel seiner Kollegen. “Du hast eine Familie. Und wenn die nicht mehr sein sollte, hast du immer noch uns” grinst Florian und prostet Tom zu. “Genau!” kommt es von Stephan “Wir sind die einzig wahre Familie die man braucht!”

Tom erzählt dann erheitert, wie Moritz auf dem Flughafen von Prag, als sie ihren Rückflug antreten wollten, noch intensiv gefilzt wurde. Dadurch hatten sie nur etwas drei Minuten, um zum Gate des Fluges zu kommen. Stress am Ende eines wundervollen Urlaubs.

“Du siehst halt echt gefährlich aus, Mo!” scherzt Florian. “Ja, dein Gesicht mit den schönen blauen Augen und den blonden Haaren sieht echt zum fürchten aus!” lacht Stephan. Tom zieht Mo ein wenig näher an sich, als dieser knallrot wird, aber lacht. “Mein kleiner Gangster” sagt er leise, vergräbt seine Nase in Moritzs Halsbeuge. “Awww” ertönt einstimmig und lässt Moritz noch intensiver erröten.

Plötzlich hämmert es wie wild an ihrer Haustür. “Tom? Mo? Macht auf!” schreit eine männliche Stimme. Die Person hämmert weiter, hektisch, laut, energisch. Die Tür zittert leicht in ihrem Rahmen, als Moritz sie öffnet.

Vor ihm steht ein japsender Dennis. Völlig außer Atem, die Hände auf die Knie gestützt, stützt er sich mit seiner Schulter erschöpft am Türrahmen ab. Er spricht abgehackt, Moritz versteht kein Wort. Er zieht Dennis schließlich am Ärmel ins Wohnzimmer, dort plumpst der kleine Bundespolizist völlig erschöpft aufs Sofa.

“Was ist passiert?” “Geht's dir gut?” “Wo ist Erik?” “Dennis. Was ist passiert?” reden alle anwesenden Beamten durcheinander.

Die gute Stimmung ist dahin, Sorge und Entsetzen machen sich breit. Fabian kann die Professionalität, die sich dann im Raum breit macht, regelrecht mit den Händen greifen. Fehlt nur noch, dass jemand gleich einen Block und Stift rausholt und ein anderer die Funke an die Lippen setzt.

Dennis schluckt schwer, keucht nach Luft. Er ist den ganzen Weg von Höhenhaus zum Triberger Weg in Mühlheim gerannt. Seine Knie zittern, er japst nach Luft. Robin kommt mit einem Wasserglas aus der Küche gelaufen. Nachdem Dennis ein paar Schlucke davon genippt hat, hat er sich soweit gefangen, dass er erzählen kann.  
Er sieht in die gespannten Gesichter vor ihm. Alle haben sich vorgebeugt, beobachten den kleinen Oberkommissar aus strengen Gesichtern.

“Erik und ich waren essen” beginnt er dann, zwingt sich selbst zur Ruhe. “Es lief alles super, ich habe versucht, meine Eifersuchtsattacke von vorhin zu erklären. Er hat mir so weit es momentan geht verziehen, wir haben uns gut unterhalten.
Dann war ich auf Toilette.
Als ich kurz darauf wieder zum Tisch zurückkam, war er verschwunden. Seine Jacke hing noch da, seine Tasche stand unter dem Tisch, so, wie er sie dort abgestellt hatte. Ich ging wieder zurück zum Toilettenraum, suchte die Kabinen ab. Ich hab sogar im Frauenklo gesucht, nach drei Gläsern Wein weiß man ja nie. Dann habe ich den Wirt befragt, der hat nichts mitbekommen. Videoüberwachung gibt es in dem Scheißladen auch nicht.
Das ältere Paar am Nebentisch hat nur gesehen, wie er wohl von einer Person mit langen Haaren aus der Tür gezogen wurde. Näher konnten sie nichts beschreiben. Er würde doch bei den Temperaturen nicht ohne Jacke raus,oder?”

Nach dieser Bombe herrscht totenstille im Wohnzimmer.
Alle sitzen mit ernsten Gesichtern da, allen ist klar, was das bedeutet.

Dennis knetet seine Finger, fängt leise an zu schluchzen. “Bitte..ihr müsst mir helfen...ich brauche ihn doch. Er kann nicht einfach weg...Findet ihn…Bitte” seine braunen Augen schießen bittend umher, flehen um Hilfe, bitten um Antworten und blicken mit Unverständnis zu seinen Kollegen auf.

“Sh...sh…” macht Tom, legt etwas hilflos einen Arm um Dennis, der sein Gesicht an Toms Brust vergräbt. Seine Schultern werden von stummen Schluchzern geschüttelt. Ratlos sieht Tom seine Kollegen an.
Plötzlich kommt Bewegung in die Meute vor ihm.
Moritz greift zum Telefon, informiert Klaus und bestellt ihn her. Fabian ruft auf der Wache an, berichtet Martin was vorgefallen ist. Sie sollen eine Handyortung auf Eriks Telefon veranlassen. Martin nimmt alles auf, schickt Paul und Hannah zu ihnen, die sollen den Fall offiziell bearbeiten.
Ben sackt kreidebleich zusammen, wird von Florian betreut. Robin und Stephan fragen nach den Daten des älteren Ehepaares, die Dennis sich unbewusst tatsächlich notiert hat. Tom bleibt bei Dennis, beruhigt ihn, redet leise mit ihm.

Kurz darauf klingelt es, Moritz steht auf und lässt Klaus in die Wohnung. Ihr DGL steht in Trainingshose, Schlabberpulli und hastig übergeworfener Jacke mitten im Raum. Wenn es um seine Jungs geht, lässt er alles stehen und liegen, sogar seinen Mann bei einem gemütlichen Fernsehabend. Er hat die Arme in typischer Pose verschränkt, eine Hand fährt durch seinen Bart. Er lässt sich alles bis ins kleinste Detail nochmal schildern, brummt nachdenklich. Dann fällt sein Blick auf Ben.

Es klopft und Hannah erscheint in Uniform, besorgt gesellt sie sich zu ihren Kollegen. Legt Dennis eine Hand auf die Schulter und notiert sich die Fakten. Paul kommt, hat im Flur mit Martin gefunkt: die Handyortung hat nichts ergeben. Das letzte Signal kam wohl von der A3, danach wurde es ausgeschaltet.

Fabian kommt mit seinem Handy in der Hand wieder in den Raum, geht hinüber zu Dennis und flüstert leise mit ihm. Als dieser hoffnungsvoll nickt, nimmt Fabian Moritz zur Seite und berichtet ihm den Grund seines Telefonats. “Ich habe Simon angerufen, Dennis Zwillingsbruder. Er hat versprochen herzukommen. Er bringt ein paar Sachen für Dennis mit, damit er bei einem von uns oder bei Ihm, Simon, schlafen kann. Ich möchte nicht, dass er jetzt alleine ist, genauso wenig wie Ben.” Sein Blick wandert zu seinem Kumpel, der kreidebleich, die Arme auf seine Oberschenkel gestützt da sitzt und mit seinen Händen sich selbst durch die Haare rauft. Florian streicht ihm etwas hilflos über den Rücken, versucht den Oberkommissar leise zum reden zu bringen. Aber der ignoriert alles um ihn herum vollkommen.
Moritz nickt eifrig: “Er kann gerne bei uns im Gästezimmer pennen. Kein Ding.” Fabian klopft ihm dankbar gegen den Oberarm. Er dreht sich um und folgt wieder dem aufgeregten Stimmengewirr ins Wohnzimmer.

Moritz öffnet, zum dritten mal heute, die Haustür, nachdem es geklingelt hat. Ein unbekannter Mann steht vor ihm, genauso klein wie Dennis, eine Sporttasche in der Hand. “Ich bin Simon. Fabian hat gesagt, Dennis sei hier?” fragt der Mann vorsichtig. Schaut schon um Moritz herum in die Wohnung, versucht seinen Bruder zu entdecken.
Moritz nickt, etwas überrumpelt. Noch ein Zwilling. Meine Güte, die werden Spaß haben auf Familienfesten ist komischerweise das was ihm zuerst durch den Kopf schießt. Dann winkt er Simon durch ins Wohnzimmer.
Der lässt die Tasche einfach neben die Tür fallen, kniet sich vor seinen sitzenden Bruder und nimmt ihn fest in den Arm. “Sie helfen dir. Sie finden ihn” redet er beruhigend auf seinen Zwilling ein, legt einen Finger unter dessen Kinn und zwingt ihn so, aufzuschauen. “Hey, kopf hoch. Das sind die besten Polizisten hier im Raum. Hast du mir zumindest immer erzählt. Wenn sie ihn nicht finden, wer dann?” versucht er seinem Bruder Mut zuzusprechen.
Dennis schaut ihn auch geröteten und verheulten Augen an. Nickt, wischt sich mit dem Handrücken die Tränen ab. “Ich liebe ihn doch. Wieso ist er weg?” Simon nimmt seinen Bruder in den Arm, klopft ihm beruhigend auf den Rücken. “Ich weiß. ich weiß” sagt er, schaut hilflos auf den bärtigen Mann, der neben seinem Bruder sitzt.

Plötzlich schnarrt die Funke in Pauls Hand.
>>15/01 für 15/24<<
>>hört<<
>>Wir haben eine Kamera etwas weiter die Straße rauf vom Restaurant gefunden, auf dem zwei verdächtige Personen zu sehen sind. Wir konnten sie mittels Kameras bis zur Autobahn verfolgen, sie sind auf die A3 Auffahrt Köln-Mülheim in Richtung Leverkusen unterwegs, weitere Auswertung läuft.<<
>>Ja, verstanden<<

Alle blicken gebannt auf Paul. Dennis schaut hoffnungsvoll auf das Funkgerät.
Klaus klatscht in die Hände. “Alle Mann zur Wache. Wer noch fahrtüchtig ist, schnappt sich die anderen Kollegen. Wir treffen uns unverzüglich dort” gibt er gewohnt autoritär Anweisungen. Warten müssen er und seine Jungs zwar egal wo sie sich befinden, aber er hat das Gefühl, dass die Wache ein besserer Ort ist. Wenn es zum Äußersten kommt, haben sie wenigstens Waffen und Schutzkleidung. Ben wird von Florian auf die Beine gezogen. Besorgt schaut Wiebel zu seinem blonden Beamten. “Ben bleibt mit Florian hier” entscheidet er dann, stößt damit auf heftige Gegenwehr.

“Ich komm mit! Es ist meine Schuld, das der Kleine da reingezogen wurde. Ach komm, ihr denkt doch alle das gleiche. Das war dieses Verrückte wieder. Da sie nicht an mich rankommt, muss jetzt Erik dran glauben” wirft er wütend eine Vermutung in den Raum.

Als er sieht, das bei den Worten “Erik” und “dran glauben” auch die restliche Farbe aus Dennis Gesicht weicht, beißt er sich auf die Lippen. “Wir finden ihn schon, weit können sie nicht sein” legt er dem kleinen Beamten eine Hand auf die Schulter. Sie sind wohl die beiden Personen im Raum, die sich am meisten Sorgen machen.
Wiebel mustert Ben nachdenklich: bleich, ausgelaugt und mit wild abstehenden Haaren, gibt er ein jämmerliches BIld ab. Dennis daneben sieht auch nicht besser aus. Beide Beamten sehen aus, als würden sie bei der nächsten schlechten Nachricht zusammenbrechen.
“Da reden wir noch drüber, Ben. Aber gut, komm mit. Florian du bleibst bitte die ganze Zeit bei ihm” lässt sich Wiebel breitschlagen. Die Sorge um einen Streifenpartner ist zerfressend, da will er Ben in seiner Nähe haben, um rechtzeitig reagieren zu können. Und Florian ist vernünftig, der wird sicherstellen, das der blonde keine Dummheiten anstellt.

Hannah und Paul fahren ins Restaurant um nochmal mit dem Wirt zu sprechen. Alle anderen machen sich auf den Weg zur Wache.

“Diese Ungewissheit macht mich verrückt!” murmelt Fabian wenig später auf dem Rücksitz, Robin dreht seinen Kopf und schaut besorgt nach hinten. Stephan fährt hinter Moritz her, der Dennis, Simon und Tom zur Wache mitnimmt.

Florian und Ben fahren im eigenen Auto, Wiebel brütet auf dem Rücksitz und plant die weitere Vorgehensweise, überlegt eine Möglichkeit Dennis und Ben zurückzuhalten, sollten sie Erik finden. Er hält große Stücke auf Ben und Dennis, aber er weiß auch, das Erik wie ein Bruder beziehungsweise ein Liebespartner für die beiden Männer ist. Da weiß man nie, wann die Beherrschung flöten geht.
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