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Wie Sonnenblumen im Winter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
André Matthäus Ben Decker Florian Winter Robin Sturm Stephan Sindera Tom Mayer
27.11.2019
24.05.2020
90
140.547
11
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Dieses Kapitel
1 Review
 
23.03.2020 1.134
 
Florian fährt mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht zu Bens Wohnung. Leise dudelt das Radio, ansonsten ist kein Geräusch im inneren des Wagens zu hören.
Ben und Erik sind eingeschlafen. Dösten, eingelullt von der Wärme und dem leichten Schaukeln des Autos bereits nach kurzer Zeit weg.
Nach wenigen Minuten Fahrt kommt er vor dem Wohnhaus zum stehen und stellt den Motor ab. Florian nutzt den Moment und schießt ein Foto. Wer weiß, wozu das mal gut ist, grinst er verschmitzt. Er überlegt gerade, wo Ben wohl seinen Ersatzschlüssel deponiert hat, da dringt eine leise Stimme von hinten an sein Ohr: “Danke fürs fahren. Ich nehme Erik mit zu mir auf die Couch. WIr haben morgen wieder zusammen Dienst, da kann er auch bei mir pennen.” Florian hört, wie die Tür geöffnet und leise geschlossen wird, dann geht die andere Hintertür auf. Er steigt aus, hängt Ben die Tasche aus dem Kofferraum um die Schultern. “Brauchst du noch Hilfe?” fragt er mit Blick auf den tief und fest schlafenden Erik. Ben überlegt kurz, nickt dann. “In meiner hinteren rechten Hosentasche sind die Hausschlüssel. Wenn du eben aufschließen könntest?” bittet er seinen Kumpel, der auch direkt zugreift. Ben legt sich den rechten Arm von Erik um die Schultern, schiebt einen Arm unter dessen Beine und sein anderer Arm stützt dessen Rücken. Den kleineren Beamten sicher im Arm, steigt er hinter Flo die Treppen bis in seine Wohnung hoch. Langsam werden seine Arme lahm, da bemerkt er erleichtert, dass Flo mitdenkt. Sein Kollege öffnet alle Türen bis ins Wohnzimmer, klappt die Couch mit wenigen Handgriffen aus und geht schon hinüber ins Schlafzimmer um Decke und Kissen zu holen.
Ben legt Erik sanft ab, zieht ihm anschließend vorsichtig die Schuhe und Jacke aus. Erik seufzt leise im Traum auf, murmelt etwas unverständliches und dreht sich von Ben weg. Flo kommt mit dem Bettzeug wieder und schiebt Ben, der völlig übermüdet einfach stehen geblieben ist, in Richtung Schlafzimmer. “Pack dich hin, ich mach das hier fertig” besänftigt er Ben. Dieser dreht sich nach  einer Umarmung für Flo schließlich ab und verschwindet im Schlafzimmer. Aber nicht, ohne ihm auch einen Platz zum schlafen anzubieten. Flo verneint lächelnd und deckt Erik zu. Dann schleicht er auf leisen Sohlen aus der Wohnung, zieht die Tür hinter sich zu und fährt nach Hause.
Sein eigenes Bett ist immer noch das Beste.  
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Während der fahrt wirft Tom immer wieder einen besorgten Blick zu Moritz auf dem Beifahrersitz. Der hat die Augen geschlossen, schläft aber nicht, sondern streicht unbewusst über seine alte Wunde. “Wenn du nicht bald aufhörst mich anzustarren und dich gefälligst wieder auf die Straße konzentrierst, dann kommen wir auch heile zu Hause an” murrt Moritz. Er spürt genau, dass Tom ihm solche Blicke zuwirft. Aber der Tscheche macht sich nur unnötige Sorgen. “Wenn wir zuhause sind, reibe ich es sofort mit der Creme vom Arzt ein, versprochen!” schiebt der Blonde hinterher. Tom brummt zustimmend, ist aber nicht restlos überzeugt. “Wir beobachten es weiter. Sollte es wieder aufgerissen sein oder auch nur wieder angefangen haben blau zu werden, liefere ich dich persönlich beim Arzt ab” verspricht Tom.
Diese aus purer Liebe gesprochenen Wort lösen in Moritz etwas aus. Mit so viel Fürsorge kann er nicht wirklich umgehen. Ist es auch nach über einem Jahr Beziehung mit Tom immer noch nicht gewohnt, dass ihm jemand bei Verletzungen hilft. Früher musste er sich immer selbst helfen, wenn er vom Arzt kam wurde er wegen seiner Schwäche von Ponales ausgelacht. Das jetzt jemand bei ihm war, der sich nicht nur um sich selbst kümmerte und nahm was er gerade wollte, sondern auch von sich aus Hilfe anbot, trieb Moritz Tränen in die Augen.
Sein altes Leben war tatsächlich vorbei. Eine unbeschreibliche Wärme stieg in seinem Inneren auf, verbreitete sich in seinem ganzen Körper und ließ ihn gleichzeitig lachen und weinen.
Tom bekam den Schock seines Lebens, als Moritz aus heiterem Himmel anfing zu weinen. Er fuhr bei der nächsten Gelegenheit rechts ran und nahm Moritz einfach in den Arm, darauf bedacht die Wunde nicht zu berühren. Er schob seinen Freund eine Armlänge weg und fragte ernst: “Schmerzt es so doll? Soll ich direkt zum Arzt fahren?” Besorgt mustern eisblaue Augen das schöne Gesicht. Zu seinem Erstaunen schüttelte Moritz den Kopf und fängt plötzlich an zu lachen. Jetzt war Tom nur noch verwirrt. Etwas hilflos schaut er seinen Partner an.
Moritz beginnt seine Gefühle zu erklären. Reden ist schließlich immer noch die oberste Devise um Missverständnisse auszuräumen. Was der kleine von sich gibt, treibt Tom eine Röte ins Gesicht.
So rot war er schon lange nicht mehr geworden. Er legt Moritz eine Hand an die Wange, streichelt kurz, lässt sie dann einfach nur an Ort und Stelle liegen.
Er blickt Moritz tief in die Augen und zwingt seinen Freund, der gerade seinen Kopf beschämt senken wollte, ihn direkt anzusehen. Er will, dass die nächsten Worte wirklich bei Moritz ankommen. “Das ist selbstverständlich, Schatz.” Moritz fängt an zu lächeln.
“Na, endlich lächelst du wieder. Das kam in letzter Zeit viel zu wenig vor” quengelt Tom gespielt und konzentriert sich wieder auf den Verkehr. Er biegt auf die Straße, bringt die letzten Kilometer zu ihrer Wohnung schnell hinter sich.

Dort angekommen, steigen sie aus und laufen direkt durch ins Schlafzimmer. Ihre Taschen lassen sie im Flur einfach fallen, ausräumen können sie auch morgen. Die Wohnung ist lauwarm beheizt, im Schlafzimmer sind die Rollos bereits runtergelassen worden. Einzig eine der beiden Nachttischlampen taucht den Raum in heimeliges Licht. Moritz setzt sich aufs Bett und schält sich müde aus den Klamotten, als Tom plötzlich vor ihm steht. Er schaut auf, will gerade nach dem Gegenstand in Toms Hand greifen, als Tom die Salbe aus seiner Reichweite zieht. “Hinlegen und T-Shirt aus” befiehlt Tom in einem Ton der keinen Widerstand duldet. Moritz hebt erstaunt die Augenbrauen, gehorcht aber und zieht sein T-Shirt aus, legt sich flach auf den Rücken.
Mit sanften, liebevollen Kreisen trägt Tom die Salbe auf, kommt schließlich mit einer Hand auf Moritzs Brust zum erliegen. Die andere legt er an die Wange seines Freundes und blickt in das zarte Gesicht. Er hat gemerkt, dass Moritz sich während der Behandlung angespannt hat und sieht nun, dass sich Tränen in den Augen seines Geliebten gesammelt haben. “Gleich wirds besser” flüstert Tom, will den ruhigen, entspannenden Moment nicht zerstören. Er streichelt mit sanften Bewegungen die Brust seines Partners, bis er merkt, dass die Anspannung nachlässt. Moritz nickt mit geschlossenen Augen, spürt schließlich, wie der Schmerz langsam nachlässt. “Danke” flüstert er. Er merkt wie sich Toms Hände entfernen, dann legt sich eine Decke über ihn. Er spürt, dass Tom sich neben ihn legt und ihn in seine starken Arme zieht.
Moritz lächelt, so schläft er am liebsten ein. Warm und sicher in den Armen seines Freundes.
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