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Wie Sonnenblumen im Winter

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
André Matthäus Ben Decker Florian Winter Robin Sturm Stephan Sindera Tom Mayer
27.11.2019
24.05.2020
90
140.547
11
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16.03.2020 1.213
 
Als Tom und Moritz am nächsten Abend an der Wache an kommen, müssen sie sich die dicken Flocken von der Kleidung klopfen. Der Schneefall hat zugenommen und zwang alle auf den Straßen langsamer zu fahren. Tom regte sich immer auf, denn er war von der Sorte Autofahrer die ankommen wollten. So schnell es ging, ohne Stau und Schnecken vor ihnen. "Da fährt ja meine Oma besser!" schimpft er gerade als er in die Auffahrt zur Wache einbiegt. Vor ihnen tuckerte ein blauer Volvo in Richtung Parkplatz. Diese und ähnliche Bemerkungen ließ der große Beamten schon den ganzen Morgen über auf seine Mitmenschen los.

Moritz auf dem Beifahrersitz schluckt die aufkommende Bemerkung hinunter und beruhigt sich selbst. Aufregen bringt nichts. Das Thema haben wir schon zu oft durchgekaut. Er war nur froh, dass an diesem Tag Robin und Stephan nicht dabei waren. Die beiden hatten Spätschicht und würden nachher selber zur Wache fahren.  
Nichts sagen denkt er du provozierst ihn nur. Lenke ihn ab! Irgendwie! befiehlt ihm sein eigenes Gehirn und er versucht angestrengt ein Thema zu finden, bei dem er nicht noch mehr Feuer in Toms Aggressivität gießt.

Tom neben ihm brummelt ärgerlich auf tschechisch vor sich hin. Moritz kramt immer noch angestrengt in seinem Gedächtnis nach sanften Themen, als sie auch schon auf dem Parkplatz der Wache zum stehen kommen.

"Wie ist das eigentlich bei deinen Eltern?" fragt er schließlich. Tom schaut ihn nur sauer an, Schnee ist eindeutig nichts für den großen. "Können wir bei ihnen wohnen oder sollen wir uns ein Hotel suchen?" redet Moritz einfach die nächste Frage die ihm in den Sinn kommt. Ablenkung hilft bei Tom am meisten, wenn er auf sich selbst wütend ist. Er legt dem Tschechen einen Arm um die Hüfte, Toms Arm findet automatisch den Weg um Moritzs. Arm in Arm stapfen sie in Richtung Wache. Toms Laune verbessert sich insofern, dass er zumindest die Kollegen ordentlich begrüßt.

Sie klopfen sich die dicken Flocken von der Jacke, da erscheint auch Erik hinter ihnen. Vor Freude strahlend, zieht er seine Mütze vom Kopf und begrüßt die beiden blonden Beamten überschwänglich. "Was ist denn mit dir? Alles gut? Oder gar verliebt?" fragt Moritz auf dem Weg nach unten die in die Umkleide. Tom war schon vorgelaufen, grummelte immer noch leise vor sich hin.

"Nee, das nicht. Ich liebe Schnee einfach. Hoffentlich darf ich heute raus, Schnee ist ja wohl das beste was es gibt!" plaudert Erik gut gelaunt. Moritz lacht und scherzt mit ihm noch weiter.
Tom knallt seine Spindtür zu und verschwindet nach oben in die Wache. Erstaunt dreht sich Erik zu Moritz um: "Habt ihr Streit?"
Moritz schüttelt den Kopf. "Nimms nicht persönlich. Er hasst Schnee und die Autofahrer heute morgen haben ihm dann endgültig die Laune verhagelt. Der sollte heute auf keinen Fall raus." Erik nickt verstehend. Sie schnappen sich die Waffengürtel, holen ihre Dienstwaffen aus dem Schrank und gehen die Treppe nach oben. Dort empfängt sie Mark, Klaus, der sie direkt in sein Büro winkt und Muri, der Streifenpartner von Tom.

"Mayer und Demir Innendienst. Breuer und Westerhoven Streife, Stein und Decker ebenfalls raus!" verkündet Klaus nach der täglichen Begrüßung. Erik grinst wie ein Honigkuchenpferd, da taucht Ben in der Tür auf. Die Haare ungekämmt, Drei-Tage-Bart und das Hemd schief geknüpft erscheint er mit dem Waffengurt in der Hand. Klaus blickt irritiert von einem zum anderen. Erik lächelt verlegen, zieht Ben an der Hand zur Tür hinaus, bevor der DGL einen Vortrag über vorschriftsmäßiges Aussehen eines Polizeibeamten loslassen kann. Auch die restlichen Beamten verschwinden an ihre Plätze beziehungsweise ins Auto und schon startet der Tag.
Tom verschwindet am Funk, Muri nimmt den ersten Besucher des Tages direkt mit in eines der Büros.

Nach ein paar Minuten kommt Muri zu Tom in den Funkraum und bittet um eine Fahrzeugfahndung. Auf dem Kofferraum sei ein besonderes Logo abgebildet. Als er die Beschreibung dessen an Tom weitergibt, stutzt dieser kurz. Nach genau dem gleichen hat mich Stephan letztens gefragt. Und jetzt hat jemand ein Auto mit demselben Logo gestohlen gemeldet. Wird das hier die neue Mafia von Köln oder was?

"Tom! Hallo?" holt ihn Muris Stimme in die Realität zurück. Tom schreckt hoch, entschuldigt sich und gibt die Fahndung an die Streifen draußen weiter.

Muri läuft, innerlich Augen verdrehend, zurück ins Anzeigenbüro und geht nochmal genauer auf das Logo ein. Er wird das Gefühl nicht los, dass der Typ vor ihm etwas verschweigt.

Moritz und Marc kommen mit zwei betrunkenen Jugendlichen auf die Wache, deren Eltern informiert werden müssen. Moritz verschwindet zu Tom in den Funkraum und gibt die Personalien durch, während Marc auf die beiden Chaoten acht gibt.

Plötzlich wird die Tür aufgerissen und ein aufgelöster Max erscheint. Wild schaut er sich um, erkennt Moritz von hinten und rennt durch den Tresen auf die beiden Beamten zu. Marc schaut erschrocken auf, zieht ärgerlich die Augenbrauen zusammen und will nach dem Arm des ihm unbekannten Reinstürmers packen. Er bekommt ihn nicht zu fassen und kann nichts weiter tun als seine Kollegen verbal zu warnen. Die beiden blonden Beamten stehen mit dem Rücken zur Tür und wissen noch nichts von dem hektischen Besuch. Nur Marcs lautes "Hey, da dürfen sie nicht rein. Hallo. Kommen Sie zurück. Mo pass auf, da kommt einer!" lässt die beiden erstaunt aufblicken. Moritz dreht sich abrupt um, Tom wird vom quakenden Funk abgehalten sich weiter mit dem Eindringling zu beschäftigen. Er gibt Moritz mit einem klaps auf den Rücken zu verstehen, dass er Ruhe braucht.

"Max!" ruft Moritz, der zuerst erkannt hat, um wen es sich handelt. "Ist etwas passiert?"
Tom muss sich wieder auf den Funk konzentrieren, also übernimmt Moritz den Ankömmling. Beim gestressten Anblick von Maxs Gesicht, packt ihn Moritz am Ellenbogen und zieht ihn in das nächstgelegene Anzeigenbüro. Er schließt die Tür und verfrachtet Max auf den Besucherstuhl. Hektisch schaut Max sich um: "Ist Robin hier? Oder Stephan?" Moritz schüttelt den Kopf, schaut besorgt auf den Bruder seines besten Kumpels. "Was ist denn passiert?" fragt er ruhig nach und legt beruhigend eine Hand auf Maxs Oberarm.


Die Eltern der Jugendlichen kommen und nach einem kurzen Gespräch mit Marc nehmen sie ihre Kinder mit nach Hause. Allen ist die Begeisterung, ihre Kinder morgens um 5 auf einer Polizeiwache abzuholen, ins Gesicht geschrieben.

Verwundert läuft Marc durch die Wache auf der Suche nach seinem heutigen Streifenpartner. "Moritz!" ruft er laut.

"Der kann gerade nicht. Nimm Muri mit" vernimmt er die Stimme von Tom "ist bereits mit Wiebel abgesprochen. Muri macht sich fertig." kaum gesprochen, da erscheint auch schon der Türke in Weste mit den Handschuhen in der Hand. Seine Wunde im Gesicht sieht gut verheilt aus. Zufrieden nickt Marc und nimmt Muri mit auf Streife.

Tom schaut besorgt auf die geschlossene Bürotür, hinter der sich Moritz mit einem Mann unterhält. Moritz meldet sich schon wenn er unterstützt werden willberuhigt sich Tom selbst. Mit einem kleinen, stolzen Lächeln im Gesicht geht er zurück in Richtung Funke. Bis vor kurzen hätte Moritz es nicht ausgehalten alleine mit einem fremden Mann in einem geschlossenen Raum zu sein. Er hat wirklich tolle Fortschritte gemacht.
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