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Wie Sonnenblumen im Winter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
André Matthäus Ben Decker Florian Winter Robin Sturm Stephan Sindera Tom Mayer
27.11.2019
24.05.2020
90
140.547
11
Alle Kapitel
93 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.03.2020 832
 
Der Wintersonnenschein ist einer kalten, klaren Nacht gewichen. Die Sterne funkeln am Himmel und durch die bodentiefen Fenster des Wohnzimmers sieht Moritz eine Winterlandschaft wie aus dem Bilderbuch: schneebedeckte Hausdächer, kleine Flöckchen rieseln sanft auf die Erde und aus den Nachbarhäusern strahlt warmes Licht in die Nacht.

Die Welt scheint ruhig und still.

Genauso ruhig ist es im warmen Wohnzimmer. Beide Beamten liegen auf der Couch, Tom lehnt gemütlich an der langen Seite und hält Moritz zwischen seinen Beinen warm und sicher. Sein linker Arm umfasst locker den Oberkörper, er spürt das regelmäßige heben und senken des schlanken Brustkorbs. Mit der rechten Hand streichelt er durch die Haare, über die Wange und wieder zurück. Seine ruhigen Bewegungen führen dazu, dass Moritz immer schläfriger wird.

Eingekuschelt in bequeme Klamotten, einen übergroßen Pullover von Tom, dicken Socken und einer Decke genießt der Kommissar die sanften Streicheleinheiten seines Partners. Er selbst zieht mit seiner rechten Hand kleine Kreise auf Toms Unterarm, die linke hält sich unbewusst an Toms Arm über seinem Brustkorb fest. Moritz liebt und genießt diese Zeit des Abends ganz besonders, die Ruhe tut ihnen beiden gut. Die schweren Einsätze und persönlichen Probleme scheinen Meilen entfernt und er kann sich ganz auf Tom konzentrieren. Er spürt wie die sanften Streicheleien seines Partners immer langsamer werden und schließlich ganz aufhören. Toms Hand ist an seiner Wange liegen geblieben. Leicht drückt sie sich in seine Backe, strahlt Wärme und Sicherheit aus. Moritz dreht vorsichtig seine Kopf so, dass er zu Toms Gesicht aufblicken kann. Die Augen geschlossen, der Mund leicht geöffnet und mit entspannten Gesichtszügen ist sein Partner tatsächlich eingeschlafen. Moritz lächelt leicht und kuschelt sich zurück in Toms Arme.

Seine Gedanken schweifen ab, fliegen in weite Ferne und tauchen in die Vergangenheit ein. Doch diesmal ist es anders: keine Panik, keine Angst vor der Vergangenheit bei den Gedanken an Ponales. Die Atemnot bleibt aus und er merkt wie die Angst ihn nicht mehr lähmt. Er ist weg. Er macht mir keine Angst mehr. Tom passt auf. Tom… Passt...auf….

Mit diesen Gedanken dämmert auch der jüngere Beamte weg.

Im Halbschlaf spürt er irgendwann eine Erschütterung. Etwas hebt ihn hoch, jemand drückt ihn an eine weiche Brust. Er grummelt leicht als er auf einer weichen Unterlage abgelegt wird. Kurz verschwindet der warme Körper, dann kommt er mit einer warmen Decke wieder. Moritz kuschelt sich an die Heizquelle und dämmert wieder weg. Der große Einsatz fordert schließlich seinen Tribut.

Tom streichelt ein letztes Mal über die weiche Haut an der Wange seines Partners, lächelt und flüstert leise "Schlaf gut, kleiner Tiger!" dann nimmt er ihn schützend in den Arm, legt eine Hand auf Moritzs Hüfte und schläft ein.

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Am anderen Ende des Viertels gehen Robin und Stephan nach einem ereignisreichen Abend erschöpft ins Bett. Auf dem Sofa bei einem leckeren Glas Wein berichtete Robin seinem Bruder, Stephan und Franzi die Ereignisse des Tages. Während Stephan vor Stolz fast platzte, dass sein Partner mit einem coolen Autostunt einen Kollegen und Freund beschützt hatte, warf Franzi ihm nur einen abwertenden Blick zu. Irgendwie schien der Segen zwischen den beiden schief zu hängen. Max gratulierte ihm zwar, war aber sichtlich mit den Gedanken anderswo.

Sie beendeten den Abend nach einer Erzählung Franzis, dass der Zoo in Regensburg ja viel größer und interessanter wäre, der Kölner Zoo kann ihrer Meinung nach einpacken. Als Franzi als erste des Abends im Bad verschwand, berichtete Stephan von seinen Recherchen bezüglich des Tattoos. Max und Robin lauschten gespannt, wagten es nicht ihn zu unterbrechen.

"Das Tattoo gehört angeblich zu einer Gruppe radikaler Jugendlicher, die sich auf brutalste Weise in Norditalien Respekt verschaffen wollen. Angeblich, das betone ich besonders, angeblich unterhalten sie Kontakte zu einer Untergrundorganisation, die ein Anschlag auf den Präsidenten plant. Aber das ist alles reines Gerüchteküche" schiebt er noch beschwichtigend hinterher, als er Max's entsetzten Gesichtsausdruck sieht.

Soviel dazu, dass er dazu gehört. So wie er aussieht, hat er keine Ahnung schießt es Robin durch den Kopf. Sein Bruder legt verzweifelt den Kopf in die Hände. "Bleib ruhig" redet Robin auf ihn ein "noch ist nichts bewiesen und du musst so tun als wüsstest du von nichts." beschwört er seinen Bruder. Dieser nickt schließlich überfordert. "Italien?" fragt er hilflos "Wieso denn Italien?" unsicher steht er auf und wankt ins Bad, nachdem Franzi gerufen hat, dass er kommen kann.

Stephan wirft Robin einen  bedeutungsschwangeren Blick zu und trägt die dreckigen Weingläser in die Küche. Robin folgt mit der Snackschale, in der sich noch ein kleiner Rest der Salzstangen befindet.

"Du musst aufpassen, noch ist zwarnichts genaues bekannt, Aber wir geben nicht auf, bis wir alles wissen. Gib acht auf deinen Bruder. Zur Not schmeißen wir die Tante hier raus" versichert Stephan flüsternd und zieht Robin an der Hüfte mit ins Schlafzimmer. Aufräumen können sie auch morgen früh, jetzt ist kuscheln angesagt.

Er hat Robin noch gar nicht gezeigt, wie stolz er auf ihn ist…
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