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Wie Sonnenblumen im Winter

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
André Matthäus Ben Decker Florian Winter Robin Sturm Stephan Sindera Tom Mayer
27.11.2019
24.05.2020
90
140.547
11
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11.03.2020 2.899
 
Am nächsten morgen schleicht ein Mann leise durch die Gänge der Wache. Er muss vorsichtig sein, denn gerade im Frühdienst sind die Beamten hier besonders ruhig und jedes untypische Geräusch schreckt sie auf. Doch heute scheint das Glück auf seiner Seite zu sein: alle haben die Tür zu ihrem Büro geschlossen und tippen müde auf den Tastaturen vor sich dahin.
Der Weg zur Küche ist frei.

Nur das letzte Anzeigenbüro, die Nummer 6, ist offen. Vorsichtig und leise um nicht sonderlich aufzufallen schleicht die Gestalt an der offenen Tür vorbei. Er schaut dabei geradeaus, seine Körperhaltung zeigt, dass er ganz uninteressiert daher schleicht. Nur seine Augen wandern unruhig hin und her. Er schielt ins Büro und entdeckt Erik, der noch mit Uniformjacke bekleidet bei Ben über die Schulter guckt. Kurz vor ihrem Feierabend diskutieren sie im leisen Ton über eine Sache auf dem Bildschirm, als Erik plötzlich aufschaut.

Ertappt bleibt die Person stehen.

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Robin und Max quälen sich aus den Betten, sie sind von Stephan zum Frühstück decken verdonnert worden. Nachdem die beiden sich gestern wie Kleinkinder aufgeführt haben und die Stimmung im Hause und auf der Wache ordentlich aufgemischten, hat Stephan ihnen nahe gelegt, heute etwas für den Haussegen zu tun. In der Zweisamkeit des ehelichen Schlafzimmers hat Stephan ihm noch erläutert, dass er die Zeit des Besuches über mit Frühstücksdienst dran war. Er solle so den plötzlichen Überfall der beiden, von dem Stephan nicht in Kenntnis gesetzt wurde, wieder gut zumachen. Robin hatte zähneknirschend eingelegt, denn er sah seine Schuld ein. Wenn er etwas vergaß, musste er nun mal mit den Konsequenzen leben.

Während Robin zum Bäcker fährt, deckt Max den Tisch und kocht Kaffee. Bei den Gedanken an die Zimtschnecken, die selbstverständlich auch auf den Tisch kommen, grinst er wie ein Honigkuchenpferd vor sich hin.

Sein Schwager kommt gähnend die Treppe hinunter und wirft ihm ein gebrummeltes "Guten Morgen. Gut geschlafen?" entgegen. Max nickt mit guter Laune und fragt nach Stephans Schlaf. Als diesem der Kaffeeduft in die Nase steigt wird er wacher und bekommt tatsächlich so etwas wie Smalltalk am Morgen hin. Da die beiden Beamten heute arbeiten müssen, erzählt Max von dem Plan in Zoo zu gehen. Dabei will er versuchen Franzi etwas auf den Zahn zu fühlen, was sie im Schilde führt und woher sie Julia Mertelli kennt.

Stephan äußert seine Bedenken, dass Robin schon soweit hineingezogen wurde. Max legt ihm daraufhin beruhigend eine Hand auf die Schulter und beteuert ihm, dass Robin mehr aushält als Stephan ihm zutraut. Als hätte er gerochen, dass sie über ihn sprechen erscheint Robin in der Küche, wirft Stephan einen finsteren Blick zu und verschwindet im Badezimmer. Max zieht verwundet die Augenbrauen hoch und sieht Stephan fragen an. "Ärger im Paradies?" fragt er. Stephan winkt nur verärgert ab.

Als Robin nur in Boxershorts vor der Badezimmerür steht, ist diese verschlossen. Von innen hört er laufendes Wasser und seufzt herzzerreißend auf. Frauen und ihre Zeit im Badezimmer. Das war für ihn schon immer ein Kreuz das er zu tragen hatte. Als es ihm zu bunt wird, hämmert er gegen die Tür: "Mach hinne, ich muss auch noch ins Bad. Was macht ihr Frauen, da immer so lange drin?" Selbst nach Jahren mit seiner Mutter, zwei Brüdern einer Schwester und einem Vater, der auch sehr auf sein äußeres achtet, ist es für Robin ein Rätsel, wie man so lange im Bad verbringen kann. Sich seinem Schicksal hingebend, sinkt er an der Wand zu Boden und wartet geduldig, bis die Tür aufgeht. Eine frisch geduschte Franzi erscheint und verschwindet nach unten um sich an den fertig gedeckten Tisch zu setzten. Robin stuzt kurz, denn er erhascht einen Blick auf das Tattoo an ihrer Schulter. Unter der Dusche grübelt er lange und intensiv, wo er dieses schon mal gesehen hat.

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Er hat es tatsächlich fast unbemerkt in die Küche geschafft. Erik hatte nur kurz aufgesehen, genickt und sich ohne etwas zu sagen direkt wieder Ben zugewandt. Er konnte seinen Plan also ungehindert fortsetzen.

Am Kühlschrank der Wache angekommen sucht er die Dose mit der Aufschrift "Winter" und nimmt diese vorsichtig heraus. Aus seiner Hemdtasche zieht er einen Klarsichtbeutel und öffnet die Dose mit dem Pastagericht seines Kollegen. Er streut mit einem selbstzufriedenem Grinsen die roten Flocken auf das Gericht, rührt sie mithilfe eines Löffels sorgfältig unter die Nudeln und schließt die Dose mit einem teuflischen Grinsen. Er steckt den Löffel in die Spülmaschine, schließt die Box sorgfältig und legt sie zurück in den Kühlschrank. Mist ärgert sich die Gestalt wie genau hat die Dose gestanden? Er schimpft sich innerlich, nicht aufmerksam genug gewesen zu sein und hofft dass es dem Besitzer nicht auffällt, wenn die Dose anders im Kühlschrank steht. Nachdem er seinen Plan vollendet hat, steckt er das Tütchen schnell ein und macht sich daran, Kaffee zu kochen. Als Beamter mit Dienst am Tresen, ist es seine Aufgabe, dass immer frischer Kaffee da ist.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück und etwas Verdauungszeit machen sich Robin und Stephan auf zu ihrer täglichen Laufrunde. Max und Franzi wollen die letzten warmen Sonnenstrahlen im Garten genießen und gemütlich in den Tag starten.

Während sie laufen bemerkt Robin, dass seinem Mann irgendetwas quer im Magen liegt.
Als sie Pause machen um sich zu dehnen, sprudeln die Sorgen aus dem Spanier hinaus. Er habe ein schlechtes Gefühl bei Franzi, besonders jetzt, da die Verbindung zu Mertelli klar ist. Er mache sich Sorgen, dass Robin in etwas reingezogen wird, wo er nicht alleine rauskommt.

Robin lauscht den Bedenken seines Mannes und nimmt ihn schließlich in den Arm. Hilflos steht er daneben und kann nicht wirklich Trost spenden. Stephan weiß, dass er zu neugierig ist. Zu beteuern, er würde sich nicht einmischen würde als Lüge schnell entlarvt werden. Deshalb erzählt er von seiner Entdeckung auf Franzis Schulter. Das Tattoo kann er beschreiben, aber Stephan sagt es nichts. Er meint, man müsse den Hessen fragen. Der kennt sich doch mit sowas aus.

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Robin, Stephan, Tom und Moritz kommen kurz nach der Mittagspause auf die Wache. Nach dem ordnungsgemäßen Anmelden beim DGL stehen folgende Streifenpartner für heute fest: Tom fährt mit Muri, Robin und Moritz bilden das zweite Streifenteam und Stephan hält hier mit Florian die Wache sauber.
Erik kommt ihnen breit grinsend in Privatklamotten auf dem Flur entgegen. Ben ist schon weg.

"Ich weiß wer es war!" murmelt der Polizist mit den stahlblauen Augen mehr zu sich selbst. Hinter ihm erscheint ein wütender Florian, schwitzend und knallrot im Gesicht diskutiert er, wild mit den Händen fuchtelnd, mit Fabian. Das er dabei anscheinend seine Zunge nicht spürt und er stark lisbelt, führt dazu, dass ihn keiner seiner Kollegen ernstnimmt und bei seinem Wutausbruch nur lauter lachen müssen. Dadurch regt sich Florian nur noch mehr auf. Was Fabian, Erik und Ben nur noch lauter zum lachen bringt. Ein Teufelskreis.

Hinter Florian entdecken die vier einen schadenfroh lachenden Fabian. "Das war die Rache für meine Pflanzen, du eiskalter Killer!" nachdem er den Satz gesagt hat, nimmt Fabian die Beine in die Hand und verschwindet so schnell es geht nach unten in die Umkleidekabine. Florian bleibt wie ein begossener Pudel stehen. "Waff?" fragt er verwirrt.

Genauso verwirrt schauen ihn die vier Beamten an. Stephan und Tom laufen kopfschüttelnd in ihr jeweiliges Büro. Sie wollen gar nicht genau wissen was hier schon wieder los ist.

Moritz und Robin bleiben neugierig stehen und beäugen einen schwitzenden Florian. Der erklärt Ihnen mit Tränen in den Augen: "Gut, daff ihr da feif. Fabian, der blöde Hund, hat mir abfichtlif Chili imf effen gerührt." Robin bekommt bei den Worten und dem Kopfkino einen Lachkrampf. Moritz schaut eher ein bisschen entsetzt drein. "Ich muss noch eben zu Wiebel, dann können wir los Rob" verkündet er und verschwindet wieder im Büro des DGL.

"Trink ein bisschen Milch. Das sollte wenigstens mit dem brennen helfen" versucht Robin unter Lachtränen seinem armen Kollegen zu helfen. "Ich habe nachher noch eine Frage an dich. Nicht direkt losrennen bei Schichtende. Ok?" bittet er den Kollegen dazubleiben. Verwundert nickt Florian bloß und setzt sich grummelnd in Richtung Funke in Bewegung. Stephan bezieht mit einer dampfenden Kaffeetasse hinter dem Tresen Aufstellung und bearbeitet liegengebliebene Anzeigen. Dabei fällt ihm eine besonders ins Auge: Strafsache Julia Mertelli steht in Großbuchstaben auf dem Deckblatt. Merkwürdig. Ich dachte die ist längst bei der Staatsanwaltschaft. Vielleicht finde ich hier etwas zu dem Tattoo? Überlegt Stephan und blättert neugierig die Akte durch.

"Hast du Moritz gesehen?" wird er wenig später von Robin unterbrochen. Kopfschüttelnd schaut er auf. Sein Mann seufzt auf und scharrt ungeduldig mit den Hufen. "Er wollte nur kurz mit Wiebel etwas klären. Aber ich will so langsam los!" drängelt der kleinere vor ihm.

"Während du wartest, kannst du mir ein paar Fragen beantworten" nimmt Stephan seinen Mann direkt ins Kreuzverhör. Er schiebt die Akte über den Tresen, dreht sie so, dass Robin drauf blicken kann. Mit dem Zeigefinger tippt er auf ein Bild und sieht Robin fragend an. Dieser schaut nochmal genau auf das abgedruckt Foto und nickt schließlich. "genauso sah es aus. Das ist definitiv das Tattoo von Franzi. Was ist das Stephan? Woher hast du das? Ist das ne Gang oder so?" Robin rasen gerade tausende Gedanken durch den Kopf. Wo ist sein Bruder da reingeraten? Sind diese Typen ernsthaft gefährlich? Gehört sein Bruder gar dazu?
Stephan legt seinem Mann einen Hand auf den Unterarm. "Beruhige dich. Ich lese hier weiter und stelle noch ein paar Nachforschungen an. Das ist die Akte von Mertelli, aber genaueres zu dem Tattoo werde ich in Erfahrung bringen. Du fährst nun erstmal mit Moritz raus" bestimmt er, als er Moritz aus seinem Augenwinkel entdecken kann.

Er reicht den beiden ihre Jacke über den Tresen, teilt ihnen den Rufnamen mit und schon verschwinden die beiden Beamten nach draußen.

Tom taucht auf, erkundigt sich nach Muri und zieht besorgt die Augenbrauen zusammen, als Stephan ihm mitteilt, dass er den Türken heute noch nicht gesehen hat. Florian meldet von hinten, immer noch leicht lispelnd, dass jemand vor der Tür steht. Stephan drückt den Summer, Tom öffnet die Tür und ein abgehezter Erik in Privatklamotten erscheint. "Kommt schnell mit raus. Muri prügelt sich." und schon dreht sich der Kleine direkt wieder um, sprintet die Treppenstufen hinunter und lässt zwei verwirrte Beamte stehen. Die reagieren allerdings nach zwei Sekunden und sprinten ebenfalls die Treppe hinunter, rennen nach draußen vor die Wache und den lauten Stimmen hinterher.

"Scheiß Türke, nimmt uns guten Deutschen alle Arbeitsplätze weg" hören Tom und Stephan gerade, als auch schon das unglaubliche geschieht. Der Skinhead holt zum Schlag aus, Erik drängt sich vor Muri, schubst ihn damit aus der Zone und kann sich gerade noch unter dem Schlag weg drehen. Er kickt dem Mann die Beine weg. Da dieser allerdings deutlich größer und um einiges schwerer als der zierliche Beamte ist, begräbt er diesen unter sich.

Tom fängt Muri, der schon ein blaues Auge hat, Stephan versucht den Skinhead von Erik zuziehen. Während des Handgemenges schmeißt dieser weiterhin mit Parolen um sich, die auf eine Zugehörigkeit zur Nazi-Zelle schließen lassen.

Der Typ kommt Stephan irgendwie bekannt vor, aber er kann sich im Moment nicht darauf konzentrieren. Tom ruft ihm zu, dass er mit Muri reingeht um sich das Auge in Ruhe anzusehen. Stephan nickt und schafft es in dem Moment Erik von dem Mann zu befreien. Er dreht ihn auf den Rücken, Erik rappelt sich auf. Ein paar Schürfwinden sind zu erkennen, ansonsten hat der Beamten nichts abbekommen.

"Direkt vor der Wache. Wie dreist ist das denn" regt Erik sich auf. Stephan versucht inzwischen, dem netten Herren Handschellen anzulegen. Da dieser sehr breit gebaut ist, benötigt er allerdings noch Kabelbinder. Gemeinsam mit Erik führt er den Schläger in die Wache, direkt durch in sein Büro.

Florian steht hinter dem Tresen, holt gerade Desinfektion und eine Mullbinde aus dem Erste - Hilfe - Kasten. Er kann über so eine Tat nur den Kopf schütteln. Er dreht sich mit beladenen Händen in Richtung Besprechungszimmer in dem sie Muri verarzten, als ein kopfschüttelnder Wiebel auf dem Flur erscheint. Hinter sich hört Florian die Tür aufgehen und die laute Stimme von Stephan die Erik zum Erste Hilfe Kasten schickt und anmeldet, dass er mit der Person vor sich ins Büro geht. Florian besieht sich Erik näher und erkennt kleinere Schürfwunden, die nur gesäubert werden müssen. Wiebel übernimmt das, schickt Florian mit den Sachen zu Muri.

"Was war denn da passiert Muri?" fragt Tom, als er sich die Wunde genauer ansieht. Ein kleiner Cut am linken Auge, der wieder vollständig verheilen wird. Halb so schlimm. Viel schlimmer wiegt eher die Tatsache, dass ein Beamter so aggressiv angegangen wurde. "Das würde mich auch mal interessieren" ertönt die Stimme von Wiebel, der mit Erik und dem Medizinmann Flo im Zimmer erscheint. Dieser macht sich auch sogleich an die Arbeit und versorgt die Wunde seines Kollegen und Freundes.

"Ich weiß selbst nicht so genau. Also ich bin normal hier zur Wache gefahren, ausgestiegen und hab mich auf die Rückbank gebeugt, um meine Sachen zu nehmen. In dem Moment klopft dieser Mann an meine Scheibe und benötigte angeblich dringende Hilfe von der Polizei. Ob ich ein Polizist sein. Ich stieg aus, der Typ erkannt wohl mich als Türke und fing direkt an die üblichen Beleidigungen loszulassen. Von einem wie mir würde er sich nicht helfen lassen. Ob es auch vernünftige Polizisten gäbe und so weiter. Ihr kennt das ja. Ich habe mich deutlich als Polizist zu erkennen gegeben"
bei diesen Worten nickt Wiebel zufrieden, Tom legt besorgt eine Hand auf die Schulter seines Partners.
"Ich habe ihm nur höflich meine Hilfe als Beamter angeboten, auch gesagt, das hier die Wache wäre und wir gemeinsam hineingehen könnten. Da ist er vollkommen ausgerastet. Er wurde sich von einem Ölauge wie mir nichts sagen lassen und ich solle ihm mal einen Beamten herholen, der wirklich etwas zu sagen hat. Er bestehe darauf, als guter deutscher braver Bürger von einem deutschen Polizisten angehört zu werden. Auf meine Schlichtungsversuche ist er gar nicht eingegangen, hat stattdessen direkt zugeschlagen. Dann kam auch schon Erik. Und kurz darauf ihr. Danke nochmal, Jungs. Der hätte mich grün und blau geschlagen. Ich glaube, der wollte sich nur prügeln und hat einen Grund gesucht" beendet Muri seinen Bericht.
"Man, man, man" kommt es von Wiebel. "Wenn es nicht geht, fährst du nach Hause. Dann muss Erik übernehmen. Ansonsten findet ihr mich in Büro. Ihr wisst ja: Anzeige wegen Widerstand, Körperverletzung und so weiter. Muss ich euch ja nicht sagen." Mit einem nicken in die Runde verlässt Wiebel den Raum und geht zu Stephan.

Erik hat sich auf den Stuhl fallen lassen, muss selbst erstmal von dem Angriff erholen. Außerdem hat der Mann wohl etwas bei ihm eingequetscht. Seine Rippen Schmerzen ein wenig, aber es fühlt sich nicht nach etwas schlimmeren an. Florian tastet die Stelle vorsichtig ab, gibt Entwarnung. Muri hält ihm die Hand hin, Erik schlägt ein. "Danke kleiner." Erik nickt, fragt nach ob nicht doch ein RTW kommen soll. Und ob Muri sich einsatzbereit fühlt. Der Türke nickt, mit einem Pflaster sei alle tutti. Erik soll nach Hause gehen und sich ausruhen. Schließlich sei er morgen zur Frühschicht wieder hier.
Erik verlässt nach Rücksprache mit Wiebel die Wache. Tom und Muri machen sich nach einem Tee auf nach draußen. Fußstreife ist angesagt.

Stephan hat derweil im Büro das Gefühl er hätte etwas verpasst. Der Mann vor ihm ist wie ausgewechselt. Total ruhig und mit sanfter Stimme als würde er vom Wetter erzählen, berichtet der Mann was er eigentlich hier wollte. Er möchte sich zum Thema Einbruchschutz beraten lassen. Als er den "Assi" vor der Tür gesehen hat, hätte er nur versucht, die deutsche Polizei sauber zu machen. Solche Leute wie der Türke können doch wohl nicht bei der Deutschen Polizei arbeiten. Da geht das Vaterland ja vor die Hunde. Stephan kocht innerlich vor Wut. Anders kann er es nicht beschreiben. Er kann nicht klar denken und würde dem Mann gerne ein paar Takte über Toleranz, Respekt und vernünftige Erziehung sagen, als sein Chef reinkommt. Er beißt sich sprichwörtlich auf die Zunge, als er zu hören bekommt, was Muri berichtet hat.

"Ich bin gebürtiger Deutscher mit spanischen Wurzeln. Ich glaube nicht, dass Herr Truge weiterhin mit mir sprechen möchte. Ich schicke euch Florian rein" mit gepresster Stimme springt Stephan auf und verlässt fast fluchtartig das Büro. Ruft nach Florian.
Vor ihm erscheinen Tom und Muri. Geknickt fragt sich Stephan, wie oft seine Kollegen solche Situationen draußen wohl aushalten müssen.
"Entspann dich Stephan. Wir haben schon viel schlimmeres gehört und gesehen. Nur der Cut ist was neues" versucht Muri etwas lustiges aus dieser Situation zu ziehen. Tom lacht bitter auf und nickt zustimmend. "Traurigerweise hat Muri recht. Also zerbrich dir nicht den Kopf Stephan. Dadurch wirst du nur verrückt. So etwas kann man nicht nachvollziehen. Egal wie sehr wir es auch irgendwo verstehen wollen. Anzeige geht raus, danach ist die Sache erstmal erledigt" versucht er den Spanier zu beruhigen. "Und wir beide verschwinden jetzt" Damit schiebt er Muri nach draußen.

Florian erscheint und nach einer kurzen Lagebesprechung tauschen sie für die Dauer der Vernehmung ihre Plätze.
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