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Horseland-Kurzgeschichten

KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
26.11.2019
26.12.2020
4
5.384
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04.08.2020 1.191
 
Hi Leute,
Ich habe heute mal was zu der Folge "Ein Dieb auf Horseland" verfasst. Ich fand es nämlich immer schon sehr komisch, dass Sarah beim Fund der Sachen so gelassen reagiert. Das musste doch einen Grund gehabt haben. Grüße gehen raus an JaliceTo. Nein ich shippe die beiden immer noch nicht leidenschaftlich, aber ein bisschen Fluff ist nie verkehrt, oder?
Lg
Cruella de Vil
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Das war doch die Höhe! Schluchzend stürzte Sarah aus dem Speisesaal. Tränen flossen teils aus Wut, teils aus Enttäuschung.
Das hätten sie nicht so gemeint, sagte Benni. Wie denn? Haben ihre Freunde, ihre besten Freunde, sie etwa als Dieb bezeichnet? Als ob sie jemals was klauen würde. Als ob sie jemals ihre besten Freunde bestehen würde. Automatisch leiteten ihre Beine ihr den Weg. Den Weg zu ihrem Pferd Scarlett.
"Ach meine Süße", schluchzte sie. Die Tränen sie langsam verebten würden wieder mehr, der Körper von Schluchzen geschüttelt. So groß war die Enttäuschung, die Wut und die plötzlich gefühlte Einsamkeit.
Sie wusste nicht, wie lange sie in das schwarze Fell weinte, als zwei Arme sie von hinten an den Hüften nahm und sie an eine männliche Brust gezogen wurde. Beruhigend strichen die Hände über ihren Rücken, während sich das Mädchen ausweinte.
Als sie sich beruhigte, stand sie noch eine Weile an den Körper geschmiegt und genoss die sanften Berührungen. Der herbe Geruch nach Pferd, Stall und etwas Deo lullte Sarah ein. Nur langsam erwachte sie aus ihrem Tranceartigen Zustand und schob sich ein Stück von ihrem Gegenüber weg.
Als sie hochsah, blickte sie in hellblaue, besorgte Augen.
"Möchtest du reden?", fragte Will sanft. Kein übliches 'Alles okay? ' oder 'Was ist los?'.
"Weiß nicht.", antwortete Sarah leise. Immerhin war Benni Willis Cousin. Und war das nicht eine Art verpetzen? Allerdings war ja eh egal was die anderen von ihr dachten, oder?
"Okay.", murmelte der Junge, "Wenn du es weißt, sag bescheid, ja?"
"Danke", entgegnete Sarah und sah Will dankbar an.
Sarahs Magengrummeln unterbrach den Moment und Sarah hatte den Eindruck, Will konnte sich nur mit Mühe dem Augenkontakt entziehen.
"Da hat wohl wer sein Mittag verpasst.", lächelnd schob der Blonde das Mädchen von sich und sah sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
"Ja, aber ich möchte nichts essen." Denn Essen bedeutete den Speisesaal zu betreten. Und im Speisesaal waren drei Personen, die Sarah nicht sehen wollte.
"Nichts essen oder nicht unter Leute?" Konnte Will eigentlich Gedanken lesen?
"Nicht unter Leute", murmelte Sarah und sah auf den Stallboden.
"Super, ich nämlich auch nicht.",mit den Worten zog der junge Reitlehrer das Mädchen am Handgelenk mit sich. Etwas verunsichert folgte Sarah.
Die beiden gingen zum blauen Herrenhaus und blieben an der Tür zur großen Küche stehen, welche durch eine große Durchreiche mit dem Speisesaal verbunden war.
Will klopfte dreimal gegen die Tür und die Köchin Susanne öffnete diese. Sarah hatte immer ziemlichen Respekt vor der Frau gehabt. Denn entgegen des Klischees einer Köchin, war diese Frau groß, hager und stetig schlecht gelaunt.
Doch als diese Will sah, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck von genervt zu einem strahlendem Lächeln.
"Hat der feine Herr es auch mal wieder nötig sich hier blicken zu lassen? Komm rein Blondi. Du möchtest bestimmt was zu Essen abstauben, oder?" Mit einer einladenden Geste, scheuchte ich Will und Sarah in die Küche und ging an die Küchenschränke.
"Blondi?", fragte Sarah verblüfft und Will stöhnte.
"Susanne ist die einzige, die mich so nennen darf. Hat mit meiner Haarfarbe zu tun."
"Besser als Barbie, nicht? Wollt ihr auch Apfel-Kuchen? Eva hatte heute morgen gebacken. ", kam es gut gelaunt von der Köchin, welche etwas in Papiertüten beförderte.
"Wenn schon Ken. Ja gerne.", entgegnete Will lachend. Die Papiertüten und ein paar Brotdosen landeten in einem kleinen Korb, welcher Sarah in die Hand gedrückt wurde.
"Passe auf, dass er ordentlich isst. Sonst muss ich das ganze gute Essen weg schmeißen." Gehorsam nickte die Teenagerin und lächelte vorsichtig.
"Danke Susanne.", fröhlich umarmte Will die Frau und die beiden verließen die Küche.

Wenig später hatten es sich die beiden Jugendlichen auf einer Wiese etwas Abseits von Horseland bequem gemacht. Um sie herum standen Sandwiches, Obst, Gemüse und Kuchen.
"Susanne ist ja wirklich nett, aber wer soll das alles essen?", zweifelnd sah Sarah auf das Buffet.
"Sie orientiert sich halt am Essverhalten von Benny." Wills Lachen endete abrupt, als er Sarahs traurige Miene sah.
"Was ist los? Was hat Benny gemacht?", fürsorglich legte er eine Hand auf ihre Schulter. Sarah seufzte.
"Nicht nur Benny. Er und Alma und Molly behaupten, dass ich die klauen würde. Die ganzen Sachen, welche in letzter Zeit verschwanden... Ich soll das gemacht haben. Aber ich war das nicht. Versprochen." Beinahe schon fliegend sah das Mädchen den Älteren an und erntete einen liebevollen Blick.
"Ich glaube dir. Aber wie kommen die anderen darauf, dass ausgerechnet du die Sachen hast? "
"Weil mir wohl als einzige nichts fehlt. Wobei, ist bei dir was weg gekommen?" Automatisch hob Will die Hand und tastete beinahe suchend an seinem Brustkorb. Dabei wurde sein Gesicht traurig, beinahe verzweifelt. Nun sah Sarah es auch.
"Deine Kette fehlt! Die mit dem Hufabdruck!" Mechanisch nichte der Junge, fing sich dann aber wieder.
"Ja, die habe ich bestimmt verlegt."
"Die hast du immer getragen. Sie ist dir wichtig, oder?"
"Es ist so ziemlich das letzte was ich von meinen Eltern bekommen habe."
Sarah beschloss nicht weiter nach zu fragen und konzentrierte sich auf das Essen. Einige Zeit später blödelten die beiden herum und beide vergaßen für einen Moment ihre Sorgen.

Will äppelte gerade eine Weide ab, als zwei schlanke Hände ihm von hinten die Augen zu hielten. Verblüfft ließ er die Forke los und legte seine Hände auf die anderen. Als die Hände von seinen Augen genommen wurden, baumelt stattdessen etwas anderes vor seinem Gesicht herum. Der Junge brauchte eine Sekunden um sich zu orientieren. Als er seine Kette erkannte, nahm er sie und drehte sich schwungvoll um. Sarah stand vor ihm und erwiderte sein breites Strahlen. Überschwänglich umarmte Will das Mädchen, welche diese Umarmung völlig genoss.
"Danke. Danke, Danke, Danke!" Will schien für einen kurzen Moment den Tränen nah zu sein, "Ich dachte die wäre weg. Für immer!"
"Alles gut." Nun strich Sarah Will beruhigend den Rücken.
"Du bist wundervoll.", wisperte der Junge der Blondine ins Ohr und brachte sie so zum erröten.
"Ach. Eigentlich hat Alma sie gefunden. Eine Elster hatte sie und all die anderen fehlenden Dinge in ihrem Nest."
"Trotzdem bist du wunderbar." Will löste sich ein Stück von dem Mädchen und blickte ihr fest in die Augen.
"Darf ich dich küssen?" Die Frage kam anscheinend aus dem Affekt heraus. Will schien sie aber nicht zu bereuen. Sarah lief währenddessen tiefrot an. Und erwiderte seinen intensiven Blick.
"Gerne!"
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