Walk Through the Fire

GeschichteDrama, Romanze / P18
Kelly Severide OC (Own Character)
26.11.2019
08.01.2020
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26.11.2019 1.623
 
Ich war so überpünktlich gewesen, ich war natürlich aufgereget an meinem ersten Arbeitstag als Anwärterin auf der Feuerwehrwache 51 und dann gab es einen mega Unfall.

Ich rief Chrief Boden an: „Sir, ich bin Liz Stacy, ich habe heute meinen ersten Tag auf ihrer Wache als Anwärterin. Ich habe noch eine halbe Stunde bis Schichtbeginn, ich denke ich komme zu spät. Hier auf der Kreuzung Wabash und Michigan Avenue gab es einen Massenunfall, ich komm gerade nicht vom Fleck und ich werde schauen, ob ich helfen kann, bis Polizei und Feuerwehr da sind.“

„Selbstverständlich, ich melde es dem Department, wir werden ausrücken“, ein Auto krachte in meine Fahrerseite, „Stacy? Stacy?“

Mein Kopf schmerzte höllisch und ich blutete an der Stirn, als ich wieder zu Bewusstsein kam, brauchte ich ein Moment zur Orientierung und versuchte meinen Puls zu beruhigen. Ich konnte nur über die Beifahrerseite herausklettern, die Fahrertür war komplett verzogen und eingedellt.   Ich schnappte mir noch meine Tasche und stemmte meinen Kofferraum auf, holte alles Werkzeug raus, es war nicht viel, aber vielleicht brauchte ich was. Es war ein heilloses Chaos auf der Kreuzung, ich schalte wie auch Autopilot und lief die Autos ab, in einem roten Familienauto, schrie eine Mutter um Hilfe.

„Ma'am ich bin Feuerwehrfrau. Sind sie verletzt?“

„Mein Kopf schmerzt, ich habe noch drei Kinder, sie sind alle ansprechbar. Wir kommen hier nicht raus“ Die Türe klemmen und es riecht nach Benzin!“

„Verdeckt alle eure Augen, ich breche das Fenster auf und dann lege ich was darüber und ihr klettert heraus.“ Ich konnte die Familie retten und ihr helfen, kurz danach brannte das Auto.

Wieder hörte ich Hilferufe, viele konnten aus ihren Autos aussteigen, weil es typische Auffahrunfälle waren. An einer Brücke hing ein junger Mann, ich sicherte mich provisorisch ab, suchte mir ein Abschleppseil und ließ mich runter zu ihm, half ihm und er konnte an mir hochklettern. Dabei rutschte ich fast ab, weil er so panisch war und meine Sicherung war auch nicht gerade die professionellste.

Mein Rücken tat weh und die Arme wurden langsam müde. Aber ich konnte diese Menschen nicht im Stich lassen, es gab einige Verletzte, andere klemmten noch in ihren Autos fest und einzelne Fußgänger waren wo auch in den Unfall verwickelt worden. Ich schnaufte mal eine Minuten durch,ich hatte zum Glück eine Flasche Wasser dabei, trank sie in einem Zug aus und machte weiter., die Leute hatten Angst und ich noch etwas Kraft über.

Endlich kamen Einsatzkräfte, darunter auch von meiner Wache, ich hing zwischen Autos fest, versuchten einem Mann zu helfen. „Stacy?“, ein Mann schaute zu mir, „Ich bin Lieutenant Severide von der Rüstgruppe 3. Sind Sie Stacy?“

„Ja das bin ich, ich brauche Hilfe, kann die Rüstgruppe die Wagen auseinander ziehen. Hier ist ein eingeklemmter Mann, er hat einen Puls, aber ich kann ihn nicht genau sehen.“ Oh war ich erleichtert über die Hilfe.

„Alles klar, ein Team kümmert sich um den Mann und ich helfe Ihnen.“ „Danke“, ich griff nach seiner Hand und ließ mir helfen.


Mit der Drehleiter fuhr ich auf die Wache, mein Auto war ein Totalschaden. Es war zwar alt und nicht das Schickste, aber es fuhr und so große finanzielle Sprünge konnte ich auch nicht machen.

„Liz Stacy, ich bin Chief Boden. Sie haben da einen verdammt guten Job gemacht. Dawson und Shay sollen Sie durchchecken. Sind Sie sich sicher, dass Sie die Schicht antreten und beenden wollen?“

„Ja Sir, darf ich meine Osteopathin anrufen, ich hab mich etwas verrenkt.“ Durch ihre Hilfe konnte ich meine allererste Schicht überstehen.

„In Ordnung“, Chrif Boden ging, er musste bestimmt einen Einsatzbericht schreiben.

Nach einer Stunde kam Julia, meine Osteopathin, davor checkten mich die Sanitäterinnen durch, die Platzwunde war im Prinzip die einzige, äußere Verletzung, ein paar Kratzer hatte ich noch, aber nicht so schlimm. Im Gemeinschaftsraum baute Julia ihre Trage auf: „Oh man Liz du hat aber Muskeln drauf gepackt und bist verklebt.“

„Ja das stimmt“, sie zog an der Haut, meine Faszien waren durch die Verspannungen verklebt, „Hilf mir einfach., mein Rücken tut weh.“

„Okay, das wird wehtun.“ Sie reckte mich ein, es tat höllisch weh. Drei Wirbel musste sie korrigieren, beim Letzten schrie ich, es hat so weh, mir kamen die Tränen. Sie massierte mich noch etwas und klebte gefühlt auf meinem halben Körper Kineseotape auf.

„Das sollte dir helfen! Aber eigentlich würde ich jetzt zu jedem anderen Patienten sagen, ruh dich aus.“ Julia räumte alles zusammen.

„Es ist mein erster Tag. Ich bin noch dazu eine Frau, eine der wenigen Feuerwehrfrauen, ich darf keine Schwäche zeigen. Ich muss es durchziehen. Es wird es schon schwer genug werden sich ihren vollständigen Respekt zu verdienen.“

„Okay, melde dich falls du noch eine Behandlung brauchst. Wärme hilft dir auch gegen die Verspannungen und so lange Ruhe nach der Behandlung wie es geht, ist am besten. Dein Körper braucht Ruhe.“

Es war nett gemeint von ihr, aber ich musste jetzt durchhalten, ein erster Tag. Ich bin Anwärterin. Ja ich machte mir Druck, aber ich wollte es so sehr, hab hart dafür gearbeitet.


„Das hörte sich übel an“, Severide stand neben mir und wollte auch einen Kaffee.

„Ja es war auch Schmerzhaft, es ist aber eigentlich schon weg, das Tape hilft gegen die Verspannungen. Keine Sorge ich bin bereit für Einsätze.“

„Ja du hast einen sehr guten Job gemacht, als Anwärterin gleich so zu reagieren und agieren, das Abseilen war erstklassig. Hast du Rüstgruppen-Kurse belegt?“
„Ja alle“, antwortete ich.
„Respekt.“ Er ging und ich starte auf seinen Arsch, der war knackig und er ein heißer Typ. Oh je er war einer meiner Vorgesetzten auf der Wache, ich sollte solche Gedanken verbannen.


Gegen Mittag kam auf einmal Yvonne auf die Wache, wir arbeiteten im Klamottengeschäft gemeinsam, in meinem noch Nebenjob. „Oh Liz, meine Liebe“, sie fiel mir um den Hals. „Was ist los?“

„Ich hab den Unfall in den Nachrichten gesehen und dich auch. Du ...“

„Es geht mir gut, du bist doch nicht deswegen da?“, ich war etwas verwundert über ihren Besuch.

„Auch deswegen, aber ich muss dir danken. Du hast meine Schwägerin und meine Nichten und Neffen gerettet. Ihr Auto ging kurz danach in Flammen auf. Du hast sie gerettet!“, sie umarmte mich wieder und weinte, „Ich kann dir gar nicht genug danken.“

„Das musst du nicht, es ist mein Job und ich war einfach gerade in dem Moment dort.“

„Ich werde dich jeden Abend in meinem Gebet erwähnen, dir danken und Gott um einen Schutzengel für dich bitten.“

Es war so lieb von ihr, mir kamen die Tränen: „Danke Yvonne.“

Sie drückte mir eine silberne Kette in die Hand: „Es ist der heilige Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute.“ Also zog ich die Kette an, die Geste war so lieb und ich wusste, dass sie es Ernst meinte.

„Ich habe noch ganz viel Essen für euch alle dabei“, sie nahm mich mit zu ihrem Auto. „Das war nicht nötig.“ Sie hatte eine Wurst- und Käseplatte vorbereitet, frisches, selbstgemachtes Brot, einen Kuchen und eine Schlüssel mit Obst.


„Du kennst sie?“, Hermann haute direkt rein.

„Ja wir arbeiten bei meinem Nebenjob zusammen. Ich arbeite im Einzelhandel für ein paar Stunden, um mein Konto auszugleichen und günstig Klamotten zu shoppen. Sie ist eine meiner Vorgesetzten, die stellvertretende Filialleitung. Sie ist streng katholisch, eine richtige Mama, eigentlich immer. Sie hat drei tolle Kinder und einen netten Mann. Man ist immer bei ihr willkommen.“

„Wow, seid ihr alle so?“, fragte Hermann weiter.

„Wir sind wie eine kleine Familie. Yvonnes Essen ist sehr lecker, diese Platten macht sie immer wenn wir alle gemeinsam brunchen oder frühstücken.“ Das Team dort war besonders.

„So ist es bei uns auch, wir sind eine Familie“, Casey der Lieutenant der Drehleiter bediente sich auch, „Wir zählen auf dich und du kannst auf uns zählen.“


Nachdem alle zu Mittagessen hatten, spülte ich die Boxen von Yvonne und räumte die Küche auf. Als Anwärterin war kochen und putzen in der Regel meine Aufgabe, das war okay, ich hatte damit kein Problem. Schon kam der nächste Einsatz, ein Brand in einem Einfamilienhaus, mein erster Brand. Wir konnten alle retten und ich durfte auch rein und helfen, war mitten in den Flammen.

„Gratuliere dein erster Brand und mit Bravur bestanden“, Casey klopfte mir auf die Schulter.

„Danke Lieutenant. Ich geh duschen und dann koch ich das Abendessen.“

„Sehr gut, ich hab Hunger“, rief Mouch, „Was gibt es denn?“ „Einen Auflauf mit Gnocchi, asiatischem Gemüse, Tomatensoße und Hühnchen überbacken mit Käse.“ „Wow, du kochst genauso gut wie Mills.“

„Ja das stimmt. Ist nicht immer so einfach die Kerle zufrieden zu stellen“, Mills stand neben mir, „Ich kann dir beim Schneiden helfen.“

„Gerne, du das Gemüse und ich das Fleisch.“

„Ach ja?“, er hob eine Augenbraue.

Ich nahm das Fleischmesser und schärfte es mit gekonnten Handgriffen: „Ja ich bin eine Metzgerstochter, ich kann mit Fleisch und Messern umgehen.“ Ich scherzte etwas mit Mills, er war ein netter Kerl, der letzte Anwärter vor mir.

Als das Abendessen um war, haute ich mich aufs Ohr, es war schon 1 Uhr, der Einsatz hatte alles verzögert. Eigentlich war ich todmüde, aber der Tag ließ mich nicht los, ich dachte nach. Also stand ich nochmal auf und ging an die frische Luft. Die soll ja müde machen und ich dachte ein paar Mal tief durchatmen würde mich beruhigen. Na ja es beruhigte, in dem ich weinte, die Last alles fiel von mir, ich konnte umschalten bei Einsätzen, eine Art Autopilot, ich spielte die lockere und selbstbewusste Anwärterin, um ja nicht Schwäche zu zeigen. Denn ich wusste ich musste kämpfen und mich beweisen, vielleicht noch mehr als andere Anwärter.

Gegen zwei war ich endlich müde genug und schlief, bis halb sieben, ich machte noch etwas Rührei für alle und dann war meine aller erste Schicht zu Ende.