TSW - Der Bodyguard

von Hopy1x2y
GeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
26.11.2019
12.12.2019
32
61.139
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03.12.2019 2.338
 
Derek

Ich hatte in der Nacht kaum Schlaf gefunden. Ständig sah ich Clara vor mir und spürte ihren warmen Körper an meiner Brust. Es wäre so toll gewesen, wenn sie an meine Tür geklopft und wir zusammen die Nacht verbracht hätten. Aber wahrscheinlich machte ich mir nur etwas vor. Sie war wohl doch nicht an mir interessiert und ich interpretierte ihre Signale, die sie mir zu senden schien, falsch. Ich sollte mich nicht an irgendwelche Wünsche klammern und mich auf meine Aufgabe konzentrieren.
Als ich an ihrem Zimmer vorbei nach unten in den Frühstücksraum ging, hörte ich, wie sie die Dusche im Badezimmer aufdrehte. Sofort sah ich das Bild ihres nackten Körpers vor meinem inneren Auge und es kostete mich einige Mühe, meine gleichmütige Fassade aufrechtzuerhalten. In Momenten wie diesen fragte ich mich, wieso ich das Leben nicht so wie jeder normale Mensch genießen konnte - und gab mir doch sogleich selbst die Antwort: weil du eben kein gewöhnlicher Mann bist.
Es dauerte noch über eine halbe Stunde, bis Clara im Frühstückszimmer erschien. Ich sah ihr sofort an, dass sie kaum Schlaf gefunden hatte, was ja auch nicht ungewöhnlich war, wenn man bedenkt, welchem Stress sie zuletzt ausgesetzt gewesen war.
»Morgen!«, begrüßte sie mich. Eigentlich war es weniger ein Gruß, sondern mehr ein Knurren, das aus ihrer Kehle kam. »Ja, ich weiß, ich bin zu spät«, fuhr sie fort, ohne ihre Augen mehr als einen Spaltbreit zu öffnen. »Ich hatte eine beschissene Nacht.«
Wie reagiert man auf eine extrem schlecht gelaunte Frau? In meiner Ausbildung war das Kapitel nicht sehr ausführlich behandelt worden. Normalerweise könnte es mir auch egal sein, aber ich wollte Clara etwas aufmuntern. Ein Kompliment kommt immer gut an, also entschied ich mich für diese Vorgehensweise.
»Du siehst heute Morgen sehr hübsch aus!«
Anscheinend hatte ich etwas Falsches gesagt, denn den Blick, den sie mir schenkte, konnte man auch mit viel Wohlwollen nicht als freundlich bezeichnen.
»Ach ne! Und sonst sehe ich wohl hässlich aus? Ist es das, was du mir sagen willst? Hast du deswegen letzte Nacht wohlig geschlummert? Ach, vergiss es!«
Sie ging hinüber zum Frühstücksbuffet und ließ mich ziemlich verwundert zurück. Was hatte ich denn gesagt? Es war doch nur ein harmloses Kompliment gewesen. Ich goss uns Kaffee in die Tasse und verdrängte die Frage aus meinem Kopf. Vielleicht vermisste sie ja auch nur ihr Zuhause.
*****
Wir machten uns eine Stunde später, als ich geplant hatte, auf den Weg. Sie hatte während des gesamten Frühstücks kaum ein Wort gesprochen und auf meine Fragen und Vorschläge nur äußerst einsilbig geantwortet. Selbst als ich ihr auf der Karte zeigte, wo das Ziel unserer Fahrt lag, hatte sie den Plan kaum eines Blickes gewürdigt.
Immerhin taute sie im Laufe des Vormittags doch etwas auf, und als wir einen Zwischenstopp einlegten, schien wieder alles in bester Ordnung zu sein. Wir hatten den Wagen in der Nähe eines kleinen Wäldchens abgestellt und gingen ein paar Schritte den Waldweg entlang.
»Hast du eigentlich eine Freundin oder bist du ... verheiratet? Wie stehst du wirklich zu Laura? Empfindest du tatsächlich nichts für sie?«
Die Frage brachte mich doch etwas aus dem Gleichgewicht. »Mit Laura verbindet mich gar nichts, das habe ich dir doch schon gesagt. Und was den ersten Teil deiner Frage angeht: Als Rekrut der Gelben Stufe steht es mir nicht zu, eine Partnerin zu suchen oder gar mit einer zusammenzuleben.«
»Was ist denn das für eine bescheuerte Vorschrift?«
Ich zuckte mit den Schultern. »So sind nun einmal unsere Gesetze.«
»Ziemlich streng, wenn du mich fragst.«
In diesem Moment deutete sie nach vorne, wo sich eine Lichtung vor uns erstreckte. »Das ist absolut traumhaft.«
Ich musste ihr Recht geben. Vor uns lag ein kleiner See, dessen Ufer an drei Seiten von Bäumen gesäumt war. Die Herbstsonne hatte noch genug Kraft, um uns zu wärmen und tauchte das Gewässer in ein zauberhaftes Licht.
»Himmlisch«, flüsterte sie, legte einen Arm um meine Hüfte und schmiegte sich eng an mich heran.
Unwillkürlich strich ich durch ihre Haare und wie beiläufig streichelte ich ihre Wange. Ich spürte ihre verführerischen Kurven an meinem Körper und sah das wilde Verlangen in ihren Augen, als sie zu mir hochblickte. Der Duft ihrer Erregung stieg mir in die Nase und verdrängte all die Zweifel, die mich von dem letzten Schritt trennten. Ich konnte mich einfach nicht mehr wehren und merkte an ihrem Verhalten, dass es ihr genauso ging.
Ich ließ mein Jackett zu Boden fallen und riss mir das Hemd vom Leib. Sie knöpfte sich die Bluse auf und befeuchtete ihre Lippen, bevor sie mir mit ihrer Zunge über die Brust fuhr und sie mit leidenschaftlichen Küssen bedeckte. Mit einer Hand öffnete sie den Gürtel meiner Hose und streifte mit der anderen ihre Hose ab. Ich half ihr dabei und berührte sie dabei an den intimsten Stellen. Im nächsten Moment fanden wir uns beide auf dem Erdboden wieder. Es war wie ein Traum, als die letzten Schranken fielen und wir uns unserer Liebe hingaben. Niemals zuvor hatte ich mich mit einer Frau so eins gefühlt wie mit Clara. Ich spürte ihr Erbeben, vergaß alles um mich herum und tauchte ein in einen nie gekannte Rausch der Sinne.
*****
»Bereust du es?«, fragte ich ängstlich, als wir nebeneinander im Gras lagen und ich Tränen in ihren Augen glitzern sah.
»Nein, ich bin nur so ... glücklich.« Sie legte ihren Kopf auf meine Brust und wir genossen die Stille und Ruhe am Ufer des Sees. »Von mir aus könnte es bis in alle Ewigkeit so bleiben.«
Ich strich mit der rechten Hand sanft über ihren nackten Körper und atmete ihren köstlichen Duft ein. Sie war nicht die erste Frau in meinem Leben gewesen, aber mit ihr war es so anders. Beinahe unschuldig und wehrlos hatten wir uns der Liebe hingegeben und ich verspürte das unstillbare Verlangen, sie nie wieder zu verlieren. Aber war es realistisch? Unwillig grunzte ich, weil ich nicht weiter darüber nachdenken wollte.
»Macht dir etwas Sorgen, Derek?«, fragte sie mich.
»Nein, nein, es ist alles in Ordnung.«
Ich betrachtete den Himmel und wusste, dass wir allmählich unsere Fahrt fortsetzen mussten. Für einen kurzen Moment überlegte ich wahrhaftig, ob wir nicht einfach hierbleiben sollten, aber das war natürlich völlig ausgeschlossen. Ich steckte nun verdammt tief in Schwierigkeiten, denn ich hatte gegen eine der Hauptregeln für Rekruten verstoßen, die untersagte, mit anvertrauten Personen eine zu enge Bindung einzugehen. Wenn das hier an die Ohren des Hohen Rates drang, würde man mich in eine Zelle einsperren und den Schlüssel wegwerfen. Und was Claras Vater dazu sagen würde ... ich wollte gar nicht darüber nachdenken.
»Wir müssen weiterfahren«, sagte ich schließlich.
Sie hob den Kopf. »Können wir nicht noch ein wenig im Gras liegen? Es ist so schön friedlich hier.«
Ich drückte sie etwas stärker an mich und küsste sie. »Unser Ziel liegt direkt an der Küste. Dort werden wir bestimmt auch einen wunderschönen Platz finden.«
Sie murrte noch etwas, aber schließlich standen wir auf und suchten unsere verstreute Kleidung zusammen.
»Ich glaube, die hat es hinter sich.« Sie hielt die traurigen Überreste ihrer Hose nach oben, die ich ungestüm zerrissen hatte, als ich half, sie abzustreifen.
»Ich kaufe dir eine Neue.«
Aber ihre Hose war nicht das einzige Kleidungsstück, was unserer Leidenschaft nicht standgehalten hatte. Auch mein Oberhemd machte einen traurigen Eindruck und fiel fast auseinander, als ich es überstreifte.
»Du siehst so unglaublich heiß aus«, flüsterte sie.
»Kleider machen Leute«, erwiderte ich und zwinkerte ihr zu.
Eng aneinandergelehnt gingen wir in Richtung Wagen. Am Waldrand angekommen warf sie noch einen letzten Blick zurück. »Den Ort werde ich wohl nie vergessen.«
»Ich auch nicht!«
*****
Wir wechselten die Kleidung, nachdem wir unser Fahrzeug erreicht hatten, bevor wir die Fahrt fortsetzten. Eine Zeitlang fuhren wir in Gedanken versunken die Hauptstraße entlang, bis Clara das Schweigen brach.
»Da wird Janice Augen machen, wenn ich ihr davon erzähle. Sie ist meine beste Freundin. Ich kenne sie schon seit meiner Kindergartenzeit«, ergänzte sie, als ich sie fragend ansah.
»Ruf sie aber nicht an, bevor dein Vater uns die Nachricht gegeben hat, dass alles wieder in Ordnung ist!«, sagte ich alarmiert. »Niemand darf erfahren, wo wir sind.«
»Nur keine Sorge. Ich würde es ihr bestimmt nicht verraten.«
»Darum geht es nicht. Ich möchte jedes Risiko vermeiden. Es ist ja auch möglich, dass Telefone abgehört und die Anrufe zurückverfolgt werden.«
Sie lächelte spöttisch. »Das klingt ganz schön paranoid.«
»Ich erinnere dich nur ungern an den Versuch, dich umzubringen oder zu entführen!«
Das Lächeln verschwand augenblicklich von ihrem Gesicht.
»Ich wollte dir keine Angst machen«, entschuldigte ich mich. »Dennoch dürfen wir nicht unvorsichtig werden, Clara!«
»Ich habe verstanden«, murmelte sie.
Ich hasste mich dafür, ihr Angst eingejagt zu haben und streichelte tröstend ihre Wange. Sie ergriff meine Hand und küsste sie. Mein Körper reagierte augenblicklich und ich musste mich kolossal anstrengen, nicht sofort auf den Randstreifen zu fahren und sie in meine Arme zu schließen.
»Nehmen wir heute Nacht ein gemeinsames Zimmer?«, fragte sie mich.
»Wir haben ein ganzes Ferienhaus für uns allein«, erwiderte ich leise.
»Das ist herrlich!«
Mein Fahrstil litt bestimmt ziemlich unter ihrer Nähe, ihrer Wärme und unter ihrem Duft, der geradezu betörend auf mich wirkte. Dass sie eine Hand auf meinen Oberschenkel legte, machte es für mich auch nicht einfacher, den Wagen auf der Straße zu halten.
»Vielleicht sollten wir noch eine kurze Rast einlegen«, flüsterte sie, brachte ihren Mund ganz dicht an mein Ohr, knabberte an meinem Ohrläppchen und ließ mich fast den Verstand verlieren.
Irgendwie schaffte ich es, den Wagen noch so weit unter Kontrolle zu halten, um ihn auf einen Rastplatz zu steuern. Kaum hatte ich den Motor abgewürgt, als sich Clara auch schon abschnallte, sich auf den Fahrersitz hinüberzwängte und mein Gesicht mit ihren Küssen bedeckte. Ich suchte nach dem Griff, um den Sitz zurückzuschieben, fand ihn aber nicht. Also stemmte ich einfach meine Füße gegen das Wagenblech und drückte ihn mit aller Kraft nach hinten. Ein kurzes Krachen und wir hatten genügend Bewegungsfreiheit, um uns dem Vergnügen hinzugeben.
*****
Schwer atmend trennten wir uns, nachdem wir beide gleichzeitig den Höhepunkt erreicht hatten. Diesmal hatte nicht nur die Kleidung gelitten, sondern auch die Inneneinrichtung des Fahrzeugs. Ich schmeckte noch ihre Süße auf den Lippen und der ganze Innenraum des Wagens roch nach unserer Liebe. Wie berauscht und angenehm erschöpft richtete ich mich auf, öffnete die Fahrertür und ließ etwas frische Luft hinein.
»Das war himmlisch«, hörte ich Clara sagen. Sie lächelte lasziv, während sie mir in die Augen sah. »Wie lange brauchen wir noch, bis wir unser Ferienhaus erreichen?«
»Wenn wir weiterhin derartige Pausen einlegen, sind wir übermorgen noch nicht angekommen«, erwiderte ich grinsend.
»Oho, beschwert sich da etwas jemand über unsere Freizeitbeschäftigung?«
»Auf keinen Fall«, sagte ich und beugte mich hinüber, um sie zu küssen.
Sie ergriff meinen Kopf und schien nicht gewillt zu sein, meine Lippen freizugeben. »Du siehst nicht nur aus wie ein junger Gott, du küsst auch so«, sagte sie schließlich atemlos.
»Und du bist meine Göttin«, erwiderte ich, auch wenn es mir im selben Moment reichlich kitschig in den Ohren klang.
Ich sah an mir herunter und betrachtete dann sie genauer. »Unser Verbrauch an Kleidung dürfte einen einsamen Rekord darstellen.«
»Dann hoffe ich, dass deine Kreditkarte genauso gut in Form ist, wie alles andere an dir.«
»Darüber brauchen wir uns wohl keine Gedanken zu machen. Allerdings sollten wir uns umziehen, bevor wir vom Vermieter den Schlüssel für das Haus abholen.«
Sie tat enttäuscht und öffnete die Reste ihrer Bluse, um mir einen Blick auf ihre wundervolle Brust zu gönnen. »Gefällt dir etwa nicht, was du hier siehst?«
Das Blut schoss mir in alle wesentlichen Körperteile, während ich die Fahrzeugtür schloss und sie erneut zu mir herüberzog. »Ich zeig dir, wie sehr es mir gefällt.«
»Dann auf ins Gefecht«, lachte sie, bevor ich ihre Lippen mit meinem Mund verschloss.
*****
Die restliche Fahrtzeit überstanden wir, ohne übereinander herzufallen. Die Fahrt gestaltete sich nur reichlich schwierig, weil ich die Schienen verbogen hatte, in denen der Fahrersitz normalerweise einrastete. So wackelte mein Sitzplatz ziemlich, während ich den Wagen unserem Ziel entgegensteuerte. Clara hatte ihren Sitz etwas zurückgestellt, hielt die Augen geschlossen und holte wohl den verpassten Schlaf nach. Ich konnte mich an ihrem Anblick nicht sattsehen und musste mich immer wieder zwingen, der Straße und dem Verkehr mehr Beachtung zu schenken.
Gerade als sie sich räkelte und herzhaft gähnte, bog ich auf den Parkplatz des Ferienressorts ein. In nicht einmal hundert Metern Entfernung konnte ich im Abendlicht die Brandung des Meeres sehen, wie die Gischt aufstäubte und sich die Wellen am Strand brachen.
»Das sieht ja toll aus«, meldete sich nun auch Clara mit einer verschlafenen Stimme.
»Deswegen habe ich diesen Ort auch ausgesucht. Ich habe schon immer vom Meer geträumt und dein Vater hat mir erzählt, dass du früher eine kleine Wasserratte warst.«
»Warst du denn noch nie am Meer?«
Ich schüttelte traurig den Kopf. »Nein, leider nicht. Bisher bin ich nur zweimal aus unserem Refugium rausgekommen und beide Aufträge haben mich in große Städte geführt.«
Sie sah mich misstrauisch an. »Musstest du da schöne Frauen beschützen?«
»Nein, wirklich nicht«, erwiderte ich lachend. »Dort hatte ich es nur mit ziemlich hässlichen Männern zu tun.«
Wir verließen das Fahrzeug und gingen hinüber zur Rezeption. Zum Glück gab es unmittelbar daneben ein kleines Geschäft, welches auch Kleidung im Angebot hatte. Daher konnten wir direkt die Teile austauschen, die wir bei unseren diversen Pausen zerstört hatten. Clara war mit der Auswahl nicht sonderlich zufrieden, fand aber zwei Hosen, die ihr zusagten.
»Nicht weit von hier gibt es eine größere Stadt, wo wir einen längeren Einkaufsbummel unternehmen können«, sagte ich ihr, als wir das Geschäft verlassen hatten.
Das Ferienhaus, welches wir zugeteilt bekamen, war besser eingerichtet, als ich es erwartet hatte. Vom Haus aus musste man nur wenige Schritte gehen, bis man den Sand des Strandes unter seinen Füßen hatte. Nachdem ich unser Gepäck ins Haus gebracht und sie mit ihrem Vater telefoniert hatte, setzten wir uns auf die Veranda. Wir hielten uns bei den Händen, schauten auf das Meer hinaus und hingen unseren Gedanken nach.
»Danke!«, sagte sie nach einer Weile.
»Wofür?«
»Für alles!«
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