✧ Owls Goals ✧

von NIzz
KurzgeschichteHumor, Romanze / P16
Akaashi Keiji Bokuto Koutarou Komi Haruki Konoha Akinori OC (Own Character) Sarukui Yamato
26.11.2019
10.12.2019
3
13061
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Dieses Kapitel
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HEY HEY HEY! Ihr...seid so heftig xD Lest die AN unten, nachdem ihr euch das Kapitel gegönnt habt ;)


ミ๏v๏彡



Limonen und Zitronengras.
Frisch wie eine Frühlingsbrise duftet der Junge vor dir, dessen Grinsen noch immer ungetrübt und breit ist. Als er auch noch seine Arme von sich streckt, als würde er dich - oder die ganze Welt - umarmen wollen, taumelst du erschrocken zurück und stößt unangenehm gegen die Wand hinter dir. Erst als du darauf das Gesicht verziehst, blinzelt der Größere und will etwas sagen, als eine ruhige Stimme ihn unterbricht.
„ Bokuto.“
Der Angesprochene zuckt zusammen und blickt reuevoll hinter sich.
„ Jaaa, Akaashi?“
Sein Tonfall ist noch immer ungewohnt laut, doch hat er einen weicheren Ton angenommen, um aus dem Radar des strengen Teamkollegen verschwinden zu können. Doch dieser mustert den Größeren noch immer mit einer unverändert ernsten Miene und raunt - leise und gefährlich:
„ Wenn du das Mädchen so bedrängst, fällt sie noch in Ohnmacht. Lass es also.“
„ HUH? Aber sie wollte doch sicher ein-“
„ Sag es nicht.“
„ Autogramm von dem besten, nein weltbesten-“
„ Er sagt es wirklich.“
„ ASS HABEN! HEY HEY HE- Eh Akaashi hast du einen Stift?“
„ Unglaublich.“
Angesprochener Schwarzhaariger verzieht missmutig den Mund und scheint schon Fantasien auszuarbeiten, mit denen er den komischen Kauz bestrafen könnte, als deine Schwester sich dazwischen schiebt und so einen viel angenehmeren Abstand zwischen dich und die menschliche Leuchtrakete bringt. Du atmest erleichtert aus und ignorierst das entgeisterte Keuchen des Zurückgewiesenen gekonnt. Yukie bohrt indessen ihren Zeigefinger fest in die linke Brust des Spielers, um dann die Worte zu wählen, die sein Herz durchbohren sollen:
„ Liebster Bokuto.“
Ihre Stimme ist süß wie Honig, doch auch genauso zäh und ihre Augen geschlossen. Der Finger bohrt fester in seine Brust und lässt ihn verstört zusammenzucken. Seine Team Kameraden kichern boshaft. Kurz empfindest du tatsächlich Mitleid mit dem Jungen.
„ Würdest du so lieb sein und meine kleine Schwester nicht derart… belagern?“ Er blinzelt.
Einmal. Zweimal. Dreimal hintereinander.
Um dann den Kopf schief zu legen wie eine observierende Eule. Seine Augen weiten sich auf Tellergröße und seine ganze Haltung drückt Entsetzen und Überraschung aus.
„ Schwes-ter? WOOOOAAAAS?“
Du zuckst erneut zurück und blinzelst nun ebenfalls verdattert über seine Lautstärke.
Was für ein Organ.
Bevor er sich über die fehlende Ähnlichkeit zwischen Yukie und dir aufregen kann, wird er kurzerhand am Kragen gepackt und von dem Schwarzhaarigen - Akaashi? - zurück aufs Feld geschleift. Während er zeternd mit den Armen rudert und sich lautstark beschwert, schwindet sein neugewonnenes breites Grinsen noch immer nicht von seinen Lippen und seine Augen verharren weiterhin auf dir.
Penetrant.
Du wendest müde seufzend den Blick ab und reibst dir den Oberarm, der mit einer intensiven Gänsehaut überzogen ist. Scheint, als würde der Winterwind auch durch den kleinsten Spalt der Hallentür dringen können.
„ … les in Ordnung?“
Du nickst wie betäubt, ohne den Blick von den goldenen Augen des Gaffers zu lösen.
Du würdest nicht als erste blinzeln und nachgeben. Sein Grinsen wird breiter und seine Seelenspiegel funkeln wie Edel-
Metall. Wie nichts weiter als helles Metall.
Deine geistige Ermahnung lässt dich nun doch blinzeln und verwirrt den Blick abwenden. Scheint, als würde der Geruch nach abgestandener Luft und männlichem Schweiß deine Sinne vernebeln. Du greifst mit zitternden Fingern nach dem Türgriff und ziehst die Pforte auf, um in die eisige Luft hinaus zu treten. Auch wenn die Bälle wieder fliegen und geschlagen werden, spürst du alle Blicke in deinem Rücken.
„ Schwes-“
Yukie streckt die Hand nach dir aus, doch du schluckst und blickst über deine Schulter.
Sie hält inne und runzelt die Stirn - besorgt und befangen. Doch schnaubst leise und ziehst den Reißverschluss deiner Jacke höher, um dann leise zu murmeln:
„ Wenn du nach Hause kommst, wird es dein Lieblingsessen geben.“
„ FLEIIIIISCH?!“
„ Bokuto. Das ist dein Lieblingsessen und nicht Shirofukus. Und außerdem: Konzentrier dich.“
Du trittst aus der Halle und schüttelst ungläubig den Kopf, während der Wind deine Gedanken wieder klärt.
Laut wie ein Pottwal und hellhörig wie eine Fledermaus.
Dieser Bokuto ist wirklich verrückt.



ミ๏v๏彡



„ Du hättest anrufen können.“
Ein Seufzen verlässt deine Lippen und deine Augen fixieren die Frau im Türrahmen kurzzeitig.
„ Ich freue mich auch, dich zu sehen, Okaa-san.“
Deine Mutter ist die ältere Version deiner Schwester. Ihre ziegelroten Haare sind von grauen Strähnen durchzogen und die Schnute, die deine Schwester von ihr geerbt hat, ist von Lachfalten umrahmt. Meist trägt sie noch ihre Krankenschwester Uniform und traut sich selten, sie abzulegen - um immer in Bereitschaft zu sein.
Auch jetzt funkeln ihre beigeroten Seelenspiegel freudig und fürsorglich, während sie dich in der kleinen Küche werkeln sieht - auch wenn ihre Worte das nicht unterstreichen. Du ziehst die Schürze fester und erneuerst die Schleife, die sich bereits fransig zu lösen droht. Die wachsamen Augen deiner kleineren Mutter fixieren dich durchgehend und ihre Stimme sprengt ein Loch in deine mühsam gestapelte Schutzmauer.
„ Was hast du nun vor, Kind?“
Du beißt dir auf die brennende Unterlippe. Dutzende Bissstellen haben sich schon in dein trockenes Mundfleisch geprägt und zeugen so von deiner mühsamen Beherrschung. Dreimal musst du den Kloß in deinem Hals herunter schlucken, ehe du mit belegter und gefasster Stimme antworten kannst:
„ Was schon? Ich mache meinen Abschluss und verbringe Zeit mit euch.“ Sie schweigt.
Ein Stuhl wird über den Fliesenboden gezogen und verursacht ein unangenehmes Quietschen. Du umklammerst das Messer in deiner Hand fester und versuchst dich auf die Töpfe auf der Herdplatte zu konzentrieren. Nicht dass dir das Essen überkocht, wie deine Emotionen beinahe.
„ Du weißt… was ich meine.“ Du schließt kurz die Augen und lässt das Messer sinken.
„ Es ist gerade mal ein paar Stunden her, Okaa-“
„ Kind.“
Du blickst zu ihr rüber und bereust es sogleich. Sie betrachtet dich mit dem typisch mütterlich mahnenden Blick, der dich überhaupt mit deinem Vater mit gehen ließ.
Sie weiß alles. Sieht alles. Und macht alles.
„ Hast du dich schon bei einem Club angemeldet?“ Deine Augenbraue zuckt irritiert nach oben.
„ … Okaa. Ich fange doch erst morgen offiziell an.“
Sie seufzt theatralisch gen Decke und erhebt sich, um gemächlich zu dir zu schlendern, schließlich ihre zierlichen Arme von hinten um dich zu schlingen und ihre Stirn an deinen Rücken zu betten. Du verspannst dich leicht bei ihrer Wärme und ihrer vertrauten und zugleich fremden Duftmischung aus Flieder und Desinfektionsmittel.
„ Hat die Fukurōdani nicht einen Kochclub?“
Du zuckst die Schultern und wendest das Fleisch.
„ Kein Interesse.“
Sie schnaubt gegen deinen bequemen Pullover an und löst die Umklammerung noch immer nicht.
Stattdessen presst sie die Hände fester in deine Haut und vergräbt ihre Nase in deiner Kleidung, als hätte sie deinen Geruch sehnlichst vermisst. Ihre Stimme klingt nur nuschelnd an deine Ohren und doch lässt sie dich verspannen:
„ Kunst Club?“
„ Okaa-“
„ Wenn einer sich mit Farben auskennt, dann du, Klecks.“
Du seufzt leise.
Immer wenn du ihr schöne Bilder mit Wachsmalstiften gemalt und präsentiert hast, nannte sie dich so. Farbklecks oder einfach nur Klecks. Du bist dir aber sicher, dass deine ältere Schwester ihr bereits erzählt hat, was heute vorgefallen ist, weswegen sie auch wissen sollte, dass du gerade in den Fängen eines KreaTIEFs bist.
Und doch: lässt sie natürlich nicht locker. Mütter und ihre penetrante Fürsorglichkeit.
„ Du könntest auch einen eigenen Club gründen.“
„ Eher eine Selbsthilfegruppe.“
Du blickst auf und weißt nicht, wie du auf die trockenen Worte deiner Schwester reagieren sollst. Dankbar, dass sie die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat?
Oder beleidigt, weil du sicher nicht in eine Selbsthilfegruppe gehörst? Zu viele Menschen.
Du entscheidest dich für ein stummes Zunicken und beschließt, ihre Portion etwas zu sehr zu salzen. Etwas Rache muss man dir auch zugestehen.
„ Wie war es im CLUB, Räupchen?“
„ Seeeehr gut.“
Deine Schwester schleckt grinsend den Probierlöffel neben dir ab und zwinkert deiner verschwörerisch grinsenden Mutter zu. Du verdrehst die Augen seufzend.
Als ob du direkt in einen Club willst, nur weil sie es „unauffällig“ betont und deine Schwester in einem ist. Sofort kommen dir wieder diese bizarr wachen und aufmerksamen Goldaugen in den Sinn und lassen dich verwirrt die Stirn runzeln.
„ Gomen, dass dich Bokuto heute so belagert hat.“
Du blickst sie flehend an, doch deine Mutter hat bereits ihr Gehör auf ultrasensibel gestellt und quiekt verzückt.
„ Uhhh, der niedliche junge Mann, den du immer zum Lernen mit bringst?“
Du erblasst. Deine Schwester hat häufiger mit ihm zu tun?
„ Ja, Okaa. Und er hat einen richtigen Narren an unserer Pinsel-Prinzessin gefressen!“
Du murrst genervt und streichst dir eine Haarsträhne hinter das Ohr, um dann seufzend den Tisch zu decken und mit ruhiger Stimme zu murren:
„ Ist man in diesem Haushalt nur anerkannt, wenn man merkwürdige Spitznamen erhält?“
„ Ich weiß nicht, was du meinst, Kunstkönigin.“ Du murrst, doch deine Mutter kichert süß.
„ Ich auch nicht, Kochkugel.“
Du zerrst die Schürze kapitulierend von deinem Körper und fährst dir durch das wirre Haar, ehe du die beiden warnend fixierst und dich darauf gähnend streckst.
„ Esst schon mal. Ich habe keinen Hunger.“
Deine Mutter will gerade widersprechen, als Yukie sie intensiv anblickt und dir so einiges erspart.
Fast tut dir deine Salz Rache an die Ältere leid.
„ Sperr ab, wenn du Aktbilder malst!“
Aber nur fast.


ミ๏v๏彡



Weiß.
Leeres, verhöhnendes und langweiliges Weiß.
Der Pinsel in deiner Hand zittert schon, weil du ihn die ganze Zeit in derselben Position vor die Wand hältst. Der Geruch nach Farbe weckt in dir keine Ruhe wie sonst, sondern beklemmt dich eher. Zwei Sekunden später hast du den Pinsel seufzend in das bereitstehende Wasserglas neben der Wand geschmissen und reißt das Fenster deines kleinen Zimmers auf.
Ursprünglich war das hier ein kleiner Nebenraum mit einem simplen Gästefuton und einer Deckenlampe. Mithilfe deiner Schwester hast du die Möbel entstaubt, das Bett unter das Fenster geschoben und die eine Wand so freigeräumt, dass du sie streichen kannst. Doch statt von Kreativität geküsst zu werden, hat sie dich verlassen. Wie alles in deinem Leben.
Mit zitternden Fingern greifst du nach deinem Handy und entsperrst es.

0904

Du hältst inne, als du realisierst, dass diese Zahlenfolge nicht mehr aktuell ist.
Das Datum eures Jahrestages sollte nicht dein Handy sperren.
Der übergroße Pullover von Ten um deinen Körper sollte dich nicht wärmen.
Und das Hintergrundbild deines Smartphones sollte nicht den dunkenden Basketballer zeigen.
Und doch: lässt du alles wie es ist.
Du schmiegst deine Wange in deinen Pullover, streichst über das Bild und sperrst dein Handy absichtlich, nur um wieder diese Zahlenfolge einzugeben. Traurig.
Dein Zeigefinger tippt den grün hinterlegten Anrufbutton an und deine Daumen tippen auf das Bild deines Vaters. Es klingelt nichtmal. Die Mailbox springt an und die tiefe Stimme deines Vormunds verkündet seine Unerreichbarkeit.
Kurz schwebt dein Finger über einer Nummer, hinter der schon unzählige Zahlen stehen.
Deine Augen gleiten müde zur Uhr auf deinem Telefon und dein Herz zieht sich zusammen. Um diese Zeit habt ihr oft telefoniert.
Der Klang seiner Stimme hat dich stets zu neuen Bildern inspiriert. Nachdenklich kaust du dir auf der Unterlippe herum und willst auf den Namen in der Anrufliste klicken, als deine Tür aufgeht und deine Schwester grinsend in den Raum schlendert. Sie trägt bereits ihren Pyjama und hat noch einen Mitternachtssnack in den Hamsterbacken. Ein Wunder, dass du sie überhaupt verstehst.
„ Ich war so frei und habe dir deinen Stundenplan besorgt.“
Du blinzelst überrascht und greifst nach dem essenbefleckten Papier.
„ Eh… danke?“
Kaum zu entziffern mit all den Fettflecken und Krümeln. Yukie leckt sich grinsend die Fingerspitzen ab, ehe sie die Hände summend hinter ihrem Rücken verschränkt und beinahe enttäuscht auf deine leere Wand blickt.
„ Ich hatte gehofft, du hättest ein paar nackte Männer und Früchte gemalt.“
„ … Deine Vorstellung vom Paradies, oder? Essen und Männer?“
Sie kichert nur und betrachtet deinen Koffer, der noch immer ungeöffnet neben deinem Bett ruht.
Ihre Braue zuckt nach oben, als sie das Handy in deiner Hand sieht und ihre träge Stimme bekommt einen leicht drohenden Unterton.
„ Wen wolltest du denn anrufen, Picashu?“
„ Meinst du Pikachu oder Picasso?“
„ Gesundheit.“
Du siehst sie entnervt an, da du genau weißt, dass sie dich mit ihren nervigen Kommentaren aus der Reserve locken will.
„ Niemanden.“
Mit Nachdruck ziehst du das Fenster über dir weiter auf und lässt die nächtliche Winterluft den Geruch nach Farbe vertreiben. Yukie legt den Kopf wartend schief, während du den Plan weiter im schwachen Schein der Deckenlampe inspizierst. Du siehst langsam zu ihr auf.
„ Wo müssen wir dann morgen hin?“ Sie gluckst und verschränkt die Arme vor der Brust.
„ Wir sind nicht in derselben Klasse, schon vergessen?“
Du hältst inne. Das hattest du tatsächlich komplett verdrängt.
Sofort wird dir übel. Der Gedanke morgen allein vor einer Gruppe eingeschworener Menschen zu stehen und dich schlimmstenfalls auch noch vorzustellen, lässt dich bereits dein Testament verfassen. Doch die Hand auf deinem Kopf klapst so fest darauf herum, das nicht lange Zeit für Grübeleien bleibt.
„ Ist mein Schädel ein guter Trommelersatz, Yukie-chan?“
„ Huh? Oh. Gomen. Ich wollte dich nur trösten. Außerdem bist du morgen nicht allein.“
Du wirst hellhörig und hebst das Kinn, als sie deine Schuluniform achtlos über deinen Stuhl schmeißt und sich schnurrend streckt.
„ Du und Akaashi gehen in dieselbe Klasse. Er wird dein Ansprechpartner sein.“
Dein Hirn arbeitet.
Wenn du dich Recht erinnerst, ist der Gemeinte der mit den schwarzen Haaren und der ruhigen Stimme. Du entspannst dich etwas und wünschst deiner Schwester eine gute Nacht.
Allzu schlimm wird es dann morgen wohl doch nicht werden.


ミ๏v๏彡



„ WER IST DEIN MENTOR?! HEY HEY HEYYY!“
„ I-Ich verstehe nicht ganz.“
Deine Blicke gleiten hilflos zu dem müde seufzenden Akaashi, der dir einen kurzen Blick zuwirft.
Er reibt sich den Nacken kurzzeitig, ehe er an seiner blauen Krawatte nestelt, als würde diese ihn einengen. Dann richten sich seine rotguss-blauen Irden wieder auf dich und beinhalten einen leichten Schimmer an Mitleid. Klasse.
„ Hier an der Fukurōdani wird Zusammenarbeit groß geschrieben. Und das beinhaltet auch ein Mentoren-Programm, während dem ältere Schüler den jüngeren unter die Arme greifen und helfen, sich einzufinden.“
Du seufzt leise und blickst zu dem Lachenden, der gerade mit deiner Schwester spricht.
Deine Schläfe pocht bereits und dein Ton klingt flehender als beabsichtigt, als du dich an Akaashi neben dir wendest.
„ K-Kannst du nicht mein Mentor sein?“ Er seufzt leise und schüttelt den Kopf.
„ Wie gesagt. Das muss ein Senpai übernehmen.“
„ Kann das meine Schwester nicht machen?“
Wieder ein Kopfschütteln. Sehr gesprächig ist er ja nicht.
Umso schlechter, dass er nicht dein Begleiter sein kann.
„ Familienmitglieder oder Freunde sind von dem Programm ausgeschlossen. Es soll neue Freundschaften fördern.“
Das Klingeln kündigt den Beginn deiner Pause an und damit den Startschuss für den Eulenjungen. Rau lachend stapft er in das Klassenzimmer, ungeachtet der Blicke, die seinem Rücken folgen. Kurz beneidest du ihn für seine lockere und fröhliche Art, als er plötzlich seine beiden Hände auf deinen Tisch klatscht. Nicht nur einmal. Wie viele Buchstaben hat Mentor?
Genau.
Sechs.
„ M…ega!“ Klatsch.
„ E… ngagierter!“ Klatsch.
„ N… etter!“ Klatsch.
„ T…oller!“ Klatsch.
„ O…wlsome!“ Klatsch.
„ R… etteeeeer!“ Klatsch.
Für die drei folgenden Heys darauf gab es übrigens noch drei weitere Klatscher mit den Händen aneinander. Sah aus, als hätte er sich selbst High Fives gegeben. Beeindruckend.
Du schluckst etwas überfordert und blickst dem Schwarzhaarigen sehnsüchtig nach, der bereits das Klassenzimmer verlässt und dich mit einem übermotivierten Helfer alleine lässt.
„ Also, Birdie. Was willst du wissen?“
Da fällt dir doch tatsächlich eine Frage ein.
„ … Wieso nennst du mich so?“
Er blinzelt verdattert und kratzt sich das Ohr, als wäre ihm diese Frage niemals in den Sinn gekommen. Dann deutet er auf dein Haar, das heute platt und träge ist - so wie deine Gefühlslage.
„ Als du gestern in der Halle standest, standen ein paar Strähnen aus deinem Haar ab wie kleine Federn. Ich kann dich auch Vögelchen nennen? Oya, VÖGEL-“
Erschrocken presst du dein Japanischbuch auf seine Lippen und blickst alarmiert auf die tuschelnden Schüler im Zimmer und Gang. Sie blicken zwischen euch hin und her und versuchen bereits Schlüsse aus dem Kontext zu ziehen, also seufzt du und ziehst das Buch langsam von seinen Lippen zurück.
„ Bitte so nicht. Du kannst mich doch einfach bei meinem Namen nennen.“ Er blinzelt und lacht.
„ Neiiiin! Das ist doch langweilig! Wir sind Mentor und Schüler! Wir folgen keiner Etikette, Küken.“
Wieso. gibt. dir. jeder. dämliche. Spitznamen?!
Er schnappt sich einen Stuhl und zerrt ihn kurzerhand vor sich, um sich dann rittlings darauf nieder zu lassen und sein Kinn grinsend auf die Holzlehne zu betten.
Erneut durchleuchten seine goldenen Seelenspiegel dich wie Scheinwerfer und lassen dich unwohl auf deinem Stuhl herum rutschen. Hat der Typ noch nichts von Privatsphäre gehört?
„ Musst du nicht zum Training?“
„ … Kota? Nein… Koko? Nein, vielleicht eher so etwas wie-“
„ Eh?“
Er blinzelt, als würde er wieder aus einer Trance erwachen und reibt sich lachend den Hinterkopf.
„ Sorry, Birdie. Ich habe die miese Angewohnheit mich in Dingen zu verlieren. Und das war eben, wie du mich nennen sollst.“
Du blinzelst verdattert und reibst dir den Oberarm während du aus dem Fenster blickst und die graue Wolkendecke musterst, die alles trüb und langweilig macht.
„ Ich bleibe bei Bokuto.“
„ Huuuuuuuh? Aber-“
Du blickst wieder zu ihm und lässt ihn erschrocken zurück weichen.
Die Entschlossenheit in deinen Augen scheint ihn zu überraschen. Oder zu verwirren.
Er legt den Kopf schief und mustert dich, ehe er sich urplötzlich ganz nah zu dir beugt, um dir in die Seelenspiegel zu blicken.
Du verkrallst dich überrascht in die Tischkante und beißt die Zähne zusammen, als der Geruch nach Limonen erneut deine Sinne wachrüttelt und dich verwirrt blinzeln lässt.
Kaum nimmst du den sanften Zitrusduft dieses Jungen wahr, ist es, als würden seine Augen heller strahlen und seine Stimme etwas in dir aufwecken. Nur kannst du es nicht benennen und lehnst dich fest in deine knarzende Schullehne, während deine verschränkten Arme hoffentlich genug Mauer zwischen euch bilden.
Falsch.
Seine großen Hände stützen sich auf dein Heft und sein Geruch umgibt dich nun komplett, wo er direkt vor dir steht und dich noch immer anblickt. Als er schließlich grinst, ist es ein anderes als zuvor - ein leichteres und wärmeres.
„ Du bist so ernst, Küken.“
„ Es trägt nicht gerade zur guten Laune bei, wenn ich so genannt werde.“
„ Also wollen wir doch Vögel-“
„ Hör auf das zu sagen!“
Deine knallroten Wangen sind wohl heute das einzige, was deinem Selbst Farben verleiht.
Doch das unterdrückte Lachen gegen den Einband lässt dich das Buch langsam herunter nehmen und in die strahlenden Augen vor dir blicken. Als Bokutos Lider sich etwas senken und sein Grinsen schmaler wird, wird auch seine Stimme sanfter…
Wenn sein Geruch die Frühlingsbrise ist, ist seine Stimme gerade das sanfte Blätterrascheln der Baumwipfel.
Ok genug Zeit mit dem Chaoten verbracht.
Dein Stuhl quietscht laut über den Boden und deine zitternden Hände greifen nach den Büchern vor dir, als du dich räusperst und möglichst nett formulierst:
„ Ich finde es nett, dass du dich um deinen Kōhai sorgst, aber ich komme sehr gut alleine-“
„ Teeeen-kuuuun!“
Dein Herz steht still, während du dir versehentlich auf die Zunge beißt.
Bokuto legt verwirrt den Kopf schief und blickt zu der Tür, auf die ein Mädchen aus deiner Klasse zu tänzelt. Ihre weichen Gesichtszüge harmonieren perfekt mit ihrem offenen Haar. Es streicht sanft über ihre Schenkel, während sie zum Türrahmen eilt und ihre Schultasche an ihre üppige Vorderseite presst.
Verdammt. Dieser knappe, farbige Rock der Schule harmoniert wirklich perfekt mit ihrer femininen Figur. Sie sieht sich suchend um, schürzt ihren niedlichen Kussmund schmollend und hebt ihre perfekt gezupften Brauen, während sie nach ihm Ausschau hält. So niedlich und unscheinbar.
Noch ist er wohl nicht da.
Ohne nachzudenken packst du Bokuto an seinem Handgelenk und zerrst ihn kurzerhand mit dir. Er stolpert überrumpelt hinter her und kommt gar nicht dazu, etwas zu sagen, als du bereits die Stimme im Gang hörst, die dir durch Mark und Bein geht.
„ Hast du lange gewartet, Kleines?“
Sie ist so samten. So weich. So verführerisch. Dein Herz splittert.
„ Vor wem versteckst du dich, Küken?“
Du wirfst ihm einen warnenden Blick zu und weitest die Augen dann erkennend. Verstecken.
Wie es der Zufall will, befindet sich eine Tür direkt neben euch.
Du blickst ihm in die Augen und überlegst.
Eine Sekunde. Und Ten biegt in euren Gang ein.
Zwei Sekunden. Das Mädchen aus deiner Klasse quiekt freudig, als sie ihn sieht.
„ Kük-“
Ohne nachzudenken schubst du ihn durch die Tür und schließt diese knallend hinter dir.
Tiefste Dunkelheit empfängt dich und der Junge bei dir lacht leise und warm an deinem Ohr.
„ Oya, Oya? Was wird das hier?“
Erneut heizen sich deine Wangen auf und lassen dich nach hinten ausweichen.
Also ein paar Zentimeter. Dann hast du die Tür im Rücken und seine Stimme hallt nach, wobei er nun überraschenderweise schweigt. Während du versuchst, dein Herz leiser schlagen zu lassen und dich an die Nähe zu dem frisch duftenden Volleyballer zu gewöhnen, summt er leise vor sich hin und murmelt schließlich leise:
„ Hier riecht es übel.“
Du blinzelst entgeistert und zischst leise:
„ Du riechst nach dem Training auch nicht gerade wie ein Rosengarten.“
„ HUH?! ICH TRAGE DEO!“
Murrend tastest du dich an der Wand hinter dir ab und seufzt erleichtert, als du einen Lichtschalter findest.
Ein leises Surren ertönt und die Glühlampe über euch flackert knisternd, ehe sie leise summend den Raum erhellt. Immer mehr Schemen werden zu klaren Strukturen und deine Augen weiten sich mit jeder Erkenntnis mehr. Kein Wunder, dass Bokuto meinte, dass es stinkt.  
„ Was ist das?“
Fragt dieser verwirrt und will nach einem der Fässer greifen, die in den Regalen verstauben.
Du kommst ihm zuvor und streichst beinahe ehrfürchtig über ein verstaubtes, graues Fässchen.
„ Füller.“
„ KILLER?“
„ Nein. Und wieso schreist du so?! Ich meinte: das ist Tinte.“
Er hebt die Brauen und folgt deinen Blicken, um sich dann hinter dir zu positionieren und die ganzen Beschriftungen zu entziffern. Die Wärme seines Körpers heizt deinen Rücken und sein Geruch nimmt den ganzen Raum ein. Wie konnte er da den leicht bitteren Geruch von Tinte überhaupt wahrnehmen?
Gerade als du ihn darauf hinweisen willst, dass er viel zu nah an dir steht und den Raum langsam verlassen kann, fragt er verwirrt:
„ Was sind das für Zauberwörter. Anthrazit? Asphalt? Rabenschwarz? HAHA! Das muss ich Tsukki schreiben. Aber… ernsthaft. Was ist das?“
Du blinzelst und schmunzelst.
Nur kurz. Nur leise. Doch seine naive Frage hat es bewirkt.
Also drehst du dich nicht zu ihm, sondern greifst eines der Fässer, um dann sanft über die Inschrift zu fahren und leise zu flüstern:
„ Farben, Bokuto. Es sind Farbtöne.“
„ Aber. Ist das nicht alles irgendwie: Schwarz?“
Du drehst dich um und willst widersprechen, doch das ehrliche Interesse in seinen Augen lässt dich stocken und leise schmunzeln.
Erneut.
Du musst aus den Farbdünsten raus.



ミ๏v๏彡



„ Vor wem hast du dich denn jetzt versteckt, Birdie?“
Du zuckst zusammen und hörst für eine Sekunde auf, auf dein Bento zu starren. Die eindringenden Seelenspiegel deines Gegenübers mustern dich forschend - und wandern immer wieder zu dem Fleisch auf deinem Reis. Seufzend schiebst du ihm deine Box rüber und hebst die Braue, als er mit einem lauten Jauchzen danach greift. Bei dem ist auch jeden Tag Feiertag, oder?
„ Alscho?“
Sein Mampfen lässt seinen Nebenmann leise seufzen und dich entschuldigend anlächeln. Du hingegen kannst es nicht erwidern, sondern fährst dir nervös durch die Haarsträhnen. Seltsam, sie so glatt und nutzlos an der Kopfhaut zu spüren. Scheinbar lenkt das Fleisch einen Bokuto nur für ein paar Sekunden ab - Trinkpause inkludiert. Er schmatzt fröhlich und knallt das Glas fest auf den Cafeteriatisch, was seinen einen Team Kameraden - Komi Haruki - erschrocken keuchen und husten lässt.
Deine Schwester grinst breit und nutzt die Zeit, um ihm sein Essen abzuluchsen.
Wo bist du hier nur gelandet?
Schweigend betrachtest du die Volleyballmannschaft, die es sich an deinem Tisch bequem gemacht hat. Es begann mit Bokuto, Akaashi stieß mit deiner Schwester hinzu. Darauf folgte die andere Managerin Karo - nein Kaori - mit den Sommersprossen und hatte die übrigen Kameraden im Schlepptau. Und schon war der Tisch voll, die Gespräche laut und deine Ruhe vorbei.
„ Oi. Oi. Oi.“
Die Stäbchen des Älteren trommeln rhythmisch auf deiner türkisen Bentobox und lassen keine weitere Ignoranz zu. Also seufzt du schwer und fixierst den Ursprung der Penetranz offen.
Als deine Augen ihn derart intensiv anstarren, hält er verwirrt inne und grinst darauf breit.
„ Hab ich jetzt deine Aufmerksamkeit, Birdie?“ Dein Augennerv zuckt, als die anderen kichern.
„ Fragt sich wie lange.“
Dein trockener Kommentar entlockt ihm ein lautes Lachen und sein Blick wird plötzlich ernst.
Statt dich anzusehen, scheint er sich in der Cafeteria umzusehen. Seine Augen gleiten über jeden Schüler hinweg, ehe er kurz erkennend die Augen weitet und an einem Punkt verharrt.
„ Hast du dich vor dem Stock da versteckt?“
Seine Stimme ist überraschend ruhig und deine Sinne schlagen Alarm, als er den Finger ausstreckt, um in eine bestimmte Richtung zu zeigen. Tatsächlich.
„ … Das ist Ten.“
„ Ten?“ Akaashi legt den Kopf schief, während seine Kameraden verschwörerisch grinsen.
„ Der Marder. Der natürliche Feind der Eule.“
„ HUH?“
Doch du kannst dich gar nicht auf den lautstarken Austausch der Jungs konzentrieren und wie sie Bokuto grundlos triezen. Deine Aufmerksamkeit liegt einzig und allein auf ihm.
Ten sitzt lachend mit seinem Team an einem Tisch, circa drei Reihen von hier entfernt. Umringt von kichernden Mädchen, einer hübschen Managerin und ihn bewundernden Kameraden scheint er sich wohler zu fühlen als ein Fisch im Wasser. Du seufzt schwer und schiebst deine Box nun endgültig von Bokuto zu Yukie, die begeistert jubelt und direkt beginnt, die restlichen Beilagen und den Reis in sich zu schaufeln.
„ Eh?!“
Der auffordernde Ausruf der Eule holt dich wieder ins Jetzt zurück und deine Augen schließen sich kurzzeitig ehe du auf seine vorige Frage hin nickst.
„ Ja. Ten will ich aus dem Weg gehen.“
Stille.
Dann folgt ein Stuhlknarzen. Alarmiert reißt du die Augen auf und willst nach dem Hemd des Größeren greifen. Doch alles, was du zu fassen bekommst, ist die leer getrunkene Flasche des Kapitäns. Sein Platz ist tatsächlich leer.
Denn er geht bereits zielstrebig auf den Tisch zu, an dem dein Ex ausgelassen lacht.



Panisch springst du auf und eilst ihm hinterher.




\(^▽^)/



HEY HEY HEY, Birdies <3

Its meeee again ;D Das Kapitel hier schrieb sich auch wie von allein.
Die Penetranz unserer Eule macht mir Spaß xD Ich hoffe, ihr könnt euch alles bildlich vorstellen, wie ich es im Hirn hatte. Wieso riecht Bokuto nach Limonen und Zitronengras? Hmm ich finde seine Art ist erfrischend, also sollte sein Geruch es auch sein. Die nötige Würze erhält er durch den Vetiver (Zitronengras) eh… merkt man, dass mein Nebenjob in einer Parfümerie auf mich abfärbt? xD

Ich kann es übrigens nicht glauben: Nach nur einem Kapitel gab es 10 (!!!) Empfehlungen, über 20 Favoriteneinträge, 6 Reviews und fast 200 Aufrufe :O Ich kann es nicht fassen, wie krass ihr seid! Meine Eulchen :3 *euch mit Kuchen beschenk und alle feeeest kuschel*

Ich danke herzlich den Inspiratoren für dieses Kapitel und die Pusher, die mich die nächsten 3 / 4 Kapitel bereits vorschreiben ließen: Kuiru Kami, AngelicCreature, zuckermaus, Trafalgar Ace, Lisa-chan x3, Charmix

Ich freue mich auf eure Brieftauben - ne Briefeulen! Habt ihr einen Lieblingsspitznamen für Reader-chan, den Bokuto öfter verwenden sollte? Was meint ihr, was Bokuto zu Ten sagen wird?
Starten wir nun mit der Fact Time dieses Kapitels:

Bokutos Lieblingsessen ist zwar ein bestimmtes Fleisch, aber auch jedes andere Fleisch zählt. Also durfte das nicht fehlen ^^
Ten bedeutet Marder. Und ist ein Feind der Eule ;D

Ich werde dann mal die Motivation nutzen und weiter schreiben. Dann habe ich weniger Stress und kann euch regelmäßiger beliefern ;D Wird wohl immer 1x die Woche sein ^^ Seht ihr auch an den Fortschritten auf meinem Profil. Schreibe dann mal weiter an der anderen Reader FF :3

Herzliche Grüße von der brav weiter schreibenden NIzz~
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