All because of you (Samu und Tamy)

GeschichteDrama, Romanze / P16
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
25.11.2019
16.09.2020
78
86.779
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25.11.2019 852
 
Der Besuch dieser Bar im Zentrum Berlins, war der krönende Abschluss dreier arbeitsintensiver Tage, mit mehreren anstrengenden Radio und Zeitungsinterviews, sowie Planungen für eine Fernsehshow. Morgen sollte es wieder nach Hause, nach Helsinki gehen. Doch dort wird es nicht weniger arbeitsreich weitergehen. Ich liebe meine Arbeit, doch manchmal würde ich auch etwas weniger stressige Phasen vorziehen. Doch das lässt sich einfach nicht immer bewerkstelligen, wenn man in der Musikbranche zu Hause ist.

Auf jeden Fall sitzen wir, mein Freund und Manager Mikko, sowie zwei Jungs des Fernsehsenders, nun hier in der Bar und genießen unser Feierabendbier. Neben unserer Unterhaltung, die wir bei diesem Lärmpegel so gut es eben geht, führen, checke ich die Lage des weiblichen Publikums ab.
Es ist nicht so, dass ich dringenden Notstand hätte und mir eine Frau suche, doch es ist einfach immer sehr interessant, die Frauenwelt zu beobachten und sich vorzustellen, wie sich die einzelnen Damen geben würden.
Seit zwei Jahren lebe ich nun als Single. Nicht, weil sich keine Gelegenheit geboten hatte, sondern aus freien Stücken. Meine letzte Erfahrung in einer Beziehung war nicht gerade angenehm und hinterlässt, beim Gedanken daran, einen unangenehmen Nachgeschmack auf der Zunge. Deshalb schiebe ich diesen sehr gerne von mir und rede nicht darüber.
Ich bin dadurch nicht zum Weiberheld geworden, der alles schnappt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, doch ein Kostverächter bin ich deswegen auch nicht. Wenn der Druck im Gehänge mal zu groß werden sollte, ich mal wieder Lust auf etwas anderes zwischen den Beinen, als meine eigenen Hände, bekomme, dann hole ich mir schon mal eine Lady für eine Nacht ins Bett.
Zu oft mache ich das allerdings dann auch wieder nicht, denn es ist meist nicht gerade einfach diese Babes wieder loszuwerden.
Als Sänger und Frontmann einer finnischen RockBand bin ich nicht gerade unbekannt, vor allem hier in Deutschland, wo wir momentan einen beginnenden Hype erleben. So ganz kann ich das Theater um uns, und vor allem meine Person, nicht verstehen. Ich singe ganz passabel, bin nicht gerade hässlich und ein freundlicher Zeitgenosse. Manchmal neige ich zum Chaotentum, was hauptsächlich Mikko auf die Palme brachte. Meine Bandjungs behaupten immer, ich sei der größte Kindskopf auf Erden, da ich öfter mal zum Clown werde, um zu ernste Situationen aufzulockern. Und genau deshalb ist mir der Aufstand, den manche Girlies um mich machen, unerklärlich. Der angenehme Nebeneffekt ist dann allerdings der, dass ich, bei Bedarf, sehr schnell eine willige Frau finde.

Heute jedoch, bin ich einfach nur k.o. und beschränke mich einzig nur auf das Schauen. Glücklicherweise scheint uns auch niemand zu erkennen, oder wir werden einfach nur in Ruhe gelassen, was auch mal sehr angenehm ist.

Entspannt konzentriere ich mich auf das Gespräch, doch immer wieder schweifen meine Blicke ab und durch die Bar. Die Frauen, die in der Nähe sind oder an unserem Tisch vorbeikommen, sind teilweise sehr hübsch, sehen ganz passabel aus, doch keine regte mich an, sie ein zweites Mal anzusehen. Doch dann bleibt mein Blick plötzlich an der Theke kleben.
Da steht sie, ein strahlendes Wesen. Groß, schlank, mit Kurven an den richtigen Stellen. Lange, vermutlich dunkelblonde Haare, die ihr in sanften Wellen  über die Schultern fallen und ihr Gesicht umrahmen, das für mich auf diese Distanz nicht richtig zu erkennen ist, und sie dadurch noch etwas geheimnisvoller für mich erscheinen lässt. Ihre Kurven werden von einem schulterfreiem, weißen Oberteil, das sich sanft um ihre Hüften legt, und einem engen, schwarzen Rock, der oberhalb ihrer Knie endet, umschmeichelt. Die schwarzen High-heels runden das überaus sexy erscheinende Bild ab.
Ihr Anblick fesselt mich. Sie ist nicht unbedingt die perfekte Schönheit, doch sie scheint eine  Aura um sich zu haben, die einen nicht loslässt. Entgegen meines vorherigen Vorhabens, heute die Frauenwelt Frauenwelt sein zu lassen und mich auf die Jungs am Tisch zu konzentrieren, zieht dieses wunderbare Wesen mich heftigst an.

Wie unter Zwang stehend, wird der Drang, sie anzusprechen und ihre Stimme zu hören, immer größer. Ich war offenbar so in meine Gedanken und das Betrachten dieses bezaubernden Wesens vertieft, dass ich Mikkos Frage erst registriere, als er mich am Arm ergreift.
Verwirrt drehe ich meinen Kopf zu ihm und starre offenbar weiter, denn er fragt mich „Mensch hapa, alles OK mit dir? Erst starrst du wie hypnotisiert zur Theke und bekommst gar nicht mit, dass wir dich was gefragt haben und jetzt starrst du mich an, als wäre ich ein Geist. Was ist denn los mit dir?“
Ich bin selten um Worte und eine Antwort verlegen, vor allem, wenn es sich um blöde Antworten dreht, doch in diesem Augenblick fällt mir beim besten Willen nichts anderes als „Äääh, was hast du gesagt?“ ein. Völlig entgeistert hebt Mikko seine Hand und macht eine wischende Bewegung vor meinem Gesicht. „Alles gut mit dir? Bist du überhaupt anwesend? Mensch hapa du machst mir echt Angst!“ Da ich noch immer keinen klaren Gedanken fassen kann, schäle ich mich aus meinem Sessel und torkle schon fast mit den Worten „Alles gut. Ich muss mal!“ Richtung Toilette, jedoch nicht ohne einen Blick zur Theke und dem Grund meiner geistigen Umnachtung zu werfen.