Mein Weg zur Selbstliebe.

von Franka04
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P16
Kim Seokjin OC (Own Character)
25.11.2019
25.01.2020
2
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So das ist meine erste lange Fanfiction zu BTS. Ich hoffe, dass sie euch gefallen wird.
Kleine Info vor ab:
=>„Hallo“<= Das bedeutet, dass die Charaktere gerade Englisch sprechen.
=> >>Hallo<< <= Das beutet, dass die Charaktere gerade Deutsch sprechen.
=> //Hallo//<= Das bedeutet, dass die Charaktere gerade Koreanisch sprechen.
Da Fanfiktion.de eine deutschsprachige Plattform ist, kann ich ja nicht einfach in drei verschieden Sprachen schreiben.(Zumal ich nicht einmal Koreanisch spreche. Es wäre dann Französisch gekommen.)
Warum ich aber dies so einführe, ist ganz simpel. Aber ihr werdet dies schon im Laufe der Geschichte merken. Ich habe mich in der Ganzen Fanfiction, auf einige Lieder von den Jungs bezogen. Sie ja erwähnen auch immer, dass wir uns selbst lieben sollen. Aber ist das so einfach? Liebt man sich selbst, nur wenn jemand das sagt? Ich will in dieser Fanfiction, auf die verschiedensten und zum Teil auch sehr ernsten Themen eingehen und behandeln.
Ich hoffe, dass euch meine Geschichte gefällt!
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Ich wurde endlich aus der Psychiatrie entlassen. Nach zwei Jahren durfte ich das erste Mal das Gelände der Anstalt verlassen. Das schäbige Gebäude müsste ich nicht mehr sehen. Mein schäbiges Zimmer nie wieder betreten. Dies war alles vorbei. Diese zwei qualvoll langen Jahre waren endlich vorbei. Für immer. Ich konnte endlich nach Hause. Zurück in mein Land. Zurück in die grauenvolle Realität...

Erst jetzt bemerkte ich, dass es eigentlich keinen Grund für mich gab, zurückzukehren. Niemand erwartete mich zu Hause. Vielleicht mein Vater, mit dem ich sowieso schon ein schlechtes Verhältnis hatte. Aber ich wollte ihn nicht sehen. Ich hasste ihn zutiefst. Dies war auch schon so, bevor ich in die Psychiatrie kam. Meine beiden Omas? Nein. Die eine war ziemlich verrückt und vergesslich und die Andere war einfach selber schon viel zu schwach und gebrechlich, als um sich um mich zu kümmern. Abgesehen davon, mochte sie insgeheim die Familie meiner Tante viel lieber, als unsere. Dafür mochte uns mein Opa mehr, jedoch starb er, als ich sieben Jahre alt war. Meinen anderen Opa hatte ich nie kennengelernt. Dann blieb da noch meine Tante, meine Cousine und mein Onkel. Diese Personen mochte ich aber auch nicht. Sie waren wie Fremde für mich. Sie taten immer so, als wären sie etwas besseres. Das kotzte mich an. Dann gab es noch meine Mutter. Sie konnte aber schlecht auf mich aufpassen, wenn sie begraben auf einem Friedhof lag. So blieb nur noch meine Schwester. Ich hatte nichts gegen meine Schwester, aber ich hatte sie seit Jahren nicht mehr gesehen. Wie denn auch? Sie lebte in Südkorea. Ich wusste nicht genau was sie machte, jedoch hatte ich sie seit vier Jahren nicht mehr gesehen. Vor vier Jahren. Da war ich gerade erst elf geworden.

Ich war gerade dabei, meine Sachen in meine Tasche zupacken, als es an meiner Zimmertür klopfte. „Ja.“ Die Tür wurde aufgemacht und ein junger Mann trat ein. Er war ziemlich groß, dunkel Blond mit braunen Augen und sehr durchtrainiert. „Was willst du, Jake?“ Er schaute mich an und lächelte, trotz meines unfreundlichen Tones. „Glaubst du wirklich, dass ich dich hier raus lasse, ohne dass du mir 'Tschüss' sagst?“ Wie immer war er ruhig und freundlich zu mir. „Tschüss“, kam es von mir nur monoton. Jake verdrehte lächelnd die Augen und kam auf mich zu. Ich wich zurück, um ihm zu signalisieren, dass er nicht näher kommen sollte, doch er ließ sich nicht von mir beirren. Wenige Zentimeter blieb er vor mir stehen. „Ach komm, sei nicht so. Ich weiß, dass du mich eigentlich leiden kannst.“ Mit diesen Worten umarmte er mich. Ich wehrte mich zwar nicht, aber ich erwiderte die Umarmung auch nicht. Ich blieb einfach Kerzengerade stehen und tat nichts.

Nach einiger Zeit löste er sich von mir und schaute wieder auf mich herab. Sein Gesichtsausdruck schien aber angespannt. Bevor er etwas sagen konnte, unterbrach ich ihn: „Warum bist du wirklich hier? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass nur hier bist, um mir 'Tschüss' zu sagen.“ Seine Anspannung lies ein bisschen nach. „Du bist unglaublich, weiß du das? Du hast recht. Ich bin nicht einfach nur hier, um dir 'Tschüss' zu sagen. Seit du keine Verwandten in Deutschland mehr hast, mit denen du leben kannst oder willst, haben wir entschieden, dass du bei deiner Schwester in Südkorea leben wirst. Wir haben dir einen Flug dorthin besorgt.“ Diese Nachricht lies Wut in mir hochkochen. „Ich will nicht nach Südkorea! Ich spreche kein koreanisch und kennen tue ich dort auch keinen. Ihr könnt mich nicht zwingen, dort zu leben!“ Jake sah mich bemitleidend an. „Tut mir leid, Prinzessin, aber da musst du durch. Ob du nun willst, oder nicht. Die andere Option für dich wäre, dass wenn du 18 wirst, in einem betreuten Wohnheim für psychisch Gestörte verlegt wirst und für den Rest deines Lebens dort bleiben wirst.“ Diese Möglichkeit gefiel mir noch weniger, als die Vorstellung, in Südkorea zu leben. Trotzdem wollte ich beides nicht. „Du hast doch gesagt, wir wären Freunde, oder? Würden Freunde nicht andere Freunde bei sich wohnen lassen?“ Ich wurde immer unfreundlicher zu Jake, doch das war mir egal. Solange ich weder in einem Irrenhaus voll mit Teenagern gehen musste oder in Korea leben musste, war mir alles egal. Nach wie vor lächelte Jake mich an. Zwar konnte man mir meine Wut nicht im Gesicht ansehen, aber wenn ich sprach, triefte meine Stimme nur vor Hass und Wut. Außerdem verfärbten sich meine Handknöchel schon weiß, weil ich meine Hände zu Fäusten geballt hatte. „Es tut mir wirklich leid,aber du darfst bei mir nicht leben, selbst wenn ich das wollte. Laut meinem Vertrag ist es mir verboten, mit ehemaligen Patienten im Kontakt zu bleiben. Aber es freut mich sehr dass du sagst, dass wir Freunde sind.“ Jetzt konnte ich meine Wut nicht mehr unterdrücken. „Ich hasse dich!“, schrie ich ihm entgegen. Jake ging ein paar Schritte zurück. In seinen Augen glitzerte Enttäuschung auf. Nach mehreren Minuten des Schweigens sagte Jake: „Ich warte auf die, am Auto.“ Seine Stimme war leicht am zittern. Ich hatte wohl einen wunden Punkt erwischt. Mit einem Nicken signalisierte ich ihm, dass ich verstanden hatte. Damit verließ er das Zimmer und machte hinter sich die Tür zu.

Mit einem Seufzen packte ich weiter meine Sachen in meine Tasche. Viel hatte ich nicht, was mir gehörte. Nur wenige Klamotten, eine Zahnbürste, ein paar Bücher, mein Kuscheltier, welches ich seit ich denken kann hatte, ein Bild von Meiner Mutter und meiner Schwester und ein zuletzt ein Bild von Jake und mir. Er stand hinter mir, seine Arme um meine Schultern geschlungen und sein Kinn auf meinem Kopf platziert. Jake strahlte in die Kamera, während ich Gefühlslos in die Kamera starrte. Das Foto wurde draußen im Hinterhof der Psychiatrie geschossen. An dem Tag war es sehr warm und sonnig. Jake hatte damals das Wetter genossen, während ich es mehr als eine Strafe sah. Ich liebte es, wenn es kalt Draußen war und es gewitterte. Aber was hieß hier schon lieben. Ich liebte seit zwei Jahren gar nicht mehr. Vorsicht strich ich mit meinen Fingern über das Foto. In den zwei Jahren, in denen ich hier war, hatte sich Jake mehr um mich gekümmert, als die Ärzte und Psychologen hier. Er hatte mir nie viel von sich erzählt, weil es ihm nicht erlaubt war. Das wenige, was ich von ihm wusste war, dass er drei Jahre älter war als ich, dass er alleine wohnte und eine Aushilfe hier in der Psychiatrie war. Ich wusste fast nichts über ihn und dennoch war er mir nicht Fremd. Fast wie ein richtiger Freund. Fast...

Ich packte das Foto auch noch ein und ging zur Tür. Ein letztes Mal drehte ich mich um und schaute mir mein Zimmer an. Es war nie gemütlich eingerichtet. Graue Wände, ein rostiges Bett, ein alter Kleiderschrank und ein Nachttisch mit einer Lampe darauf. Das Schlimmste jedoch war das vergitterte Fenster. Man fühlte sich wie in einem Gefängnis. Doch diese Zeiten waren vorbei. Meine 'Gefängniszelle' würde ich hinter mir lassen und es gegen ein Leben am anderen Ende der Welt eintauschen. Es war schon damals für mich schlimm genug, dass ich von Deutschland aus, in eine Psychiatrie in den USA gebracht wurde. Damals konnte ich kaum Englisch sprechen und hatte sehr viele Schwierigkeiten, mich zu verständigen. Die Ärzte hatten damals versucht mit mir mit Gesten zu sprechen, was manchmal funktioniert hatte. Jake war es, der mir damals das Englischsprechen beigebracht hatte. Ich wandte mich wieder der Tür zu und verließ mein Zimmer und die Anstalt.

Draußen schien die Sonne und ich hörte das zwitschern der Vögel. Direkt auf der anderen Straßenseite stieg Jake aus einem Auto und eilte zu mir herüber. „Du hast länger gebraucht, als ich dachte.“ Jake grinste mich an und nahm mir meine Tasche ab. Er war wieder so gut gelaunt wie immer. Vielleicht hat ihm eine kurze Pause gutgetan. Ich machte mir nicht die mühe mich zu rechtfertigen und stieg wortlos ins Auto. Kurz darauf stieg auch Jake ins Auto.
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