Dieses Mal für immer oder auch: Kuppelpferd

von MewSnape
OneshotHumor, Romanze / P16 Slash
John Reid / Lone Ranger Tonto
25.11.2019
25.11.2019
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Dieses Mal für immer oder auch: Kuppelpferd


Der Lone Ranger saß am Feuer und betrachtete es.
Tonto, sein verrückter Weggefährte, saß abseits mit dem Rücken zu ihm und man hätte meinen können, er würde meditieren.

John wusste es besser.
Bereits seit einigen Tagen verhielt sich der Indianer seltsam. Er hielt Abstand zum Seelenwanderer.

,,Was ist los mit dir, Tonto?" Angesprochener reagierte nicht. John seufzte und ließ sich nach hinten Fallen. Das Benehmen zeigte Tonto oft, wenn der Ranger von Rebecca sprach. Doch dieser dachte sich nichts dabei.

Tonto

Rebecca.
Ich beneide sie.
Sie hat, was ich gerne hätte.

Natürlich. Am Anfang hasste ich John regelrecht. Er hatte meinen Racheplan vereitelt. Doch wir wurden ein gutes Team und am Ende besiegten wir die schlechten weißen Männer.

Statt zu bleiben, kam er mit mir.
Ich war glücklich darüber - ich konnte jedoch nie sagen, weshalb. Er spricht so oft und viel von dieser Frau, dass es mich wütend macht.
Lange rätselte ich, was in mich gefahren war.
Inzwischen weiß ich es.

Ich, letzter der Comanchen, war in den Seelenwanderer verliebt.

Tonto ende

John betrachtete den Indianer.
,,Ich werde das letzte Mal zu ihnen reiten." Tonto horchte auf. Er drehte seinen Kopf kaum merklich in die Richtung des anderen Mannes. ,,Wirst du bleiben?" John betrachtete den Rücken der Rothaut und schüttelte sachte den Kopf, bevor er nickte.
,,Es ist an der Zeit, zurückzukehren."

Tonto drehte ihm wieder vollständig den Rücken zu.
John schüttelte erneut den Kopf und seufzte auf.
Hätte er sich die Mühe gemacht, seinem Weggefährten ins Gesicht zu sehen, dann hätte er vielleicht die Tränen gesehen, welche dem Indianer über die Wangen liefen.

Er hatte, ohne es zu wissen, dass Herz seines treuen Begleiters gebrochen.

Tonto atmete tief ein, befahl seinem Körper, sich zu beruhigen und stand auf. Er trat an Silver heran und strich ihm über die Nüstern. ,,Pass auf ihn auf."
Der Indianer entfernte heimlich die nassen Spuren von seinen Wangen und trat dann an sein eigenes Pferd.

John war aufgesprungen und stand nun wenige Meter hinter der Rothaut. ,,Was hast du vor?" ,,Du gehst zur Frau. Ich gehöre dort nicht hin."

Mit diesen Worten schwang sich der letzte seines Stammes auf sein Pferd und sah dem Ranger nochmal in die Augen. ,,Lebe wohl, Kimosabe." Bevor dieser noch etwas sagen konnte, ritt Tonto fort.

~~~~~~~~~~~~

Viele Monde später, saß John am Ufer des Flusses und sah in die Ferne.
Rebecca trat an ihn ran und seufzte. John war zu ihnen gekommen, doch nicht vollständig. Er hatte ihr erzählt, dass Tonto fort war. Sie hatte das Gefühl, dass dieser einen Teil des Mannes vor ihr mit sich nahm.

John

Ich hoffte, jeden Tag den ich hier saß, Tonto würde kommen und sich neben mich setzten. Er würde seinen toten Vogel füttern und mich Kimosabe nennen.
Doch Tonto kam nicht. Nie. Seit beinah 2 Jahren.

Ich wollte dort raus und ihn suchen.
Ich brauchte lange, doch ich verstand, wovon er immer sprach.
Silver war schon immer verrückt.
Er hatte sich betrunken, war auf ein Scheunendach geklättert, fraß Skorpione und stand auf einem Baum, wobei er meinen Hut trug. Ich wusste also, dass er nicht normal war.
Doch eines Tages hatte er sich hier neben mir nieder gelassen und ich hätte schwören können, dass er sagte, dass Tonto nie wieder käme und ich selber zu ihm gehen musste.

Einbildung, ganz klar...
Doch Tonto erklärte mir ganz am Anfang, dass manche Tiere sprachen, wenn man mit ihnen alleine war.

John ende

Rebecca betrachtete, wie Silver wiedermal auf seinen Reiter zutrottete und sich neben ihn legte. Selten taten Pferde so etwas, doch dieses war ohnehin verrückt.

Sie machte sich Sorgen um den Ranger.
Erstaunlicherweise hatte nie jemand gemerkt, dass er der unbekannte, maskierte, Mann war.
Sie war erneut in der Versuchung, ihn fort zu schicken.
Er brauchte Tonto, auch wenn er selber es noch nicht wusste und verstand.

Ihre weibliche Intuition hatte ihr bereits gesagt, dass dieser gezeichnete Mann sein Herz erneut verschenkt hatte.
An einen Indianer, welcher der letzte seines Stammes war.

,,Geh zu ihm, John. Er kommt nicht von alleine zurück."
Der Ranger sah das Pferd neben sich an. ,,Manchmal, Silver, bilde ich mir ein, du würdest sprechen." Das Pferd schnaubte bloß. Hätte John richtig hingehört, dann hätte er verstanden, dass es ein genervtes Schnauben war.

Silver

Wie dumm kann dieser Mann eigentlich sein? Natürlich rede ich mit ihm! Er soll doch endlich zu Tonto gehen! Oder reiten. Reiten ist besser. Ich ertrage es nicht mehr, nur rumzustehen. Ich brauche die Weite da draußen und meinen Reiter. Was muss ich noch tun? Ihm in den Hintern beißen?!

Silver ende

John seufzte und stand schwerfällig auf.

Nein. Tonto kam nicht.

~~~~

Rebecca sah John dabei zu, wie er seinen Blick zum Ufer schweifen ließ. Er hatte bereits seit Wochen nicht mehr dort gesessen.
Sie trat zu ihm, legte ihm eine Hand auf die Schulter und seufzte.

,,Das hier ist nicht, was du brauchst. Du musst die Bösen bekämpfen. Zusammen mit ihm.
Geh. Such und finde ihn." ,,Wie soll ich ihn finden..?" ,,Folge deinem Herzen. Es wird sein Gegenstück finden." John sah sie geschockt an, doch sie lächelte nur schwach.

,,Bist du so blind, John? Dein Herz ist an ihn verloren."
Das John es nicht bestritt, zeigte Rebecca, dass auch John die Wahrheit realisierte.

Er sah erneut zum Ufer und dann zu Rebecca. ,,Verzeih mir." ,,Natürlich." John lächelte leicht und trat dann ins Haus. Er holte aus einer Kiste die Kleidung des 'Lone Rangers'. Er legte sie an und trat dann zu Silver in den Stall.
Dieser stand bereits fertig zum ausreiten vor ihm und John sah ihn skeptisch an. Das Pferd schnaufte bloß und schabte mit dem rechten Vorderhuf.
Als sich der Lone Ranger auf seinen Hengst schwang, wirkte es so, als hätte er nie aufgehört, ihn zu reiten.

Sie ritten viele Tage und immer weiter in das Gebiet der Indianer. John komnte nicht sagen, weshalb. Doch etwas zog ihn und Silver dort hin.

~~~~~~~~~~~~~~~~~

Tonto saß an einem Feuer.
Er starrte hinein und seufzte.
Er vermisste John, doch er wagte nicht, zurück zu gehen. Er war vor 2 Jahren gegangen und doch sehnte sich sein Herz noch immer nach dem Seelenwanderer.

Er hörte das traben von Hufen und stand auf.
Vielleicht waren es andere Indianer.

Das Pferd und der Reiter bogen um einen Felsen. Das Pferd bremste sofort ab und der Reiter fiel beinah aus dem Sattel. Er sprang hinab und trat an Tonto heran.
Der Indianer starrte den maskierten Mann an und lächelte dann.
,,Kimosabe"

John umarmte Tonto, als dieser ihn seinen falschen Bruder nannte. Er konnte nicht anders.

Sie standen eine kleine Ewigkeit dort, umarmten sich und sagten nichts.

John löste ihre Verbindung und sah Tonto in die Augen. ,,Ich habe dich vermisst!" Tonto starrte ihn an. Unfähig etwas zu sagen. Sein Herz schlug viel zu schnell, sein Hals war ausgetrocknet und seine Augen brannten. Er lächelte seinen Kimosabe einfach nur an und als dieser die Tränen in den Augen des anderen sah, zog er ihn erneut in seine Arme.

Tonto atmete ein.

,,Ich habe dich auch vermisst..." Seine Worte waren nicht lauter als das leiseste flüstern. Doch John verstand ihn.
,,Wieso bist du gegangen?" Tonto löste die Umarmung und sah seinem John in die Augen. ,,Du liebst Rebecca. Du bist zu ihr gegangen. Ich gehöre nicht in dieses Leben. Ich gehöre nach hier draußen." ,,Wir. Wir gehören nach hier draußen. Die letzten 2 Jahre habe ich gehofft, du kommst zu mir. Doch du kamst nie und mir wurde klar, dass ich nicht mehr in das Leben von John Reed gehöre, sondern der Lone Ranger bin.

Ich gehöre mit dir nach hier draußen. Das wurde mir endlich klar."

Tonto sah den Seelenwanderer an und lächelte wieder. ,,Du bleibst?" ,,Dieses Mal für immer." Tonto starrte ihn an, denn in seinen Ohren klang es wie ein Liebesschwur. John lächelte und sah zum Feuer. ,,Setzten wir uns?" Tonto nickte und ließ sich wie in Trance nieder. John setzte sich neben ihn und betrachtete ihn.

John

Rebecca hatte recht. Ich gehöre an die Seite meines Kimosabe. Ihn wieder zu sehen hat mir gezeigt, dass wir zusammen gehören. Und, dass ich ihn wirklich liebe. Auch, wenn es Tonto nicht so geht, werde ich bei ihm bleiben. Für immer.

John ende

Tonto sah zu John und sein Herz schlug erneut schneller. John sah ihn liebevoll lächelnd an und schien in seinen Gedanken zu sein. Für Tonto ging ein Traum in Erfüllung. Sein Kimosabe war wieder bei ihm und würde bleiben. Das hieß, sie würden wieder zusammen reiten, die Bösen jagen oder einfach, wie jetzt, nebeneinander sitzen und nichts tun.

,,Kimosabe?" John kam wieder ins hier und jetzt zurück und sah Tonto aufmerksam in die Augen. ,,Du liebst Rebecca. Warum bist du dann hier?" John seufzte. Was sollte er Tonto auch sagen? ,,Ich liebe sie nicht, sondern dich. Deshalb bin ich hier."? ,,John?" Dieser sah Tonto an, welcher ihn verblüfft anstarrte. Was hatte John nun wieder verpasst?

,,Du.. Du liebst mich?" John starrte Tonto an. Unfähig, etwas zu sagen. ,,Hab.. Hab ich etwa laut gedacht?" Tonto lächelte und John rieb sich mit einer Hand über das Gesicht. ,,Na wunderbar. Du solltest das garnicht hören, Tonto... Rebecca musste mir erst die Augen öffnen, doch letztendlich habe ich verstanden, warum ich über 2 Jahre immerzu am Ufer des Flusses saß und darauf hoffte, du würdest wieder zu mir kommen..."

Tonto strahlte ihn weiterhin bloß an, weshalb John nun ernsthaft an der Zurechnungsfähigkeit seines Freundes zweifelte. ,,Tonto?" Dieser holte Luft. ,,Kimosabe. Ich bin damals gegangen, weil du immerzu von Rebecca sprachst. Immerzu dachte ich, du liebst sie. Also ging ich, als du endgültig zu ihr zurück wolltest. Mein Herz hat es gebrochen, doch ich habe es ertragen. Weil dein Herz bekam, wonach es sich sehnte."

,,Soll das heißen..?" ,,Mit mir stirbt mein Stamm, denn mein Herz sehnt sich nach dir. Nur nach dir, John."

Der Lone Ranger lächelte nun ebenfalls überglücklich. Er legte seine Hände an die Wangen seines Freundes und gab ihm einen schüchternen Kuss.


Silver stand abseits und beobachtete das Geschehen.
Endlich war das passiert, was er bezweckte, seit er John Reed das erste Mal sah. Er wollte ihn als den Begleiter Tonto's. Wusste er doch, dass Tonto der letzte seines Stammes werden würde. Er wollte ihn an der Seite eines Mannes wissen, der ihn lieben würde, wie er war.
Er musste vielleicht ein paar Mal sehr offensiv werden und mit John sprechen, doch es klappte letztendlich.

Zufrieden trottete der Hengst zu den beiden Männern, stupste seinen Reiter an und ließ sich streicheln.
Ja, das Leben konnte wirklich schön sein.