Die Musik des Winters

von -Miri-
GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Leon Vanessa
24.11.2019
25.05.2020
40
65.897
4
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Dieses Kapitel
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29.04.2020 3.417
 
Hey Hey :)
Wie versprochen, heute der Prolog und damit die Preview auf den zweiten Teil der Geschichte, der nach dieser Geschichte (Teil 1) hochgeladen wird.
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"Was?! Das kannst du knicken... Ich werde nicht mitkommen. Weder ich noch die Kinder!" sagte Vanessa in einem strengen ernsten Ton.  "Aber Nessi... das wäre..." fing ihr Verlobter an, doch Vanessa ließ ihn nicht mal ansatzweise ausreden. "Nenn mich nicht so." fauchte sie zurück. Sie wollte so nicht genannt werden, von Keinem. Namen beherbergen Erinnerungen und die Erinnerungen die mit diesem Spitznamen verknüpft sind hatte sie versucht in ihrem Kopf wegzuschließen. "Na gut VANESSA..." er betonten ihren Name extra "Wie du meinst, ich denke trotzdem, dass es eine gute Chance ist. Die Kinder kommen an die Luft und können Fußballspielen... so wie wir früher."Den letzten Satz betonte er sanft und weich. "Was ist mit Hamburg? Hier ist unser Leben. Wir haben hier Freunde. Die Kinder haben hier Freunde." entgegnete sie. "Hier sind die Freunde... das ist richtig aber in Grünwald ist unsere Familie." entgegnete nun er. "Ich habe keine Familie... das weißt du ganz genau." schrie Vanessa ihn an. Sie diskutierten nun schon seit einer guten Stunde und Vanessa hatte langsam keine Lust mehr, außerdem fürchtete sie, dass ihre beiden Kinder wach werden würden, da es eigentlich schon m
Mitten in der Nacht war.

Seit Tagen gab es kein anderes Thema mehr als Grünwald. Dabei war doch hier alles perfekt. Sie hatte hier ihr Studium, die Kinder gingen seit neustem in den Kindergarten, da sie vor kurzem drei jähre alt geworden sind und er hatte einen Job... Warum also?! Warum also ausgerechnet wieder Grünwald?! Damals ist sie nur nach Grünwald gekommen, weil sie alleine war und keinen mehr hatte. Sie fühlte sich so einsam, als sie das erste mal nach Grünwald zog. Damals kurz nach dem Tod ihrer Eltern. Es war ihr nur noch ihre Oma geblieben. Aber selbst auf sie konnte sich Vanessa nicht mehr verlassen. Wahrscheinlich würde sie Vanessa hassen, wenn sie sich jetzt wieder blicken lassen würde. Sie wollte sich nicht mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzten. Sie wollte es nicht und sie konnte es nicht.
Weder wollte sie etwas von München, von Grünwald, den Kerlen vor allem nichts von Leon wissen. Es war damals schwer genug Alles und Jeden zu vergessen und hinter sich zulassen und noch schwerer würde es werden, Alles und Jedem wieder zu begegnen. Das konnte sie nicht. Außerdem musste Vanessa ja jetzt auch an ihre beiden Kinder, Marek und Milena, denken und ihre Kinder sollten nicht an den Ort, an dem ihr so viel Schreckliches widerfahren ist... und Vanessa dachte hier nicht nur an die ganze Geschichte mit Flo. Dies war auch ein Grund weshalb sie sich damals vor vier Jahren entschieden hatte nicht nach Berlin zu gehen, weil ihr eben auch dort Schreckliches widerfahren ist. Wenn sie an Berlin dachte, schweiften Vanessas Gedanken ab... zu ihren Eltern und auch zu Lukas, sie konnte es einfach nicht verhindern.  
Ihre Vergangenheit sollten ihre Kinder nicht kennen lernen. Sie sollten nur das Gute wissen. Deshalb hielt Vanessa sie auch von diesen Orten und den Leuten fern.
"Du hast nicht Angst vor Grünwald..." sagte ihr Verlobter dann vorsichtig in die Stille. "Bitte...? Was hast du gesagt?" sagte Vanessa verärgert. Zum Einen weil sie nur die Hälfte gehört hatte und zum Anderen weil sie wusste, dass sie ohnehin diese Diskussion verlieren würde. "Du hast nicht Angst vor Grünwald... du hast Angst Alle wieder zu sehen." stellte ihr Verlobter fest. "Das du es wagst, auch nur so etwas zu sagen." keifte sie wütend zurück. "Und genau an dieser Reaktion erkenne ich, dass ich richtig liege." konterte er. "Wie auch immer... ich bin das Oberhaupt der Familie, wie man so schön sagt... und ich werde einfach bestimmen, dass wir fahren. Ich weiß es ist das Beste für uns... uns alle. Außerdem kannst du einfach an die Uni nach München wechseln und die Kinder kommen in einen anderen Kindergarten, spielen Fußball und ich... ich werde endlich Leiter der Bank in Grünwald." sagte er zufrieden mit sich selbst. "Du denkst, dass du nur zu unserem Besten entscheidest... Dabei denkst du immer nur an dich selbst, Maximilian." entgegnete Vanessa mit fester Stimme und in ihren Augen glitzerten die ersten Tränen. Sie machte auf dem Absatz kehrt und ließ Maxi verdutzt im Wohnzimmer zurück.

Vanessa legte sich in das große Doppelbett und fiel in einen sehr unruhigen Schlaf. Mitten in der Nacht wurde sie geweckt, weil Maxi ins Zimmer kam und sich in das Bett auf seine Seite legte. Als Vanessa sich regte, kuschelte sich Maxi von hinten an sie und legte seine Hand über ihre Hüfte und schlief auch ein. Jedoch hatte er ein bedeutend ruhigeren Schlaf als seine Verlobte.

Am nächsten Tag wurde Vanessa von ihrem Wecker geweckt. Maxi lag noch seelenruhig im Bett und schlief. Vanessa stand auf um Marek und Melina zu wecken, um sie in den Kindergarten zu bringen. Als Vanessa wieder zu Hause ankam, stand Maxi in der Küche und bereitete für sich und Vanessa, so wie jeden Morgen,  das Frühstück vor. "Da bist du ja:" rief er vergnügt und gab Vanessa einen Kuss. "Warum hast du so gute Laune?" fragte diese und schaute ihn skeptisch an. "Heute gehts ab nach Grünwald. Wenn die Kinder wieder da sind, fahren wir los und sind dann so in den Morgenstunden da." sagte er vergnügt. "Wann hast du das entschieden... Ich dachte wir würden noch wenigstens bis zum Semesterende bleiben?" fragte Vanessa verdutzt. "Gestern"gab Maxi knapp zu Antwort "Nach der Diskussion von gestern habe ich beschlossen, dass wir so früh wie möglich abfahren. Außerdem hat mich meine Mutter gestern angerufen und meinte, dass es meinem Vater schlechter geht. Davon abgesehen hattest du deine letzte Prüfung schon, deswegen macht es nichts wenn wir schon früher fahren." "Ahaaaaa... und wann hast du angedacht es mir zu erzählen? Ganz geschweige denn unseren Kindern? Vielleicht wollen sie sich von Freunden verabschieden?" erwiderte nun Vanessa und erneut stieg die Wut in ihr auf. Konnte Maxi Grünwald und dieses dämliche Angebot nicht einfach mal vergessen? "Ness... Marek und Melina gehen erst seit einem halben Jahr in den Kindergarten... Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass sie dort jetzt schon so tiefe Freundschaften geschlossen haben." Vanessa schnaubte. "Und wie gedenkst du bis heute Nachmittag alles zu packen?" "Deswegen habe ich um Hilfe gebeten... Uns wird ein Umzugsunternehmen helfen. Sie werden die gröbsten Möbel transportieren und wir den Kleinkram...  wir müssen nur noch die Kisten packen und dann sind wir bereit...ganz einfach." "Mhhhh... Wie du meinst... ich bin immer noch nicht einverstanden, aber wenn du wirklich so Handeln willst, dann bleibt mir ja nichts anderes übrig, als mitzukommen, weil wie du gestern ja scharfsinnig bemerkt hast, bist du ja das "Oberhaupt"." Ihr letztes Wort setzte Vanessa in spöttische Anführungsstrichen mit ihren Fingern und die Luft und dann machte sie erneut auf dem Absatz kehrt und rauschte nach oben. "Ich fange dann schon mal an zu packen." nuschelte sie noch niedergeschlagen und fing in dem Zimmer ihrer Kinder an, da sie hier am längsten brauchen würde.

Vanessa packte die Sachen ihrer Kinder, dann ihre eigenen Klamotten, die seitdem sie Grünwald verlassen hatten sich sehr verändert hatten, dann widmete sich ihrem Kosmetik- Kram und schlussendlich ihrem Uni- Zeug. Die Zeit verging wie im Flug und somit erinnerte sie ihr Wecker daran, dass sie nun die Kinder wieder abholen musste. Sie warf einen kurzen Blick ins Büro und sah, dass auch Maxi seine Sachen packte. Unten im Wohnzimmer packten die Umzugshelfer gerade die ganzen Möbel in Folie  ein und begrüßten Vanessa, als diese herunter eilte. Schnell schnappte sie sich ihre hohen Stiefel und den BMW- Autoschlüssel und machte sich schnell daran ihre Kinder abzuholen.

Als sie im Kindergarten ankam wechselte sie kurz ein paar Worte mit der Kindergartengärtnerin, dass Marek und Melina von nun an nicht mehr kommen werden würden, da sie umziehen. Die Kindergärtnerin war jedoch keineswegs überrascht und sagte: "Das wissen wir schon alles... Ihr Mann"... "Mein Verlobter" warf Vanessa schnell ein. "Na gut... ihr Verlobter hat bereits vor vier Wochen alles erklärt und die Formulare ausgefüllt." Vanessa war sprachlos... Darüber würde sie mit Maxi nochmals reden. Seit wann hatte er geplant, Hamburg zu verlassen und warum wussten anscheint alle schon bescheid, außer sie und die Kinder? Aber egal... das durfte sie sich nun jetzt nicht anmerken lassen, denn die Kinder sollten nicht mitbekommen, dass ihre Mutter und ihr Vater wieder Streit hatten.
Als Vanessa ins Spielzimmer trat dauerte es keine Sekunde da sah Marek sie und knuffte seiner Schwester in die Schulter "Mami ist da..." sagte dieser glücklich und stand zusammen mit seiner Schwester auf um kurz danach auf ihre Mutter zu zurennen um sie zusammen zu umarmen. "Na meine Süßen... Wie war euer Tag?" fragte Vanessa interessiert und Melina antwortete: "Ganz toll Mami... Marek und ich haben Fußball gespielt, mit den Kindern und unsere Mannschaft hat gewonnen." "Ja... wir haben ganz hoch gewonnen." pflichtete Marek seiner Zwillingsschwester bei. "Das ist ja toll... ich wette Papa freut sich wenn er das hört." sagte Vanessa und half gleichzeitig ihren Kindern sich anzuziehen. Dann verabschiedeten sie sich und gingen zum Auto um nach Hause zu fahren.

Vanessa entschloss sich, dass sie ihre Kinder im Auto schonmal für den bestehenden Umzug vorbereiten musste. Obwohl sie es in Erwägung zog einfach hier zubleiben, natürlich  mit den Kindern und Maxi alleine nach Grünwald zu schicken, wusste sie dass sie das alleine schon finanziell nicht stemmen konnte. Natürlich hatte sie einen Job... besser gesagt hatte gehabt... denn sie hat direkt heute morgen gekündigt, aber das Geld hätte eh nicht gereicht. Nicht für zwei Kinder und eine erwachsene Frau. Wieder zu ihrem Onkel wollte sie nicht, deshalb gab es nur die Chance mit Maxi mitzugehen und das obwohl sich alles in ihrem Inneren dagegen sträubte.

"Mami... wann fahren wir heute weg?" riss Marek Vanessa aus ihren Gedanken. "Was? Schatz was hast du gesagt?" "Papa hatte erzählt, dass wir heute in den Urlaub fahren... hat er vor drei Tagen gesagt." erklärte der Kleine und schon wieder war Vanessa sprachlos. Offensichtlich musste sie ihre Kinder auf gar nichts mehr vorbereiten, weil Maxi das schon alles getan hatte... "Ähmmm.... Schatz ich weiß nicht genau... Maximilan meinte wir würden dann fahren wenn ihr wieder da seid." sagte Vanessa.
"Bist du sauer Mami?" fragte Melina mit leicht zittriger Stimme. "Du nennst Papi immer nur Maximilan wenn er böse ist..." wisperte Melina weiter. Vanessa wurde traurig... Auch wenn ihre Kinder noch klein waren wussten sie genau, wenn ihre Mami und ihr Papi Streit hatten und so wie jedes Kind hassten sie diese Situation. "Nein... Nein mein Schatz.... ich bin nur sehr sehr überrascht, dass ihr alle schon wisst das wir wegfahren... nur ich wusste noch nicht genaueres." sagte Vanessa schnell um ihr Kinder zu beruhigen. "Papi hat gesagt wir dürfen nichts sagen... wir haben Stille Post damit gespielt. Papi meinte nämlich, dass du traurig bist wieder da hin zu gehen, wegen so einem Leon und einer Oma Schrecklich." meinte nun Marek und sah seine Mutter fragend an. Vanessa war immer wieder verblüfft wie Marek eine Tatsache so sagen konnte, dass sich dahinter mindestens zwei Fragen verbargen, die er sich jedoch nicht getraute auszusprechen. Leon konnte das auch immer verdammt gut.
-Nein! Stopp! Nich an Leon denken... konzentrier dich Vanessa.-
"Was ist ein Leon und ein Oma Schrecklich?" fragte Melina interessiert und wurde ebenfalls hellhörig. Marek fing an zu kichern "Nicht Was... sondern Wer Melli. Papi hat doch gesagt, dass das zwei besonders wichtige Menschen für Mami waren." "Echt... das hat euer Papi gesagt?" fragte Vanessa nun interessiert und bekam als Antwort ein nicken ihrer beiden Kinder.  Vanessa war überrascht, dass Maxi etwas über Leon den Kindern erzählt hatte, aber das würde sie später noch herausfinden, was er alles gesagt hatte.
"Also wer ist das?" drängelte Melina weiter und hatte ihre typische Anführerstimme angeschlagen, welche beim Anbetracht ihrer drei Jahre echt zuckersüß war. Vanessa seufzte und gab eine ganz knappe Antwort: "Oma Schrecklich ist meine Oma... Ich hab mal bei ihre gewohnt. Leon ist ein Freund von mir... gewesen." Die Kinder nickten wieder.

Als sie wieder Zuhause ankamen war das Haus schon ganz leer geräumt und Vanessa konnte gerade noch den letzten LKW wegfahren sehen. Im Türrahmen wartete bereits Maxi mit einem unglaublichen Grinsen im Gesicht. "Hallo meine Süßen... na wie war euer Tag?"  "Ganz toll." quiekte Melina und Marek erzählte vom Fußballspiel. "Also dann mal los meine drei Lieblinge... wir haben eine lange Fahrt vor uns." sagte Maxi, gab Vanessa einen Kuss und scheuchte dann seine Familie liebevoll zum BWM in dem er nun die Taschen schnell verstaute und sich dann auf den Fahrersitz schwang. Vanessa nahm auf dem Beifahrersitz platz, nachdem sie die Kinder angeschnallt hatte und dann fuhren sie los und ließen Hamburg zurück- genauso wie Vanessa vor knapp vier Jahren Grünwald und alle Menschen die sie liebte hinter sich zurück ließ, mit dem eigentlichen Wissen sie nie wieder zu sehen... doch jetzt würde sie sie wahrscheinlich alle wieder begegnen.  

Sie war nicht bereit dafür und konnte es nicht glauben, sie wahrscheinlich wiederzusehen- IHN wiederzusehen. Vor knapp sieben Jahren ist sie diesen Menschen zum ersten mal begegnet und sie dachte, sie würden immer zusammen sein. Sie ALLE... die Kerle, Klette und Sie. Doch Zeiten ändern sich und so schnell wie die Zeit voranschreitet, so schnell ändern sich auch Menschen. Drei Jahre war sie mit der wildesten Mannschaft in Grünwald zusammen. Sie hatten Höhen und Tiefen und Vanessa war ihnen so dankbar, dass sie in der schwersten Zeit, nach dem Tod ihrer Eltern, für sie da waren. Sie war so unglaublich froh und auch wenn sie sich für diesen Gedankengang  hasste, war sie Leon am dankbarsten, weil er sie in die Mannschaft gebracht hatte... bis zu dem Zeitpunkt als er vor knapp vier Jahren alles zerstören musste, was ihnen heilig war...

Und jetzt würden sie zurück fahren... dorthin wo sie so viele offene Fragen gelassen hatte. Wenn sie ihn damals vielleicht erklären gelassen hätte. Aber nein, dass konnte sie nicht... Sie war zu geschockt, zu verletzt und immer noch zu verliebt gewesen um zu bereifen was in dieser Nacht passiert war und von allem warum es passiert war. Vanessa konnte nichts dagegen tun, aber wie als ob ein Mechanismus in ihrem Kopf ausgelöst wurde durchflutete sie wieder die Erinnerung...
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POV. Vor fast 4 Jahren:

"Ist Leon da? Ich muss unbedingt mit ihm sprechen.- Jetzt!" Vanessa stand um 2 Uhr morgens vor dem Wessel- Massanek + Anne- Haus und redete auf Joachim ein, der sie verschlafen anblickte. Er nickte träge und nuschelte: "Du weißt ja wo lang... ich leg mich wieder hin." Vanessa nickte kurz und stürmte die Treppe hinauf. In der Tasche die sie seit drei Wochen mit sich trug war ihr größtes Geheimnis drin, das sie besser hütete als ihre geliebte Kette, welche sie von Leon geschenkt bekommen hatte. Vanessa dachte gar nicht daran an Leons Zimmertür zu klopfen oder auch nur zu warten und riss deswegen die Tür auf und schaltete das Licht an. Zuerst dachte sie, sie sei im falschen Film, aber Leon lag nicht alleine in seinem Bett. Neben ihm lag ein halb nacktes Mädchen, welches Vanessa als eine der "Zicken" aus ihrer ehemaligen Stufe identifizieren konnte. Der Abiball war nun schon knapp sieben Wochen her und sie dachte, dass Leon mit niemanden mehr Kontakt pflegen würde, außer mit den Kerlen... aber da schien sie sich anscheinend zu täuschen. Er führte sogar sehr intensiven Kontakt... zumindestens mit diesem Mädel. Vanessa zog scharf die Luft ein und Leon öffnete schlagartig seine Augen. Seine brauen Augen trafen sofort die Grünen von Vanessa, welche einfach nur ihren Kopf schüttelte, die Tür zuschlug und aus dem Haus rannte. Sie hörte Leon, wie dieser ihren Namen schrie, Marlon der aus seinem Zimmer stürmte und dann das Mädel aus dem Haus warf und gleichzeitig mit Joachim, der von dem Krach wach wurde laut diskutierte, was Leon für ein Arsch war. Vanessa wusste, dass Marlon, Joachim und sogar Anne sie sehr mochten, aber das sie Leon jetzt so angingen, hätte sie nicht erwartet, aber sie fand es gut so... er hatte es verdient. Wer weiß wie lange sie in seine Augen schon geschaut hatte, die Augen, die logen, betrogen und einfach immer noch wunderschön waren. Aber so war das ja oft... Das Hässliche versteckt sich hinter einer Fassade aus Schokolade und Gold und nicht alles Gold das glänzt ist auch wertvoll.

Vanessa rannte gedankenverloren durch Grünwald. Sie rannte in die Dunkelheit die sie beschütze, wie ein Mantel und all das Böse und all das Leid von ihr fern hielt. Dabei wusste Leon genau, dass damals auch Lukas sie mit Lissy betrog. Wie konnte er nur? Nach all dem was sie durchgemacht hatten und vor allem vor all dem, was sie nun durchmachen sollten- zusammen... was sie nun aber alleine durchstehen musste, denn vor knapp drei Wochen hatte sie etwas erfahren, was sich kein Mädchen wünscht, dass gerade mal das Abi in der Tasche hat...


POV. Vor fast 4 Jahren + 3 Wochen:

Vanessa saß auf dem Boden in ihrem Bad in ihrem Zimmer. Laut Timer noch genau eine Minute. Es konnte einfach nicht wahr sein. Sie konnte nicht schwanger sein... nicht von einer und vor allem ihrer ersten Nacht. So einfach ging das doch nicht. Sie betete, so wie damals als sie betete, dass der liebe Gott ihr ihre Eltern wieder bringen sollte. Damals wurden ihre Gebete nicht erhört, deswegen wäre es ja nur fair, dass jetzt ihre Gebete erhört werden würden. Ihre Überlegungen wurden schlagartig durch das klingeln ihres Handys unterbrochen, welches das Ende des Timers anzeigte. Vanessa stand auf und drehte mit zittrigen Fingern den Test um, um ihn im nächsten Moment voller Schreck fallen zu lassen. Der Test zeigte ein kleines Pinkes Plus- Zeichen. Sie war wirklich... schwanger.
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"Schatz... wir sind da." sagte Maxi leise und Vanessa wachte langsam auf. "Mamiiiii.... aufwachen!!" krischen Marek und Melina im Chor. "Du bist eingeschlafen als wir auf der Autobahn waren und ich habe dich schlafen lassen, besonders weil die Kleinen auch geschlafen haben." sagte Maxi fürsorglich und genau in diesen Momenten, die zwar selten waren, aber sie waren ja zu mindestens ab und zu mal da, liebte sie ihn. "Danke..." hauchte sie und gab ihm einen flüchtigen Kuss. Jetzt waren sie also wirklich in Grünwald... und Vanessa konnte sich nicht mehr Verstecken, sondern musste sich ihren Dämonen aus der Vergangenheit stellen...
Denn bevor man in die Zukunft schauen kann und die Realität begreifen kann muss die Vergangenheit verstanden und akzeptiert werden.
Schlussendlich war auch nicht Alles schlecht, was Vanessa mit den Kerlen erlebt hatte. Ihre Lieblingserinnerung war allerdings immer noch wie sie vor knapp sieben Jahren in eine vollkommen andere Welt gestolpert ist, die ihr trotzdem immer schon so bekannt vorkam, als wäre sie ein Teil von ihr... was sie schlussendlich irgendwie auch war.

Vanessas Gedanken wurden unterbrochen, als Marek ihre Hand nahm, nachdem er ihr Autotür aufmachte, um seine Mutter nach draußen zu ziehen und trotzdem hang Vanessa ihren Gedanken nach. Das letzte mal als sie hier ankam, war sie so kaputt, zerbrochen und so einsam... und stolperte direkt vor ein Motorrad, welches sie beinnahe überfahren hätte...

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Soooo delle... Prolog ist fertig :D Ich hoffe er gefällt euch <3

Für Alle die die erste 31 Kapitel schon gelesen haben... Ja ihr denkt richtig... aber wie eine meiner KJL- Lieblingsautorinnen immer zu schreiben pflegt: "Vielleicht muss man erst jemanden verlieren, um ihn wieder zu finden." also: -Keep your chin up. There will be happiness again (- ROBIN HOOD)

Lasst mich unbedingt wissen wie ihr es findet :) Auch konstruktive Kritik ist erwünscht ;)

DAS NÄCHSTE KAPITEL BEGINNT DANN VOR KNAPP 7 JAHREN
& erzählt wie Vanessa zu den Wilden Kerlen gekommen ist und wie Sie und Leon sich verliebt haben <3
eure -Miri-
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