Es tut mir Leid, Taehyung.

von Franka04
OneshotRomanze, Tragödie / P12
OC (Own Character) V
24.11.2019
24.11.2019
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Es war ein warmer Tag. Deswegen lag ich ganz entspannt auf einer Liege in unserem Garten und sonnte mich ein wenig. Dabei schaute ich immer mal wieder verträumt auf einen Ring, welcher an meinem linken Ringfinger gesteckt war. „Heute werden wir ihn wieder sehen. Du wirst ihn endlich kennen lernen.“, sagte ich, während ich mir über meinen schon ziemlich runden Bauch strich. Kurz vor seiner Welttournee hatte mir Taehyung einen Antrag gemacht. Dies war der schönste Moment in meinem ganzen Leben...

'Komm um 20 Uhr in den Park.' Ich legte den Zettel bei Seite. Warum wollte er, dass ich in den Park komme? Es war Draußen kalt und schon längst dunkel. Wenn ich jetzt noch nach Draußen gehen würde, dann würde ich mir meinen Hintern abfrieren. Den ganzen Tag hatte ich gearbeitet und wollte mich nur noch ausruhen. Mit Tae kuscheln und den Abend ausklingen lassen. Einfach nur faulenzen. Das war doch nicht zu viel verlangt, oder? Mein Blick fiel auf die Uhr. 19:45 Uhr. Na toll. Ich hatte nicht mehr genug Zeit, um mich so ein wenig zu entspannen. Mit einem Seufzer der Frustration, machte ich mich fertig. Keine fünf Minuten war ich hier, und schon musste ich wieder in die unerträgliche Kälte.

Nach mehreren Minuten, war ich schon im Park. Doch wo war Tae? Ich konnte ihn nicht sehen. Bin ich etwa den ganzen Weg hierher gestiefelt, nur um festzustellen, dass Tae gar nicht hier war!? Plötzlich spürte ich, wie mir jemand auf die Schulter tippte. Ich drehte mich um. Ein freute strahlender Tae starrte mich an. „Mach die Augen zu. Und nicht schummeln!“, flüsterte er. „Warum?“- „Ist ein Geheimnis“, entgegnete er. Ein lautloser Seufzer entglitt mir und ich schloss die Augen. Um meine Hüfte spürte ich Taehyungs Arm. Er führte mich vorwärts.

Irgendwann blieb er stehen. „Du kannst die Augen jetzt öffnen“, sagte er mir. Langsam öffnete ich sie. Doch ich musste einige Male blinzeln, weil es so Hell war. Als sich meine Augen, an das Licht gewöhnt hatten, fiel mir die Kinnlade herunter. Dass er so etwas gemacht hatte, war unglaublich. So etwas schönes. So romantisch. Wir standen in einem Herzen, aus Teelichtern. Das Licht dieser Kerzen erhellte die ganze Lichtung. Freude strahlend, drehte ich mich zu Taehyung um. Doch, was ich jetzt sah war noch viel schöner, als das Herz aus Kerzen. Tae kniete vor mir, mit einer kleinen schwarzen Schatulle. Er öffnete diese und zum Vorschein kam ein Diamantring. „Willst du mich heiraten?“ Diese Worte, lösten auch den letzten Damm. Jetzt begann ich zu weinen und zu weinen. Ich konnte mich gar nicht mehr einkriegen. Unter dem Schluchzen brachte ich nur ein leises „Ja“, hervor.

Ich schaute auf die Uhr, nur um festzustellen, dass ich los musste. Ich wollte Taehyung am Flughafen überraschen. Wir hatten uns schon so lange nicht mehr gesehen und ich konnte nicht abwarten, bis er zu Hause auftauchen würde. Eigentlich wollte ich ihn mit seinem Lieblingsessen zu Hause überraschen, doch ich konnte nicht. Das wollte ich auch nicht. Ich wollte ihm endlich sagen, dass ich schwanger war. Ihm endlich sagen, dass er bald Vater sein würde. Alleine die Vorstellung, dass er vor Freude anfangen würde zu weinen, zauberte mir ein kleines Lächeln auf meine Lippen. Deswegen beschloss ich, ihn schon am Flughafen zu empfangen.

Ich stieg ins Auto und fuhr los. So aufgeregt war ich schon lange nicht mehr. Das letzte Mal, bei seinem Antrag. Weil der Flughafen etwas außerhalb der Stadt lag und ich ihn nicht verpassen wollte, entschied ich mich für die Autobahn. Dies würde viel schneller gehen. Ich war so glücklich, weil einfach alles perfekt war. Taehyung kam nach vielen Monaten wieder nach Hause. Ich war mit ihm verlobt und ich würde von ihm ein Kind empfangen. Mein Leben war perfekt. Es gab nicht die kleinste Sache, die ich bemängeln würde. Nicht einmal die Tatsache, dass Tae so oft weg war. Dies war sein Job. Und er liebte ihn. Dies respektierte ich.

Doch mein Schicksal fand mein Leben wohl zu perfekt. Denn plötzlich kam mir ein Auto entgegen. Das andere Auto war viel zu schnell. Ich konnte nicht mehr reagieren. Wir krachten in einander. Die Motoren explodierten und beide Autos standen in Flammen. Beide Fahrer waren sofort tot. Ich war tot. Mein perfekter Tag. Mein perfektes Leben. Alles war in wenigen Sekunden erloschen. Wenn ich noch fühlen könnte, würde ich bitterlich weinen. Schreien. Um mich schlagen. Doch dies ging nun nicht mehr. Denn ich war tot. Für immer. Für immer von Taehyung getrennt. Für immer aus dem Leben verband. Es war unfair. Ich war immer zu allen nett gewesen. Selbst wenn die Person mir gegenüber sehr unfreundlich war. Ich war immer für alle da. Ich hatte es nicht verdient zu sterben. Nicht so. Nicht hier. Nicht jetzt. Doch das Schicksal entschied anders. Und das Einzige, was mir vor meinem Tod in den Kopf stieg, war: „Es tut mir leid, Tae.“

Mein letzter Gedanke würde ihn nie erreichen. Er wird nie wissen, dass ich schwanger war. Er würde niemals mein Ehemann werden. Und er würde nie der Vater unseres Kindes sein. Er würde sein Kind nie kennenlernen. Und nur weil ich zur falschen Zeit am falschen Ort war, werden wir nie eine glückliche Familie sein. Das alles nur, weil ich eine egoistische Entscheidung getroffen hatte. Die Entscheidung, Tae am Flughafen zu überraschen. Alles war meine Schuld und ich konnte es nicht wieder Gut machen...

Mittlerweile war das Flugzeug gelandet. Alle waren müde und wollten nur noch nach Hause. Taehyung hatte sich insgeheim erhofft, dass seine Verlobte ihn abholen würde und schaute deswegen durch die Menschenmenge und suchte nach ihrem Gesicht. Jedoch blieb dies ohne Erfolg. Wie denn auch? Sie war tot und er unwissend darüber. Ohne böse Vorahnung verließ er den Flughafen und machte sich auf den Weg nach Hause.

Als er zu Hause war, machte er sich auf die Suche nach ihr. Er suchte jeden Raum ab. Ohne Erfolg. Es war merkwürdig. Sie hatte ihm versprochen, dass sie zu Hause mit Essen auf ihn warten würde. Sorgen stiegen in ihm auf. War ihr etwas zugestoßen? War sie nur einkaufen? Er wusste es nicht.

Irgendwann klingelte es an der Tür. So schnell er konnte rannte er zur Tür, in der Hoffnung, dass sie es war. Doch ein Polizist stand vor der Tür. „Verzeihen sie die Störung, doch sie müssten für uns eine Leiche identifizieren“, sagte der Polizist. Seine Stimme war ruhig. Als würden ihn seine Worte nicht das geringste interessieren. „Ich soll eine Leiche identifizieren?“ Bei seiner Frage wurde Taehyung Kreidebleich. „Ja“, kam es monoton von dem Polizisten. Ohne ein weiteres Wort folgte er ihm ins Auto. Tae hatte erst überlegt, ob er einen seiner Bandkollegen anrufen sollte. Doch er entschied sich dagegen. Was sollten sie denn auch schon machen?

Sie kamen im Krankenhaus an. Der Polizist geleitete ihn bis vor die letzte Tür. Hinter jener Tür würde das Schicksal ihm sagen, ob er glücklich oder traurig sein sollte. Diese letzte Tür trennte ihn von der Leiche. Die Leiche, die entscheiden wird, ob er einen Grund zum Leben hatte oder nicht. Insgeheim hoffte er, dass jemand anderes sein Leben verloren hatte. Dies mag zwar makaber klingen, doch wenn dies bedeuten würde, dass seine Verlobte noch am Leben war, würden ihn solche Gedanken nicht stören.

Mit zittrigen Händen ergriff Taehyung die Türklinke. Mit einem leisen quietschen öffnete sich diese. Ein Arzt stand vor einem Tisch mit einer schwarzen Plastikplane darauf. Tae schluckte einmal schwer, bevor er sich in Bewegung setzte. „Hallo Herr Kim. Ihnen wurde bereits mitgeteilt, warum sie hier sind?“ Ihm entkam nur ein heiseres „Ja.“ Der Arzt sah nicht ganz so kaltherzig aus, wie der Polizist von eben. „Ich werde die Leiche aufdecken, wenn sie bereit sind. Aber ich möchte sie vorher warnen. Sie ist ziemlich zugerichtet.“ Ziemlich zugerichtet? Was sollte das heißen? Dicke Schweißperlen bildeten sich auf Taehyungs Stirn. „Bereit.“ Der Arzt deckte die Leiche auf. Tae entfloh ein lauter Schrei. Und sofort kullerten die ersten Tränen seine Wangen hinab.

Sie war es. Seine Verlobte war tot. Er weinte und weinte. Der Tränenfluss schien nicht zu stoppen. Bis vor einer Stunde war er der glücklichste Mann der Welt. Und jetzt? Jetzt war er genau das Gegenteil. Mit einem Mal hatte er alles verloren. „Es tut mir leid, dies mag jetzt ein bisschen unangemessen sein, aber anhand ihrer Reaktion nehme ich an, dass sie diese Frau kennen, habe ich recht?“ Tae wischte sich einige Tränen aus dem Gesicht. „Ja, sie ist meine Verlobte.“ Er schaute dem Arzt direkt in die Augen. Doch die Reaktion des Arztes war etwas seltsam. Dieser schaute ziemlich geschockt. Nicht ein wenig. Nein, sondern zu geschockt. „Was ist los?“, wollte er wissen. „Nun ja, wie soll ich das am besten sagen... Ihre Verlobte war schwanger, als sie gestorben ist...“ Tae riss die Augen auf. „Was?!“ - „Sie haben mich richtig verstanden. Es tut mir leid...“

Seit jenem Besuch im Krankenhaus, war Taehyung wie ein anderer Mensch. Sein ganzes Leben wurde an nur einem Tag komplett umgekrempelt. Er war in ein tiefes Loch gefallen. Seine Freunde, seine Familie und seine Bandkollegen versuchten immer wieder mit ihm zu reden. Doch dieser blockierte sofort, wenn dieses Thema auftrat. Er wollte nicht darüber reden. Er konnte nicht. Die anderen wussten nicht einmal, dass sie schwanger war. Und dies hoffte er auch für sich zu behalten. Alle hatten sie gemocht. Alle waren über ihren Tod traurig und er wollte die anderen nicht noch mehr mit ihrem Tod belasten. Die anderen jedoch wollten ihm helfen. Ihn wieder aufbauen. Leider half jeder Versuch Taehyung zu trösten nicht. Er würde es nie schaffen darüber hinweg zu kommen. Und er wollte es auch nicht.

Seine Karriere schien ihm mittlerweile egal zu sein. Er meldete sich nicht bei seinen Fans, er ging nicht zu seinem Training und er verließ nur noch selten das Haus. Wenn es wirklich einen Gott auf der Welt gab, warum war er dann so grausam? Niemand hatte es verdient auf solche Weise zu sterben. Schon gar nicht sie. Schon gar nicht sein ungeborenes Baby. Er wollte einfach nur sterben. Einfach nur bei ihr sein. Bei seiner Geliebten. Seiner Verlobten. Ohne sie hatte sein Leben keinen Sinn mehr...


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So, das war meine erste FF zu BTS. Ich hoffe, dass sie euch gefallen hat, obwohl sie so traurig ist.



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