A Hunter's Fall

von Lizza
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
23.11.2019
14.02.2020
31
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Hallo!

Ich habe euch ganz schön lange warten lassen, was?
Im Moment muss ich so viel lernen, dass ich zu nichts anderem komme - aber jetzt habe ich mir etwas Zeit genommen, um wenigstens das nächste Kapitel hochzuladen. Es ist recht kurz, aber wenigstens geht es nun etwas weiter.
Tut mir leid, dass ich nicht alle Reviews oder auch Mails beantwortet habe - trotzdem vielen Dank für eure Worte und die Empfehlungen!
Bald habe ich wieder etwas mehr Zeit.
LG

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Wyn


Die halbe Nacht lag er da und rechnete damit, dass ihre Nähe das altbekannte brennende Gefühl in ihm auslöste und er doch noch floh, aber es geschah nur kurz, bevor es wieder abebbte und nicht zurückkehrte. Während er sie im Arm hielt und ihren gleichmäßigen Atemzügen lauschte, breitete sich ein Gefühl in ihm aus, das er so noch nie empfunden hatte. War das Zufriedenheit? Oder Frieden? Was auch immer es war, es jagte ihm eine Scheißangst ein. Jetzt, wo er es zum ersten Mal am eigenen Leibe erfuhr, konnte er nur noch daran denken, es wieder zu verlieren. Zufriedenheit oder Frieden gehörten nicht zu seinem Leben, passte nicht in seine Welt. Und dass gerade dieses zerbrechliche Wesen in seinem Arm diese Empfindungen auslöste, war eine beschissen grausame Laune der Natur!

Er betrachtete ihr Gesicht, die weichen, entspannten Züge und das sanfte Lächeln, das ihre Lippen zierte, und er wusste verdammt nochmal, dass er nicht gehen würde, auch wenn alles in ihm danach schrie, wie ein feiges Schwein wegzurennen, sie erneut von sich zu stoßen.

Damit war es offiziell: Er war das größte Weichei unter der Sonne. Jemand, über den er sich sonst immer lustig gemacht hatte.

So eine verfluchte Scheiße!

Aber jetzt, wo er sich damit abgefunden hatte, dass die Kleine zu ihm gehörte, musste er sich überlegen, wie er sie beschützen konnte. Vor allem und jedem. Denn es war, zum Teufel noch mal, keine Option, dass ihr jemals wieder etwas zustieße. Aber überall lauerten Gefahren. Der Tod machte bloß eine Pause, bevor er wieder zuschlagen würde. Er gehörte zu seinem Leben, begleitete ihn überallhin.

Wyn dachte darüber nach, in dieser Stadt zu bleiben und mit ihr in diesem Haus zu leben. Er verzog sofort das Gesicht. Scheiße, für so ein Leben war er einfach nicht gemacht! Er konnte nicht an einer Stelle verharren und sich wie der sprichwörtliche Ehemann, der unter dem Pantoffel seiner Frau stand, aufführen. Er musste in Bewegung bleiben, um nicht den Verstand zu verlieren. Er brauchte die körperliche Anstrengung, musste kämpfen, trainieren, sich verausgaben, Schmerz spüren - am Leben sein.

Sie seufzte leise und drückte ihren weichen, immer noch nackten Körper an ihn.

Er könnte sie einfach rund um die Uhr vögeln. Verdammt, er wollte sie rund um die Uhr vögeln. Nachdem die schmerzhafte Entjungeferung endlich überstanden war, würde es ihr gefallen. Wyn wollte sie zum Stöhnen und Schreien bringen. Er wollte, dass sie die Augen nicht vor Schmerz aufriss, sondern vor unendlicher Lust. Er war noch nie so scharf drauf gewesen, einer Frau einen Orgasmus zu verschaffen, wie er es jetzt bei ihr wollte. Sie sollte vor Extase ihre Fingernägel in seinen Schultern vergraben und ihre weichen Schenkel um seine Hüfte drücken, damit er noch tiefer in sie stoßen konnte.

»Fuck.« Wyn griff in seine Shorts und drückte seinen steinharten Schwanz. Wann war er zu einem verfluchten Teenager mutiert, der allein durch seine schmutzigen Fantasien einen Steifen bekam? Diese Frau neben ihm krempelte sein gesamtes Dasein um, und er ließ es zu, weil er besessen von ihr war. Von diesem neuen Gefühl, das sie auslöste. Er wusste, dass es dumm war, aber er wollte mehr davon. Mehr von ihr. In diesem Moment wollte er einfach alles. Weil er ein verdammter Idiot war, der sich immer weiter in die Scheiße ritt.

Wyn schlief nur wenige Stunden, bevor die aufgehende Sonne ihn weckte. Er schlich sich aus dem Zimmer, um die Kleine nicht zu wecken. Vor der Zimmertür zog er seine Sachen an und ging nach unten in die Küche. Wie vor den Kopf gestoßen blieb er dort stehen, als er Mamo erblickte, der leise summend etwas aus dem Kühlschrank holte.

»Was tust du hier?«, wollte Wyn sogleich wissen und verschränkte die Arme vor der Brust.

Der Kerl zuckte kurz zusammen, bevor er sich umdrehte und Wyn mit hochgezogenen Augenbrauen musterte. »Was du hier getan hast, kann ich mir denken.« Mamo deutete auf den halb geöffneten Mülleimer, in dem das von Wyn entsorgte blutige Laken lag. »Wenigstens hast du sie danach nicht allein gelassen.«

»Das geht dich nichts an.« Wyn trat zu dem Mülleimer und schloss ihn richtig.

»Du irrst, mein Freund. Yness ist mir wichtig. Und sobald du ihr das Herz brichst, werde ich da sein, um sie aufzufangen und zu trösten.«

Wyn spürte siedendheiße Wut tief in seinem Bauch aufwallen. »Das Mädel geht dich nichts mehr an. Ich kümmere mich um sie.«

»Tust du das? Und wie lange? Bis dir wieder einfällt, dass du ein feiger Hund bist und du wieder abhaust? Bis es dir langweilig mit ihr geworden ist und du die Nächste vögelst?«

Das reichte. Wyn stürzte nach vorne und hielt erst im letzten Moment inne, bevor seine Faust Mamos Gesicht erreichte. Er konnte diesen dreisten Hurensohn nicht ins Nirvana befördern, ohne damit ihr wehzutun. Ja, es würde ihn mächtig befriedigen, dem selbstgefälligen Wichser die Faust in die Fresse zu schlagen, aber für wie lange? Spätestens wenn die Kleine ihren ohnmächtigen Freund auf dem Küchenboden vorfand, wäre der Spaß vorbei. Das war es nicht wert.

Scheiße, er war so ein Weichei geworden! Und es pisste ihn mächtig an. Noch mehr als das lächelnde Arschgesicht vor ihm.

»Mann, ich dachte echt, du verpasst mir eine!« Mamo lachte und schüttelte den Kopf.

»Du hättest es verdient.« Wyn wandte sich ab und nahm sich ein Glas, um es mit Wasser zu füllen und in wenigen Zügen auszutrinken.

»Nein, hätte ich nicht. Kumpel, du weißt, dass ich dich sonst schätze und respektiere, aber wenn du Yness jetzt noch wie Dreck behandeln solltest ...« Mamo verstummte, als Schritte von der Tür her erklangen.

»Wenn du sie in Verlegenheit bringst wegen dem, was passiert ist, breche ich dir etwas. Das schwöre ich dir«, ermahnte Wyn ihn, bevor die Kleine in der Küche auftauchte.

Überrascht blickte sie zwischen den beiden hin und her, bevor ihre Augen an Wyn hängen blieben. Leichte Röte bedeckte ihre Wangen, und sie lächelte verlegen. Ihr Haar war zerzaust, und ihre Augen glänzten fast schon unnatürlich. Wyn griff sich automatisch an den Bauch, weil es sich anfühlte, als hätte ihm jemand dort reingeboxt.

»Guten Morgen, meine Schöne.« Mamo trat zu ihr und küsste sie auf beide Wangen. Wyn war erneut kurz davor, ihn mit einem ordentlichen Arschtritt aus dem Haus zu befördern. Musste dieser verfluchte Gigolo so vertraut mit ihr umgehen? Sie war nicht sein Mädchen, scheiße noch mal!

Ihr Blick traf erneut auf seinen, diesmal ängstlich und fragend. Zögernd trat sie zu ihm und schaute hoch, während ihre Hände unsicher in der Luft verharrten. Das war der Moment, der alles weitere zwischen ihnen entscheiden würde. Wie auch immer er sich nun verhalten sollte - das würde ihres und sein Schicksal endgültig bestimmen.

Wyn nahm ihr Gesicht zwischen die Hände und drückte seine Stirn an ihre. Er ignorierte Mamos Anwesenheit, die Lächerlichkeit seines Verhaltens und seinen Fluchtinstinkt, den er noch nie so intensiv wahrgenommen hatte wie jetzt. Dann ließ Wyn von ihr ab und trat zur Tür. »In ein paar Stunden bin ich zurück«, warf er noch über die Schulter in ihre Richtung, bevor er letztendlich doch abhaute.

Er würde zurückkommen, keine Frage, aber jetzt brauchte er Abstand. Er wollte trainieren, ein paar Typen aus Chenges' sogenannter Armee anschreien und ihnen den Arsch aufreißen, damit sie besser und stärker wurden. Und dann müsste er Chenges selbst klarmachen, dass die Kleine kein gottverdammter Köder mehr war, den er nach Belieben einsetzen konnte. Und später, wenn er sich genug verausgabt hatte, würde er zu ihr zurückkehren und ihr zeigen, dass sein Schwanz ihr nicht nur Schmerzen bescheren konnte.

Wyn trat auf das Gelände, auf dem das Training stattfand, machte sich kurz warm und schaute den ersten Ankömmlingen entgegen. Die Typen hatten ja keine Ahnung, was sie heute hier erwartete.